Langstrecke mit dem E-Niro

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ComputerEgo
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Ich habe meinen E-Niro nun 6 Wochen und nun stand dann die erste Langstrecke an. Bisher bin ich nur zur Arbeit gependelt und die heimischen Säulen waren immer erreichbar. Also alles Komfortzone für jemanden der sein erstes E-Auto fährt. Natürlich hatte ich meine Fahrt geplant unter anderem mit ABRP und alle in Frage kommenden Säulen gecheckt, um keine unangenehme Überraschung zu erleben.
Es galt ca 680 km abzuspulen und natürlich habe ich die Strecke sehr konservativ geplant. Alle ca. 170 km sollte der E-Niro wieder Saft bekommen.
Am letzten Freitag morgens ging es los. Zuerst fuhr meine Tochter (18), die ein sehr vorsichtiger Fahrer ist und auch nicht hyper schnell (mit maximal 110 km/h). War ok, soviel Fahrpraxis hat sie noch nicht und schon gar nicht mit dem E-Niro, da standen 12 km praktische Erfahrung auf der Uhr ;). Los ging es mit 89% SoC, bei 14 °C leichter Nieselregen, der dann aufhörte und Rückenwind aus Richtung Westen. Erster Stop geplant war Münsterland Ost (ca. 175 km vom Startpunkt), aber schon mit dem Wissen, das das Ding schon 1,5 Wochen nicht funktioniert. Kurz vor Münster hab ich den kurz den Batteriewert geprüft .. 57%... machte kein Sinn da anzuhalten, also überspringen und Plan B Tecklenburger Land Ost (207 km vom Startpunkt). War ja kein Problem. Auf der Raststätte den Triple entdeckt .. und .. Sch.., da steht ein Audi E-tron. Naja, daneben gestellt und den Fahrer gefragt, wie lange er den noch brauch. Erste Antwort eine 3/4 Stunde, puhhh. Gut noch ein wenig erzählt und er seine App gecheckt, die sagte 15 Minuten, schon besser. Es stellte sich raus, er hatte seinen E-Tron den Tag davor bekommen (ersatz für Leasingwagen (Verbrenner)), der die Grätsche gemacht hat. Eigentlich sollte der Ersatz in einem halben Jahr ein Hybrid werden, aber die hatten nur den E-Tron da. Entsprechend hatte es sich gar nicht mit der Materie beschäftigt. Er erzählte, dass er nicht schlafen konnte, weil er sein Auto nicht vollbekommen hat. Er hätte beim Abholen 410km Reichweite gehabt. Danach ist er bisschen rumgefahren und hat den Abend vorher wieder aufgeladen, aber da wären jetzt nur noch 344km reingegangen. Er zweifelte an seiner Ladeinfrastruktur ... Ich sagte ihm, dann das sein Auto anhand seines Fahrstils die Reichweite berechnet und wenn die Batterie voll ist, ist sie voll. Das hat er dann verstanden und war erleichtert. Zusätzlich gab ich ihm den Tipp, dass ein E-Kennzeichen besser gewesen wäre. Aber das hatte wohl der Händler versaut. Er wollte dann Ummelden. Aber das nur am Rande :)
Angekommen sind wir mit 46% SoC, sind 207km gefahren bei einem Verbrauch von 14,4 kwh pro 100km. Super Verbrauch. Geladen wurde bis 78% SoC, aber Zeit verloren wegen dem Warten. Zeitdruck hatte wir ja nicht.
Dann war Fahrerwechsel und ich bin bis Bremen gefahren ACC eingestellt auf 120/130 wo es ging ansonsten situationsabhängig weniger. Temperatur hatte sich nicht geändert, es war aber trocken und weiter Rückenwind. Distanz zu bewältigen 126 km. Ankunft in Bremen am Triple mit SoC 49%. DIe gefahrene Gesamtdistanz bis Bremen 334 km mit einem Durchschnittsverbrauch von 15,2 kwh pro 100 km. Geladen wurde auf 77%, ich wurde sicherer und befand, das reicht locker für die nächsten geplanten 176 km nach Lübeck. Also wieder rauf auf die A1 und mit dem gleichen Programm (ACC 130 sofern es ging) losgedüst.
Lübeck wurde dann mit einem SoC von 36% erreicht. Der durchschnittliche Verbrauch auf den 509 km erhöhte sich auf 15,8 kwh pro 100km. Immer noch eine super Wert wie ich finde. Hier haben wir auf 80% geladen, war ja wie in Bremen kostenlos.
Meine Tochter zeigte wieder reges Interesse fahren zu wollen, also durfte sie auch ran. Das eigentliche Ziel ist 170 km von Lübeck entfernt, Strom hätte locker gereicht, aber ich hatte den nächsten Tag noch einen Termin im Ladewüsten-Bermuda-Dreieck von Mecklenburg-Vorpommern (Teterow-Demmin-Waren). Da gibt es ausser 2-3 AC-Säulen und Schoko-Steckdosen nichts, gar nichts. Und auf Schuko-Steckdose hatte ich wenig Lust. Also nach Rostock zu ATU, den letzten Triple vor dem weissen Fleck auf der Ladestellenkarte zu nutzen. Distanz 120 km, wieder deutlich langsamer als ich gefahren bin.
Ankunft bei ATU mit SoC 53% und der Durchschnittsverbrauch ist auf 15,6 kwh pro 100 km ein klein wenig gesunken. Laden ging wieder problemlos auf 80%.
Am Ende kamen wir am Ziel nach 679 km mit einem SoC von 70% an (der Rest war Landstraße mit vielen 70 km/h Begrenzungen). Der durchschnittliche Verbrauch war am Ende 15,5 kwh pro 100km. Die Gesamtfahrzeit betrug 10 Stunden 30 Minuten inklusive Ladepausen. Meine ursprüngliche Schätzung lag bei 10 Stunden, passte also recht gut. Reine Fahrzeit ohne Ladepausen laut Bordcomputer 7 Stunden 51 Minuten.

Heute ging es wieder zurück bei Temperaturen von 14-19°C überwiegend trocken und leichten Gegenwind. Da ich allein unterwegs war, bin ich die gesamte Strecke mit ACC gefahen und hatte den wenn möglich immer bei 120-130 km/h eingestellt. Klar sind da ein paar Baustellen auf der A1 und in Hamburg hatte ich auch noch einen Stau erwischt. Fahrzeit inklusive Laden 9 Stunden 45 Minuten (1 Ladestop weniger). Durchschnittsverbrauch 17,3 kwh pro 100 km. Immer noch ein sehr guter Wert wie ich finde. Reine Fahrzeit 7 Stunden 12 Minuten. Insgesamt hatte ich bei der Rückfahrt schon ein deutlich besseres Gefühl, wieviel SoC ich brauche, um den nächsten Lader zu erreichen (plus Reserve für Plan B).

Als Fazit muß ich sagen, das bei den von mir erreichten Verbräuchen eine Distanz von 200 km zwischen den Ladestationen locker machbar sind, wenn man mit 77-80% SoC startet. Ich hatte immer mehr als 100 km Restreichweite bei den Ladern, hätte also noch Plan B oder C drin gehabt. Heute war die längste Distanz zwischen 2 Ladern 205 km (Plan B, da Münsterland West auch nicht funktioniert hat). Gestartet war ich mit SoC 78% und bin mit 26% am Lader angekommen. Also save mit noch ziemlich genau 100 km Restreichweite.
Vielleicht noch interessant, mein Durchschnittsverbrauch auf 4200 km ist 15,3 kwh pro 100 km.
Zuletzt geändert von ComputerEgo am Di 22. Okt 2019, 08:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Niro4U
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Danke, schöner Bericht. Bestätigt nahezu meine Erwartungen und beabsichtigte Ladestrategie auf Langstrecke.

Ziel ist ankommen zwischen 10 bis 20 Prozent und Stecker raus bei knapp über 70 Prozent. Mit dem Hub sind 200 bis 250 km je nach Saison locker machbar.

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Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Ceelight
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Deckt sich mit meinen Erfahrungen auf Langstrecke. Ich schaue übrigens immer, ob ich irgendwie an die Ionity-Lader komme. Zusammen mit NewMotion ist das eine Super-Kombi. Schnell und günstig laden...

Re: Langstrecke mit dem E-Niro

ComputerEgo
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Ceelight hat geschrieben: Ich schaue übrigens immer, ob ich irgendwie an die Ionity-Lader komme. Zusammen mit NewMotion ist das eine Super-Kombi. Schnell und günstig laden...
Auf der A1 in nördliche Richtung (ab Münster) ist erst ein Ionity-Lader in Betrieb (Buddikate). Ostetal ist noch nicht fertig. Aber bei beiden hätte ich die Wahl Bremen (50kw) oder Lübeck (60kw) kostenlos zu laden, und da würde im Moment die Wahl auf kostenlos fallen ;)
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Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Niro4U
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Ich fahre praktisch jeden Tag zwei mal an Ionity vorbei von und zur Arbeit.

Aber da werde ich das nicht nutzen um den Akku zu schonen.

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Re: Langstrecke mit dem E-Niro

SWERNER
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Danke,

für den ausführlichen Bericht.

Meine Strategie ist, möglichst spät zu laden und möglichst voll zu starten. Also z.B. Köln --> München nach 325 Km laden und dann am Ziel für die Rückfahrt.

Das passt auf langen Strecken gut für die Biopausen und sorgt für ausreichend Erholung damit man aufmerksam fahren kann (Diesel Profis mit 800Km am Stück kann ich nicht verstehen).
ZOE Zen seit 02.2013 / i3 94Ah bis 04.2019 / Kia e-Niro seit 01.2019
Hauskraftwerk E3DC S10 / Batteriespeicher 9,2 KWh / PV Anlage 8,67 KW

Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Ceelight
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SWERNER hat geschrieben: Danke,

für den ausführlichen Bericht.

Meine Strategie ist, möglichst spät zu laden und möglichst voll zu starten. Also z.B. Köln --> München nach 325 Km laden und dann am Ziel für die Rückfahrt.

Das passt auf langen Strecken gut für die Biopausen und sorgt für ausreichend Erholung damit man aufmerksam fahren kann (Diesel Profis mit 800Km am Stück kann ich nicht verstehen).
Das hat nämlich den Vorteil, dass mit möglichst hoher KW-Leistung geladen wird und demnach die Ladezeit geringer ist. So machen das die Profis. ;-) Man muss aber zum einen der Reichweitenanzeige vertrauen (das kann man beim Niro) und zum anderen die Ladeorte gut planen. Falls man mit 5% SoC ankommt und die Säule will nicht... Ist ein bisschen Risiko dabei, aber man gewöhnt sich dran. Bei mir ging bisher immer gut.

Re: Langstrecke mit dem E-Niro

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Irgendwo hier im Forum lungern die Ladekurven des Niro rum. Dunkle Erinnerung: Zwischen 15% und 75% sollte man pendeln, wenns schnell gehen soll. Aber das sieht man ja live am Auto auch selber 👍😎

Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Ceelight
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Genau so ist es. Wenn man das als Strategie einrichten kann, kommt man am schnellsten voran.

Re: Langstrecke mit dem E-Niro

Niroianer
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daabm hat geschrieben: Irgendwo hier im Forum lungern die Ladekurven des Niro rum. Dunkle Erinnerung: Zwischen 15% und 75% sollte man pendeln, wenns schnell gehen soll. Aber das sieht man ja live am Auto auch selber 👍😎
z.B. hier viewtopic.php?f=141&t=50463&p=1061892&h ... e#p1061892
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