MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Solarenergie - Photovoltaik

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

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Das Bayrische Modell, wo Landwirtschaftliche Flächen mit PV zugekleistert wird?
Mal sehen, od das wirklich aufgewertet wird.
Die Dachflächen der Häuser liegen schon brach...
Und bekommen derart einen Mehrwert.

Zum MFH.
Wenn es einen Allgeminstromzähler gibt kann diese als Einspeisepunkt gewählt, als Abrechnungsgrundlage diesen.
Nur, der Eigrnvrrbrauch ist nicht abgebildet.
4 x ne kleine Anlage ist einfach in der Errichtung und.. Teuer, jedoch ne Praktikable, wenn auch nicht so effektive, Lösung.
Diverse E Fahrzeuge von 18 bis 90 Kwh.
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Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Singing-Bard
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Nein auch mit der Volleinspeiseregelung macht es wirtschaftlich keinen Sinn.

Die angenommenen 6 Parteien eines Mehrfamilienhauses wollen ja im Zweifel den eigenen Strom vom Dach nutzen anstatt für sagen wir 0,30€ pro kWh vom Energieunternehmen den Strom zu beziehen.

Da hilft eine Möglichkeit als Eigentümergemeinschaft Strom zu produzieren und den für (0,15€ pro kWh?) zu verkaufen auch nicht. Denn der Aufwand als Eigentümergemeinschaft diese Einkünfte aus dem Verkauf von Strom zu versteuern bedarf der Gründung mindestens einer "Gesellschaft bürgerlichen ‎Rechts" was auch Kosten und Administrationsaufwand und einen Steuerberater erfordert da die GbR dann ja Steuerpflichtig ist.

Wenn PV Anlage und Finanzamt für Private Anlagenbetreiber schon der richtige Horror ist, dann kannst Du das noch verzehnfachen wenn eine Eigentümergemeinschaft über die Hausverwaltung und eine GbR mittels eines Steuerberaters zum Stromproduzent wird.

Will kein Mensch...

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

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Moin!
Eigentlich macht im MFH nur die Nutzung des PV-Strom auf dem Allgemeinstrom-Zähler einen Sinn. Dieser ist ja auch in der Regel dem Eigentümer zugeordnet, was dann auch den Eigenverbrauch zulässt. Zusätzlich sehe ich hier nur die Möglichkeit Wallboxen oder eine Wärmepumpe drüber laufen zu lassen. Bei den Wallboxen bleibt dann natürlich die Frage der Kostenaufteilung. Hier wäre eigentlich ein Mischpreis zum Jahresende noch am ehesten sinnvoll.
So oder so aber alles recht kompliziert und erfordert einiges an gutem Willen bei allen Beteiligten.
Für Wohnungen an sich machen glaube ich nur Balkonkraftwerke einen Sinn, da hat man auch keinen Trödel mit der Abrechnerei.
Gruß Ingo

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Meinereiner
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env20040 hat geschrieben: Das Bayrische Modell, wo Landwirtschaftliche Flächen mit PV zugekleistert wird?
Das schreibt sich schnell und klingt toll. Im Prinzip stimmt es schon: Dachflächen wären vorzuziehen.

Es gibt aber mehrere Punkte, die das Thema weniger eindeutig machen, als man denken sollte:
1. Der Flächenertrag von PV ist immer noch besser als Biogas.
2. Vom Standpunkt Naturschutz sind viele PV-Flächen wertvoller als Äcker, weil sie weder gespritzt noch gedüngt werden.
2. Der Erzeugerpreis einer Freiflächenanlage ist niedriger als auf Dächern.

Natürlich ist der Flächenertrag von Windenergie höher und Biogas liefert wertvolle Grundlast, und die Umwandlung von Ackerflächen speziell jetzt ein Problem.
Also ist es mal wieder kompliziert.

Trotzdem:
Freiflächenanlagen müssen keine zugebauten Flächen sein oder verloren für die Natur. Und ohne Freiflächen-PV wird die Energiewende niemals schell genug gehen oder der Strom bezahlbar bleiben.
Außerdem gibt es Konzepte wie Agro-PV, mit denen man Landwirtschaft und PV verbinden kann, teils ohne Ertragseinbußen.

Alles hat seinen Preis, und deswegen rollt es mir immer die Zehennägel auf, wenn die Leute von "unendlich vorhandener regenerativer Energie" sprechen und deshalb E-Fuels oder Wasserstoff fordern. Erneuerbare brauchen Land *1), und Land ist nicht unendlich.

*1) Fossile übrigens noch mehr (ich sag nur Braunkohle oder Uranbergbau).

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Blueskin
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Singing-Bard hat geschrieben: Wer Beispiele kennt wo dies bereits erfolgreich umgesetzt wurde kann diese ja gerne nennen. (Schon allein der Vertrag für die Einspeisung ins Netz ist bei der Konstellation so komplex das sich das niemand freiwillig antun will.)
Ooh ja! Und wenn einige der Wohnungen selbst genutzt, andere von den einzelnen Eigentümern fremdvermietet werden, wird es so richtig lustig. Nicht! (Von Zweitwohnungen, Leerstand und anderem gar nicht erst zu reden)

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

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  • env20040
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Meinereiner hat geschrieben:
env20040 hat geschrieben: Das Bayrische Modell, wo Landwirtschaftliche Flächen mit PV zugekleistert wird?
Das schreibt sich schnell und klingt toll. Im Prinzip stimmt es schon: Dachflächen wären vorzuziehen.

Es gibt aber mehrere Punkte, die das Thema weniger eindeutig machen, als man denken sollte:
1. Der Flächenertrag von PV ist immer noch besser als Biogas.
2. Vom Standpunkt Naturschutz sind viele PV-Flächen wertvoller als Äcker, weil sie weder gespritzt noch gedüngt werden.
2. Der Erzeugerpreis einer Freiflächenanlage ist niedriger als auf Dächern.

Natürlich ist der Flächenertrag von Windenergie höher und Biogas liefert wertvolle Grundlast, und die Umwandlung von Ackerflächen speziell jetzt ein Problem.
Also ist es mal wieder kompliziert.

Trotzdem:
Freiflächenanlagen müssen keine zugebauten Flächen sein oder verloren für die Natur. Und ohne Freiflächen-PV wird die Energiewende niemals schell genug gehen oder der Strom bezahlbar bleiben.
Außerdem gibt es Konzepte wie Agro-PV, mit denen man Landwirtschaft und PV verbinden kann, teils ohne Ertragseinbußen.

Alles hat seinen Preis, und deswegen rollt es mir immer die Zehennägel auf, wenn die Leute von "unendlich vorhandener regenerativer Energie" sprechen und deshalb E-Fuels oder Wasserstoff fordern. Erneuerbare brauchen Land *1), und Land ist nicht unendlich.

*1) Fossile übrigens noch mehr (ich sag nur Braunkohle oder Uranbergbau).
Gestern durfte ich mal wieder durch Bayern....
Man erkennt keinen zeitnutzen der Freiflächenanlagen ausser vielleicht die Heugewinnung mit kleinerem Gerät..
Es gibt Projekte, schön.
Nur gibt es bestehende Anlagen, welche, ausser PV und Landschaftsverlust nur PV und Landchaftsverlust haben.
Und deren in Bayern... Mässig.
O-Ton Söder:
Wir in Bayern haben eine zu hohe Bebauungsdichte um Windräder aufstellen zu können, Weiters zu wenig Wind....
Deswegen setzen wir auf PV....

Na ja, wenn die Bebauungsdichte so hoch ist, gäbe es wohl genug Dächer zum montieren, warum also auf Mähweisen und Ackerflächen?

Die Bayrische Ausrede des nicht wollen....

Zurück zum MFH....
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Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

gekfsns
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Würd nicht alles so schwarz/weiß sehen,
Ich kenne Freiflächenanlagen, da macht es Sinn weil da z.B. wegen schlechtem Boden das Ackerland keiner mehr pachten wollte. Daraus wurde dann bei 2 mir bekannten Fällen ein Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere, die ich auf bewirtschafteten Flächen noch nie gesehen hab. Es gehört sich nur sowas in die Genehmigung, dass man für solchen Bedingungen sorgt.

Ich glaub das Thema einfache Lösung für Mehrfamilienhaus wäre eines, mit dem die Regierung am meisten positiven Effekt sorgen könnte. Es gibt noch so viele ungenutzte Mehrfamilienhaus Dächer und das würde sich schlagartig bessern wenn es dafür endlich eine einfache und lohnende Lösung gäbe.

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Guglhupf
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vorallem in den Großstädten sieht man auf den MFH beinahe keinerlei PV Anlagen und da würde der Strom wirklich dezentral erzeugt und verbraucht werden wo sonst zentrale Kraftwerke für die Energieversorgung zuständig sind.

Genauso bietet sich auf MFH Solarthermie an, da ist genauso wenig vorhanden.

Da muss es doch möglich sein, mit Smarten Zählern* eine tragbare, verständliche und einfach umzusetzende Gesetzeslage zu schaffen. Ok, ich habe es gerade selber gelesen, I'll see myself out


On my way out. Jetzt mal ernsthaft, wenn man es mit der Energiewende ernst meint, geht es doch gar nicht anders!



* Einen smarten Zweiwegezähler am Netzanschluss und dann jeder andere Zähler auch als Smartzähler mit zwei Zählerständen.
Ziel Nummer 1 erstmal den Eigenverbrauch möglichst hoch halten. Wenn die Anlage den derzeitigen Eigenverbrauch decken kann, geht das alles auf den Eigenverbrauchszählerstand und dort kostet die kwh so viel wie die Anlage auf 20 Jahre projektiert mit dem vorhergesagten Ertrag kostet. Hier fiktiv 5 cent/kwh. Womit dann auch die laufenden Kosten der Anlage gedeckt werden.
Ist der Eigenverbrauch höher, wird prozentual aufgeteilt. Entweder nach Last oder eben mit einem Verteilerschlüssel wie bspw. mit dem Allgemeinstrom und dem prozentualen Anteil an der Gesamtfläche. Wohnung x hat 10% der Gesamtfläche und bekommt im Grenzfall 10% der zur Verfügung stehenden Leistung. Wenn man die 10% in dem Moment nicht braucht wird auf die anderen Nutzer verteilt. Dafür eben die Smartzähler. Bedeutet dann bspw. 80% auf den Eigenverbrauchszähler und 20% auf den Netzbezugzähler.
Wenn es die kapazität zulässt und Wohung x mehr wie 10% der Leistung benötigt, geht das auch.
Bevor eingespeist wird geht der Überschuss bei Möglichkeit in den Heizstab fürs Warmwasser.
Als Sahnehäubchen noch ein mittelgroßer Speicher um Ertrag von den Mittagsstunden in die verbrauchsintensiven Abendstunden mitzunehmen.


Alternativ eben ein Lastverteilungsschlüssel anhand dem finanziellen Anteil an der Anlage. Das ist jedoch eine Ausführung für sich

Offensichtliche Denkfehler dabei?

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

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Für das System in einem Mehrfamilienhaus kommt eigentlich das Mieterstrommodell in Frage.
Bisher war es nicht recht rentabel, da für den Strom EEG-Umlage gezahlt wurde. Diese ist inzwischen jedoch Vergangenheit.
Prinzipiell kann man eine große Anlage aus n Teilanlagen bauen, die dann jeweils einen Mieter versorgen.
Vorteile:
- keine Abrechnungsprobleme
- jeder ist für seinen Verbrauch einzeln verantwortlich
- höhere Einspeisevergütung , da kleinere Anlage

Nachteile:
- kein Lastausgleich zwischen den Hausbewohnern
- höhere Investitionskosten
- Batterie schwer finanzierbar
- Strom der Nachbarn muß als Netzstrom hinzugekauft werden

Infos siehe auf der Webseite von polarstern-ernergie.de
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. inzwischen auch ein i3s in der Familie; 80 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Ladesäule vor der Haustür
#2307 Ladestart um 23:07

Re: MFH Mehrfamilienhaus: wie Solarstrom verteilen?

Guglhupf
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das Konzept habe ich gelesen und die verschiedenen Modelle.
Wieso soll es nicht möglich sein, die Bewohner und den Allgemeinstrom gemeinsam von einer Anlage aus zu versorgen? Die vielen kleinen Anlagen sind teuer und machen die Verkabelung und Anlage kompliziert und gerade da greift doch die Economy of Scale einer großen Anlage. Allein die Grundlast des Allgemeinstrom liegt hier im Bereich 7-8kw.
Das ist doch auch für Vermieter ein Argument. Mieter zahlen weniger für Strom und Nebenkosten und damit könnte ja mehr beim Vermieter hängen bleiben ohne, dass es für den Mieter teurer wird. In München sicherlich umsetzbar.
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