800V Trend verpennt

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Re: 800V Trend verpennt

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800 V macht - für eine vorgegebene Ladeleistung - vor allem die Ladesäulen günstiger. Denn es kann oft noch mit ungekühlten Kabeln gearbeitet werden, und auch intern ist es günstiger, eine höhere Spannung als eine höhere Stromstärke zu verwenden.

Daher können auch in der Praxis schon heute Autos mit 800-V-System an der gleichen Säule schneller laden, als Autos mit 400-V-System, auch wenn der Akku die höhere Leistung eigentlich auch kann.

Praktisches Beispiel sind die vielen "kleinen" Hypercharger mit 150 kW. Oft sind diese mit zwei Kabeln konfiguriert, die auf maximal 250 A ausgelegt sind. Wenn nur ein Fahrzeug lädt, dann kann beispielsweise ein EV6 die vollen 150 kW erreichen (800 V mit 188 A), während ein Model 3 (welches eigentlich auch mehr als 150 kW kann), in die 250-A-Begrenzung läuft und an dieser Säule maximal mit 100 kW lädt (400 V mit 250 A). In der Praxis noch weniger, da die 400 V erst bei einem hohen SoC erreicht werden.
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Re: 800V Trend verpennt

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  • Michael_Ohl
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In der Ladesäule ist das bisschen Kupfer peanuts im Verhältnis zu den vier mal so teuren Halbleitern für doppelte Spannung, und sie Induktivitäten werden auch noch mindestens doppelt so teuer. Im Auto hat ein 800V BMS doppelt do viele Bauteile und auch hier richtig teuer Halbleiter und viel mehr Designprobleme sls bei der 400V Technik.
Lohn sich nur für teure Autos oder als tolle Werbung und macht auch gleich richtig tolle Totalschäden im Fehlerfall.

MfG
Michael
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Re: 800V Trend verpennt

tommywp
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Das man die Kabel dünner und dadurch komfortabler machen kann vergisst man bei der ganzen Sache...

Re: 800V Trend verpennt

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Michael_Ohl hat geschrieben: In der Ladesäule ist das bisschen Kupfer peanuts im Verhältnis zu den vier mal so teuren Halbleitern für doppelte Spannung, und sie Induktivitäten werden auch noch mindestens doppelt so teuer. Im Auto hat ein 800V BMS doppelt do viele Bauteile und auch hier richtig teuer Halbleiter und viel mehr Designprobleme sls bei der 400V Technik.
Lohn sich nur für teure Autos oder als tolle Werbung und macht auch gleich richtig tolle Totalschäden im Fehlerfall.
Das ist höchst unwahrscheinlich, denn sonst hätten wir sehr viele 400-V-Ladesäulen mit 200 kW+, und kaum Ladesäulen mit 800 V. Wenn 800 V wirklich teurer wären, dann gäbe es noch viel weniger von den Säulen.

Ich glaube, Du hast im Hinterkopf die gleiche Stromstärke und doppelte Leistung bei 800 V. Das ist natürlich teurer.
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Re: 800V Trend verpennt

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800V Betriebs(gleich)Spannung ist bei Netzwechselrichtern (zb Fronius und andere) heutzutage üblich. Deshalb glaube ich nicht, dass 800V-Technik in Ladesäulen tatsächlich ein Kostenfaktor ist. Die halbierte Ladestromstärke (bei gleicher Abgabeleistung gegenüber 400V) reduziert erforderliche Kupferquerschnitte und/oder Flüssigkeitskühlung-Erfordernisse bis in den Stecker der Anschlusskabel. Diese Faktoren sind aus Sicht der Ladesäulenhersteller sicher wünschenswert.

Re: 800V Trend verpennt

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Köln Bonner hat geschrieben:
Michael_Ohl hat geschrieben: In der Ladesäule ist das bisschen Kupfer peanuts im Verhältnis zu den vier mal so teuren Halbleitern für doppelte Spannung, und sie Induktivitäten werden auch noch mindestens doppelt so teuer. Im Auto hat ein 800V BMS doppelt do viele Bauteile und auch hier richtig teuer Halbleiter und viel mehr Designprobleme sls bei der 400V Technik.
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Das ist höchst unwahrscheinlich, denn sonst hätten wir sehr viele 400-V-Ladesäulen mit 200 kW+, und kaum Ladesäulen mit 800 V. Wenn 800 V wirklich teurer wären, dann gäbe es noch viel weniger von den Säulen.

Ich glaube, Du hast im Hinterkopf die gleiche Stromstärke und doppelte Leistung bei 800 V. Das ist natürlich teurer.
Du kannst mit modernen Autos auch an einer "400V"-Säule auch mehr als 200kW ziehen, sieht man gut beim Rivian, der bis zu 230kW ziehen kann. Sprich er geht bis an die 500A ran, liegt aber insgesamt quasi direkt über 400V. Es gibt eh, mit Ausnahme von M3 und MY, kaum bis gar keine modernen BEVs liegen nah an 400V als Ladeschlussspannung.
Gruß

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Re: 800V Trend verpennt

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Es gibt sicher auch einen Konflikt Hersteller und Betreiber der Säulen: ersterer mag mit 800V Säulen günstiger produzieren können. Ein Betreiber dürfte aber möglichst viele Kunden haben wollen, auch 400V und mit hoher Ladeleistung.

Re: 800V Trend verpennt

panoptikum
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Ich denke nicht, dass Säulen mit 800V-Technik für Betreiber günstiger werden, weil die Kabelquerschnitte und Kühlung reduziert wird. Diese werden bleiben und dafür wird mehr Leistung geboten (350 kW). Deshalb ist das kein Argument.
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Re: 800V Trend verpennt

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harlem24 hat geschrieben:
Köln Bonner hat geschrieben: Das ist höchst unwahrscheinlich, denn sonst hätten wir sehr viele 400-V-Ladesäulen mit 200 kW+, und kaum Ladesäulen mit 800 V. Wenn 800 V wirklich teurer wären, dann gäbe es noch viel weniger von den Säulen.

Ich glaube, Du hast im Hinterkopf die gleiche Stromstärke und doppelte Leistung bei 800 V. Das ist natürlich teurer.
Du kannst mit modernen Autos auch an einer "400V"-Säule auch mehr als 200kW ziehen, sieht man gut beim Rivian, der bis zu 230kW ziehen kann. Sprich er geht bis an die 500A ran, liegt aber insgesamt quasi direkt über 400V. Es gibt eh, mit Ausnahme von M3 und MY, kaum bis gar keine modernen BEVs liegen nah an 400V als Ladeschlussspannung.
Genau das meine ich ja. Es gibt genug Autos, die auch an reinen 400-V-Säulen eine hohe Leistung haben, also gäbe es prinzipiell einen großen Markt für diese Säulen. Trotzdem werden diese so gut wie nie produziert oder verkauft. Das bedeutet, dass das Upgrade zu 800 V keine hohen Kosten verursacht.
panoptikum hat geschrieben: Ich denke nicht, dass Säulen mit 800V-Technik für Betreiber günstiger werden, weil die Kabelquerschnitte und Kühlung reduziert wird. Diese werden bleiben und dafür wird mehr Leistung geboten (350 kW). Deshalb ist das kein Argument.
Mehr Leistung für kaum zusätzliche Kosten bedeutet "günstiger".
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Re: 800V Trend verpennt

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Na dann musst Du nen 1000PS Verbrenner kaufen.
Der ist wohl ein Schnäppchen, oder?

Ob ein Gleichrichter immer step down arbeitet oder auch Step up können muss ist... Ein Preis unterschied, welcher nicht unwesentlich ist.
Auch wird dessen Wirkungsgrad geringer da Wollmilchschweine immer schlechter sind.
Wer zahlt?
Oh, der Betreiber, weil man will ja nur zahlen, was man an DC Leistung bezieht.

Also, will er das betreiben?
Insbesonders für ein paar, welche auch 400 V können?
Beantwortet sich wohl selber was er will.
Also braucht es einen Ansport.
Bei ionity?
Z. B. die Eigentümer, teilweise zumindest.
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