Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Seba22
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Ich habe vor einen gleichen Dacia spring zu kaufen und die Batterie dort zu entnehmen und in meinen als zweite einbauen und somit die Reichweite verdoppeln. Glaubt ihr dass das möglich ist.
Tags: Dacia Spring
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Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

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Du hast drei Probleme zu Lösen:

1. den Platz. Da kenne ich den Wagen zu wenig
2. Das BMS, die anderen Steuergeräte werden nur ein BMS im Fahrzeug akzeptieren. Man müsste also ein BMS verwenden und jede Zelle einzeln mit der Neuen parallel schalten, nur so kann das BMS alle Zellen überwachen. Das Zusammenschalten kann man erst machen wenn die Zellen gleiche Spannung haben, also mit einem 100Ohm/10 Watt Widerstand über Nacht verbunden waren,
3. Die Reichweiten Anzeige wird niemals stimmen, die SOC Anzeige könnte stimmen.

Andere Lösung wäre die Batterien um zu schalten. Wenn du die Ausgangssignale des BMS (also nicht die Sensoren innerhalb der Batterie) umschaltest. Dann könntest du mit einer Batterie fahren bis diese leer ist, den Wagen abstellen (Zündung aus und warten) umschalten, neu starten und mit der vollen Batterie weiter fahren. HV Seitog würde ich beide Batterien fest verbinden und nix schalten, weil ohne Ansteuerung des BMS wird die eine Batterie auch Galvanisch getrennt bleiben. Die Pilot Line, also die Überwachungsleitung innerhalb der HV Kabel und den HV Steckern muss aber in Serie geschaltet sein und nicht wie die HV Kabel selber parallel sonst funktioniert die Steckerüberwachung nicht mehr.

Lösung zwei ist natürlich einfacher weil man das Batteriegehäuse nicht öffnen muss, hat aber den Nachteil der Pause beim Wechseln der Batterie.

PS: Ohne Hochvolt Schein (Ausbildung zur Abriet unter Spannung) ist es lebensgefährlich die Batterie zu öffnen, wenn du diesen Schein nicht hast oder machen möchtest bleibt dir nur Lösung 2.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 130.000 km

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Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Singing-Bard
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@Seba22

cooles Projekt, bitte mach auf jeden Fall einen Thread im Forum auf und dokumentiere dein Projekt hier mit Bildern und Fortschrittsberichten.

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Flowerpower
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Dann kannst du gleich die Rücksitzbank ausbauen. Neben dem Fahrer bleiben dir dann noch 69KG Nutzlast für schlanke BeifahrerIn.
"Wenn man Feuer mit Feuer bekämpft, bleibt gewöhnlich nur Asche übrig" -Abigail van Buren

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Casamatteo
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Klar, du kannst bei der Gelegenheit auch alle Sitze und Räder dazubauen, dann hast du einen achträdrigen Zehnsitzer-Dacia.

[Mod: entfernt]

Wer mehr Reichweite oder sonstwas will sollte sich ein Auto kaufen dass das von Haus aus kann. Umbauten sind meist sinnloser Aufwand, vor allem dann wenn es die Variante sowieso gibt. Früher wollten Jungs in ihren BMW 316i einen Sechszylinder einbauen, samt Getriebe, Achse, Bremse, anstatt einen 325i zu kaufen.
Smart ED3 EZ2013 55000km 2. 22-kW-Lader
6 Liter Diesel brauchen ca. 12 kWh Energie als 1,2 Liter Ölverbrauch in der Raffinerie, keine 42 kWh als Strom wie Andreas Burkert behauptet. Er hat vermutlich zudem US-Gallonen und Liter verwechselt.

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

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Wo möchtest du denn den zweiten Akku hinbauen? Möchtest du einen Zweisitzer aus dem Auto machen ?
Ist das nicht gut ?
Ja ! Das ist nicht gut !

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

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Ich habe mich gefragt, wie groß die Batterie beim Spring eigentlich ist und bin auf folgendes Video gestoßen:

Vielleicht gibt es jemandem Inspiration!
Seit Mai 2016 mit einem e-UP unterwegs -- Skoda Enyaq seit Mai 2021

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

MooseMan
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Seba22 hat geschrieben: Ich habe vor einen gleichen Dacia spring zu kaufen und die Batterie dort zu entnehmen und in meinen als zweite einbauen und somit die Reichweite verdoppeln. Glaubt ihr dass das möglich ist.
Ja, ist prinzipiell möglich.
Einfachster Weg: A) Umschaltung.
Du schraubst irgendwie das zweite Pack rein. Und bast dir einen Umschalter. Wenn Batterie 1 dann leer, dann hältst du an, machst die 12V-Batterie ab (Natoknochen). Noch bisschen warten, bis die Kondensatoren sich entladen haben, z.B. 5 min, dann ist alles an Steuerung und Überwachung durch die Steuergeräte erstmal stromlos. Dann klemmst du die HV-Kabel um auf Batterie 2 (Achtung: Hochvoltspannung). Dann klemmst du die 12V-Batterie wieder an, das System fährt hoch und du hast Batterie 2 zum Leerfahren.

Jedes Batteriepack BP1 und BP2 musst du also getrennt laden und getrennt leerfahren und dazwischen immer 12V umschalten. Die Identifikationsdaten des BMS (z.B. Seriennummer) müsstest du klonen vorher. Es wäre eine lästige Art der Verwaltung, aber als Range Extender und damit "Pannenhelfer" durchaus denkbar. Zum Umschalten müsste man immer anhalten. Und beim Laden auch immer Buch führen, welches Pack wie voll ist.

B) Parallelschaltung der Zellen

* Batteriepack 1 öffnen, die 72 Zellen von Batteriepack 2 einzeln parallel zu den 72 Zellen des Batteriepack 1 schalten. Dann im BMS von BP1 anpassen: Kapazität nicht mehr 102 Ah, sondern jetzt 204 Ah. So müsste sich dann alles automatisch anpassen: auch Ladung, Reichweitenanzeige, und so weiter.
Die 72 Zellen des BP2 würde man dafür irgendwo günstig hinpuzzeln, wo Gewichtsverteilung und Nutzbarkeit in etwa erhalten bleiben. Ein einfaches Thermal Management System würde man mit an die Zellen des BP2 konstruieren, das über das Thermal Management System des BP1 mit gesteuert wird, also als Parallelschaltung über entsprechende Relais.

Jetzt würde das ganze im Verbund agieren, als 1 große 50 kWh-Batterie, beim Laden und beim Entladen.

C) Eigentlich würde man bei deinem Wunsch kein zweites Spring-Batteriepack nehmen, sondern ein neues Batteriepack für den Dacia Spring konzipieren, mit neuen, deutlich energiedichteren Zellen und am Ende etwa gleichem Volumen und Gewicht des Batteriepacks, aber eben z.B. 70% mehr Kapazität. Sowas geht, wenn man sich z.B. 18650 oder 21700 Zellen besorgt mit hoher Kapazität und dann das Gehäuse richtig schön ausnutzt in seinem verfügbaren Volumen, sowie ggf. noch etwas erweitert in die Richtungen, wo noch etwas Platz ist.

Mit dem Ansatz haben Startups im BMW i3 und Fiat 500 schon 2018 deutlich mehr Batteriekapazität realisiert. Zwei Beispiele:

BMW i3 => auf 100 kWh
https://www.elektroauto-news.net/2018/l ... reichweite
https://lionsmart.com/lion-light-battery/

(Alter) Fiat 500e (der kalifornische) => auf 56 kWh
https://pushevs.com/2018/01/10/fiat-500 ... cuderia-e/
Normal Fiat 500e with 24 kWh battery: 17.000 € (VAT exclusive)
Fiat 500e with CCS capability and 40 kWh battery: 25.000 € (VAT exclusive)
Fiat 500e with CCS capability and 56 kWh battery: 49.000 € (VAT exclusive) – limited to 49 units

D) Man nimmt Module aus Unfallautos mit Batteriepacks hoher Energiedichte, z.B aus verunfallten Tesla Model S 100 kWh. Und dann 8 Module von den 16 Stück. Das liefert ca. 50 kWh (das ist etwa doppelte Spring-Kapazität). Es liefert eine 48s Konfiguration (8s 6s), die man über einen DCDC auf 72s umkonvertieren müsste (beide Richtungen Laden und Entladen). Mit 12 Modulen aus Model S wäre die Spannung genau passend (72s), aber dann muss man schon ca. 400 kg (statt 190 kg im Spring) unterbekommen.

Die Tesla Model S Module samt BMS und TMS sind schon gut reverse engineert. Trotzdem ist natürlich viel zu tun, um das zueinander passend zu machen.
Auch ein BMW i4 oder XPeng P5 wären gute Modulspender mit ihren Zellen/Modulen.

XPeng P5 66/70 kWh => hat 12 Module a 26s1p in 4s3p der Module. Wenn man davon 9 Stück nimmt , die den Unfall überlebt hätten, und als 3s3p schaltet, hat man 78s 3p (78 s und 72s passt schon brauchbar zusammen, die letzten 6s kann man noch rausschalten, wenn man die BMS-Drähte vom Spring-BMS an die 3p Zellen des Xpeng P5 verklöppelt) und damit um 50 kWh. Gewicht wären etwa 270 kg, und damit um 100 kg mehr als im Spring.

PS: Immer zu beachten: die Nutzlast des Spring verringert sich dann entsprechend.

E) Mit Abstand das einfachste: Auto wechseln auf einen MG ZS EV. Der kommt gleich als Standardbatterie mit 44/48 kWh und damit dem doppelten des Dacia Spring. Und hat etwa vergleichbare Größe. Spring verkaufen, MG ZS EV mit Standardbatterie kaufen. Oder auch sowas wie einen gebrauchten Hyundai Kona electric mit 39 oder 64 kWh.

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

Elektrofisch
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Hallo zusammen,
ich will ja jetzt nicht den Miesepeter geben, aber dass so etwas gefährlich ist und zum Verlust der Betriebserlaubnis führt ist euch schon klar?
Ich arbeite seit 40 Jahren auch beruflich mit Power Elektronik und weiß, dass mit fetten Akkus nicht zu spaßen ist...

Viele Grüße
Thomas
Mii electric plus tornadorot mit allem; bestellt am 26.Juni 2020, abgeholt am 09.April 2021
Sonstige KFZ: BMW 323i touring, 328i cabrio(beides E36) und Mercedes SLK 320

Re: Zweite Batterie aus einem Unfallwagen dazubauen.

MooseMan
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Hallo, ich würde sagen: erstmal geht es um die Diskussion der technischen Machbarkeit. Dass da Hochvolt-Spannung drauf ist, weiß der OP glaube ich, selbst. Verlust der Betriebserlaubnis: ja, wird erstmal so sein. Aber es gibt ja Einzelbetriebserlaubnisse. Genügend Umbauer in DE bekommen ihre Umbauten am Ende auch auf die Straße.

Und eben: klar, eine Batterie aus einem Unfallwagen (wenn man so einen kaufen würde) wäre erstmal eine Wundertüte.

Der OP sollte wissen, dass in solchen Fällen quasi immer ein Fahrzeugwechsel die letztlich billigere Alternative ist. Aber wenn es um Machbarkeit geht: (egal zu welchem Aufwand und Gesamtkosten). ich würde sagen: ja, geht. Es bringt halt auch Einschränkungen mit sich, die man sich vorher überlegen sollte.
VG, MooseMan
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