Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

Solarenergie - Photovoltaik

Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

FLArne
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Hi,
die ist Situation sieht wie folgt aus.
In meinen Haus sind zwei Zähler verbaut, einer rechnet den "Hausstrom" ab, der andere den Strom für Wärmepumpe und EAuto (steuerbare verbrauchseinrichtung).

Nun möchte ich gerne in diesem Jahr in eine PV Anlage + Batteriespeicher investieren.

Auf mein Dach könnte ich wohl Module mit einer Leistung von 5-6kWp in Südausrichtung plus 5-6Kw in Westausrichtung verbauen.

Die Frage,die mich beschäftigt ist, wie ich am schlauesten den Batteriespeicher dimensioniere.
Das Grundlegende Problem ist, dass ich an meinen Standort eigentlich keine Heizung benötige, sobald die Sonne scheint (mache Warm-Wasser über Solarthermie). Lohnt sich in diesem Falle die Dimensionierung des Speichers auf den Gesamtverbrauch (KFZ+WP+Haus) +überhaupt?

Weiterhin frage ich mich wie ich kann dann die Batterieleistung einspeisen, sodass ich Haus+Auto damit versorge? Ist die Kaskadenmessung hier das Stichwort?
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Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

Misterdublex
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Also in Moment rechnet sich ein Batteriespeicher gar nicht.

PV ist immer sinnvoll. Da bekommst du noch eine Einspeisevergüstung. Auch ist ein hoher Eigenverbrauch optimal, jedoch extra speichern, um den Eigenverbrauch zu erhöhen lohnt nicht.

Ganz simpler Überschlag:

Stell dir vor dein Speicher wird 4 kWh netto haben. Dieser Speicher kostet ca. 5000 €. Zu 100% voll bekommst du ihn sicher nur von April bis September, also 6 Monate lang. Das wären dann in Summe 720 kWh/a die du speichern würdest.

Die könntest du selber verbrauchen und nicht einspeisen.

Würdest du die einspeisen gäbe es ca. 80 €/a Einspeisevergütung.

Würdest du keinen Stromspeicher haben ca. 210 €/a für das externe zukaufen aufwenden müssen.

D.h. dein Gewinn beträgt also ungefähr 130 €/a.

Nach ca. 40 Jahren hätte sich der Speicher amortisiert. Allerdings wird der Speicher bis dahin sicher 50% seiner Kapazität eingebüßt haben, dass verschiebt die Amortisationsdauer noch weiter nach hinten (dynamische Rechnung), ich tippe auf 60 Jahre.

Bei den hohen Speicherpreisen ist das Liebhaberei.

Erst wenn PV-Speicher pro kWh genauso viel kostet wie PKW-Speicher wird sich das rechnen. So 300 €/kWh wären gut.
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Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

PhoenixIQ
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Also diese Rechnung kann ich überhaupt nicht unterstützen.

Ich habe eine 9,99kWp Anlage mit 13,5kWh Tesla PowerWall 2.

Nettopreis inkl. Installation und Inbetriebnahme: 22.900 EUR; Baujahr 2018

2019 war das erste volle Jahr in dem die Anlage in Betrieb war. Auch hat sich mein Stromverbrauch durch den Ioniq Electric eingependelt.

Stromverbrauch ohne Elektroauto:
3.000kWh/a: 100% Zukauf bei Stadtwerken

Stromverbrauch mit Elektroauto:
6.500kWh/a
Zukauf bei Stadtwerken mit PV+Speicher: nur noch 1.500kWh/a
Einspeisung: 4.500kWh zu 12,2 Cent

D.h. Verbrauch mit Elektroauto mehr als verdoppelt, aber Zukauf durch die Anlage + Speicher halbiert.

Ich rechne mit 20 Jahre Betriebszeit: dann komme ich auf Gestehungskosten für die kWh von 15ct.

Vergleiche ich das jetzt mit den kosten für Stromeinkauf komme ich mit den aktuellen Strompreisen auf eine Amortisation von 13,5 Jahren inkl. Verzinsung für die Investitionskosten.

Die Strompreise werden in den nächsten Jahren aber weiter steigen.

Fazit: PV+Speicher funktioniert, ist finanziell attraktiv, amortisiert sich schneller durch steigende Strompreise und gibt mir ein tolles Gefühl den eigenen Strom verbrauchen zu können; auch für Mobilität. Des Weiteren steigen meine Strompreise durch die gesunkene Zukauf Menge nur noch unwesentlich die nächsten Jahre.

Ich kann PV+Speicher in Kombination mit Elektroauto nur empfehlen.
Ioniq Electric seit 12.02.2018 :D - 49.000km - 100% SOH - ~15kWh/100km
9,99kWp mit 13,5kWh Tesla PowerWall 2 :D

Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

yxrondo
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Ich empfehle Dir, gehe auf die Seite von Sonnen.de . Dort kannst Du dich informieren und gut beraten lassen.
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Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

FLArne
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Ich hab schon mit den Sonnen-Leuten telefoniert, leider war die Person am Telefon..sagen wir mal ...inkompetent. Soll jetzt keine Beleidigung sein, aber meine Fragen konnten sie nicht beantworten.

Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

DerSiedel
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Hallo!
Hier mal meine praktische Erfahrung bezüglich der Energiebilanz mit Speicher
Anlage: 4 KWp, Südausrichtung, Speicher 10 KWh, keine Rückspeisungsvergütung, Elektroauto

Bis Mitte November und ab Mitte Januar ernten wir an guten Tagen über 10 KWh, also füttern wir mit dem Überschuß schon sehr kleine Portionen in den Fahrzeugakku, reicht aber für den praktischen Fahrbetrieb noch nicht aus. Von März bis September haben wir so viel Überschußenergie, daß wir ausschließlich unseren Solarstrom laden und nur auf weiteren Reisen fremdtanken.
Eine 6 KWp Anlage würde also auf jeden Fall über längere Zeit auch einen größeren Akku voll bekommen als von MisterDublex angenommen. Ein 4 KWh Hausspeicher wäre allerdings für den Energiehaushalt viel zu klein...….die finanzielle Seite ist natürlich eine andere, da halte ich die Rechnung von PhoenixIQ für ziemlich realistisch.
Wir hatten letztes Jahr einen Eigenverbrauch von 78% und einen Autarkiegrad von 89%. Allerdings steht unser Ampera E, oder Twizy auch meistens tagsüber zu Hause zum Überschussladen. Unsere Fahrleistung liegt so bei 18000 km pro Jahr. Müßten wir das Auto mit Strom aus dem Hausspeicher über nacht regelmäßig laden, würde uns das natürlich die gute Statistik ganz schön verhageln. Für den Fall würde ich dann wahrscheinlich die Speicherkapazität um den Betrag erhöhen, der täglich verfahren wird, finanzielle wahrscheinlich "unsinnig"....siehe unten.
Die Frage mit der Wärmepumpe beschäftigt mich seit einiger Zeit auch. Wir haben auch Solarthermie auf dem Dach und einen durchschnittlichen Gas-Jahresverbrauch von 17000 bis 18000 KWh. Wir würden uns gerne von der fossilen Heiztechnik trennen, ich bin mir aber über die effektivste Technik noch überhaupt nicht im Klaren. Um den Energiebedarf einer Wärmepumpe zu decken müßten wir bestimmt noch Solarfläche und Speicher nachrüsten.

...und mal ein paar Gedanken zu der Frage: rechnet sich das?

Wenn ich mir unsere Konsumwelt so ansehe, frage ich mich wirklich, warum mir diese Frage so oft gestellt wird. Ich versuche den Leuten dann immer klar zu machen, daß wir an unserem nicht ganz preiswerten Energiekonzept viel Freude haben, ja, ein gutes Gefühl....das Anbauen von eigenen Erdbeeren und das Kochen der Marmelade daraus rechnet sich auch nicht.....kann aber für den Einzelnen trotzdem "geil" sein. Ein fettes Smartphone, ein Auto, ein schöner Urlaub, ein bequemes Sofa, das 15. T-Shirt, wer stellt da die Frage? So gut wie keiner. Vielleicht erlebe ich noch die Zeit, in der eine weitgehend autarke Energieversorgung des eigenen Haushalts zum Statussymbol wird. Derweil träume ich weiter und freue mich über meine ganz persönlichen Erdbeeren und wenn ich in 10 Jahren mal einen Strich unter die Rechnung mache hat es sich ja vielleicht doch gerechnet.

Grüße, Carsten
Renault Twizy seit 9/2014
Ampera E seit 2/2018
...und ein paar Fahrräder
8-)

Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

jimrockford
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PhoenixIQ hat geschrieben:...D.h. Verbrauch mit Elektroauto mehr als verdoppelt, aber Zukauf durch die Anlage + Speicher halbiert.
...
Fazit: PV+Speicher funktioniert, ist finanziell attraktiv, ....
Nur leider schreibst du nicht, welcher Anteil auf die Photovoltaik entfällt und welcher Anteil auf den Speicher. Der übliche Fehler, mit dem auch jeder Solateur einem den Speicher schönrechnen will, weil der Speicher bei solchen Rechnung nie einzeln betrachtet wird.
(Wer es genauer wissen will: dazu gibt es das Photovoltaik-Forum, und dort ist mir noch keine einzige Installation begegnet, die mit Speicher wirtschaftlicher gewesen wäre als ohne (Förderprogramme im Bereich Neubauten mal außen vor gelassen)).
Und dein E-Auto kannst du im Sommer mit einer einigermaßen intelligenten Ladestrategie (fast) vollständig auch ohne Speicher über die PV-Anlage laden. Dafür brauchst du keinen Speicher. Im Winter sind die Erträge dagegen so gering, dass du das E-Auto auch mit Speicher nicht nennenswert laden kannst - die Erträge werden bereits von deinen Haushalt vollständig verbraucht.
Fazit: Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch und macht einen glücklich. Er ist aber für sich alleine betrachtet nicht wirtschaftlich.

Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

Misterdublex
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@jimrockford:
Danke für deinen Beitrag,

Meine Rechnung war zwar nur ein grober Überschlag, aber dürfte ziemlich zutreffend sein.

Wir hatten das sehr ausführlich durchgerechnet, ein Bilanzpunktregler zur einfachen PV-Überschussladung tagsüber ist wesentlich wirtschaftlicher und geeigneter als ein überteuerter Speicher. Der Bilanzpunktregler kann den Eigenverbrauch extrem positiv beeinflussen.
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Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

FLArne
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Der Bilanzpunktregler ist ja ein interessantes Gerät.
Wenn ich das richtig verstehe schiebt er überschüssigen Strom der ansonsten eingespeist werden müsste in eine andere Leitung (wo dann ein thermischer Speicher dranhängt, oder was auch immer).
Das ist leider für uns nicht Interessant, da das jetzige EAuto tagsüber meist beim Arbeitgeber steht und wir Warmwasser bereits über Solarkollektoren erhalten.

Ich könnte allerdings meiner Frau den Zoe geben, sie arbeitet nur halbtags. Dann stünde das Fahrzeug ab c.a. 13 Uhr immer an der Steckdose.
Aber dann müßte ich wieder einen Verbrenner fahren, will man das?

Re: Umsetzung PV Anlage + Speicher für Haus, EAuto und ggf. Wärmepumpe

Misterdublex
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Zweites E-Auto kaufen. 😃
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