Batterieladung unmöglich

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Re: Batterieladung unmöglich

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Leftaf hat geschrieben:
eDEVIL hat geschrieben:Die Meldung häuft sich bei mir :roll:
Bahnt sich da ein defekt an trotz neuem Motor? :cry:
Immer der selbe Ladepunkt und unabhängig?
Ist sporadisch, aber an einigen Punkten gibt es sehr selten Probleme und an anderen öfter.
Am abend war dann kein Problem mehr an der Säule die morgens zicken gemacht hat.
Deutet ein wenig in Richtung Empfindlichkeit bei Feuchtigkeit hin.
Wäre extrem gut, wenn man dies Messwerte für diesen "Auswahlprozess" irgendwie auslesen könnte...
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Batterieladung unmöglich

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Ich kenne nur wenige Punkte die zu einem Fehler beim Laden führen, könnte man bei Bedarf ja mal messen:

1.) Widerstand zwischen Erdleiter und N-Leiter zu hoch
2.) Spannung zwischen Erdleiter und N-Leiter zu hoch
3.) Phasenspannung zu niedrig
4.) Phasenspannung zu hoch
5.) PWM Signal Fehlerhaft oder angebotener Strom zu gering. (6A dreiphasig schmeckt ihr z.B. nicht)

Was ich nicht kenne wäre der Fehler unterschiedlicher Spannungen in den Phasen. Könnte den Inverter durchaus aus dem Gleichgewicht bringen. Habe ich so aber noch nirgends gelesen.

Ansonsten wäre da noch eine 2 Bit Botschaft am CAN:
"ChargingAlert" oder auch 2 Bit: "HVConnectionStatus" oder das Bit "WelcomePhaseState" vielleicht könnte man diese Informationen mal auf CanZE oder Zwizplay beobachten wenn ein Fehler auftritt und diese dann Zuordnen....
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
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Re: Batterieladung unmöglich

Fotowolf
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Eine mögliche Fehlerursache ist eine zu schwache Anspeisung der Ladestation. Man spricht hier von der "Kurzschlussleistung". Ist diese zwar noch innerhalb der Norm, aber doch etwas niedrig, treten genau diese Ladeabbrüche auf. ZOE startet die Ladung, bricht nach beliebiger Zeit ab und startet nach ca. 20 Sekunden wieder. Das wird 5 x wiederholt und danach geht ZOE auf Störung (LED an der Buchse wird rot). Dabei kann es auch zu "Batterieladung unmöglich" kommen.
Nachdem die rote LED aus ist, kann die Ladung durch Aufwecken der ZOE wieder gestartet werden (Tür auf/zu, Entriegeln auf Fernbedienung, etc.). Nun beginnt wieder ein 5er Zyklus.

Dieses Problem liegt bei mir zu Hause vor. Daher kann ich 3phasig nicht laden. 5 oder mehr Totalabbrüche mit roter LED sind typisch. Das Problem wurde vom Energieversorger bereits analysiert und auch Renault war involviert, wenngleich nicht messtechnisch.
Zwei Netzmonitorsysteme standen eine Woche bei mir, einmal an der Hauszuleitung und auch direkt vor der Ladebox. Besagte Kurzschlussleistung liegt am Hausanschluss bei etwas über 500 kVA, an der Ladebox etwas unter 500 kVA durch die Leitungen im Haus. Das ist laut Energieversorger (Energie AG Oberösterreich) nicht sehr hoch, aber innerhalb der Norm, wie sie Häuser anspeisen müssen. Es sei hier erwähnt, dass ich ca. 800 m von der Trafostation entfernt wohne und eine ganze Siedlung dazwischen liegt.
Die Netzmonitore und auch von mir durchgeführte Oszilloskopmessungen zeigen sehr deutliche Oberwellen bei der Stromaufnahme. Von einem Sinus kann man hier nicht mehr sprechen - siehe Bild.
StrommessungZOEsonnleitner_16A10kW_Oszi4_beschriftet.JPG
Spannungs- und Stromverlauf einer Phase bei 3 x 16 A Ladung
Die Techniker des Energieversorgers haben daher folgende Erklärung für die Abbrüche, der ich viel abgewinnen kann: ZOE erzeugt sehr starke Oberwellen, prüft aber gleichzeitig die Güte des Ladestroms. ZOE erkennt Oberwellen auf dem Netz (in diesem Fall halt die selbst erzeugten) und schaltet sicherheitshalber ab. Dadurch wird das Netz wieder sauber und nach einer kurzen Prüfung schaltet sie wieder ein. Nun beginnt das Spiel von vorne. Die Software ist offensichtlich so programmiert, dass sie nach 5 Versuchen aufgibt.
Hätte nun das Netz eine höhere Kurzschlussleistung (= niedrigere Impedanz), könnte ZOE die Oberwellen nicht so stark ausbilden, da das stärkere Netz quasi entsprechend dagegen hält.
Oszillogramm kann ich dazu keines anbieten, aber alle Ladetests haben diese Theorie klar bestätigt. Lade ich zB. näher am Trafo bei ca. 1/3 der Distanz (Freund von mir), tritt der Fehler nicht auf. Lade ich beim Nachbar, der ähnlich weit vom Trafo entfernt ist, treten die Abbrüche in gleicher Weise auf. Lade ich bei anderen Nachbarn, die von einem sehr nahen Trafo gespeist werden, funktioniert es auch. In diesem Teil des Netzes beträgt die Kurzschlussleistung über 2500 kVA.

Sowohl der Energieversorger als auch Renault beharren darauf, dass sie alle - wenn auch nicht die selben - Normen einhalten. Ich sitze halt dazwischen und kann 3phasig nicht laden...

Mein Energieversorger hat aus dem Verhalten von ZOE gelernt und speist daher alle seine öffentlichen Ladestationen mit mindestens 1000 kVA an, auch wenn weniger eigentlich ausreichend wäre.

Bei mir müsste man eine andere Hauszuleitung legen. Das erwähnte Netz mit >2500 kVA würde sich anbieten, da es gleich vis a vis der Straße verläuft. Leider würde das einige Tausend Euro kosten und somit lasse ich das bleiben und lade zu Hause nur 1phasig. Das aber dann, wenn's etwas schneller gehen soll, mit der Bettermann Box bei zB. 24 A, was immerhin auch 5 kW ergibt. Ansonsten viel extern an einer noch kostenlosen öffenlichen Säule. Und vielleicht schon heuer sogar am Arbeitsplatz.

Sorry für die lange Abhandlung, aber das Thema ist nicht in drei Zeilen zu beschreiben. Vielleicht hilft es ja doch jemandem.
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Re: Batterieladung unmöglich

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Fotowolf hat geschrieben:Sorry für die lange Abhandlung, aber das Thema ist nicht in drei Zeilen zu beschreiben. Vielleicht hilft es ja doch jemandem.
Toll ! Genau so lang und so präzise wie erforderlich - :danke:
Das Bessere ist der Feind des Guten ... :idea: ZOE R240 10/2015 - 11/2017 ... bis der Q90 ZE40 (D-Ausführung) 11/2017 geliefert wurde ...
Alle sagten, das geht nicht! - Da kam einer, der wusste das nicht und hat´s einfach gemacht ... :?

Re: Batterieladung unmöglich

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:danke: für Deine faktenreiche Schilderung. Das fehlt auch mir im Forum. Zuviel Science fiction und zuwenig Verifizierbares.
Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst! (R.M.)
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Re: Batterieladung unmöglich

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Hallo Fotowolf,

wie würden sich die Oberwellen denn verhalten, wenn man die 3 phasige Ladeleistung reduziert, so auf 7-9kW?
Dann könnte man trotzdem 3 phasig laden..

Ich werds heute abend mal probieren
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Re: Batterieladung unmöglich

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Danke Fotowolf klasse Arbeit! :applaus:
Die zu starken Oberwellen würden auch die komischen Ladegeräusche erklären.

Re: Batterieladung unmöglich

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AbRiNgOi hat geschrieben:Was ich nicht kenne wäre der Fehler unterschiedlicher Spannungen in den Phasen. Könnte den Inverter durchaus aus dem Gleichgewicht bringen. Habe ich so aber noch nirgends gelesen.
Bei 10V Unterschied zwischen den Phasen bricht die Ladung ab oder startet erst nicht... ich hab so einen Ladepunkt zeitweise. ;)
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Re: Batterieladung unmöglich

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Würde ich die Oberwellen reduzieren können, wenn der Strom reduziert wäre?
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Re: Batterieladung unmöglich

Fotowolf
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Danke für die Lorbeeren. :-) Habe einfach nur die Erlebnisse des letzten Sommers zusammengefasst.

Eine Verringerung oder Erhöhung des Ladestroms hatte bei mir keinen erkennbaren Einfluss auf die Auftrittswahrscheinlichkeit.
Die meisten Untersuchungen haben wir mit 3 x 16 A (11 kW) gemacht. Da man an der Bettermann Box den Ladestrom stufenlos einstellen kann, aber auch mit anderen Strömen.
> Erhöhte ich auf 20, 24 und weiter Richtung 32 A (22 kW), wurde die Kurve des Stroms immer hässlicher. Wirklich häufiger traten die Abbrüche aber dennoch nicht auf. Ab ca. 24 A kam es aber manchmal schon beim Ladestart zu "Batterieladen unmöglich". Da kommt aber auch meine Hausinstallation an ihre Grenzen und so habe ich mich auf 3 x 16 A konzentriert. Die Ladegeschwindigkeit hätte mir gereicht und ZOE lädt bei dieser Leistung ja am effizientesten, liest man.
> Reduzierte man den Strom soweit bei ZOE möglich, also etwa 11 A, kam es zu keiner Verringerung der Abbrüche.
Anm.: Unter 10 A startet ZOE die Ladung gar nicht mehr. Das ist aber normal.

Wie man weiß, reduziert die ZOE gegen Ladeende die Leistung. Ich dachte, dadurch würden sich die Abbrüche reduzieren. Aber auch das hatte keinen Einfluss. Es gab sogar Ladezyklen, bei denen erst ab 95% die Abbrüche begannen. Also auch wieder kein Auftretensmuster.
Vielleicht reduziert die Verringerung des Ladestroms in einem etwas besseren Umfeld als bei mir, durchaus die Anzahl der Abbrüche. Es zu versuchen loht sich allemal.

Die grundlegende Netzbelastung (durch die Nachbarn in der Siedlung), hatte ebenfalls keinen Einfluss. Zu typischen Hochlastzeiten, wie zB. sonntags gegen Mittag durch E-Herde, trat das Problem genauso auf, wie auch bei zeitgesteuerten Ladungen um 2 Uhr nachts.
Einen Einfluss von kleineren oder größeren Spannungsunterschieden zwischen den Phasen konnte ich bisher nicht bemerken. Das gesamte Spannungsniveau der drei Phasen schwankt durchaus, was aber keinen Einfluss auf die Abbruchwahrscheinlichkeit hatte. Einen Unterschied der Phasen zueinander von 10 V oder mehr habe ich nie beobachtet.

Es gab auch Tage, an denen die Ladung bis 100% erfolgreich durchkam, wenngleich leider auch nur selten. Die nächste Ladung konnte dann aber zB. wieder 5-10 Abbrüche haben. Da muss man halt dann bei jeder Abbruch-SMS in die Garage laufen oder auf den Aufsperrknopf der Fernbedienung drücken (ist bei mir nahe genug innerhalb der Reichweite).

Die Umgebungstemperatur hatte keinen Einfluss. Derzeit habe ich 7-10 Grad in der Garage und als ich es kürzlich wieder einmal probierte, gab es die gleichen Abbrüche wie im Sommer.

Zusammenfassend ist der einzige klar erkennbare Einflussfaktor auf meine Ladeabbrüche die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes, die der Energieversorger durch die "Kurzschlussleistung" beschreibt.
Ich kann empfehlen, bei Ladeabbrüchen die Kurzschlussleistung berechnen zu lassen. Das ist kein großer Aufwand und wird aus der Netztopologie mit den Leitungslängen und -querschnitten berechnet. Wie erwähnt sind Werte über 1000 kVA optimal (laut meinem Energieversorger).

Noch ein Nachsatz zur Erfassung der Abbrüche: Um nicht nur die Tatalabbrüche (mit roter LED) zu erfassen - was handschriftlich geschah, sondern auch die typischerweise 5 Restarts, habe ich die Bettermann Box mit einem Zählwerk ausgestattet, das jedes Einschalten des Schützes, also jeden Ladestart, mitzählt.

Schöne Grüße vom Attersee,
Wolfgang
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