Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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Hallo zusammen,
ich habe hier leider nicht genaues dazu gefunden.
Hier und anderswo wird oft davon gesprochen das man, wenn man nicht direkt losfährt, sein E-Auto nicht auf 100% laden soll.
Aber warum? Wenn ich mir meinen Ioniq anschaue hat der Netto 28 kWh und Brutto 31 kWh das sind ja ca. 10 % Unterschied, also wird er ja sowieso nie 100 % voll. Außerdem finde ich darüber nichts in der Beschreibung und beim Kauf wurde mir nichts gesagt, wäre ja eigentlich für Hyundai förderlich wegen der Garantie.
Habe ich einen Denkfehler, oder warum soll man den Akku nicht auf 100% laden wenn man nicht direkt losfährt?
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Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

Misterdublex
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Manche glauben, das täte dem Akku besser. Die allermeisten Hersteller haben nach oben und unten eh einen Puffer, so dass nur weniger genutzt wird. Im e-Golf300 von 35,8 kWh (brutto) nur 31,5 kWh (netto) also nur 87%.
Zuletzt geändert von Misterdublex am So 16. Feb 2020, 15:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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  • bm3
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Es ist nunmal allgemein so dass Li-Akkus im Stehen(ungenutzt) altern und das um so stärker je voller sie dabei geladen sind. Für längere Lagerung werden ungefähr 40-70% Ladestand empfohlen. Mit BMS eher etwas mehr weil jedes BMS den Akku auch mit geringem Strom permanent entläd, der Ladestand dadurch also auch permanent abnimmt, das allerdings sehr gering. Man hat also Monate lang Zeit. Die Selbstentladung von Li-Zellen ist im Allgemeinen sehr gering. Mit 90% realem SOC und 100% angezeigtem ist man davon noch weit entfernt. Das hat also wenig mit "glauben" zu tun sondern eher mit "wissen".

Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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bm3 hat geschrieben: Mit 90% realem SOC und 100% angezeigtem ist man davon noch weit entfernt.
Da der Puffer nicht nur oben ist, entsprechen 100% Anzeige beim Ioniq etwa 95 bis 96 Prozent real.

Ansonsten stimmt das von bm3 gesagte, und umso mehr noch, wenn es warm oder sogar heiß ist. Das Problem sind ungewünschte chemische Reaktionen der aktiven Materialien mit dem Elektrolyt; diese laufen umso schneller ab, je wärmer es ist, und je höher der Akkustand.

Rein theoretisch ist es sogar, bei noch niedrigerem Akkustand als 50% zu lagern (habe schon Zahlen gesehen, dass 20% am besten wäre). Aber der Vorteil ist minimal gegenüber 50%, und eine Belastung bei niedrigem Akkustand ist auch nicht gut. Daher sind 50% sicher ein guter Zielwert.

Wenn man übrigens direkt vor dem Abfahren auf 100% lädt, ist das kein so großes Problem, da die entsprechende Degeneration über die Zeit abläuft. Wenn man also 100% nur kurz vor Abfahrt erreicht, altert der Akku nicht stark.

Je nach Akkugröße und Alltagsbedarf würde ich die Ladung daher auf 70 bis 90 Prozent begrenzen. Wenn möglich, im Auto (geht leider beim 28 kWh Ioniq nicht); ansonsten in der Wallbox (zum Beispiel beim Ioniq mit EVNotify und OpenWB) oder eben manuell.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

Misterdublex
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Aber im Normalfall lädt man nicht auf und lässt den Wagen tagelang so stehen.

Zumindest beim Golf würde ich das vernachlässigen, da er eh nur 87% nutzen kann. Wenn der IONIQ tatsächlich 95% nutzt, würde ich mir eher Gedanken machen.
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Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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Aber wenn es den Hersteller nicht interessiert, er gibt ja schließlich 8 Jahre Garantie, warum soll es mich interessieren? Ich meine jetzt nicht den Wagen tagelang stehen lassen. Vorallem denke ich da an die Zukunft wenn Otto normal Autofahrer elektrisch fährt. Wir machen uns da noch Gedanken drüber aber meine Nachbarn mit ihrem neuen E-Golf wissen das nicht und lesen hier auch nicht.

Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

hachriti
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Also ich mach mir da keinen Kopf mit der Zoe
wenn sie leer ist wird sie geladen und fertig

81 tkm 98 % soh
was will man mehr

Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

Misterdublex
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VW denkt bei so etwas weiter als die Asiaten. Bei denen sind die nutzbaren Akkukapazitäten immer viel, viel niedriger und geladen wird auch mit niedrigem C. Extrem konservativ ausgelegt.

Beim e-Golf ist das einfach viel stärker auf 08/15-Nutzer ausgelegt.
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Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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Misterdublex hat geschrieben: Aber im Normalfall lädt man nicht auf und lässt den Wagen tagelang so stehen.
Aber nur, wenn man weiß, dass man es vermeiden soll! Ansonsten komme ich vor dem Sommerurlaub nach Hause von der Arbeit, schließe das Auto wie immer an und fahre mit der Bahn, Flugzeug oder einem anderen Auto drei Wochen in den Urlaub, während des auf 100% geladene Auto drei Wochen in der Sonne steht.
Misterdublex hat geschrieben: Zumindest beim Golf würde ich das vernachlässigen, da er eh nur 87% nutzen kann. Wenn der IONIQ tatsächlich 95% nutzt, würde ich mir eher Gedanken machen.
Sicher, dass der Puffer beim Golf nicht 13% für oben und unten zusammen ist? Beim Ioniq sind es etwa 4,5% oben und 1,5% unten rein basierend auf die Anzeige und den OBD-Wert vom BMS. Ich vermute unten noch einen weiteren Puffer, der unter 0% BMS liegt, da es laut Zellenspezifikationen insgesamt etwa 10% Puffer sein sollte.

Beim e-Golf kann man ja auch problemlos einen maximalen Akkustand von 70% bis 90% eintragen bei den Ladeeinstellungen.
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Re: Warum soll man E-Autos nicht 100% voll laden?

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  • bm3
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Misterdublex hat geschrieben: ...Zumindest beim Golf würde ich das vernachlässigen, da er eh nur 87% nutzen kann. Wenn der IONIQ tatsächlich 95% nutzt, würde ich mir eher Gedanken machen.
Die Autos sind sich bei der Ausnutzung der Akku-Kapazität alle so ziemlich ähnlich, der Golf macht es auch nicht groß anders als der Ioniq . Die angegebene Ausnutzung der Akkukapazität teilt sich in den oberen und unteren SOC-Bereich auf. Oben werden meistens nur ein paar Prozente zum maximal möglichen Ladestand gelassen , unten meist um die 10%. Beim i3 sind es oben etwa 6% und unten etwa 11%, die Gesamtausnutzung liegt also nur bei 83%.
Trotzdem, ich möchte das Auto noch sehr lange behalten und fahren und achte darauf dass es nicht lange voll geladen herumsteht. Wer allerdings 8 Jahre Garantie mit einer darin zulässigen Akku-Degeneration von um die 30% schon als eine beinahe unendlich lange Zeit ansieht, noch dazu einen gemieteten Akku, einen Firmenwagen oder einen Leasingvertrag...hat dem kann das wurscht sein. Manchen Leuten ist sowas auch von Natur aus wurscht, Bequemlichkeit eben, die wollen sich keinen "Kopf" um so etwas machen. Jeder wie er gerne möchte...aber vielleicht sollte man dann eher beim Benzin-oder Dieseltank bleiben.
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