Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

ntruchsess
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Es war ganz sicher nicht der Plan von BMW in Leipzig ab sofort 'Cfk-Autos für die Massen' zu bauen. Überspitzt gesagt ist es doch das Kerngeschäft von BMW einem erlauchten Kundenkreis sauteure Fahrzeuge zu verkaufen. Alles andere wäre nicht premium, sondern billig. Auch ein ganz normaler BMW aus Stahlblech mit Verbrennungsmotor ist 'für die Masse' deutlich zu teuer. Insofern ging da überhaupt nichts schief. Die Technik wird mittlerweile im 6. Jahr im selbstgesteckten Rahmen erfolgreich angewandt, die Produktionskapazität in dieser Zeit sogar deutlich aufgestockt. Im Januar und Februar dieses Jahres wurden fast 40% mehr i3 abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Ich kann nicht erkennen wo da der grundsätzliche Fehler sein soll.
Vergleiche das doch mal z.B. mit dem Audi A2 Tdi 3l. Dort wurde zwar kein Carbon verbaut, aber es ging genauso darum zu zeigen was mit Leichtbau erreichbar ist. Die Zielgruppe 'gut betuchte Kunden mit ökologischem Anspruch ans Fahrzeug' war etwa die selbe. Ganze 6500 Stück wurden davon insgesammt gebaut. Im Vergleich zum i3 einfach nur eine Luftnummer.
Was tatsächlich schiefgegangen ist ist das Vertriebsmodell an der bestehenden Handelsorganisation vorbei über einen eigenen neuen Vertriebskanal mit den BMWi-Agenten. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt und lag ganz sicher nicht am Carbon.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

E-Mobil-Foo
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Was ist denn anders, als beim konventionellen Fahrzeugbau ?
Nichts, außer die beiden Seitenteile, verklebt mit StrebenElementen oben, vorne und hinten.
Weiterhin gibt es Stahl-Einsätze, Alu-Gerüste in Türen, Alukasten als Basis. Alle anderen Kunstharz-Karossen-Anbauteile finden sich vom ZOE bis zum Tesla, ob das Dach nun Alu mit Carbon-Cover oder Glas ist, interessiert nicht.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

drilling
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ntruchsess hat geschrieben: Der i3 ist das weltweit erste Serienfahrzeug das diese Technik einsetzt.
Das wird zwar immer wieder wiederholt, ist aber falsch, der Alfa Romeo 4C ist auch aus CFK und wird auch seit 2013 gebaut: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfa_Romeo_4C
Der Alfa 8C der davor (allerdings in Kleinserie) gebaut wurde war auch aus CFK: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfa_Rome ... mpetizione

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

umali
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BMW = Premium ist richtig, aber die Marge ist bei einer Blechkiste höher als bei einem i3-CfK. Man wird nicht mehr lange einen E-Kleinwagen für satte 40...50k an Mann und Frau bringen können - auch nicht beim erlauchten Kundenkreis, denn diese informieren sich vor dem Kauf intensiv, "was gerade geht."
Das Material kann man viel eleganter als weit teureres Sportwagen-Gesamtpaket verticken (i8 und was danach noch kommt), aber doch nicht in einem schnöden MCV.

Positiv am i3 ist, dass BMW auch in testweiser Massenanwendung gemerkt hat, dass CfK unnötig ist.

Unterschied zur klassischen Bauweise
Es ist nicht nur ein bisschen Chassiskleberei, was sie unterscheidet. Wenn man die Hauptstruktur aus CfK baut, gehört da mehr dazu als ein paar Fasern zusammenzukleben.
Erstmal müssen die Einzelteile aufwendiger gefertigt werden. Faseranzahl, Richtung, Harzmengen, uvm. ist halt aufwendiger als sich ein hochfestes Stahlblech hinzulegen und mit üblicher Technologie zu pressen. Ich empfehle mal eine i-Werksführung, wo man die Unterschiede gut erläutert bekommt:
https://www.bmw-besuchen.com/visitbmw/w ... e/leipzig/

Der i3 war ein Versuch, der noch (aus-)läuft, aber jeder wirtschaftlich normal Denkende wird den Schritt weg von CfK nachvollziehen können.

VG U x I

ps
Dass die Produktion nochmal aufgestockt wurde, hat nichts mit den besonderen Fähigkeiten des i3 zu tun. Der Markt zieht an und seitens BMW gibt es keine vernünftigen Alternativen. Ich vermute, dass auch der Mini-E zurückgehalten wird, um die i3-Auslastung noch etwas künstlich hoch zu halten.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

ntruchsess
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Aha, Alpha-romeo 4C. Wieder was gelernt. Wobei im von Dir verlinkten Wikipedia-artikel zum 4C steht 'Das Fahrzeug wird in Handarbeit von Maserati in Modena montiert.'. Hier findet sich was über eine angestrebte Stückzahl von 3500 Fahrzeugen pro Jahr: http://www.alfaromeopress.de/press/arti ... aterialien
Es ging ja nicht darum, ob überhaupt Carbon im Automobilbau eingesetzt wird (das machen auch andere Supersportwagenhersteller), BMW hat den Prozess als erster in einem so hohem Maße industrialisiert, dass tatsächlich größere Stückzahlen gefertigt werden können.
An die Taktzeiten und Stückkosten einer Blechpresse kommen aber bekannterweise bisher nicht im Ansatz ran.

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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umali hat geschrieben: Moin,
ich wollte nur mal drauf hinweisen, wie der Threadtitel heißt ;-).
...
Ja sorry für's Abschweifen, aber wenn man sich über Carbon bzw. seine Vorteile auf Gewicht und Verbrauch unterhalten will
macht doch das auch nur Sinn, wenn man generell bereit ist Energie so abzurufen, dass sie am effizientesten genutzt werden kann.
Luftwiderstand nimmt bekanntlich quadratisch mit der Geschwindigkeit zu und damit der Sinn von Carbon und auch alle anderen Massnahmen zum Zweck der Effizienz entsprechend ab.
Ein vielleicht noch interessanter Aspekt zum Thema ist die Auskunft die ich kürzlich hinsichtlich Inspektion II beim i8 erhielt.
Da müssen nämlich trotz der leichten Carbon-Flügeltüren offenbar gewisse Teile welche die Türe offen halten periodisch ausgetauscht werden.
Kann mir zwar vorstellen dass auch andere Flügeltürer solche Massnahmen kennen, aber wie man sieht ist Carbon auch hier nicht die Lösung aller Probleme.
seit Feb 2022: i3s 120Ah - 01/2019
bis Jan 2022: i3 60Ah REX - 12/2014
von Nov 2018 bis Feb 2022: i8 Coupe - 09/2014

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

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Hier verhärten sich gerade die Fronten.

Definieren wir mal "voll verschätzt" im Sinne der Fragestellung...
Finanziell ist laut BMW ja alles im Lot mit dem i3.
Die Absatzmenge steigt und steigt, der i3 widerspricht dem normalen Zyklus.
Es gab einige Upgrades und Anpassungen seit 2013, die alle NICHT die CFK-Karosserie betreffen.
BMW hat durch den i3 und den i8 jetzt einen klaren Technologievorteil allen anderen Auto-Herstellern gegenüber. Dieses Know-How könnte in Zukunft genutzt oder zumindest gut verkauft werden können. Vielleicht fragt ja Elon für die Marsbesiedlung mal nach den Bauplänen für die Leichtbauweise. ;)

Warum wollen einige etwas schlechtreden, nur weil es anders ist!? Ist es so schwer zu akzeptieren, dass es nicht nur den "einen" Weg gibt?
Jeder Tesla, jeder E-Golf, jeder Leaf und alle anderen Autos werden einmal durch den Zahn der Zeit zernagt werden. Der i3 kann (unfallfrei vorausgesetzt) alle überleben und in 20 Jahren noch immer wie ein Neuwagen dastehen.

Ein Argument war der erhöhte Preis bei der Reparatur. Dagegen gibts ja die Vollkasko. Die sollte jeder i3-Fahrer gebucht haben.

Die andere Seite war die angeblich kleinere Gewinnmarge. Erstens: Ist das wirklich unser Business als Käufer!? Früher (ganz früher) hat BMW mit jedem Fahrzeug eines bestimmten Modells ca. 4k Reichsmark Verlust gemacht. Die waren im übrigen keine CFK-Wägelchen. Trotzdem konnte die Übernahme durch Daimler damals verhindert werden. Heute sichert sich die Firma durch die Gründung einer Submarke ab. Ebenso nicht unser Risiko als Kunde.

Zudem bin ich mittlerweile überzeugt, dass BMW nie geschätzt hat, ob die CFK-Schiene den Erfolg bringt. Es war schlicht nicht nötig zu Schätzen. Ein solcher Konzern verfügt über massenhaft Daten und kann sich vorher ausrechnen, wie ein Fahrzeug bei Kunden ankommt. Es ist aufgrund der Modellpflege sogar offensichtlich, dass die ursprünglichen Erwartungen übertroffen wurden. Da spielt auch die Leichtbauweise eine entscheidende Rolle. Und wer weiß, jetzt wo Boeing solch massive Probleme mit ihren Fliegern hat, kann BMW vielleicht wieder mehr in die Luftfahrttechnik einsteigen. Erfahrungen mit CFK können hier nur vorteilhaft sein. Back to the roots.
BMW e36 318i 2011-2018
BMW i3 120Ah Dez 2018 Hope
Reichweitenvergleich

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

umali
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Sorry, aber Du schwafelst hier ganz schön etwas rum (..."bin überzeugt", ..."BMW muss nicht schätzen...", usw.) und erzählst als wäre der i3 DAS Auto vor dem Herrn.
Hey - das ist ein ziemlich überteuerter Kleinwagen. Mit der Butze würde ich nicht mal an die Ostsee, geschweige auf die BAB fahren (hop, hop auf jeder Querfuge).

Ich verstehe ja, dass Du Dir für Dein teures Investment gern Selbstbestätigung suchen möchtest, aber nochmal - der alte Gaul i3 wird bald nicht mehr geritten und auch mit CfK "isch' dann over". Das ist doch nun mehrfach auch von offizieller Seite bestätigt worden.
Resultierend leitet der Normalsterbliche ab, dass die BMW-"Schätzung" eben NICHT passte. => verschätzt
Ob zu 100 oder 50% ist doch Wumpe.

VG U x I

ps
" Der i3 kann (unfallfrei vorausgesetzt) alle überleben und in 20 Jahren noch immer wie ein Neuwagen dastehen."
Na klar. Dann achte mal besser bei der ersten Durchsicht auf die rissigen Dämpfermanschetten. Das Teil hat auch seine "Eier".
Schon mal testweise die Notentriegelung gezogen? Da bekommt man schon Angst vom Hingucken.
Aber ich lass Dich mal im Glauben, dass Du den ultimativen BMW fährst :roll: .

Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

bezet
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BMW stellt die Carbon-Komponenten ja nicht selber her, sondern arbeitet mit SGL-Carbon zusammen. Daher dürften die tatsächlichen Produktionskosten vorher genau bekannt gewesen sein.

Im übrigen wurde kürzlich die Zusammenarbeit beider Unternehmen für weitere Modelle angekündigt. Das würden sie wohl kaum machen, wenn das Konzept ein wirtschaftlicher Flop wäre.
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Re: Hat sich BMW mit Carbon-Schiene voll verschätzt?

Mola
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umali hat geschrieben: ... Ich vermute, dass auch der Mini-E zurückgehalten wird, um die i3-Auslastung noch etwas künstlich hoch zu halten.
Sorry aber das ist bullshit
Kein Autohersteller steckt Unsummen in Entwicklung und Aufbau von Produktionsanlagen, macht zulieferverträge etc um ein Fahrzeug dann zurückzuhalten.
Der Produktionsstart des Mini e wurde vor Jahren definiert, und solange keine großen Probleme auftreten wird daran festgehalten. Alles andere wäre verbranntes Geld mit jeder verlorenen Einheit.
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