Akku-Ladestrategie

Alles rund um die Batterie und Reichweite des Renault ZOE

Akku-Ladestrategie

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flitzer12
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folder Sa 18. Jan 2020, 00:07
Viel habe ich über Akkuladestrategieen gelesen, wobei sehr vieles offenbar nur aus dem "Vorsichtsbauchgefühl" stammt. Experten wagen sich nicht allzuweit aus dem Fenster.
Wenn ich jetzt Bilanz ziehe, komme ich zu folgendem Schluß.
Ziel: Erhaltung einer langen vollen Nutzbarkeit der Ladekapazität.

Unstrittig ist der sehr ernstzunehmende Hinweis den ungemanagten Akku selten bis nie auf 100% zu laden.
Diese ominösen 100% lassen sich aber nicht so ohneweiteres ermitteln und schon gar nicht ohne eine Definition zu dem 100%-Wert.
Der Autofahrer hat ohne größeren Aufwand eine Ladeprozentanzeige als Richtungsweiser zur Verfügung, die ihr Futter von einem gemanagten Akku bezieht.
Vom Akkuhersteller und vom Autohersteller wird das Managment so angelegt, dass beim Nachlassen der Akkukapazität noch Reserve zugeschaltet werden kann. Das heißt 100% angezeigte Akkukapazität sind vielleicht nur 95% oder weniger tatsächliche Kapazität. Andererseits hat sich so die Regel " Lade ab 20% bis 80% und Dein Akku lebt lang" etabliert. Ist diese Regel beim aktuellen Akkumanagment eigentlich noch zeitgemäß?

Ich wage deshalb mal die Behauptung , dass der Akku im Ladebetrieb 10% bis 95% bei Normalladung ( Leistung kleiner /gleich 20kW ) die Akkuleistung unbedeutend mehr schädigt als der Ladebetrieb 20% - 80%. Der Gewinn sind weniger Ladezyklen, die ihrersseits an der Lebensleistung des Akkus zehren (siehe Schnellader ). Belastbar begründen kann ich diese Behauptung leider nicht. Aber ich denke es gibt hier im Forum genügend Erfahrungen und Leute , die belastbare Fakten kurz und evident in die Diskussion werfen können.
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Re: Akku-Ladestrategie

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panoptikum
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folder Mo 20. Jan 2020, 08:24
Die Autohersteller arbeiten meist mit Brutto- und Netto-Kapazitäten. Die Differenz ist der Buffer, der später eventuell noch teilweise freigegeben werden kann. Durch diesen Buffer ist es nicht Notwendig, selbst noch einen Buffer festzulegen (meiner Meinung). Nur durch Laden auf 100% wird das Balancing vollständig durchgeführt.

22 kW ist keine Normalladung sondern bereits "beschleunigte" Ladung. Zur Normalladung würde ich alles bis 11 kW sehen.

Was Du mit "Gewinn sind weniger Ladezyklen" meinst, verstehe ich nicht. Ladezyklen werden immer in vollen Kapazitäten gerechnet (2 x 50% = 1 Ladezyklus, 2 x 30% + 1 x 40% = ebenfalls 1 Ladezyklus).
Renault Zoe Intens (Q210, BJ 03/2013 F-Import)
NRGkick 22kW BT 7,5 m

Re: Akku-Ladestrategie

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kutscher_tom
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folder Mo 20. Jan 2020, 09:01
Ich kümmere mich überhaupt nicht um die Lebensdauer meines Akkus. Das wird die Elektronik schon für mich best möglich erledigen. Bei mir steht mein Geldbeutel im Vordergrund und meine Strategie ist wie folgt:
- Gibt es den Strom kostenlos => lade ich so viel ich kann (so lange ich Zeit habe / bis der Akku voll ist)
- Kostet der Strom was => lade ich nur so viel wie ich brauche.
Typischerweise komme ich so am Montag morgen regelmässig mit einstelliger % Anzeige an der Ladestation an und über die Woche erreicht der Akku öfter mal die 100% Marke.

Re: Akku-Ladestrategie

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folder Mo 20. Jan 2020, 11:04
Ich will mich darum eigentlich auch nicht kümmern, bin aber schon etwas enttäuscht, dass es Renault scheinbar in 10 Jahren nicht geschafft hat, sich da weiter zu entwickeln ...

Wir haben um die 3-6°C Außentemperatur momentan. Temperatur des Akkus ist 5°C.
Wenn ich jetzt lade, nimmt er maximal 10kW auf, auch wenn 22kW aus dem Draht kommt. Ich muss annehmen, dass das an der suboptimalen Temperatur liegt. Der Akku ist nach 1,5 Stunden etwa bei 12°C noch immer fern seiner Comfortzone.
Mit einer Heizung würde er gesünder und bestimmt auch schneller laden können, oder?

Re: Akku-Ladestrategie

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UliZE40
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folder Mo 20. Jan 2020, 11:17
Wenn du keine steinalte ZOE Q210/R240 hast und eine aktuelle Software auf dem Fahrzeug hast wird der Akku bei Bedarf entsprechend geheizt.

Re: Akku-Ladestrategie

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flitzer12
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folder Mo 20. Jan 2020, 11:32
panoptikum hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 08:24
Was Du mit "Gewinn sind weniger Ladezyklen" meinst, verstehe ich nicht. Ladezyklen werden immer in vollen Kapazitäten gerechnet (2 x 50% = 1 Ladezyklus, 2 x 30% + 1 x 40% = ebenfalls 1 Ladezyklus).
Danke,
das wußte ich nicht, ich dacht fälschlicherweise Anstecken-Laden-Abstecken ohne Vollladung sei ein Ladezyklus.
Ich nenn das mal jetzt Teilladung.

Re: Akku-Ladestrategie

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folder Mo 20. Jan 2020, 11:46
UliZE40 hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 11:17
Wenn du keine steinalte ZOE Q210/R240 hast und eine aktuelle Software auf dem Fahrzeug hast wird der Akku bei Bedarf entsprechend geheizt.
Ist eine R110. "Bedarf" scheint ja nur bei Minusgraden zu entstehen. Jedenfalls sieht es nicht danach aus, ob da bei knapp über Null irgendwas gesteuert wird. Gibts da irgendwo belastbare Info, Dokumentationen, technische Details von Renault?
Zuletzt geändert von humpataa am Mo 20. Jan 2020, 12:05, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Akku-Ladestrategie

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flitzer12
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folder Mo 20. Jan 2020, 11:49
humpataa hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 11:04
..
Wenn ich jetzt lade, nimmt er maximal 10kW auf, auch wenn 22kW aus dem Draht kommt. Ich muss annehmen, dass das an der suboptimalen Temperatur liegt. Der Akku ist nach 1,5 Stunden etwa bei 12°C noch immer fern seiner Comfortzone.
...
Was hast du für eine Zoe? Mit der Zoe 50 Ph 2 habe ich bisher an jeder Ladesäule Typ 2 mit 22kW oder 48kW Ladeleistung in einer Stunde etwa 10 - 12 kWh laden können. Langsam wird es erst so ab 97% - 99%. Ich check das dann so ab , dass ich bei etwa (95+- 3)% aus genannten Gründen abkopple.

Re: Akku-Ladestrategie

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scranagar
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folder Mo 20. Jan 2020, 12:10
humpataa hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 11:46

Ist eine R110. "Bedarf" scheint ja nur bei Minusgraden zu entstehen. Jedenfalls sieht es nicht danach aus, das da bei knapp über Null irgendwas gesteuert wird.
Gibts da irgendwo belastbare Info, Dokumentationen, technische Details von Renault?
Juhu, Lieblingsthema....
Hier gibt´s Lesestoff (lässt zwar noch viele Fragen offen, aber ist ein Anfang): viewtopic.php?f=59&t=22432

Auszug aus dem Renault Handbuch
https://de.e-guide.renault.com/deu/Zoe/ ... oad_target ("Reichweite des Fahrzeuges: Empfehlungen")

Sie können den Antriebsakku ganz oder teilweise aufladen, ohne dabei Besonderes beachten zu müssen.

Heutzutage wird in Handbüchern jeder Furz und Feuerstein haarklein geregelt und erklärt, oft auch übertrieben, nur um sich selbst zu schützen.
Und wenn dann dort schon der Hinweis geschrieben steht "Sie brauchen nichts Besonderes zu beachten", dann kannst Du beim Laden quasi machen was Du willst... Du kriegst den Akku nicht kaputt. Die Elektronik verhindert das schon.

Ein Stillstand des Fahrzeugs über die übliche Dauer eines Urlaubs geht mit keiner erkennbaren Entladung des Antriebsakkus einher.
Wenn Sie im Rahmen des Möglichen Extremtemperaturen (Kälte oder Hitze) beim Parken Ihres Fahrzeugs und beim Laden des Antriebsakkus vermeiden, wird es Ihnen gelingen, die volle Leistungsfähigkeit des Akkus lange zu erhalten.


Bedeutet bei kalten Temperaturen: Entweder direkt nach der Fahrt laden (der Akku ist durch die Fahrt aufgewärmt) oder die Akkuheizung (bei Verwendung des Ladeplaners) verwenden. Das macht die Elektronik auch automatisch, vorausgesetzt das Fahrzeug hängt am Kabel und die Wallbox liefert Strom)
Renault Zoe Life Z.E. 40 R110

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Re: Akku-Ladestrategie

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folder Mo 20. Jan 2020, 13:24
scranagar hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 12:10
Juhu, Lieblingsthema....
Hier gibt´s Lesestoff (lässt zwar noch viele Fragen offen, aber ist ein Anfang): viewtopic.php?f=59&t=22432
...
Bedeutet bei kalten Temperaturen: Entweder direkt nach der Fahrt laden (der Akku ist durch die Fahrt aufgewärmt) oder die Akkuheizung (bei Verwendung des Ladeplaners) verwenden. Das macht die Elektronik auch automatisch, vorausgesetzt das Fahrzeug hängt am Kabel und die Wallbox liefert Strom)
Danke für die Details, ich schau mal.

Aber ... wie schon geschrieben ... auch nach 1,5 Stunden Ladevorgang ist die Akku-Temperatur nicht deutlich besser. Wenn ich eine Stunde in der Stadt rumfahre, wird er übrigens auch nicht viel wärmer (bei Start etwa 5°C, hinterher sind es 8-9°C). Das ist doch nicht "gut"?!

Ich bin ja wirklich Laie - aber wenn ich (als Hersteller) das Ding optimal betreiben möchte (hinsichtlich Reichweite) und auch die Gesundheit (möglichst lange hohe Kapazität) im Auge haben will, dann muss das doch besser funktionieren?! Weil - zumindest ersteres - ist für mich als Nutzer klar schlechter: ein Viertel weniger Reichweite.
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