Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Angesichts des bevorstehenden EU-Wahlkampfs wird ja gerade viel über das so genannte "Verbrenner-Aus" diskutiert.
Es gab ja auch bereits einen Thread mit einer Diskussion dazu, aber in dem ging es eigentlich nur darum, ob man an der jetzigen Regelung festhalten sollte oder sie ersatzlos streichen.

Was wollen die Gegner der Nullemissionsfahrzeuge 2035 (so genanntes "Verbrenner-Aus")?
Auch die Vorstöße von CDU und FDP dagegen sehen nur eine Streichung der heutigen Regelung für 2035 vor. Hauptsache, dem Wahlvolk muss nichts zugemutet werden; irgendwelche alternativen Ideen, wie es aber stattdessen weitergehen soll auf dem Weg zum klimaneutralen Verkehr? Fehlanzeige!

Die CDU labert Unsinn über Technologieoffenheit (die es längst gibt) und hofft darauf, dass schon noch irgendwas erfunden werden wird, das dem E-Auto Konkurrenz machen könnte. Dazu am besten die Strafzahlungen der Flottengrenzwert streichen, damit die Autobauer auch genug Geld haben, die neue noch unbekannte Wundertechnik zu erfinden - und damit sogar dafür sorgen, dass der deutsche Staat selbst Strafzahlungen in Milliardenhöhe leisten muss. Aber Hauptsache, denn Autoherstellern geht's gut.
Im Prinzip also wie die 16 Jahre Unionsregierung davor: Einfach so tun, als müsse man nichts tun, und die Probleme ganz elegant in die Zukunft verschieben.

Reichen die Emissionszertifikate nicht aus?
Die FDP will nicht nur Strafzahlungen stunden, sie stellt gar das komplette System der Flottengrenzwerte in Frage - also auch in den Jahren bis 2035 soll sich bei den Neuzulassungen nichts ändern.
Sie glaubt dabei, man könne einfach alles dem Emissionshandel überlassen. Weil die erlaubten Emissionsmengen jedes Jahr sinken, löse sich das Problem der Emissionen von alleine, weil ja Kraftstoffe immer teurer werden. Das ist aber eine höchst kurzsichtige und vor allem unsoziale Strategie.

Es würde funktionieren, wenn die Menschen alle rationale Wesen wären, die Marktentwicklungen der Zukunft vorhersehen und berücksichtigen. Aber das ist naiv, denn es hat sich immer wieder gezeigt (auch bei Heizungen), dass die Menschen bei Kaufentscheidungen fast immer mit den aktuellen Energiepreisen kalkulieren und völlig außer Acht lassen, wie sich diese Preise in Zukunft entwickeln werden. Außerdem wird Geld, das man heute ausgeben muss, sehr viel höher gewichtet als das, was man vielleicht irgendwann einmal zahlen muss.
Also kaufen sie weiter noch jahrelang Verbrenner - die dann aber eben auch noch 15 bis 20 Jahre lang Benzin und Diesel brauchen. Je mehr Leute das tun, desto teurer werden in einigen Jahren die Zertifikate sein, weil das Angebot fest limitiert ist und die Nachfrage wegen der immer noch vielen Verbrenner auf den Straßen hoch. Dann geht das große Heulen los. Einfach zum E-Auto wechseln geht dann auch nicht, weil bei so hohen Kraftstoffpreisen Verbrenner auch am Gebrauchtwagenmarkt kaum mehr jemand haben will und man wenig Geld dafür bekommt. Gebrauchte E-Autos werden hingegen immer begehrter, denn es gibt zu wenige, weil ja alle Verbrenner gekauft haben.
Es werden also zu viele Autos in den Markt gebracht, die in Zukunft nicht mehr benötigt werden, denn wenn die Emissionen sinken sollen, muss eben auch weniger mit den Kisten gefahren werden, auf welche Weise auch immer.
Im Endeffekt führt das also dazu, dass Autofahren für alle erheblich teurer wird - und sich Leute mit geringem Einkommen die Fahrten kaum noch leisten können. Verbrenner brauchen viel zu teuren Sprit, E-Autos (vor allem kleine und preiswerte) gibt es nicht genug. Ein volkswirtschaftliches Desaster und hunderte Milliarden Euro Geldverschwendung.

Da werden dann vermutlich auch schnell die Rufe laut, die Zertifikatpreise oder Mineralölsteuern zu senken, wegen der armen Krankenschwester auf dem Land. Das ganze System wird so ad absurdum geführt - ein System, was nicht bereits zum Kaufzeitpunkt die richtige Lenkungswirkung entfaltet, ist zum Scheitern verurteilt.

Was ist schlecht am jetzigen System?
Also das Flottengrenzwertsystem doch so lassen, wie es ist? Sicher besser als die Vorschläge von CDU und FDP, aber Hand aufs Herz: Die derzeitige Lösung der EU ist auch nicht besonders gelungen. Eine Regelung über Flottengrenzwerte ist erst einmal kein völlig falscher Ansatz, weil er bereits den Neuwagenmarkt zu Veränderungen zwingt und damit das größte Problem des Emissionshandels angeht. Aber sie krankt auch an zwei Problemen:
  • Erstens ist es mit seinen nur vier Stufen viel zu grob. Ab 2025 -15 %, ab 2030 -50 %, ab 2035 -100 %. Das sind recht abrupte Stufen. Sinnvoller wäre es gewesen, die Grenzwerte über zehn Jahre hinweg um jährlich 10 % zu senken.
  • Zweitens, und das finde ich noch problematischer, gelten diese Grenzwerte über alle Fahrzeugklassen hinweg. Dies führt zur Verdrängung kleiner und billiger Autos. Wir spüren das bereits heute. Warum? Weil die Grenzwerte letztlich auch mit kleinen Verbrennern nicht einzuhalten sind, haben die Hersteller nur zwei Möglichkeiten: Entweder, sie verkaufen entsprechend mehr E-Autos oder sie zahlen die Strafen. Beides kostet Geld, denn man muss im ersten Fall E-Autos rabattieren, um auf das Volumen zu kommen, und bei den Strafen ist es sowieso klar. Da kleine Autos aber weniger Marge abwerfen, streicht man sie lieber aus dem Programm oder macht sie erheblich teurer. Die großen Verbrenner hingegen haben das Margenproblem nicht so sehr, weswegen sie weiter verkauft werden - häufig als Hybride mit ihrem auf dem Papier viel kleineren Emissionswerten (obwohl sie in der Realität drei- bis viermal so viel CO2 emittieren, wie man inzwischen weiß).
    Dabei sind die Käufer großer Autos die, die sich auch problemlos Elektroautos mit genügend Reichweite kaufen könnten.
Wie könnte man das alles also besser lösen?

Das richtige System sollte:
  1. für eine sofort beginnende und konstant größer werdende Reduktion der Neuzulassungen fossiler Verbrennerautos sorgen, bis sie 2035 oder evtl. 2040 fast keine Rolle mehr auf dem Neuwagenmarkt spielen.
  2. so gestaltet sein, dass die Mehrheit der Menschen sie versteht und mitträgt
  3. ohne Verbote auskommen, sondern fossile Verbrenner lediglich hinreichend unattraktiv machen
  4. dabei aber trotzdem sozial ausgewogen sein, um nicht bestimmte Einkommensschichten komplett von der individuellen Mobilität abzuschneiden.
  5. den Staat möglichst kein Geld kosten
Ich bin der Ansicht, dass es eines abgestuften Systems bedarf, das dafür sorgt, dass der Markt sich nach und nach von oben nach unten umstellt - also zunächst Käufer teurer Autos zur E-Mobilität bewegt und dann nach und nach auch die preiswerterer Fahrzeuge.

Man könnte hierzu ein Malus-System einführen, bei dem bei Verbrennern nach und nach der Anteil am Kaufpreis, der ein bestimmtes Limit übersteigt, mit einer hohen Steuer belegt wird.

Beispielsweise könnte man hier ziemlich sofort mit 80 k€ Freigrenze und einem Steuersatz von 50 % anfangen. Ein Auto für 100 k€ würde dann mit 10 k€ Steuern belegt (50 % auf den 80 k€ übersteigenden Anteil).

Dann senkt man die Freigrenze jedes Jahr um einige tausend Euro ab. Bei einer Grenze von 60 k€ würden dann auf einen Verbrenner für 70 k€ Kaufpreis 5 k€ Steuern kommen, auf einen für 100 k€ bereits 20 k€.

Irgendwann hat man dann 0 € erreicht und die Steuer wird auf den gesamten Kaufpreis fällig.

Die Steuersätze kann man auch dynamisch anpassen und ggf. jährlich nachsteuern, um die gewünschten Quoten zu erreichen.

Vorteile eines solchen Systems:
  • Das böse Wort "Verbot" ist weg (was streng genommen auch jetzt bereits falsch ist, aber trotzdem so gesehen wird). Verbrenner zu kaufen bleibt dauerhaft möglich, wird aber (bereits zum Kaufzeitpunkt erkennbar) komplett unwirtschaftlich.
  • Es gibt wirksame Kaufanreize sofort (und nicht faktisch kaum wirksame über eine mögliche Preissteigerung in der Zukunft).
  • Kraftstoffe werden nicht exorbitant teuer, weil der Bedarf nach ihnen sinkt. Wenn die nachgefragte Menge genauso schnell sinkt wie der Emissionspfad vorschreibt, bleibt der Betrieb der vorhandenen Verbrenner für die Bevölkerung bezahlbar.
  • Zunächst einmal werden die zum E-Auto gedrängt, die sich ein solches auch problemlos leisten können - und wo auch die Preisunterschiede gering sind. Mit dem Hochlauf der E-Mobilität können die Autobauer über die Skaleneffekte die Kosten senken, so dass nach und nach auch günstigere E-Autos möglich sind.
  • Einkommensschwächere Kunden werden erst nach und nach zu E-Autos gedrängt - wenn diese voraussichtlich ohnehin billiger sind als heute.
  • Die Hersteller können bis dahin vorerst weiterhin Verbrenner-Kleinwagen mit geringen Margen anbieten und müssen die nicht wegen der Strafzahlungen oder Ausgleichs-E-Autos vom Markt nehmen.
  • Parallel zum Hochlauf kann sich die wohnungsnahe Ladeinfrastruktur entwickeln, die heute noch ein Hemmschuh für alle ist, die keinen elektrifizierbaren Stellplatz haben (hier muss der Staat auch unbedingt tätig werden!)
  • Statt den Autokauf (der stets gesellschaftlich schädlich ist) über Fördergelder aus dem Steuersäckel zu subventionieren, kommt im Gegenteil Geld in die Staatskasse. Das kann man als Klimageld auszahlen oder damit zum Beispiel den Aufbau der Ladeinfrastruktur fördern.
Sicher kann man an dem Modell noch ein wenig feilen, aber ich sehe das als einen Weg an, der die Elektrifizierung des Verkehrs kontinuierlich wirksam vorantreibt und dabei Rücksicht auf soziale Aspekte nimmt und sicher mehr Rückhalt in der Bevölkerung findet als das momentan vorgesehene System.

Bin auf eure Meinungen gespannt.
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

hgerhauser
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Deutsche Premium Hersteller werden vielleicht gegen die Vorschläge Sturm laufen, weil ihre Margen stärksten Verbrenner als erstes dran glauben müssten.

Die gleichen Personen, denen eben noch der kleine Mann wichtig war, reden plötzlich von einer Neidsteuer
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

Enoob
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Das "Verbrenner-Verbot" kann man mMn sofort kippen, wird gar nicht nötig sein. Einfach weil sich die hiesigen Autohersteller kaum an ein paar zig Millionen potentieller deutschen Kunden orientieren, wenn der ganze asiatische Markt nach E-Autos verlangt. Und die auswärtigen Hersteller sowieso nicht.
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Petition von Michael Schmitt BEN zur Vereinheitlichung der Ladetarife

Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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... und wenn ich den (vielleicht aber auch lobbygetriebenen) Hype um den neuen E-Citroen C3 sehe, gibt es noch die - schon lange vakante - Nische für kleine Elektroautos...

Leider verhält sich der Treibstoffpreis eher nicht so, wie zu erwarten bzw zu hoffen wäre:
2024-06-04 06_05_32-Energiemonitor_ Die wichtigsten Daten zur Energieversorgung – täglich aktualisie.png
https://www.zeit.de/wirtschaft/energiem ... ien-ausbau

Immerhin sinkt auch der Strompreis.
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Früher gab es mal eine von der Politik gemachte Lenkungswirkung, die Funktioniert hat. Die Steuer auf Dieselfahrzeuge wurde jedes Jahr für die alten Fahrzeuge erhöht Meier fing bei gut 150DM an und sollte nach 13 Jahren Dann 1000€ kosten. Heute ist ein alter Stinkediesel billiger als ein viel sauberer Euro 6 Diesel und die Steuern steigen nicht. Jedes Jahr die KFZ Steuer emissionsabhängig deutlich zu steigern würde sehr viel Druck zum Umstieg im Kessel erzeugen. Verschärfte Euro 7 und niemand kauft Verbrenner.

MfG
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Eigentlich würde es reichen, die *direkten* Steuern zu erhöhen: keine KFz-Steuer, aber die Mineralölsteuern (sprich CO2-Steuer - oops, da gibt's ja was) deutlich erhöhen - Ursachenprinzip. Und schrittweise jährlich weiter.

Aber genau da hapert es: beim "deutlich". Erhöhen heißt bei der Politik "sozial verträglich" und am besten "kostenneutral" und so weiter - Bllshit-Bingo halt. Mehr bekommt die heutige Politik nicht hin.

Leider hinter einer Bezahlschranke: https://www.zeit.de/kultur/2024-06/klim ... klimakrise
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Wenn die Reichen andere Autos fahren, weil sie es sich leisten können, dann werden die Autos für dem kleinen Mann teuer bleiben. Das ist nicht sozial. Über Preis wird alles nur unnötig teuer. Das ist der Sinn des Verbotes, die teuren BEV welche dann die Kleinen billig machen.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 150.000 km

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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Michael_Ohl hat geschrieben: Früher gab es mal eine von der Politik gemachte Lenkungswirkung, die Funktioniert hat. Die Steuer auf Dieselfahrzeuge wurde jedes Jahr für die alten Fahrzeuge erhöht Meier fing bei gut 150DM an und sollte nach 13 Jahren Dann 1000€ kosten.
Da sehe ich aber auch das Problem, dass die Menschen das nicht ausreichend berücksichtigen. Die meisten Menschen prüfen doch vor dem Kauf überhaupt nicht, wie hoch die Kfz-Steuer sein wird (gilt auch für die Versicherung).
Hinzu kommt, dass viele Autos als Dienstwagen oder Leasingfahrzeuge angeschafft werden. Was dann nach Ablauf der zwei, drei Jahre an Steuern anfällt, ist dem Entscheider (zumindest einem User-Chooser) doch egal.

Deswegen halte ich es für wichtig, dass ein sofort beim Kauf spürbarer finanzieller Nachteil entsteht.
c2j2 hat geschrieben: Eigentlich würde es reichen, die *direkten* Steuern zu erhöhen: keine KFz-Steuer, aber die Mineralölsteuern (sprich CO2-Steuer - oops, da gibt's ja was) deutlich erhöhen - Ursachenprinzip. Und schrittweise jährlich weiter.
Das ist ja im Ergebnis nichts anderes als die Emissionszertifikate. Woran dieser Ansatz krankt, habe ich ja oben geschildert.
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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Ich bin Naturwissenschaftler, kein Volkswirt.

Daher bin ich der Meinung, dass man nun die Ursache angehen muss (und das sind die Schadstoffe und die Umweltschäden), dadurch wird es erst mal für alle teurer - die einen können es bezahlen, die anderen möglicherweise nicht. Korrekt.

Die Folgekosten, wenn wir das *nicht* angehen, werden aber auch so alle betreffen, auch die ärmeren Schichten. Und diese Kosten werden ins Unermessliche steigen. (Triviales) Beispiel: die Reichen wohnen am Hang (Stadtrandgebiet, Aussicht), die ärmeren im Flusstal. Was passiert, gerade aktuell zu sehen? Die ärmeren müssen dann eventuell das Haus aufgeben, weil sie die Folgeschäden nicht bezahlen können. Und das ist schlimmer.

Die Umwelt kümert sich nicht um "sozial" und "gerecht". Bei "wer schafft es, zu überleben" haben die Reichen immer einen Vorteil. Je früher man aber versucht, die Schäden zu begrenzen, desto eher haben auch die ärmeren eine Chance.

</pessimismus>
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Re: Antriebswende in der EU: Alternativen zum so genannten "Verbrenner-Aus" 2035

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A.Q. hat geschrieben:
c2j2 hat geschrieben: Eigentlich würde es reichen, die *direkten* Steuern zu erhöhen: keine KFz-Steuer, aber die Mineralölsteuern (sprich CO2-Steuer - oops, da gibt's ja was) deutlich erhöhen - Ursachenprinzip. Und schrittweise jährlich weiter.
Das ist ja im Ergebnis nichts anderes als die Emissionszertifikate. Woran dieser Ansatz krankt, habe ich ja oben geschildert.
Nein, das sind direkte Kosten an der Zapfsäule. Keine Feigenblatt-Marktwirtschaft. Umweltschäden direkt eingepreist.
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