I3 laden; aber richtig

Re: I3 laden; aber richtig

Macman1010
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Die Frage ist bloß, ob es denn erforderlich ist. Bei einem Verbrenner kann man auch viel machen...und für die meisten ist es schlicht nicht sinnvoll es zu machen.

Es bestreitet ja auch keiner, dass es grundsätzlich dem Akku eher gut tut (= ihm definitiv nicht schadet). Aber ich finde es immer schwierig, wenn es dem interessierten Einsteiger empfohlen oder nahe gelegt wird. Es handelt sich schließlich um einen Gebrauchsgegenstand, nicht um ein Haustier, das man betüddeln will.
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Re: I3 laden; aber richtig

umali
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Macman1010 hat geschrieben:Die Frage ist bloß, ob es denn erforderlich ist. Bei einem Verbrenner kann man auch viel machen...und für die meisten ist es schlicht nicht sinnvoll es zu machen.

Es bestreitet ja auch keiner, dass es grundsätzlich dem Akku eher gut tut (= ihm definitiv nicht schadet). Aber ich finde es immer schwierig, wenn es dem interessierten Einsteiger empfohlen oder nahe gelegt wird. Es handelt sich schließlich um einen Gebrauchsgegenstand, nicht um ein Haustier, das man betüddeln will.
Keine Frage - das Auto funktioniert ja und ich kenne auch Leute, die nur CCS laden, weil es Ihre Nutzung einfach erfordert. Aber wie beim Verbrenner, verschleißt eben auch ein Akku (nur anders).
Die Frage müsste eher lauten "Wie lade ich akkuschonend?". Zumindest habe ich das "richtig Laden" so interpretiert.

Hier meine Hauptfaktoren für LiIon-Akkuverschleiß nach Priorität (gilt immer nur, wenn möglich):
* hohe Temp. + hoher Soc bei längerem Stillstand vermeiden
* hohe Ladeströme vermeiden (besonders bei Kälte)
* allg. hohen SoC vermeiden

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Re: I3 laden; aber richtig

BMWi
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Ich würde gerne mal einen Vergleich in den Raum werfen.
Ich kenne kein E-Auto resp. Hersteller, der den Akku so in Watte bettet es wie beim I3 der Fall ist. Warum wird sich denn ausgerechnet hier das Maul zerrissen, wie man am Besten mit dem Akku umgehen - soll sofern das überhaupt möglich ist?!
Ein schlechtes Beispiel wäre ein Lipo ohne Klimatisierung (da sind wir uns hoffentlich einig) und da gibt es genug Beispiele die genau das machen. Schlimmer noch, die kommen zum Grossteil aus Asien und die kennen unsere Temperaturen gar nicht.
Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass es schlecht ist nur sollte man eher mal über die Zeiträume reden.
Vielleicht ist es überhaupt nicht möglich den Akku kaputt zu kriegen über den allgemein angedachten Lebenszyklus des Autos.
Da mach ich mir beim I3 dann ausgerechnet auch keine Sorgen.

Re: I3 laden; aber richtig

umali
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BMWi hat geschrieben:...Warum wird sich denn ausgerechnet hier das Maul zerrissen, wie man am Besten mit dem Akku umgehen - soll sofern das überhaupt möglich ist?! ...
Hier wird sich überhaupt kein Maul zerissen, sondern hier werden Fakten wiedergegeben.
Quantitativ sind die Verschleißeffekte sowieso schwer messbar, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen, aber wenn die Faktoren qualitativ benannt werden, kann jeder selbst entscheiden, wie er damit umgeht.

Bsp. - Fahrer mit heimischer Ladeoption:
Muss er mit 11kW in kurzer Zeit Push-Laden oder geht es auch mit nur 2...3kW bis zum nächsten Morgen?
Muss ich meine WB 3-phasig nutzen oder reicht 1-phasig (weniger Ladeleistung)? 1-phasig macht z.B. bei PV-Nutzung Sinn.
Genau solche Infos interessieren Neueinsteiger.

Dass der i3 ein gutes Akkumanagment hat, kann ich bestätigen.
BMWi hat geschrieben: Vielleicht ist es überhaupt nicht möglich den Akku kaputt zu kriegen über den allgemein angedachten Lebenszyklus des Autos.
Da mach ich mir beim I3 dann ausgerechnet auch keine Sorgen.
Also "vielleicht" bedeutet, dass Du es nicht weißt. Wie Du dann auf "keine Sorgen machen" kommst, hängt ev. mit Deiner allgemeinen Einstellung zusammen. Ich bevorzuge jedenfalls die Kenntnis physikalischer Zusammenhänge.
Auch sehe ich in einem Kfz die Option auf einen längeren Nutzungszeitraum als vom Hersteller angedacht - nennt sich dann echte Nachhaltigkeit :mrgreen: .

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Re: I3 laden; aber richtig

BMWi
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Entschuldige bitte Umali aber Fakten gibt es kaum, sondern das sind Interpretationen von einzelnen Fahrern die u.u. zu falschen Schlüssen kommen. Meistens ist das ein Mischmasch aus Kausalität und Korrelation.
Jedenfalls kann ein I3 nicht rosten und bei manchen Ioniq ist das schon der Fall. Es bringt ja nichts wenn der Akku 20 Jahre hält weil du ihn gepflegt hast wo es nur geht und der Rest vom Auto ist schrott.
Den noch guten Akku wirst du sicherlich in 20 Jahren auch nicht mehr benutzen, weil du dann eine ganz andere Technik hast, die ein Bruchteil kostet (wenn das nicht schon viel früher kommt).
Dann komm ich nochmal zum Anfang zurück, ausgerechnet beim I3 würde ich mir darüber keine Sorgen machen.
Ich kann auch mal eine Schätzfrage stellen, um es auf die Spitze zu treiben.
Was denkst du denn, wenn du 3 identische I3 hast und alle Umwelteinflüsse und fahprofile sind absolut identisch. Der einzige Unterschied den du bei den 3en machst ist das Laden.
Einen nur mit dem Brick an der 230V Dose, den zweiten I3 nur an 11kW und den Dritten ausschliesslich an 50kW.
Was vermutest du, welcher wann am frühesten auf 70% ist?
Wenn ein I3-Fahrer konsequent an die Schonung des Akkus denkt, wie fährt man den I3 denn dann am Besten, mit Blick auf das Rekuperationsverhalten?

Re: I3 laden; aber richtig

umali
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BMWi hat geschrieben:.... Es bringt ja nichts wenn der Akku 20 Jahre hält weil du ihn gepflegt hast wo es nur geht und der Rest vom Auto ist schrott.
Den noch guten Akku wirst du sicherlich in 20 Jahren auch nicht mehr benutzen, weil du dann eine ganz andere Technik hast, die ein Bruchteil kostet (wenn das nicht schon viel früher kommt).
Da liegst Du leider falsch. Meinen i3-Kaufakku nutze ich später z.B. für den Hausspeicher und dort möchte ich auch gern viel Kapazität haben ;-).
BMWi hat geschrieben: Dann komm ich nochmal zum Anfang zurück, ausgerechnet beim I3 würde ich mir darüber keine Sorgen machen.
Ich kann auch mal eine Schätzfrage stellen, um es auf die Spitze zu treiben.
Was denkst du denn, wenn du 3 identische I3 hast und alle Umwelteinflüsse und fahprofile sind absolut identisch. Der einzige Unterschied den du bei den 3en machst ist das Laden.
Einen nur mit dem Brick an der 230V Dose, den zweiten I3 nur an 11kW und den Dritten ausschliesslich an 50kW.
Was vermutest du, welcher wann am frühesten auf 70% ist?
Letzterer
Aber Du vergisst, dass ein hoher SoC an sich auch verschleissfördernd ist. Der fehlt in Deiner Betrachtung.
BMWi hat geschrieben: Wenn ein I3-Fahrer konsequent an die Schonung des Akkus denkt, wie fährt man den I3 denn dann am Besten, mit Blick auf das Rekuperationsverhalten?
Die kurzzeitigen discharge- und charge-Leistungen während der Fahrt sind weniger ein Problem. Verglichen mit z.B. langer Stillstandszeit im hohen SoC sind das peanuts.
Auch eine vollständige CCS-Ladung ist nicht mit dem normalen Fahrmodus, der charge-/discharge-Intervalle beinhaltet, vergleichbar, da hier konstant mit hoher Ladeleistung geladen wird (=> schädlicher).

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Re: I3 laden; aber richtig

Elektronarr
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Hallo an alle,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten.
Um zurückzukommen zu "umali", ja besser wäre gewesen "I3 laden; akkuschonend aber wie".

An alle nochmals gerichtet, bitte nicht gegenseitig angreifen, es ist doch gut, dass es solche Foren gibt und man sich hierrüber austauschen kann, ich finde es echt klasse hier!!

Meine Eingangsfrage hatte einfach darauf gezielt, ob es evtl. (auf Dauer) schädlich wäre nur bzw. häufig mit CCS zu laden, was sollte ich dabei beachten, Durchmischung der Ladevariante Typ2/CCS oder normale Steckdose.

So wie ich jetzt mitbekommen habe, kann man (vor allem beim I3) nicht viel falsch machen und ich sollte mich nicht komplett verrückt machen!

Das nur mal zwischendurch!! :danke:
i3 120Ah/2019

Re: I3 laden; aber richtig

umali
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Elektronarr hat geschrieben:...
So wie ich jetzt mitbekommen habe, kann man (vor allem beim I3) nicht viel falsch machen und ich sollte mich nicht komplett verrückt machen!...
Yeap! und ein paar Hintergrundinfos hast Du nun auch.
Akkuschonendes Laden war übrigens auch in 2017 meine erste Frage :-).
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Re: I3 laden; aber richtig

BMWi
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Das ist genau die Antwort auf deine Frage Elektronarr. Ich lade meine beiden I3 fast ausschliesslich an 50kW CCS (vielleicht 95% CCS) und kann keinerlei Abweichungen erkennen zu den Erfahrungsberichten hier.
Das ist aber kein Fakt sondern mein Gefühl. Dass die Berichte von umali physikalisch der allgemeinen physikalischen Meinung entspricht, bestreite ich auch nicht.
Das was ich aber meine ist, dass das Batteriemanagementsystem bereits das Optimum in sachen haltbarkeit rausholt. Das mach ich zB. auch daran fest, dass BMW sich beim I3 nicht den Stress hätte machen müssen, den Akku so aufwendig zu Klimatisieren. Hyundai, VW, Nissan usw. machen das nicht. Die lassen ein laues Lüftchen um den Akku wehen. Die voll Kapazität wird ja beim I3 auch nicht abgerufen.
Auf deutsch, ich wüsste nicht wie falsch ich mich anstellen könnte, sodass es das BMS nicht verhindern würde.
Und was die Hausinstallation angeht umali, die Idee ist gut aber dazu schrieb ich ja bereits, dass du in 10 oder mehr Jahren diesen Akku bestimmt nicht ins Haus hängst, wenn es einen mit 3 oder 4 fachen Kapa für kleines Geld und kaum Platz gibt. Schau dir nur mal an was diese Akkugrösse vor 10 Jahren gekostet hat und da gab es noch keinen Hype, der jetzt langsam auf uns zu Rollt. Dh die Preise werden Purzeln, die Kapa wird grösser und die Lebensdauer wird auch höher sein.

"So wie ich jetzt mitbekommen habe, kann man (vor allem beim I3) nicht viel falsch machen und ich sollte mich nicht komplett verrückt machen!"

Exakt so ist es. Wenn du dich beim I3 theoretisch falsch verhalten könntest, dann wäre es bei anderen Herstellern noch viel flascher.

Re: I3 laden; aber richtig

umali
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BMWi hat geschrieben:...
Das was ich aber meine ist, dass das Batteriemanagementsystem bereits das Optimum in sachen haltbarkeit rausholt....
Das BMS ist kein Zauberkünstler. Es kann den Akku nur vor Unter-/Überspannung schützen und die gleichen Zellenspannungen bei den 8x12s=96s durch Balancing sicherstellen.

Akkuschonende SoC-Beschränkungen, die z.B. in einem Tesla per Menü im Auto einstellbar sind, hat BMW (leider) weggelassen. Also geht BMW dort einen Kompromiß ein, den wir z.B. mit der externen SoC-Vorgabe seitens openWB weiter Richtung Dauerhaftigkeit verbessern.

Gerade der neue 120Ah hat so viel Reichweite, dass es bei vielen usern nicht nötig wäre, diesen permanent auf 100% (real ~95%) zu laden. Eine App zu erweitern, die das erlaubt, hat BMW bis heute nicht hinbekommen.
Nun zu glauben, dass BMW das OPTIMUM herausholt, stimmt einfach nicht. Was stimmt ist, dass man den i3-Akku schwerlich schrotten kann, aber das sind Schutz- und keine Optimierungsmaßnahmen.

Ich kann nur wiederholt hierauf linken:
bmw-i3-laden/i3-laden-aber-richtig-t366 ... ml#p876733
Auszug (für die Faulen unter uns):
90% - 0% (90% genutzt): 1500 Zyklen
80% - 0% (80% genutzt): 3000 Zyklen

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