Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

Solarenergie - Photovoltaik

Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

MKM3
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Hallo zusammen,

da ich leider keinen passenden Thread gefunden habe, mache ich hier jetzt einfach mal etwas neues auf und wollte in die Runde fragen, wie es bei euch mit Erfahrungswerten mit AC-seitig angebundenen Hausspeichersystemen aussieht?

Da ich davon ausgehe, dass Hausspeichersysteme künftig auch unabhängig von eventuell vorhandenen PV Anlagen eine Rolle spielen und ich ganz konkret auch auf der Suche bin, bin ich schon mal für die Schwarmintelligenz dankbar.

Was mir an der AC seitigen Einbindung nicht ganz klar ist, wäre die Steuerung, die dann ja ohne führenden PV Wechselrichter von statten geht. Gibt es hier Stolperfallen bezüglich der Kompatibilität, die man tunlichst vermeiden sollte oder ist soweit alles standardisiert, dass man bedenkenlos beliebige Anbieter kombinieren kann?

Aktuell bin ich dabei eine Enphase PV Anlage (~15kWp) zu planen, die prinzipbedingt natürlich nur AC seitig funktioniert (zerklüftetes Dach, verteilte Anlage, Stringbildung: unmöglich), jedoch finde ich die in Europa angebotenen IQ Battery Speichersysteme nicht sonderlich gut, da diese auf eine Lade- und Entladeleistung von gerade mal 3,5kW beschränkt sind und in unpraktischen Größen - physisch (breit statt hoch) wie auch Leistungswerte - erhältlich ist (nur in 3 und 10kWh mit je 3,5kW). Die leistungsfähigere Batterie (5P, 5kWh / 3,5kW - 2 davon entsprechend 10kWh und 7kW), die auf den neueren MicroWR basiert ist aktuell nur in Nordamerika erhältlich.

Wäre es hier ein Problem die Enpase (oder andere MicroWR oder Bestands PV ohne Hybrid WR) PV Anlage z.B. um einen beliebigen HV Batteriespeicher (BYD mit SMA SunnyBoy oder RCT) mit entsprechender Leistung und Kapazität zu ergänzen?
Muss man dabei irgendwas beachten?

Vielen Dank schon mal!
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Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Kenne nur Berichte über Nedap mit LGAkkus. Ist eine sehr traurige Geschichte. Der schwarze Peter wanderte von Hersteller zu Hersteller und der Kunde wartet und wartet. vergeblich.
Der neue Speicher auf Garantie war nicht mehr mit Nedap kompatibel. Fazit: Hausspeicher erst nach 5 Jahren im Markt kaufen.

SMA hat mit dem Islands viel richtig gemacht. Offen für fast alles. Nur Plug&play mit alten Fahrakkus wollten Sie nicht. HV ist ein Thema für sich.

Nedap konnte mit 3 Wechselrichtern alle Phasen abbilden. 15 kW wären so möglich gewesen. Heute mit LFP wäre es sicher haltbarer als mit Blei.
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Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Wenn Du einen einzelnen Strang mit PV-Hybrid-Wechselrichter neben den anderen AC-Quellen einbinden willst, sollte die Steuerung auch Energie aus dem AC-Bereich in die Batterie schieben können.
Besonders interessant ist dann ein Inselbetrieb, bei dem man die AC angebunden PV-Anlagen nutzen will.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 115 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Moin!
Die Powerwall2 von Tesla ist auch AC angebunden und kann daher mit allen möglichen Erzeugern zusammen arbeiten. Damit hat man also völlig freie Hand bei der weiteren Technik. Die Notstrom-Funktion ist für einige ein zusätzliches Argument.

Es gibt inzwischen aber erste Gerüchte über eine Powerwall3, diese soll dann offenbar auch einen PV-Wechselrichter verbaut haben.

AC-Speicher können in der Regel auch flexibel im Haus montiert werden, was die Flexibilität bei der Platzwahl erhöht.
Gruß Ingo

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

MKM3
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Vielen Dank euch allen schon mal!

Ja das Problem mit den fehlerhaften LG Zellen zieht sich durch die ganze Industrie, sei es Hausakkus oder in Fahrzeugen. Meine Lehre daraus wäre, nur bei Herstellern zu kaufen, die auch die Zellen selbst fertigen und nicht vom guten Willen eines Zulieferers abhängig sind, wenn etwas schief gelaufen ist.

Leider schränkt das die Auswahl an Hausspeichern dann gewaltig ein.

Mit der Anbindung des AC Speichers meine ich schon vor allem die Steuerbarkeit und lokale Kommunikation zwischen den Geräten. So ist mir nicht wirklich klar, was nun passiert, wenn bei Stromausfall am Tag die PV Anlage übernimmt (dies könnte Enphase bereits schon ohne Akku) und dann ein Speicher dazu im Hausnetz hängt, der ebenfalls Notstromfunktionalitäten bieten würde (wie eben Powerwall, RCT usw.), jedoch keine Kommunikation zwischen den Geräten besteht.

Bei der Powerwall ist mir die maximale Leistung mit 4,6kW ebenfalls etwas zu niedrig (so ab 6kW wird es interessant, damit aufgrund fehlender Ladeleistung nicht sinnlos eingespeist werden müsste) und das fehlen jeglicher Angaben zur Zellchemie - wie so üblich - sehr suspekt.

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Catl inside…BYD…wären gute Adressen.

Warum so hohe Ansprüche beim AC out? Wallbox 11 kW? Lieber 1000w über Tage….Als shutdown nach Stunden.
Zuletzt geändert von Blue shadow am Fr 15. Dez 2023, 08:53, insgesamt 1-mal geändert.
LEAF 75000 km <15 kWh Rest Akku-Schäm Dich Nissan....Hand-Made egolf Dresden...Ahk liegt bereit...EV6 RunawayRot AWD LR AHK P1+2 WPnutzlos…Citroen AMI Getriebedefekt 1300km-nie wieder Stellantis = Citroen D:Km=5500

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Ein.. spannendes Thema.
Es müssen einem ein paar Sachen klar sein.
1) PV-Anlagen welche Netzgekoppelt einspeisen werden "immer" nur das Netz akzeptieren damit sie laufen.
2) Es wird immer ein Smartmeter benötigt, mit Pech einer für die PV und einer für den Speicher, mit Glück kann man die Impulse vom Netzversorgerseitigem Smartmeter abgreifen.
3) Mixen ist immer suboptimal.

Es gibt PV-Foren wo teils ein rauher Ton herrscht wo man besser fündig werden wird.

Ich sehe folgende Möglichkeiten:
a)SMA Sunny Island, mit DC-Konvertern um in den Batteriekreis einzuspeisen, das geht mit 48,x Volt.
b)Zu Solaredge soll es eine Bock geben, welche PV-Seitig vor den WR gehängt wird um dann die Module wie aus dem Solaredge-WK kommend, zu managen.

SMA braucht "nur" immer 2 gleich beschienene Module
Solaredge: Andere fragen, das war es mit meinem Wissen

c) Weiters gibt es Speicher am Markt welche auch nur mit dem Netz agieren wie z.b. Neoom.


Wobei man als aller erstes am Dach anfängt um mal Leistungen definiert zu haben.
Bei Zerklüftungen wann welche Leistung ansteht.
Nordseitige Module machen heute, als kleiner Hinweis, auch schon 20% Ihrer Nennleistung wenn die Bedingungen dafür passen.

Die Frage ist immer: Was kostet der Speicher, was ist der Ertrag, wo liegt der break even.

Sma Sunny Island mit den Zerklüftungen auf 48V Basis klingt am Logischsten, da auch auf 48V Basis mit Blei gebaut werden kann, dies ein BMS "unnötig" macht (ist nie unnötig, anderes Thema) und Dc-Converter von z.b. 80 auf 48V zu bekommen sind.
Hier würde ich, ausser man beabsichtigt Grossleistungen, eine Einphasige Lösung empfehlen.--> 10A, 230 V sind in 10 Stunden auch 23 kW im Auto und man kann, mit einer SMA Wallbox, zusammen noch ein paar andere Spielchen spielen...

Konservativ Dimensioniert ist Blei noch immer eine gute Möglichkeit wenn man die richtigen Batterien und ausreochend Reservekapazitäten verbaut.

4 kW sind hier jedoch schon 83 Ampere, was in einer Daueranwendung, keine Bastlerarbeit sein sollte, will man den vollen Versicherungsschutz der Haushaltsversicherung erhalten.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist alles genau zu betrachten. Sonderbau ist immer teurer und Pfuscher gibt es auch im PV-Bereich mehr als man glaubt.
Diverse E Fahrzeuge von 18 bis 90 Kwh.

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Ad 1: Nein, es hängt vom Wechselrichter ab. Guggst du z.B. Victron. Braucht halt den passenden Akku dazu. Ein Bekannter hat sich das eingebaut.

Ad 2: Was ist bei dir jetzt ein Smartmeter?
Es gibt die alten, dummen Zähler, z.B. Ferraris. Dann gibt es die modernen Meßeinrichtungen. Und dann gibt es noch intelligente Meßeinrichtungen (=mMe + Gateway).
Ich glaube, du meinst die Anzahl an Meßzangensätzen ...

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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MKM3 hat geschrieben: Bei der Powerwall ist mir die maximale Leistung mit 4,6kW ebenfalls etwas zu niedrig (so ab 6kW wird es interessant, damit aufgrund fehlender Ladeleistung nicht sinnlos eingespeist werden müsste) ...
Die 20A sind gesetzliche Vorgabe (Schieflast), technisch geht da etwas mehr. Aber was willst Du mit noch höherer Leistung? Im Sommer ist die Kiste eh nach 2h voll, im Winter wirst Du die 4,6kW eh kaum als Überschuß vom Dach bekommen.
Im Haushalt gibt es auch kaum Szenarien bei denen die 4,6kW an Leistungsbedarf überschritten werden. Für ein Auto bleibt da auch genügend übrig um mal 20-30km in den Akku zu stecken.

Meine PW2 hängt seit 2017 in der Garage und wird von 18kWp aus drei WR versorgt. Die Konstellation passt ganz gut, aber mit einer WP bleibt spätestns ab Mitte November bis Februar eh kaum was zum Speichern über. Nach dem Umbau auf das neue Gateway2 sind die Messwerte auch deutlich präziser und man hat den (theoretischen) Vorteil des Notstromes. Preislich ist das Paket in meinen Augen immer noch attraktiv, gerade durch die flexible Einbindung verschiederner Quellen sowie die örlich flexible Montage. Meine PW2 hängt zum Beispiel rund 20m vom Hausanschluß entfernt in der Garage.
Gruß Ingo

Re: Erfahrungen mit AC angebundenen Hausspeichersystemen

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Blue shadow hat geschrieben: Catl inside…BYD…wären gute Adressen.

Warum so hohe Ansprüche beim AC out? Wallbox 11 kW? Lieber 1000w über Tage….Als shutdown nach Stunden.
CATL hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, danke! Scheinen aber bis jetzt nur gewerblich dimensionierte Lösungen anzubieten.

Bei der Lade- und Entladeleistung geht es mir weniger um hohe Leistungen im Stromausfall-Fall zu haben, sondern um künftig - sollten dynamische Strompreise für meine Anwendungen doch attraktiver werden - ein System zu haben, dass fähig ist sich nachts, zu den Zeiten in denen günstiger Strom im Netz vorhanden ist, sich schnellstens laden zu können.
Anders herum das Szenario des schnellen Entladens des Akkus vor Sonnenaufgang um so kontrolliert Platz zu schaffen oder leistungsstarke Verbraucher bedienen zu können (Auto oder WP).
Durch die verschachtelten, verschatteten Dächer, verschiedene Ausrichtungen usw. die mich zu Enphase treiben werden, liegt die maximale Leistung der Anlage immer mal wieder kurz, dafür dann aber mit hoher Leistung, jenseits der 10kW (Generatorleistung ~14-15kWp / AC ~12-13kWp), an die restliche Zeit wird wohl vor sich hin gedümpelt und der Hausverbrauch gedeckt. Es wäre schade diese gut planbar anfallenden Peaks nicht speichern zu können.
Pump and Dump. ;) Für sowas das ich vor habe kommen einphasige Systeme leider nicht wirklich in die engere Auswahl, sind aber natürlich eine elegante Lösung die meist passend ist.

Wie legt ihr denn die Prioritäten zwischen den Geräten, die nichts voneinander wissen fest?
Künftig wird sich neben dem Go-E Charger, der über OpenWB gesteuert wird noch eine LW WP (die den PV Überschuss aufs Watt genau mit Heizstab in warmes Wasser wandeln kann) und der theoretische Hausakku im heimischen Stromnetz tummeln.
Interoperabilität steht IMHO nicht im Pflichtenheft der verschiedenen Hersteller.
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