Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Daniel alias "Der Blauzahn" hat mein Material das ich gestern bei der Aiways U5 Probefahrt gemacht habe, zu einem kleinen Video verarbeitet. Nochmals Danke dafür.
https://www.youtube.com/watch?v=PN-6Ksx_ZeU&t=9s
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Danke VR46 und Blauzahn für die aufschlussreichen Bilder! Steht da wirklich ein Familienfahrzeug, dass unseren Opel Zafira C ersetzen kann? Ich glaube es noch garnicht. Jetzt fehlt nur noch die Kohle. ;-)

Grüße

Hardy

Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Also als Familienfahrzeug taugt er vollkommen. Platz ist da kein Thema. Das kann ich wirklich sagen. Vor allem ist ein Kofferraum vorhanden der etwas aufnimmt.
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Ich hatte gestern in Rottweil das Vergnügen einer sehr ausführlichen Probefahrt von über einer Stunde.

PROS
* Sehr geräumig. Auch Hinterbänkler sitzen 1st class.
* 210 cm Liegelänge im Kofferraum. Sitzlehnen wahlweise leicht schräg umklappbar oder Sitzbank und Sitzlehnen, dann ist es bis zur umgeklappten Bank absolut flach.
* Für Auto-Camper: Viel Stauraum unter dem Kofferraumboden, eher noch mehr als beim M3.
* Gutmütiges und ausgeglichenes Fahrverhalten. Habe das Auto mehrfach hart um die Kurven getrieben und in Kurven eingebremst. Das Lenkrad blieb stets butterweich und gab kaum stressige Rückmeldungen. Dem einen viel zu indirekt, für mich unter grenzwertigen Situation eher super entspannt. Bis dann an der Grenze sehr laut und hart das ESP im Bremspedal vibriert. Aber nur das Pedal erschreckt einen, das Fahrzeug bleibt souverän in der Spur.
* Auf dem Landstraßenteil bei trockenen 5 °C mittelte sich der Verbrauch (zurückgesetzt) auf 20,4 kWh (Heizung auf 23°, Sitzheizung beider Vordersitze). Das fand ich überraschend wenig für Größe und Gewicht.
* Der Bird View der Parkhilfe ist super gelungen und eine Freude.
* Das große Panorama-Dach ist ein Genuss.
* An der Ladesäule (Kaufland 50er CCS) zog das Auto (Säulenangabe abgegebene Leistung, minutenweise abgelesen) von 50% beim Anschluss sofort 42 kW. Dies wurde dann binnen 5 Minuten auch nicht mehr.

CONS
* Auf der Autobahn mittelte sich der Verbrauch mit 120er Grundtempo, 80er-Baustelle und 150er-Sprints auf 34,8 kWh. Das entsprach ziemlich genau meinen negativen Erwartungen und mir persönlich ist das zu viel.
* Die Software ist noch deutlich zu buggy. CarPlay ist nicht aktivierbar, ein Navi gibt es aber nicht. Einzelne Einstellungen können aktiviert werden, setzen sich selbst aber wieder auf aus. Es sind zuviele Tastendrücke für Banales erforderlich. Der Bordcomputer liefert nur die Fahrinfo und setzt sich nur beim Ausschalten und Abschließen des Autos zurück (oder der sehr interessiert-engagierte und freundliche Verkäufer und ich waren zu unwissend dafür).
* Die Übersetzungen im System sind teilweise sehr daneben. Da wurde kontextfrei übersetzt und das merkt man dann auch.
* Der Spurhalteassistent ist ein Desaster. Das Auto fährt wie ein Kinderspielroboter der 80er Jahre von Linie zu Linie und lenkt erst, wenn der Warnpiepser dezent erklingt. Es wirkt, als hätten die Entwickler das Warnsignal als Input für den Lenkeingriff verwendet, statt das Auto viel früher und sanfter in der Mitte zu halten. Unbrauchbar in dieser Fassung und eher nervig.
* Die Rekuperation ist zwar im Menü in der dritten oder vierten Ebene einstellbar, aber ich konnte weder nennenswerte Rekuperation noch einen Unterschied zwischen den Einstellungen im Fahrbetrieb feststellen. Wer nicht bremst, fährt ungebremst weiter.
* KIA-/HYUNDAI-Fahrer aufgepasst: Es gibt keine Sitzklimatisierung!

ZUSAMMENGEFASST
* Ich halte das Fahrzeug für einen Luxus-Zweitwagen. Großer Akku, viel Platz. Daheim voll geladen losfahren, Kinder zum Sportplatz und Großeinkauf.
* Als Reisefahrzeug ist es nicht nur wegen des (noch) unbrauchbaren Spurhalteassistenten unbrauchbar, sondern auch wegen des dann viel zu hohen Verbrauchs im Verhältnis zur Ladegeschwindigkeit. Selbst, wenn ich mit durchschnittlich 80 kW laden könnte, sind das doch nur rund 220 km/h Ladegewinn zu hohen Kosten.

Wenn die Software mal richtig steht, ist das Fahrzeug als Zweitwagen vielleicht ein Kauf. Als Erstfahrzeug sollte man m. M. n. unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten weiter zum e-Niro greifen oder eines der frisch in Zeebrugge eingetroffenen MY kaufen.

DER HÄNDLER
Ich war der erste Probefahrtkunde für den U5 in Rottweil (laut Marktleiter) und wurde eher als Wissensbringer willkommen geheißen. Es gab kein Verkäufer-Bla-Bla, sondern einen angeregten Austausch und viele Fragen/Interesse an meiner Einschätzung als “erfahrener” E-Auto-Fahrer. Im Grunde befand ich mich im Reich der Ahnungslosen, aber Hochmotivierten. Es wurde jedoch nicht der Versuch unternommen, dass zu kaschieren. Man will dort lernen, und das schnell. Dadurch war der Besuch keine negative Erfahrung. Leider ist auch das Produkt noch nicht ausgereift. Dafür kann auch ein sehr freundlicher, offener und motivierter Verkäufer nichts.
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

sheridan
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Wow, mit dem Autobahn-Verbrauch kommt man noch nicht mal 200km weit. Vielleicht säuft er überproportional ab 120, die Frontfläche und fehlende Wärmepumpe helfen natürlich auch nicht.

Spurhalteassistent finde ich jetzt nicht so kriegsentscheidend, aber ACC sollte in einem Reisewagen schon ordentlich funktionieren. Hast du das auch getestet ?
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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ACC ist im Fahrzeug als Vorstufe zum iQdrive (oder so ähnlich heißt der Spurhalteassistent) geschaltet. Man aktiviert also mit jedem Tastendruck von AUS auf ACC auf iQdrive auf AUS.

Der ACC arbeitet nach meinem Eindruck nicht so schön wie ich es vom IONIQ (vFL und besonders dem FL) kenne. Man regelt mit dem Stellrad den Abstand in 8 Stufen. Das Fahrzeug zeigt die unteren drei rot, die mittleren orange und die übrigen blau oder grün (weiß ich gerade nicht mehr) an. Für meinen Geschmack reagiert das System eher später und stärker bei der Adaption. Der IONIQ z. B. behandelt den Abstand viel gelassener in Abhängigkeit davon, ob das vorausfahrende Fahrzeug schneller oder langsamer wird und lässt ggf. auch eine kurzzeitige Verdichtung zu. Der U5 schien mir nur den Abstand an sich zu sehen, nicht die Dynamik des Geschehens. Dementsprechend fühlt sich die Fahrweise nicht so ruhig an, die Verzögerung erfolgt später und stärker.

Beim Ausscheren hinter einem LKW erfolgt die Beschleunigung auf Solltempo noch etwas später als der IONIQ vFL. Vor allem aber erfolgt die Beschleunigung im ECO-Modus dann sehr langsam. Ich hatte das 20 Sekunden lang das Gefühl, dass Auto hätte die eingestellte Geschwindigkeit vergessen. Aber der Tacho kletterte doch km/h-Weise langsam von 95 auf 120. Ich meine, dass wäre auch im Sport-Modus noch so gewesen, den ich auf beiden Teilstrecken zeitweise aktiv hatte.

In dem Zusammenhang ist mir noch ein weiteres Software-Manko aufgefallen: Die Warnsignale des Autos erfolgen recht leise. Das ist grundsätzlich angenehm. Allerdings ist die Signallautstärke nicht an die automatische Lautstärkeanpassung (hatte ich geprüft und war auf max gestellt) gekoppelt. Bei Tempo 130+ waren kaum noch der Blinker und gar nicht die Warnsignale des Spurhalteassistenten zu hören. Ein jüngerer Fahrer wird das vielleicht nicht als „etwas leise“ bemerken. Ich sprach mit dem Verkäufer und wir haben beide (trotz aufmerksamer Wiederholung und Hinhörens) keine Piepser vom Auto mehr hören können, obwohl im Display oder an den Außenspiegeln (Totwinkelassistent) die entsprechenden optischen Warnungen angingen.
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

Helfried
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Zweisam hat geschrieben: Der U5 schien mir nur den Abstand an sich zu sehen, nicht die Dynamik des Geschehens
Das heißt, der Wagen wird jedesmal abrupt langsamer, wenn man überholt worden ist, weil er nicht berücksichtigt, dass der meist zu knapp vor einem einscherende Überholende ohnedies von sich aus den Abstand vergrößert mit seiner höheren Geschwindigkeit?

Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Zweisam hat geschrieben: * Der Spurhalteassistent ist ein Desaster. Das Auto fährt wie ein Kinderspielroboter der 80er Jahre von Linie zu Linie und lenkt erst, wenn der Warnpiepser dezent erklingt. Es wirkt, als hätten die Entwickler das Warnsignal als Input für den Lenkeingriff verwendet, statt das Auto viel früher und sanfter in der Mitte zu halten. Unbrauchbar in dieser Fassung und eher nervig.
liegt halt daran, dass es nur ein Spurhalteassistent ist und kein Spurfolgeassistent. Ist beim KONA auch so. Der Spurhalteassistent „Pendelt“ und der Spurfolgeassistent hält das Fahrzeug schön in der Mitte.
Aber ich gebe Dir recht, dass an der Software noch einiges zu tun ist. Die Frage ist nun, wie schnell Aiways an der Software arbeitet und Verbesserungen und Wünsche einarbeitet.
Zuletzt geändert von Gunnar_g am Di 1. Dez 2020, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
Derzeit mit einem Hyundai Kona 64 grinsend unterwegs

Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

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Helfried hat geschrieben: Das heißt, der Wagen wird jedesmal abrupt langsamer, wenn man überholt worden ist, weil er nicht berücksichtigt, dass der meist zu knapp vor einem einscherende Überholende ohnedies von sich aus den Abstand vergrößert mit seiner höheren Geschwindigkeit?
Die Fahrsituation hatte ich so nicht. Das kann ich daher nicht beantworten. Meine Beobachtung war, dass das Auffahren auf ein langsameres Fahrzeug weniger geschmeidig und das Abbremsen weniger unauffällig erfolgt als beim IONIQ. (Bei letzterem merkt man manchmal gar nicht, wie das System das Fahrzeug vorausschauend verlangsamt.)

Ich räume aber ein, dass meine Priorität bei der Fahrt auf dem iQdrive (oder wie das im Display hieß) lag und ich nur sehr kurze Teilstücke ACC only gefahren bin.
Gunnar_g hat geschrieben:
Zweisam hat geschrieben: * Der Spurhalteassistent ist ein Desaster. Das Auto fährt wie ein Kinderspielroboter …
liegt halt daran, dass es nur ein Spurhalteassistent ist und kein Spurfolgeassistent. Ist beim KONA auch so. Der Spurhalteassistent „Pendelt“ und der Spurfolgeassistent hält das Fahrzeug schön in der Mitte.
Ich bin mir sicher, dass Aiways da noch einiges nachliefern wird. Aber ist der LKAS beim Kona nicht derselbe wie beim IONIQ? Ich habe nur den Vergleich zu den beiden IONIQ-Generationen, und davon ist der U5 in der von mir gefahrenen Softwareversion so weit entfernt wie Weinschorle von Champagner. Der IONIQ macht mir im LKAS-Betrieb keine Angst.

Eines haben übrigens beide gemeinsam: Wenn man das Lenkrad loslässt, schalten die nach Ablauf der Warnung (IONIQ: 2 Stufen, U5: Eine Stufe) einfach den LKAS aus.
Zuletzt geändert von Zweisam am Di 1. Dez 2020, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kleiner Probefahrt Bericht aus Bayreuth

mama
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Eine einfache Frage die mich interessiert:
Wenn man auf das Bremspedal tritt, rekuperiert der Wagen dann oder bremst er einfach nur mit den Scheiben- oder Trommelbremsen?
(Die allermeisten Elektroautos rekuperieren, was auch sehr sinnvoll ist, aber manche eben nicht, wie wohl das Tesla Model 3 das ich vor einigen Wochen gefahren bin. Ist für mich ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Elektroautos.)
Neuen E-Golf 100 kW im Februar 2018 gekauft in der Hoffnung diesen mindestens 15 Jahre zu fahren. Wird spannend ...
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