Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Solarenergie - Photovoltaik
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Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Wattamal
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Eine größere Anlage ist im spezifischen Baupreis (€/kWp) wegen der Grenzkosten günstiger -> schnellere Amortisation. Darüberhinaus bringt sie auch in sonnenarmer Zeit mehr Leistung (Streulicht), was die Deckung des Eigenverbrauchs begünstigt -> schnellere Amortisation. Und nicht ganz unerwähnenswert: jede für die "mickrige Einspeisevergütung" ins Netz gegebene kWh verdrängt letztendlich dreckigen fossilen Strom aus dem Markt und macht uns auch unabhängiger von Putin, Aserbaidschan und Co.. Die jetzige Fossilkrise bringt uns gerade die saftige Rechnung für den seit 2010 seitens Regierung, Windkraft- und Trassengegnern etc. ausgebremsten Ausbau der Erneuerbaren.
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Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

mofler
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webersens hat geschrieben: Ist schon ein sehr interessantes Thema...aber wenn du die Mehrkosten für den Speicher in eine viel grössere Anlage investierst rechnet sich das doch erst recht nicht(steuerliche Aspekte mal aussen vor).Diese Mehrkosten mußt du dann ja rechnerisch komplett mit der mickrigen Einspeisevergütung gegenfinanzieren was ewig dauert...und nachts hast du weiterhin die 5 kWh Durchsatz..
Ich hab da einen anderen Ansatz. Wie Wattamal geschrieben hat, habe ich durch die doppelte Anzahl an Modulen auch die doppelte Leistung an trüben Tagen.
Somit kann ich auch bei Regenwetter das Auto mit Überschuss laden. Ich hab eigentlich nur einen Tag unter der Woche und das Wochenende zum PV laden und das klappt mit der größeren Anlage fast optimal. OpenWB regelt das sauber aus. Da kommen auch hohe Autarkiegrade zu Stande, obwohl ich letzten Monat das Auto komplett über Nacht geladen habe und somit 30kWh aus dem Netz gezogen hab.

Die Einspeisevergütung ist mickrig, trotzdem kommt da doch was zusammen bei der Größe. Die ganze Anlage lag bei ~18.500€. Rechnet sich in meinen Augen auch bei 7,3 Cent sehr wohl!
IMG_3413.jpeg
September 2021
IMG_3412.jpeg
September 2021
Grüße
Konrad
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OpenWB_Ueberschuss1.JPG
Zeigt die Regelung von OpenWB
EV: Hyundai Ioniq FL

Bild
PV: 19,25 kWp
Wallbox: go-eCharger
Steuerung: OpenWB für PV-Überschuss laden

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Wattamal
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@mofler Das rechnet sich locker, denn selbst bei gedachter Volleinspeisung hätte sich Deine Anlage schon mit einem spezifischen Jahresertrag von nur 650kWh/kWp nach den 20 Jahren garantierter Vergütung komplett selbst bezahlt (650kWh/kWp/a * 19.25kWp * 0,073€ * 20a = 18,268€). Ein typisches unverschattetes O/W-Dach liegt z.B. bei etwa 850kWh/kWp im Jahr in der MItte Deutschlands und liefert Strom, so lange Tageslicht ist. Neben dem Einkauf macht bei einer PV v.a. die direkte Deckung des Eigenverbrauchs den Gewinn bzw. in diesem Fall die Ersparnis ggü. dem Netzbezug. Daher so groß wie sinnvoll möglich bauen. Ein Standard-Hausspeicher bei den heutigen Preisen verschlechtert die Rechnung immer, kostet zudem Rohstoffe und ist irgendwann Elektroschrott. Bei so 300€/kWh für den Speicher wird's langsam interessant, aber da liegen momentan noch Welten dazwischen. Der aktuell einzig sinnvolle Speicher (DIY-Lösungen ausgenommen!) steht vor dem Haus und hat 4 Räder!

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

mofler
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bei gedachter Volleinspeisung hätte sich Deine Anlage schon mit einem spezifischen Jahresertrag von nur 650kWh/kWp nach den 20 Jahren garantierter Vergütung komplett selbst bezahlt (650kWh/kWp/a * 19.25kWp * 0,073€ * 20a = 18,268€).
In Südbayern ist der Jahresertrag deutlich höher :D
PVSol.JPG
Spez. Jahresertrag 1.231,34 kWh/kWp
Laut Planung ist die Anlage in ca. 9 Jahren abbezahlt (Vollfinanziert - da sie sich ja von selbst abzahlt).
EV: Hyundai Ioniq FL

Bild
PV: 19,25 kWp
Wallbox: go-eCharger
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Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Wattamal
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Ok, Sehr cool! Bei mir lagern grad 22,2kWp in der Garage warten auf die Montage (SW/NO-Lage teilverschattet in Nordbayern. Trotzdem 900kWh/kWp im Jahr und berechnete Amortisation in 12 Jahren). In einem Jahr sollen nochmal 7,5kWp auf der Garage im Selbstbau dazukommen. Ich will in 2 Jahren auf Wärmepumpe umstellen, da ist die möglichst große PV-Fläche noch wichtiger.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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PV und Wärmepumpe in Verbindung mit einem großen (Warmwasser-)Speicher ist aus meiner Sicht die absolut perfekte Lösung.
Diese Investition, wenn man bspw. 5000 Euronen (oder mehr) investieren will, ist 100% sinnvoller als ein PV Speicher.

Wobei "groß" ist relativ, größerer Speicher ist besser. Da ist nach oben alles offen, vor allem wenn man 10-20kw Peak auf dem Dach hat.

PV Speicher müssen erst deutlich(!) preiswerter werden und finanziell aus der Range einer "Spielerei" raus kommen. Bei PV Speichern erwarte ich eine Amortisationszeit von unter 5 Jahren. Vorher ist es pures Zocken ob der Speicher min. 12 Jahre durchhält.

Merkwürdig, würde die Klientel die mit der Geldanlage in PV Speicher hochgradig Zockt, Ihr Geld auch an der Börse, auf 10 Jahre, real deutlich sicherer, anlegen ?
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Sonnenfahrer hat geschrieben:
Deckt sich mit meiner Einschätzung. In 10 Jahren mickrige 3910 Euro gespart - und was bitte kostet eine Speicherlösung ?

Die runden 3,9k kann ich auch sparen wenn ich 10 Jahre einen guten NT Tarif habe, ohne in Vorleistung gehen zu müssen und ohne beten zu müssen dass der Speicher 1x Jahre hält.

Sind denn Speicher bekannt, die bereits ~15 Jahre ohne Reparatur/Ausfall laufen ? Wohl eher nicht....
Also z.B BYD bietet 10 Jahre Grantie auf 80% bei einem Vollzyklus pro Tag. LFE Akkus gibts auch schon eine weile. Wenn man so etwas anbietet sollte man sich schon recht sicher sein (Es wurde erst von 60% auf 80% angehoben). Lebenserwartung wird mit 25 Jahren angegeben. OK, dass ist natürlich eher Glaskugel, aber 10 Jahre sind wie gesagt garantiert.

Zu den Kosten. Also ein 5kWh Akku von BYD kostet derzeit (kurze Internetrecherche) ca. 3500€. Natürlich braucht man einen passenden Hybridwechselrichter der teurer ist - sofern man den nicht noch mal extra anbinden will, was auch teurer ist. Mit dabei ist dann dafür gleich eine Notstromfähigkeit. Es gibt auch noch günstigere Systeme ohne groß selber Zellen zu löten (z.B Pylontech), aber BYD ist eine große Firma, bei der man Chancen hat, dass die nicht heute auf morgen verschwinden (was bei Garantie ja durchaus wichtig ist).

Bei deinem NT Tarif darfst Du beten, dass du da 10 Jahre einen guten Tarif hast.

Ich will nicht sagen, dass ein Speicher einen fetten Gewinn abwirft - vermutlich ist er eher kostenneutral und je nach Verlauf der Strompreise könnt er gar einen leichten Verlust bringen. Gewinn bringt er, falls er wirklich lange problemlos hält. Das ist Glückssache. Also genau wie die Strompreise, Inflation und Aktienpakete an der Börse zu halten. Wenn jemand knapp wirtschaften muss ist es also eher fragwürdig. Wenn man aber etwas Geld übrig hat, wäre es durchaus eine Überlegung wert.

Für mich ist die PV Anlage auf dem Dach heute schon eine gute Beruhigung gegen den Strompreisanstieg, da sie für die Hälfte meines Verbrauchs die Kosten deckelt. Mir geht es gerade wirtschaftlich gut und ich investiere also in eine Reduktion zukünftiger Risiken (besonders da ich annehme, dass die Ersparnisse demnächst ordentlich von der Inflation angefressen werden). Ich sehe das mit den Risiken also komplett gegensätzlich.

Ich habe allerdings einen deutlich höheren Stromverbrauch und bei mir skaliert das alles noch etwas besser.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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10 Jahre Garantie, Lebensdauer 25 Jahre. 12 Seiten Kleingedrucktes ?
~3650 Vollzyklen und danach noch 80% SOH, sportliche Voraussage.....
(Die Renten sind sicher...Niemand hat vor eine Mauer zu bauen..)

3500 Akku plus passender WR , dann sind wir bei ~5000 Euro. Selbst wenn beide Komponenten 10 Jahre halten und kurz nach der Garantie aussteigen, dann sehe ich da runde 0,0 Euro Gewinn. Aus 5K werden in 10 Jahren an der Börse min. 7K mit Wertpapieren - ohne Zocken.


@ 3650 Vollzyklen :lol:

Dazu fallen mir gerade Erfahrungen aus dem Smart Bereich ein. Es gibt wenige Vielfahrer die hatten den Lion Akku nach runden 2500 Vollzyklen oberhalb 200.000km mehr oder weniger "geschafft".

Die gleichen Zellen stecken im Übrigen auch in mal angebotenen PV Speichern von Mercedes.
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Wattamal
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Dass ein Speicher bei den heutigen Preisen ein Zocken auf hohe Strompreissteigerungen UND lange Haltbarkeit ist, muss ersteinmal vom Kunden durchdrungen werden (s. meine Rechnung der Kosten für eine kWh aus dem Speicher früher in diesem Thread). Die Verkäufer blenden mit dem schönen Begriff "Autarkie" und "Sie wollen doch nicht ihren schönen selbst erzeugten Strom für 7 Cent an das E-Werk verkaufen, der ihn Ihnen dann für 30 Cent wieder verkauft!". Großer Speicher und kleine ("am Verbrauch orientierte") PV sind heute das Standardangebot. Für den Verkäufer wenig Arbeit (Speicher muss nur reingetragen und angeschlossen werden; kleine PV ist schnell auf dem Dach), hohe Marge, schnell fertig und damit mehr Durchsatz -> viel Reibach. Für den Kunden aber die suboptimalste Lösung.
Und zur Garantie, wie schon erwähnt: der garantierte SoH ist nicht alles! Die Leistungselektronik ist ebenso ein potentieller Schwachpunkt, und oft schlechter durch die Garantie abgesichert. Man muss da ganz genau lesen.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

mofler
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Die Verkäufer blenden mit dem schönen Begriff "Autarkie" und "Sie wollen doch nicht ihren schönen selbst erzeugten Strom für 7 Cent an das E-Werk verkaufen, der ihn Ihnen dann für 30 Cent wieder verkauft!". Großer Speicher und kleine ("am Verbrauch orientierte") PV sind heute das Standardangebot.
Kann ich nur zustimmen, hatte echt Mühe einen Solateur zu finden der mir das nach meinen Vorstellungen baut. Wirklich alle Angebote sahen gleich aus - PV bis 10kWp und Speicher zwischen 6kWh und 11kWh - meist von E3DC.
Keiner wollte zumindest das Süd-Dach vollmachen, obwohl es passende WR dafür gibt.

Habe meine Anlage mit der Testversion von PVSol dann selbst geplant und danach eine Firma angefragt die eigentlich nur Gewerbebetriebe, Bauernhöfe, etc. macht, ob sie mir das so bauen würden. Chef meinte Planung passt und da sie nur 10km entfernt sind schiebt er mich dazwischen.
Hatte dann allerdings nicht viel Auswahl bei den Modulen, da er die beim Hersteller direkt im Container kauft. Musste dann nehmen was er da hatte....
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