Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Der i3 ist KEIN compliance car. Er ist einer der wenigen BEVs, die man nahezu weltweit kaufen kann. Auch in vielen Ländern in denen es keinerlei compliance Anforderungen gibt. Zudem sind die Wartezeiten moderat und die Stückzahlen für die erste Generation EVs ordentlich.

Ich denke es wird hier "Compliance" mit "unwirtschaftlich" verwechselt. Er war definitiv ein Technologieträger, der seine Entwicklungskosten nicht einspielen musste. Demnach was seine Entwicklung aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu rechtfertigen. Allerdings aus technischer Sicht notwendig um Erfahrungen zu sammeln und "dabei" zu sein. Zudem ein wichtiger Werbeträger. Und das alles ohne das eigentliche Portfolio zu kanibalisieren. Das mann dann auch noch mit neuen Materialien spielt passt doch zum Technologieträger. Man hat zumindest viel daraus gelernt.

Die Aussage der "i3 bekommt keinen Nachfolger" ist meiner Meinung nach sowieso falsch. Anders als VW, der seinen MEB über verschiedene Konzernmarken und Fahrzeugarten hinweg in großen Stückzahlen parallel zu einer Verbrennerplattform entwickeln kann, ist das für BMW schwerlich möglich. Wenn man bedenkt, dass BMW selbst bei seinen Verbrennern im unteren Marktsegment Kooperationen gesucht hat um die Stückzahlen hochzuschrauben.

Es gibt halt keine neue Generation des i3. Es ist aber konsequent den i3 durch andere Fahrzeuge zu ersetzen/abzulösen bei denen mehr Synergien entstehen. Das dabei aus Kostengründen weniger CFK verbaut wird ist verständlich. Der Ersatz für den Lifestyle Stadtflitzer soll wohl der Mini antreten. Den part des Kompakt-Hatchback der Elektro-X1. Der wird - sofern er so bleibt wie der aktuelle - auch nicht höher sein als ein i3, versteckt sich aber hinter der Fassade eines Möchtegern-SUV und hat damit bessere Marktchancen.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Ich denke einige Leute hier überschätzen die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts (zumindest in Teilbereichen). Ein Auto mit einem Smartphone zu vergleichen ist ein gutes Beispiel. Ein Auto hat die primäre Aufgabe einem von A nach B zu bringen. Dies konträr zu den vielfältigen Aufgaben einen Smartphones (Konnektivität, Kommunikation, Games, Video usw...). Damit ein Smartphone diese vielfältigen und stetige wachsenden Aufgaben bewältigen kann ist die Software (mit der einhergehenden Prozessorleistung) die mit Abstand wichtigste Komponente. Das beutetet einen kurzen Lebenszyklus (natürlich gibt es noch viele Faktoren mehr). Ein Smartphone ist somit schneller "veraltet". Bei Android-Smartphones geht die Sache noch schneller (non Pixel und co.).

Die wichtigsten Komponenten eines E-Autos sind logischerweise Antrieb, Batterie, Karosserie, Fahrwerk, Ladetechnik, Sitze, Lenkrad, Bedienelemente und so weiter. Die "Software" hat nur eine unterstützende Rolle. Mit Software meine ich in diesem Fall das Infotainment und die Assistenzsysteme. Die Software auf den diversen Steuergeräten (z.B. Antriebssteuerung) gehören zu den primären Systemen.

Die wichtigsten Komponenten des Auto sind also schon ziemlich weit Fortgeschritten im Entwicklungsstand. Grosse Sprünge sind bei E-Antrieben, Fahrwerken, Karosserie (Carbon = vorerst Ende der Fahnenstange) wohl nicht zu erwarten. Der i3 hat von Beginn weg einen Hybrid Synchronmotor (mir Reluktanzanteil - ohne seltene Erden; nicht wie bei PMSM)! Bei der Akku-Technik wird vor allem an der chemischen Optimierung für mehr Energiedichte gearbeitet. Also an der Optimierung der bestehende Technik (Lithiumbatterie). Natürlich wird die höhere Energiedichte meistens mit einer instabileren und weniger haltbaren Batterie erkauft. https://pushevs.com/2019/07/16/svolt-an ... batteries/

NCM311 (90Ah) > NCM622 (120Ah) > NCM811 (bald - Lg, CATL) > NMC90? > NCMA89?
NCA (Panasonic)

Die nächste Grosse Innovation wie der Festkörperakkumulator (Solid State Batterien) sind wohl noch einige Jahre von der Serienreife entfernt (über 10 Jahre. - hab ich gelesen, Quelle nicht zur Hand).

Ein Auto nur auf das Infotainment und die Assistenzsysteme zu reduzieren halte ich für nicht richtig. Bei den Assistenzsysteme oder allgemein beim Autonomen fahren sind wir noch ganz am Anfang. Da wird die Entwicklung wohl schneller vorangehen. Da wird wohl die heutige Technik in 2 Jahren wie beim Smartphone veraltet sein (neue Software mit höherer Prozessorleistung nötig, mehr Sensoren, noch mehr Sensoren....). Bis zum vollständig Autonomen fahren sind für mich Infotainment und Assistenzsysteme aber nur unterstürzende bzw. sekundäre Systeme. Für mich zählen die primäreren Komponenten ob ein Auto auf dem Stand der Technik ist.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Der größte Focus, in Bezug auf Weiterentwicklung und Fortschritt bei Elektroautos, liegt auf dem Akku.
Und der Akku kann einfach gegen einen Neuen getauscht werden, auch in einen alten i3.

Carbonfertigung hat nicht nur den Vorteil, dass die Autos im Alter nicht rosten. Das Auto ist damit auch leichter als jede andere Bauweise. Und niedrigeres Gewicht hat schlicht Vorteile bei Effizienz und Leistung. Diese Vorteile scheint der i3 exclusiv zu haben und zu behalten, zumindest in der Preisregion des i3.

Zudem ist der i3 in Bezug auf Verarbeitung und Materialqualität besser als andere, oder welches Elektroauto ist diesbezüglich besser? Tesla ja wohl nicht, oder?
i3 (120 Ah), i8, V8-Touring

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

umali
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Norbert W hat geschrieben: Der größte Focus, in Bezug auf Weiterentwicklung und Fortschritt bei Elektroautos, liegt auf dem Akku.
Und der Akku kann einfach gegen einen Neuen getauscht werden, auch in einen alten i3.
Nur wenn die Gesamtspannung des alten Packs zum Neuen passt. Des Weiteren denke ich nicht, dass die OEM komplett neue Zellchemie in ihre Altfahrzeuge bringen wollen.

Bsp.:
Während des "Hochziehens" von 60,94 auf aktuell 120Ah liegt immer eine sehr ähnliche Zellchemie vor.
Eine komplett andere Zellenart geht zwar, bedingt allerdings ein komplett anderes BMS und Softwareanpassungen. Das geht, ist aber in den seltensten Fällen wirtschaftlich (und die OEM würden weniger Neuwagen verkaufen.)
https://ecomento.de/2018/09/10/lion-sma ... -batterie/

Norbert W hat geschrieben: Carbonfertigung hat nicht nur den Vorteil, dass die Autos im Alter nicht rosten. Das Auto ist damit auch leichter als jede andere Bauweise. Und niedrigeres Gewicht hat schlicht Vorteile bei Effizienz und Leistung. Diese Vorteile scheint der i3 exclusiv zu haben und zu behalten, zumindest in der Preisregion des i3.
Als hätte Carbon nur Vorteile :roll: .
Wie bereits weiter vorn erläutert, ist das in einem MCV ziemlich deplatziert bzw. übertrieben. In der F1 und im Space hat es dagegen eine echte Daseinsberechtigung. BMW weiß genau, weshalb die Kiste ausläuft.

Schon mal einen Werksbesuch in Leipzig durchgeführt? Während drüben der Einser im Megaspeed rausfluppen, hat die i3 / i8-Fertigung echten Manufakturcharakter. Da das aber keine Veyrons oder Ferraris sind, lässt dort auch die Marge zu wünsche übrig. => Auslaufmodelle.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Der 120er Akku lässt sich bereits jetzt recht einfach in den alten 60er i3 einbauen. Das ist hier ja beschrieben.

Dass BMW mit der Carbonfertigung weniger Marge macht, kann mir als Kund egal sein, oder? Wenn ich so als Kunde mehr für den Kaufpreis bekomme als mit einem anderen Elektroauto, werde ich mich beschweren :roll:
i3 (120 Ah), i8, V8-Touring

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Helfried
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Norbert W hat geschrieben: Dass BMW mit der Carbonfertigung weniger Marge macht, kann mir als Kund egal sein, oder?
Naja, es ist nie gut, wenn eine Produktschiene komplett ohne Nachfolger eingestellt wird. Außer es ergeben sich Liebhaberpreise.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

umali
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Norbert W hat geschrieben: Der 120er Akku lässt sich bereits jetzt recht einfach in den alten 60er i3 einbauen. Das ist hier ja beschrieben.
Das habe ich doch geschrieben. => gleiche Zellchemie => geringe Anpassungen
Ganz ohne geht es aber auch dort nicht und dafür brauchst Du Spezialisten oder die BMW-Werkstatt => teuer.
Norbert W hat geschrieben: Dass BMW mit der Carbonfertigung weniger Marge macht, kann mir als Kund egal sein, oder? Wenn ich so als Kunde mehr für den Kaufpreis bekomme als mit einem anderen Elektroauto, werde ich mich beschweren :roll:
Bisschen wenig über den Tellerrand gesehen, wie ich finde. Du denkst auch, nur weil Du die (teurere) Butze kaufst, macht BMW Handstände. Dass dem nicht so ist, zeigen die Einstellungspläne für i3 / i8.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

berti
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Norbert W hat geschrieben: Der größte Focus, in Bezug auf Weiterentwicklung und Fortschritt bei Elektroautos, liegt auf dem Akku.
Und der Akku kann einfach gegen einen Neuen getauscht werden, auch in einen alten i3.
Ja, der Akku kann gegen einen Neuen, Alten, damit meine ich die Bauform und die Kapazität getauscht werden solange dieser als Ersatzteil noch zu finden ist.
Die Kapazität der Batterie verdoppelt sich gefühlt alle 2 Jahre.
Ein Upgrade ist meist nur in den Köpfen der Käufer möglich, in der Praxis aber nicht weil unwirtschaftlich oder technisch nicht machbar (andere Bauform, Kühlung, geänderte Ladeelektronik, Software...) und auch ungewollt vom Hersteller. Die wollen Bastler nicht dabei unterstützen ihr Auto aufzupimpen sondern neue Autos verkaufen, damit verdienen Autohersteller ihr Geld.
Der Wunsch nach einem I3, der aufgrund seiner Carbonkarosserie die nächsten 50 Jahre gefahren werden kann und wo regelmässig die Technik upgraded wird , ist ein Wunschtraum.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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gerade bei BMW wurde fleißig Batterie gegen die größere getauscht. Es gibt Umbauanleitungen hier für den Renault Fluence, und last but not least habe ich selber den Akku bei meiner ZOE auf 40kWh aufrüsten lassen. (was zugegebenermaßen wegen dem Leasingmodell bei Renault billiger war als bei einem BMW.)

Ich erwarte mir in Zukunft durchaus einen Markt für Batterie Drittanbieter die mit Tauschakkus in das Geschäft einsteigen. Im Moment sind das Bastelarbeiten oder wie bei i3 und ZOE Angebote vom Hersteller. Warum auch nicht?
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 130.000 km

Niemand ist bei mir auf der Ignor-Liste!

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Warum muss immer die neuste Technik rein, es fährt sich auch mit der vorhandenen Technik ganz gut. So wie mein alter Lotus, bis mir einer die Vorfahrt genommen hatte...
Der hatte nicht mal Bremskraftverstärker, kein ABS, keine Servolenkung, ESP, oder sowas, Airbags nat. auch nicht. Fuhr trotzdem super und wurde immer teurer.

Der gekaufte i3 gehört mir, nicht BMW, damit kann ich machen was ich will. Z.B. in eine Werkstatt geben, die da einen neuen Akku reinbaut.
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