E-Auto in den Bergen

Re: E-Auto in den Bergen

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geka hat geschrieben: Also die einzigen Vehikel, die ich mit meinen knapp 50 Jahren Leben in den Alpen, neben der Straße mit Problemen stehen gesehen habe, waren kochende Verbrenner mit offener Motorhaube.
Wenn es denn jemals ein Problem mit BEV war, dann im Vor-Zoe-Leaf-Zeitalter.
Auch die ZOE kann man an ihre Grenzen bringen, und vielleicht ist es auch wichtig diese zu kennen?

Die ersten Erfahrungen mit der ZOE im Leistungsgrenzbereich hat mal jemand hier in 2013 auf dem Nürnberg Ring gemacht, ich denke es waren 2 1/2 Runden bis die Leistung nach voller Pulle auf 43kW begrenzt wurde (Derating wegen Temperatur)

Wir reden aber vom Berg, gut da habe ich die Grenzen ausgelotet. Auf der (leider für immer letzten) eRuda war die Bezwingung des Rettenbachferner am Plan, und weil es mir zu wenig spannend war, habe ich mir einen Wohnwagen ausgeborgt und bin die Tour mit diesem am Hacken gefahren.

Die Daten:
Sölden (1.368m üdM) - Oberer Parkplatz Rettenbachjoch (2798,16 üdM): 18km, 1430 Hm Differnenz. (nach der Anreise vom Ammersee, 190km und Schnellladen in Umhausen, 24km vor der Paßstrasse)
IMG-20190914-WA0027.jpeg
Und da war es an der letzten Kehre so weit, die Begrenzung wegen Temperatur hat zugeschlagen. Ok, ich hätte langsamer fahren können und den Linienbus nicht zwischen den Kehren überholen... aber was solls, das Drehmoment eines Elektrofahrzeuges am Berg ist so der Wahnsinn, da vergisst man glatt, hinten einen Wohnwagen dran zu haben. :)

Damit kann jeder sehen wie weit er von der Grenze entfernt ist mit seinem Vorhaben, ob alle Neuwagen diesen Standard entsprechen kann natürlich nicht gesagt werden, der neu id.3 allerdings scheint eher Bergab beim elektrisch Bremsen ein Temperaturproblem zu haben. Aber das ist eine andere Geschichte :)
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
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Re: E-Auto in den Bergen

Mometz
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Bin gestern den Timmelsjoch gefahren, vom Öztal ins Passeiertal nach Südtirol.
Tolle Aussicht, hat riesig Spaß gemacht, weil nicht viel los war.

Leider war ich noch mit dem Verbrenner unterwegs 😩, mein I5 kann ich erst direkt nach dem Urlaub abholen.
Auf dem Verbrauch habe ich nicht geachtet, ist für Euch eh uninteressant 😂
Ioniq 5 RWD 72,6 KW/h Batterie Uniq Relax-Paket 20“ Felgen Galactic Grey

Re: E-Auto in den Bergen

micstriit
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geka hat geschrieben: Also die einzigen Vehikel, die ich mit meinen knapp 50 Jahren Leben in den Alpen, neben der Straße mit Problemen stehen gesehen habe, waren kochende Verbrenner mit offener Motorhaube.
Wenn es denn jemals ein Problem mit BEV war, dann im Vor-Zoe-Leaf-Zeitalter.
Ich bin zwar erst 48, lebe in den Schweizer Alpen und habe noch nie eine offene Motorhaube auf einer Passstrasse gesehen. Als mein Vater noch Kind war, war es noch üblich, dass an Passstrassen überall an der Strecke Gießkannen standen um Wasser nachzufüllen. Jedoch hat sich diese Notwendigkeit mit der Einführung von Drucksystemen bei Kühlern Ende der 60iger komplett erledigt.
Was noch ein Problem ist, sind Autofahrer die nie gelernt haben Passstrassen zu fahren, da es bei Ihnen keine Pässe gibt. Sie fahren dann im viel zu hohen Gang runter und brauchen anstelle der Motorbremse die physischen Bremsen. Diese sind dann am Fuss des Passes futsch. Da hilft natürlich der EV dank Rekuperation.

Re: E-Auto in den Bergen

Fab5ter
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Die Autowelt von Rotz (die heißen wirklich so....) hat den Ioniq5 (72,6kWh, RWD) auf die Tortour geschickt. 1.000km mit 14.000 Höhenmetern durch die wunderschöne Schweiz.
Der Ioniq5 hat sich dabei sehr gut geschlagen, aber seht selbst.

https://www.youtube.com/watch?v=MCMkTglFY4M
seit 29.10.2021 - Ioniq 5 - AWD - LR - UNIQ - 19" - Digital Teal - Schwarz

Re: E-Auto in den Bergen

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Hier, in dem Video fährt einer mit dem RWD und der Großen Batterie über diverse Berge in der Schweiz, laut Tacho um die 15kwh, echt gute Werte!

https://www.youtube.com/watch?v=MCMkTglFY4M
IONIQ 5 - AWD - Shooting Star Grey Gebaut im Juni - Defekte und getauschte ICCU im Dezember
Installierte Updates: Februar Infotainment + MCU + LKA + ADAS + BMS

Re: E-Auto in den Bergen

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AbRiNgOi hat geschrieben:Die Bedenken gehen sehr rasch weg, wenn man seinen spezifischen Mehrstromverbrauch pro 1000m Höhe mal ausrechnet. Dieser ist absolut unabhängig von der Geschwindigkeit, langsames Fahren bringt weniger Luftwiderstand, egal ob rauf oder runter. Es macht null Sinn, hinauf langsamer als runter zu fahren, das langsame Fahren bringt immer den gleichen Verbrauchsvorteil wie in der Ebene.
.
Das stimmt so nicht ganz. Die ohmschen Verluste (Erwärmung eines elektrischen Leiters durch den fließenden Strom) steigen im Quadrat mit der Stromstärke. Bergauf musst Du eh mehr Strom geben, der Wirkungsgrad des Fahrzeugs sinkt entsprechend. Höhere Geschwindigkeit erfordert nochmals höhere Stromstärke. Du kannst den Wirkungsgrad damit merklich runterprügeln.

War mit dem i-MiEV bei der Schauinsland-Ralley dies Jahr deutlich festzustellen. Wir haben nur bis 80,5% SoC geladen, weil unser CHAdeMO-Lader da stoppt und die Ladeleistung darüber auch deutlich nachlässt.

Wer die Bergstrecke im Anstieg etwas zurückhaltender gefahren ist, hatte bei der 2. Runde oben noch ein paar Prozent Reserve. Einer unserer Fahrer ist mit 1 oder 1,5% SoC angekommen (und das auch nur, weil er sich mit sinkenden SoC immer mehr zurückgehalten hat) und hat es mit massiver Leistungsbegrenzung durch das BMS eben noch über die Kuppe geschafft ...
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/15 seit 01/16
Hyundai ioniq 5 RWD LR seit 11/21

Re: E-Auto in den Bergen

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Ich habe nicht geschrieben, dass schnelles Fahren hinauf nicht mehr Strom verbraucht als langsames fahren wie Dein Versuch zeigt. Trotzdem überwiegt auch hier sehr schnell der Luftwiderstand und nicht der Ohmsche Verlust an Zentimeter dicken Leitungen. (Wenn eine alte Batterie einen hohen Innenwiderstand hat, möge es anders sein, wird aber vom Bordcomputer ignoriert)

Der Versuch müsste anders aussehen: Gleiche zwei Geschwindigkeit am Berg und auf der Ebene. Der Verbrauchsunterschied zwischen Schnell und Langsam wird am Berg und auf der Ebene sehr ähnlich sein.

Und Dein E-Motor wäre der Erste der bei Nennleistung einen schlechteren Wirkungsgrad hat als bei Teillast.
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Re: E-Auto in den Bergen

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Der Mehrverbrauch steigt durch die quadratisch zunehmenden ohmschen Verluste irgendwann exzessiv an. Und entscheidend ist nicht allein der Wirkungsgrad des Motors, sondern der des Gesamtsystems. Der "erfahrene" Unterschied war größer als allein nach der etwas höheren Geschwindigkeit zu erwarten gewesen wäre (wiewohl auch der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit quadratisch ansteigt).
Gruß
Werner
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Re: E-Auto in den Bergen

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Der Luftwiderstand steigt mit der dritten Potenz an, durch die höhere Geschwindigkeit aber, und damit die kürzere Zeit kürzt sich das einmal heraus und der Verbrauch steigt durch den Luftwiderstand daher quadratisch. Beim Strom gilt natürlich der quadratische Anstieg durch mehr Leistung, aber eben durch die kürzere Zeit ist der Verbrauch nur linear steigend.
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Re: E-Auto in den Bergen

Fire
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Fab5ter hat geschrieben: Die Autowelt von Rotz (die heißen wirklich so....) hat den Ioniq5 (72,6kWh, RWD) auf die Tortour geschickt. 1.000km mit 14.000 Höhenmetern durch die wunderschöne Schweiz.
Der Ioniq5 hat sich dabei sehr gut geschlagen, aber seht selbst.

https://www.youtube.com/watch?v=MCMkTglFY4M
Schönes Video.
Als kleine Ergänzung möchte ich noch erwähnen dass es sich bei der Strecke über 1000km und 14'000 Hm um die Strecke eines Nonstop Radrennens handelt.
Meinen grössten Respekt vor den Radfahrern die das durchziehen :P

Gemäss den YouTube Kommentaren war der Ioniq wohl als Begleitfahrzeug eines Radfahrers unterwegs. Deshalb auch die relativ niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit und der Verbrauch von nur 15kWh auf 100 km.
Bei normaler Fahrweise kriegt man den IONIQ5 meiner Meinung nach nicht so tief runter.
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