Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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folder Mi 27. Feb 2019, 10:10
Blue shadow hat geschrieben:
Di 26. Feb 2019, 12:00
Mobil ohne Auto...es lebe das Rad
http://www.manager-magazin.de/lifestyle ... 54305.html
Hermann Knoflacher (78) ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als Virus, dessen Geschwindigkeit dem Menschen keinerlei Nutzen bringt.

Daraus zum Thema Pedelcs:

Geben Pedelecs dem Radverkehr nicht zusätzlichen Aufwind?

Das sind im Wesentlichen individuell motorisierte Verkehrsteilnehmer. Sie sind okay, wenn man das Auto ersetzen will, und auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen. Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen. Ich weiß, das wird die Pedelec- und E-Bike-Freunde nicht gerade begeistern.


Geht m.E. trotz der Differenzierung am Anfang des Statements zu weit. I.d.R. ist der Energieverbrauch der Pedelecs niedriger als der zusätzliche Kalorienbedarf eines Menschen beim 100% (konventionell) statt 50% (Pedelc) Kraftanstrengung beim Radeln. Jedoch, überwiegend für schnelle E-Bikes gebauten Schnellradwage können weitere Entfernungen akzeptabel machen und damit erstmal unnötigen Verkehr produzieren.
Seit 27 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3).
Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.
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Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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    AbRiNgOi
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folder Mi 27. Feb 2019, 11:09
Mein alter Spruch: "das Pedelec ist die einzige Hybridisierung die mehr CO2 als ohne Hybridisierung verbraucht, stimmt natürlich nur insofern, wenn man die Energiequellen Nachhaltig betrachtet. Natürlich, wenn ich dem Menschen die Energie durch Steaks aus Amerika erzeuge und den Strom aus Erneuerbaren Quelllen geht der Vergleich zu gunsten des Pedelec aus, wobei sich auch hier die höheren Energieaufwände der Produktion zuerst einmal rechnen müssen. Wenn ich aber die Energie für den Menschen aus Inländischen Pflanzen (also nicht Banane) erzeuge und den Strom für das Pedelec mit Kohlestrom ansetze ist die Sache genau umgekehrt und mein Satz stimmt wider.
Die Diskussion ist genauso müßig, wie EV gegen Verbrenner. Es kommt auf die persönlichen Randbedingungen an.
Generell denke ich, das ein Pedelec immer dann einen Vorteil hat, wenn dadurch Fahrten mit einem PKW ersetzt werden können oder diese im Alter länger hinausgezögert werden kann. Also ganu wie oben beschrieben. Ob sich der Ersatz des Fahrrades durch ein Pedelec rechnet, also nur normale Radlkilometer ersetzt werden, sehe ich genauso kritisch. Hier geht es nur um den Komfort schneller zu sein (=Gefährlich...) und nicht so stark zu schwitzen. Das geht dann eher in das Thema Große Batterie beim EV gegen kleine Batterie, ist es wirklich notwendig oder einfach nur mehr Luxus.
Ich hab meinen Leuten gesagt, zum 60er dürfen mir die ein Pedelec schenken, vorher will noch richtig Sport machen :)
ZOE Live Q210 6/2013 * Ladegerät @60.500km * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * neuer Motor @71.250km
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Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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Michael_Ohl
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folder Mi 27. Feb 2019, 11:48
Wenn mir jemand erzählt ein Autofahrer sei per se asozial, würde ich mit so einem Vollpfosten nicht diskutieren. Und wenn jemand mit 78 Lebensjahren noch nicht verstanden hat was die Geschwindigkeit eines Autos für Vorteile bringt, dann hat der Mann nicht alle Latten am Zaun. Vielleicht sollte man auch mal ein gut dotierter Professor, über seinen Tellerrand blicken können um die Realität außerhalb seine Blase zu erkennen.
Dann würde er Feststellen das es recht viele Menschen gibt, die für ihren Lebensunterhalt so oder so auf ein Fahrzeug angewiesen sind.
Dem Mann bleibt zu wünschen das bei seinem nächsten Herzinfarkt der Notarzt auf dem Fahrrad kommt dann hat das dummschwätzen bald ein Ende.

mfG
Michael

Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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Helfried
folder Mi 27. Feb 2019, 12:23

Michael_Ohl hat geschrieben: Dem Mann bleibt zu wünschen das bei seinem nächsten Herzinfarkt der Notarzt auf dem Fahrrad kommt dann hat das dummschwätzen bald ein Ende.

mfG
Michael
Naja, in Wien fahren die meisten Leute aber schon zum Spaß mit dem eigenen Fahrzeug herum (=Vermeidung der kulturell fremden U-Bahn). Da könnte man schon noch viel beruhigen im Autoverkehr.

Re: Zur Diskussion:

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Pelec
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    Registriert: Mi 27. Mär 2019, 09:58
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folder Mi 27. Mär 2019, 10:09
Helfried hat geschrieben:
Mi 27. Feb 2019, 12:23
Naja, in Wien fahren die meisten Leute aber schon zum Spaß mit dem eigenen Fahrzeug herum (=Vermeidung der kulturell fremden U-Bahn). Da könnte man schon noch viel beruhigen im Autoverkehr.
Also zum Spaß würde ich es nicht nennen, dafür macht es auch bestimmt keinen Spaß wenn man an jeder zweiten Ampel stehen bleiben muss weil diese nicht aufeinander angestimmt werden, absichtlich natürlich.
Und wenn man dann mal mit dem herumfahren aufhört dann braucht man auch einen Parkplatz, man zahlt ja schließlich auch dafür und daher sollte man annehmen, es gibt einen. Ist aber nicht so. Wenn man da nach 18:00 nach Hause kommt, kann man es vergessen, mit oder ohne Parkpickerl.
Und was macht man dagegen - richtig nichts.
Es gibt Verkehr den wird man nicht wegbekommen, es gibt aber auch einen kleinen Teil den man vermeiden könnte. Man sollte aber differenzieren zwischen dem vermeidbaren und dem alternativlosen Verkehr.

Re: Zur Diskussion:

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folder Mi 27. Mär 2019, 14:03
Pelec hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 10:09
Man sollte aber differenzieren zwischen dem vermeidbaren und dem alternativlosen Verkehr.
Nein, das geht nicht. Sich für hochwichtig haltende Arschlöcher dürfen dann mit der Karre in die Stadt fahren, aber andere nicht? Nö. Entweder gar kein Autoverkehr in der Stadt oder es bleibt halt wie bisher, aber mit elektromobiler Linderung (Lärm, Abgase).
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Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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geka
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folder Mo 22. Apr 2019, 20:56
Ich bin der Meinung, dass der Herr Professor absichtlich provokant redet, damit man sich selber hinterfragt.
Wie man sieht löst es eher den typischen Beißreflex aus.
Zum Thema Autofahrer würde ich statt asozial eher den Begriff Empathielosigkeit/Gedankenlosigkeit verwenden, was ja auch nicht wirklich positiver ist.
Ein paar Beispiele.
- wieviele Autofahrer interessiert es, dass Lärm und Dreck, den sie produzieren,auf Kosten der Gesundheit Unbeteiligter geht?
- wieviele Autofahrer akzeptieren ein Tempolimit, das Lärm und Dreck reduziert?
- wieviele Autofahrer verzichten auf Bequemlichkeit, und treten in die Pedale oder nutzen Öffis zu gunsten der Gesundheit anderer?

Das mit dem "aufs Auto angewiesen sein" ist oft aus Faulheit/Bequemlichkeit gewachsen.
Nehmen wir unsere Wohnanlage her. Jeder hat einen Job im Umkreis von ca.10km, keiner hat körperliche Gebrechen, alle fahren mit dem Karren zur Arbeit, wenn dieser außerhalb der Gemeinde liegt. Der Sportplatz ist gut 1km weg, die Kinder können sich natürlich nicht per Körperkraft dorthin bewegen, um sich dort sportlich zu Ertüchtigen (ist das nicht eine kranke Entwicklung?). Darum braucht es einen Zweitwagen. Das ließe sich endlos fortsetzen.

Ich mach mir immer wieder Gedanken über meine eigene Faulheit auf das Auto zu verzichten. Ist halt so furchtbar bequem einzusteigen und loszufahren.
Um diverse Wege öfters (nicht immer) ohne Karren zurückzulegen, habe ich beschlossen, ein Rad mit Elektrounterstützung zu kaufen, die Frage war E Bike oder Pedelec. Ich entschied mich für das E Bike, da weiterhin Radwege benutzt werden dürfen, und ich keine Lust auf die höchste Dosis Abgase hatte. Beispiele: die 51km hin und retour zum wöchentlichen Sportschwimmen, E Bikeverbrauch 0,2kWh & ein paar 100Wh meinerseits & abgasfrei, statt 20kWh plus Lärm und Abgase. Oder letzten Freitag gut 40km einfach in die Hauptstadt, ein kleines Ostergeschenk für Mutti zu kaufen. Arbeit ist knapp 1km weg, das geht sowieso ganzjährig zu Fuß oder Rad (ich kenne ein paar Helden, die diese Distanz mit dem Karren fahren)

Und ja, es ist ein gutes Gefühl, mit jedem nicht Autokilometer einen kleinen Beitrag für die Gesundheit* von mir und anderen beizutragen.

* wir schützen nicht die Umwelt, sondern unsere Lebensgrundlage/Gesundheit. Der Umwelt/Erde ist es kpl egal, wie stark wir sie verseuchen.

Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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folder Do 16. Mai 2019, 08:57
Sehr gut: https://www.sueddeutsche.de/auto/andrea ... -1.4444743

Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU): Autofahrer müssen sich in Deutschland auf deutlich höhere Bußgelder einstellen, wenn sie auf Radwegen oder in zweiter Reihe parken und so Radfahrer behindern oder sogar gefährden. Die bisherigen Bußgeldhöhen von 15 bis 25 Euro reichen nicht aus und entfalten keine abschreckende Wirkung

Verkehrssicherheitsrat DVR fordert seit Kurzem explizit eine "fahrradfreundliche StVO"
"In Dänemark oder Holland planen die Kommunen die Straßen von außen nach innen. Zunächst wird den schwächsten Verkehrsteilnehmern genügend Platz eingeräumt, damit diese sicher unterwegs sein können, also den Fußgängern und Radfahrern. Und erst dann wird geschaut, welchen Rest des Platzes man dem Autoverkehr einräumt."
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Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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Jack-Lee
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    Registriert: Di 26. Mär 2019, 22:14
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folder Fr 12. Jul 2019, 13:14
Einfacher Test:
Man frage einen Autofanatiker ob man seinen Auspuff nicht einfach in den Innenraum legen darf.
Dieser wird dann im Regelfall stinksauer und komplett irritiert reagieren. Ist ja Wahnsinn, giftig, man erstickt usw.
Die gleichen Personen haben aber überhaupt garkein Problem wenn der Auspuff nach hinten raus geht und ich als Radler dahinter stehe und seinen Dunst abbekomme.
Allein daran sieht man, wie mit zweierlei komplett unterschiedlichen Maßen gemessen wird.

Aber auch ich verschlechtere mich... Bin vor wenigen Jahren noch 10-15000km im Jahr mit dem Rad gefahren, mit dem Auto keine 3000 (und dann nur wenn nicht anders möglich). Akutell fahre ich 20000km Bahn, ca. 3-4000km Rad und 5000km Auto und bald fällt Bahn weg und wird durchs KFZ ersetzt (7-8kWh/100km für zwei Personen auf 2x43km täglicher Pendelstrecke ist besser als die hiesige Bahn mit 350000kg schwerer Diesellok+ zwei Straba-Fahrten pro Weg).
Aber wenn ich sehe das die meisten Mitbürger keine 1000m ohne Auto kommen, vermute ich stark das die durchschnittliche Lebensdauer und Qualität in den nächsten Jahrzehnten rapide abnehmen wird. Der menschliche Körper ist für so wenig Belastung einfach nicht gebaut.

Re: Zur Diskussion: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

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folder Sa 7. Sep 2019, 18:41
Aus dem Tempolimit-Thread
Klar ist: auch Nicht-Autofahrer haben Vorteile durch ein Tempolimit, zum einen die Reduktion der CO2-Emission und sowie in autobahnnähe der Lärm, zum anderen wird es sich - perspektivisch - nicht mehr lohnen, auf 300 km/h hochgerüstete Dreck-SUV-Panzer herzustellen, deren übergroße Motoren, Chassis und Bremsanlagen in keine Stadt mehr passen.
https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... 85743.html

Im Fall des tödlichen Verkehrsunfalls mit einem Sportgeländewagen (sic!) vom Typ Porsche Macan in Berlin hat sich der zuständige Bezirksbürgermeister zu Wort gemeldet: "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt", sagte Stephan von Dassel (Grüne). "Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige."
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