1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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roberto
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folder Mi 23. Okt 2019, 23:49
Köln Bonner hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 08:37
Ich finde, dass man in Deutschland sehr gut zurecht kommt, wenn man sich ein wenig informiert. Sobald es ins Ausland geht, wird es jedoch gleich deutlich schwieriger und teurer. War gerade in Österreich und habe einmal öffentlich geladen (AC in Hallstatt P1). Unter €0,60 pro kWh (Maingau) habe ich nichts besseres gefunden mit meinem Arsenal an Karten und Apps sowie Ad-hoc-laden. Das finde ich schon recht viel für AC.
ganz schlechtes Beispiel! Egal wie viel Du dort mit Maingau lädst, Du zahlst kaum mehr als das Parken kostet und hast den Strom gratis dazu...
Und mit direct payment ist es noch günstiger, außer man fährt einen Schnarchlader.
Dass man als Schnarchlader (mit einphasigem AC- Lader) oft mit hohen Preisen bei Zeittarifen rechnen muß, sollte mittlerweile bereits bekannt sein.
Wenn man sich trotzdem so ein Auto kauft und dann auch nicht imstande ist einen passenden Tarif bzw. Anbieter zu wählen, dann sollte man nicht herumjammern.

Der Vergleich mit den Smartphones ist auch wirklich passend! So weit ich mich erinnere, gab es da in den ersten Jahren auch genug hilflose Opfer, die sich nicht im Datentarif-Dschungel zurechtfanden und dann über horrende Rechnungen gejammert haben. Aber mit der Zeit ist alles einfacher, billiger und durchschaubarer geworden und jetzt kann auch die Oma schon gefahrlos am Handy surfen. Das wird sicher bei den E-Autos auch bald so sein und bis dahin habe ich kein Mitleid mit Leuten, die zu faul sind sich wenigstens ein wenig zu informieren.
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Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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folder Do 24. Okt 2019, 00:10
Stefan_BMWi3 hat geschrieben:
Di 22. Okt 2019, 16:06
1. Keine Preisauszeichnung an der Säule
Bei einer Ladesäule gibt teilweise extrem unterschiedliche Tarife. Wenn man die RFID-Karte an die Ladesäule hält, weiß man nicht was es wirklich kostet. Die Info bekommt man erst bei der Abrechnung und da ist es schon zu spät. Deshalb sollte in jeder Ladesäule ein kleines Display integriert sein, was eine Minute oder KWh wirklich kostet (Preisauszeichnung). Man kann ja dann unterschiedliche Karten verwenden.

Ich habe selber einmal bei einer ÖBB-Smatrics Ladestation sichtlich statt der ÖBB-Infrakarte jene von New Motion benutzt und statt rund € 2,-- im Endeffekt fast € 42,-- bezahlt.

Meines Wissens gibt es derzeit auch keine App bei der man die fünf günstigsten Betreiber sehen kann (da es ja viele Sonderrabatte gibt). [...]
Die Situation in Österreich ist sicherlich nochmal eine etwas andere. Für Deutschland gibt es in einfach das hier: https://emobly.com/de/laden/der-emobly- ... ober-2019/

Dein konkretes Problem heißt eigentlich NewMotion (oder alternativ: Plugsurfing) - und das Modell das dahinter steckt. NewMotion schaltet dir die Säule frei, und akzeptiert quasi was auch immer der Betreiber gerne für Roaming hätte. Dass das ganze so kompliziert ist hat in erster Linie was mit der Liberalisierung des Strommarktes, der Trennung zwischen Stromhandel, Netz und Kraftwerken zu tun. Letztes Jahr als ich mich beim Kauf des i3 mit den Ladekarten beschäftigt habe, war schon zu Lesen, dass man mit TNM gut draufzahlen kann, aber es im zweifelsfall gut ist diese Karten/Apps zu haben. Nach der Umbenennung in Shell Recharge ist auch hoffentlich dem letzten Kunden klar, dass die Mission hier weniger "problemloses Laden überall" heißt, sondern der Kundschaft den Appetit zu verderben, möglichst nachhaltig um mehr vom "guten Stoff" aus der nächsten Ölquelle zu verkaufen.

Dennoch: Durch ESL scheint der Trend ganz stark in die Richtung "ein Preis für alles" zu gehen - oder eben noch aufgeteilt nach AC und DC.
BMW i3s 120Ah || Tesla Model 3 LR AWD

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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Whitesnake
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folder Do 24. Okt 2019, 07:18
Hallo Stefan, du hast scheinbar noch nicht alle Ladekarten in Österreich entdeckt: die EMC-Karte ist für CCS die günstigste Karte (das gleiche wie Linz AG, nur kannst du nach einer Registrierung auch Ella nützen) und funktioniert auch bei Smatrics (kostet 40 Euro Mitgliedsgebühr pro Jahr). Ansonsten wenn du pendelst und einen ÖBB-Bahnhof hast, wo du dein Auto parken kannst, nimm die ÖBB Infra-Karte, ist günstiger als zu Hause. Wegen den nicht kompletten Apps mit Ladesäulen: ich verwende neben chargEV auch Chargemap. Dieser Anbieter hat teilweise wie Ionity Einmalzahlungen, das heißt du zahlst für einen Ladevorgang, egal wieviele kW du ladest. Ich hab es in der Praxis noch nicht gebraucht, aber wenn du öffentlich lädst und zu Hause keine Möglichkeit hast, wäre das mal einen Versuch wert. Ich gebe aber zu bedenken, dass es sich eher für Autos rechnet, die einen großen Akku haben (ab 60 kW aufwärts), gilt für die ÖBB Infra-Karte genauso.

Und zum allgemeinen Tenor: wieso kommen alle mit Maingau? In Österreich zahlen wir einen scheinbaren "Ösi"-Aufschlag von 10 Cent. Damit ist die Karte automatisch uninteressant. Und heuer wurde Maingau um statte 10 Cent teurer. So eine Gehaltserhöhung möchte ich mal erleben.

Und ja, das Lade-Verrechnungs-System ist absolut intransparent. Smatrics - beispielsweise - schickt mir einmal im Monat eine Rechnung wo meine Gesamtladungen drauf sind. Ich hab keine Ahnung, wann ich wo wieviel geladen habe (den klassischen Einzelgesprächsnachweis). Die Linz AG macht das. Eigentlich ein Skandal und irgendwann werde ich das Smatrics auch mitteilen.

Ansonsten geht es weiter, dass nach Zeit und nicht auch nach kW bzw. Ladeleistung verrechnet wird. Ich zahle wenn ich an 11 kW lade das gleich, wie zB du, obwohl ich nur ein Drittel der Leistung ziehen kann. Fair? Nö, aber ist so.

Man muss dem ganzen System auch zugute halten, dass wir alle immer noch early adopter sind. Das Elektroauto ist bei Weitem nicht am Massenmarkt angekommen. Ich schätze, dass in Österreich 5 Promille aller Autos reine Elektroautos sind. Das ist jedes 200. Auto. Die Anbieter der Ladesäulen sind bei weitem noch nicht soweit, dass sie kostendeckend arbeiten würden. Nichtsdestotrotz, Transparenz in jeglicher Hinsicht sollte auf jeden Fall Standard sein.

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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folder Do 24. Okt 2019, 07:20
roberto hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 23:49
Köln Bonner hat geschrieben:
Mi 23. Okt 2019, 08:37
War gerade in Österreich und habe einmal öffentlich geladen (AC in Hallstatt P1). Unter €0,60 pro kWh (Maingau) habe ich nichts besseres gefunden mit meinem Arsenal an Karten und Apps sowie Ad-hoc-laden. Das finde ich schon recht viel für AC.
ganz schlechtes Beispiel! Egal wie viel Du dort mit Maingau lädst, Du zahlst kaum mehr als das Parken kostet und hast den Strom gratis dazu...
Und mit direct payment ist es noch günstiger, außer man fährt einen Schnarchlader.
Dass man als Schnarchlader (mit einphasigem AC- Lader) oft mit hohen Preisen bei Zeittarifen rechnen muß, sollte mittlerweile bereits bekannt sein.
Wenn man sich trotzdem so ein Auto kauft und dann auch nicht imstande ist einen passenden Tarif bzw. Anbieter zu wählen, dann sollte man nicht herumjammern.
Das ist nun mal das Auto, welches ich habe. Es kann ja immerhin mit 7 kW laden. Und ich habe ja deswegen keinen Zeittarif genutzt. In Deutschland hätte ich vermutlich 29 Cent pro kWh mit Get Charge oder 35 Cent pro kWh mit Maingau gezahlt. Hätte es denn eine günstigere Möglichkeit gegeben für mich als die 60 Cent pro kWh mit Maingau?

Ich finde den Preis ja auch prinzipiell kein Problem - gerade weil man sich hier das Parken spart, und ich persönlich eben auch nur einmal öffentlich laden musste in Österreich.

Trotzdem ist es so, dass der Preis auf einmal doppelt so hoch ist wie aus Deutschland gewohnt. Das kann doch kein Dauerzustand sein?
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Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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folder Do 24. Okt 2019, 07:28
Und ich bin der Meinung, dass alles über 35 Cent / kWh Wucher ist. Warum soll ich einen 100%igen Aufschlag zu meinen Haushaltstarif zahlen? Mich interessieren ehrlich gesagt die Herstellungskosten herzlich wenig, schließlich macht die Frequenz den Umsatz aus. Außerdem ist der Strom für die Ladesäulenbetreiber ohnehin günstiger als für einen Privatanwender. Und bitte keine Belehrung, dass jemand der sich ein EV leisten kann auch das Geld für den Tarif haben muss. Es geht hier nicht um müssen, sondern um wollen. Ich bin nicht bereit soviel zu zahlen.

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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Helfried
folder Do 24. Okt 2019, 07:29

Whitesnake hat geschrieben:Smatrics - beispielsweise - schickt mir einmal im Monat eine Rechnung wo meine Gesamtladungen drauf sind.
Ich hab keine Ahnung,
wann ich wo wieviel geladen habe.
...
Eigentlich ein Skandal
Du siehst doch in der App, wann und wo genau du gelegen hast!

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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folder Do 24. Okt 2019, 07:35
Bislang noch nicht. Es gibt im Fall von der ÖBB Infra Karte (die über Smatrics abgerechnet wird) die Möglichkeit via Karte zu laden oder mit einem Online-Account (vulgo App). Ich hab beides, lade aber mit der Karte, weil es schneller geht. Und somit fehlt mir die Möglichkeit mich mit der Karte nachträglich online zu registrieren (damit ich sozusagen nur einen Account habe).

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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folder Do 24. Okt 2019, 07:36

Whitesnake hat geschrieben:Und ich bin der Meinung, dass alles über 35 Cent / kWh Wucher ist. Warum soll ich einen 100%igen Aufschlag zu meinen Haushaltstarif zahlen?
Du zahlst 17,5ct/kWh im Haushaltstarif?
Wo? Den möchte ich auch! Bitte genaue Angaben zum Anbieter und Konditionen! Danke!
Mich interessieren ehrlich gesagt die Herstellungskosten herzlich wenig, schließlich macht die Frequenz den Umsatz aus. Außerdem ist der Strom für die Ladesäulenbetreiber ohnehin günstiger als für einen Privatanwender.
Wieso haben Ladesäulen Betreiber günstigere Einkaufskonditionen? Kannst Du das belegen?
Hint: Ladesäulen sind Endabnehmer und kommen aufgrund der geringen Abnahmemengen noch lange nicht in die Staffelpreise der Großabnehmer beim Netzbetreiber.
Und bitte keine Belehrung, dass jemand der sich ein EV leisten kann auch das Geld für den Tarif haben muss. Es geht hier nicht um müssen, sondern um wollen. Ich bin nicht bereit soviel zu zahlen.
Mag sein. Nur dann wirst Du eben an nur Recht wenigen Ladesäulen laden können - oder einen Kartenausgeber haben, der das Geschäftsmodell noch aus einem anderen Geschäftsfeld quersubventioniert.

Im Allgemeinen wird sich die Ladeinfrastruktur aber nur dann langfristig verbessern, wenn die CPO auch damit Geld verdienen können. Und das geht halt nur, wenn eine gewisse Marge hängen bleibt. Und das kann nicht funktionieren, wenn man im Bereich des Endabnahmepreises für Haushaltsstrom liegt.

SüdSchwabe.
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Kona 64kWh Premium Facelift - bestellt am 09.September 2019

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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Whitesnake
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folder Do 24. Okt 2019, 08:01
Ich habe easygreenenergy mit einem alten Tarif bin ich sogar noch darunter, ansonsten empfehle ich den Maingau StromClever Tarif. Ich spreche nur von Österreich. In diesem kWh-Betrag sind schon alle Nebenkosten inkludiert, also die Netzkosten und MwSt. Diese Tarife sind alle Aktionstarife, das heißt man muss von Jahr zu Jahr denken und immer vergleichen.

Ich hoffe doch sehr, dass Ladesäulen-Betreiber den Strom günstiger beziehen als ich. Sonst würden sie etwas falsch machen und ich bin kein Insider, der irgendwo bessere Konditionen bekommt.

In der Praxis lade ich an bis zu fünf Ladesäulen (außer ich fahre eine längere Strecke).

Und ich widerspreche dir: die Tarife werden nicht runtergehen wenn viele Elektroautos unterwegs sind. Ich glaube sie werden noch weiter raufgehen. Wenn irgendwann die Tankstellen-Betreiber/Firmen auch überrissen haben, dass das Geschäft mit Diesel/Benzin nicht mehr so lukrativ ist (in Norwegen geht es schon los, da werden Tankstellen auf Lade-Orte umgebaut), werden die Preise nach oben schnalzen. Aber: ich hoffe ich irre mich :)

Re: 1 Jahr E-Auto - ein "Graus" mit den öffentlichen Ladesäulen.

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Helfried
folder Do 24. Okt 2019, 08:02

Whitesnake hat geschrieben:Bislang noch nicht. Es gibt im Fall von der ÖBB Infra Karte (die über Smatrics abgerechnet wird)
Also bei der ÖBB Infra sehe ich die Abrechnungen in deren Web App. Das hat mit Smatrics bei mir wenig zu tun.

Ich kann dort auch mit dem Smatrics Account laden, aber das sollte man finanziell tunlichst vermeiden.
Zuletzt geändert von Helfried am Do 24. Okt 2019, 08:02, insgesamt 1-mal geändert.
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