Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

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Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

electrostatic
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Hi Elektro-Freaks,

ich bin dem Thema Elektroauto gegenüber sehr aufgeschlossen und verfolge gerne die Neuigkeiten rund um Elektroautos. Derzeit fahre ich allerdings noch keines, bin aber sehr neugierig und denke, dass auch ich eines Tages umsteigen werde.

Ich finde auch die Diskussionen und Argumentationen interessant bzgl. Elektroauto vs. Verbrenner. Mir ist soweit klar, dass der Elektromotor weitaus effizienter ist, und dass es deutlich sinnvoller ist, die Energie direkt in den Elektromotor zu stecken und damit zu fahren, als damit umständlich erst Öl zu fördern, Kraftstoff daraus zu erzeugen, und diesen am Ende zu verbrennen, etc.

An einer Stelle habe ich allerdings noch eine Lücke, und ich würde mich freuen, wenn mir jemand hierzu etwas erzählen könnte. Und zwar werden ja - ich bin kein Experte auf dem Gebiet, ich gebe nur das weiter, was ich gehört habe - bei der Raffination von Öl mehrere Produkte gleichzeitig gewonnen, d.h. wenn man gewisse Produkte bekommen möchte (z.B. Bitumen, Heizöl, Schmieröl), bekommt man zwangsläufig auch die anderen (z.B. Diesel, Benzin etc), bzw. es wäre logischerweise Verschwendung, auf diese dann zu verzichten.

Wenn nun also E-Auto-Gegner sagen, "aber wo soll denn der ganze Strom herkommen", und man entgegnet mit "na man könnte sich den Strom für die Herstellung von Diesel und Benzin sparen und diesen direkt fürs elektrische Fahren verwenden", dann funktioniert dieses Argument ja nur dann, wenn man die Öl-Raffination INSGESAMT zurückfährt, wodurch man aber auch von einigen anderen Endprodukten weniger erhält, bzw. auch für diese entsprechende Alternativen finden müsste.

Ist es also ein valides Argument, zu sagen, die Energie, die man in die Raffination von Öl steckt, könnte man doch auch direkt fürs elektrische Fahren verwenden? Oder wird zwangsläufig weiterhin genauso viel Öl raffiniert werden müssen, weil man nicht einfach nur Benzin und Diesel davon ausklammern kann?

Ich würde mich sehr freuen, wenn hier jemand etwas mehr Einblick in die Thematik hat und mir diese Frage beantworten könnte!
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Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

relook
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Ist zwar nicht direkt die Antwort auf deine Frage mit den nebenprodukten aber vielleicht hilft dir dieser Artikel schon mal etwas weiter

https://www.springerprofessional.de/ele ... t/16673694

Gruß

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Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

Casamatteo
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Nein, verdammt nochmal! Wie oft muss ich noch darauf hinweisen das dieser Andreas Burkert eine dumme und anhand seiner eigenen Daten offensichtlich doppelt falsche Behauptung aufstellt, die aber vielen ganz gut in den Kram passt so dass sie immer wieder weiter verbreitet wird. Wozu schleppe ich die Signatur mit mir rum? Weg mit dem Link!

Es wird in Raffinerien kaum Strom verbraucht, sondern Brennstoff für die Erzeugung der Hitze zur Destillation und Fraktionierung der Bestandteile, bis hin zu Schweröl und Bitumen, das kann nur heiß und flüssig gehandhabt werden. Die sinnvollste Anwendung von Öl ist zum Heizen, da kommt man auf fast 100% Wirkungsgrad, im Ölkraftwerk so um die 45% (mit Fernwärme mehr), im Auto/LKW unter 30%, das sind aber gewaltige Mengen. Also E-Auto fahren anstatt Öl auf der Straße zu verschwenden, damit Oma ihr klein Häuschen beheizen kann und genug Strom erzeugt werden kann.
Smart ED3 EZ2013 55000km 2. 22-kW-Lader
6 Liter Diesel brauchen ca. 12 kWh Energie als 1,2 Liter Ölverbrauch in der Raffinerie, keine 42 kWh als Strom wie Andreas Burkert behauptet. Er hat vermutlich zudem US-Gallonen und Liter verwechselt.

Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

Afaik
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electrostatic hat geschrieben: Oder wird zwangsläufig weiterhin genauso viel Öl raffiniert werden müssen, weil man nicht einfach nur Benzin und Diesel davon ausklammern kann?

Beim Raffinieren von Rohöl fallen die verschiedensten Produkte in unterschiedlichen Mengen an. Da es sich um Kohlenwasserstoffe mit unterschiedlicher Kettenlänge und Struktur handelt, kann man durch anschließende, weitere Verfahren (z.B. Cracken) die Ausbeute hin zu den gewünschten Produkten verschieben. Benzin oder Diesel sind auch keine einheitlichen Stoffe (wie z.B. Wasser), sondern ein Stoffgemisch aus u.a. verschiedenen Kohlenwasserstoffen.

Vielleicht kann der folgenden Thread mit zusätzlichen Informationen helfen:
Wieviel Strom braucht Sprit wirklich? - viewtopic.php?f=45&t=24455 (60 Seiten)

Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

HYson
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Siehe entsprechende Threads im Forum, z.B. " Wie viel Strom braucht Sprit wirklich ?"

Die Energie, die in die Raffination geht ist lächerlich gering, die Frage daher irrelevant.

Weiterhin kann man den Produktmix einer Raffinerie in weiten Grenzen anpassen und darüber hinaus sind viele Produkte sowohl als Treib- wie als Rohstoff verwendbar.

Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

relook
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@Casamatteo wenn du den Artikel so gut kennst wird dir auch schon aufgefallen sein daß es um eingesetzte Energie geht, nicht nur um Strom. Gruß

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Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

Casamatteo
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@relook: Du wirst hier zum zweiten Male auffällig. Was verstehst du an der Behauptung "Werden alle oben genannten Faktoren einbezogen, so ergibt sich, dass für sechs Liter Diesel etwa 42 kWh benötigt werden. Damit kommt ein Elektroauto in der Regel 200 Kilometer weit" nicht? Erklär doch mal wie ein E-Auto mit 42kWh in Form von 4 Litern Öl 200km weit kommen soll. Burkert verwandelt Öl in Strom wie Jesus Wasser in Wein, und er hat auch schon fast so viele Jünger.

Und was verstehst du an "Weg mit dem Link!" nicht?
Smart ED3 EZ2013 55000km 2. 22-kW-Lader
6 Liter Diesel brauchen ca. 12 kWh Energie als 1,2 Liter Ölverbrauch in der Raffinerie, keine 42 kWh als Strom wie Andreas Burkert behauptet. Er hat vermutlich zudem US-Gallonen und Liter verwechselt.

Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

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electrostatic hat geschrieben: Hi Elektro-Freaks,

ich bin dem Thema Elektroauto gegenüber sehr aufgeschlossen und verfolge gerne die Neuigkeiten rund um Elektroautos. Derzeit fahre ich allerdings noch keines, bin aber sehr neugierig und denke, dass auch ich eines Tages umsteigen werde.

Ich finde auch die Diskussionen und Argumentationen interessant bzgl. Elektroauto vs. Verbrenner. Mir ist soweit klar, dass der Elektromotor weitaus effizienter ist, und dass es deutlich sinnvoller ist, die Energie direkt in den Elektromotor zu stecken und damit zu fahren, als damit umständlich erst Öl zu fördern, Kraftstoff daraus zu erzeugen, und diesen am Ende zu verbrennen, etc.

An einer Stelle habe ich allerdings noch eine Lücke, und ich würde mich freuen, wenn mir jemand hierzu etwas erzählen könnte. Und zwar werden ja - ich bin kein Experte auf dem Gebiet, ich gebe nur das weiter, was ich gehört habe - bei der Raffination von Öl mehrere Produkte gleichzeitig gewonnen, d.h. wenn man gewisse Produkte bekommen möchte (z.B. Bitumen, Heizöl, Schmieröl), bekommt man zwangsläufig auch die anderen (z.B. Diesel, Benzin etc), bzw. es wäre logischerweise Verschwendung, auf diese dann zu verzichten.

Wenn nun also E-Auto-Gegner sagen, "aber wo soll denn der ganze Strom herkommen", und man entgegnet mit "na man könnte sich den Strom für die Herstellung von Diesel und Benzin sparen und diesen direkt fürs elektrische Fahren verwenden", dann funktioniert dieses Argument ja nur dann, wenn man die Öl-Raffination INSGESAMT zurückfährt, wodurch man aber auch von einigen anderen Endprodukten weniger erhält, bzw. auch für diese entsprechende Alternativen finden müsste.

Ist es also ein valides Argument, zu sagen, die Energie, die man in die Raffination von Öl steckt, könnte man doch auch direkt fürs elektrische Fahren verwenden? Oder wird zwangsläufig weiterhin genauso viel Öl raffiniert werden müssen, weil man nicht einfach nur Benzin und Diesel davon ausklammern kann?

Ich würde mich sehr freuen, wenn hier jemand etwas mehr Einblick in die Thematik hat und mir diese Frage beantworten könnte!
Das war ein sehr, sehr wunder Punkt.
Möchstes Du vielleicht die Frage nicht nach dem benötigtem Strom, sondern der benötigten Energie stellen?
Das wäre mal die erste notwendige anpassung.
Hier haben sich einige betreffend dieses Themas die Köpfe schon eingeschlagen, ich glaube ein dementsprechender faden wurde geschlossen?

Es gibt keine belastbaren Zahlen ausser dieser Studie
Was auch im Sinne der Petrochemie liegt.



Dies Studie ist vielleicht gegrünt, falsch wird sie nicht sein, sonst wäre die schon aus dem Netz geklagt worden....
Wiewohl 42 kWh/ Liter....
allerdings, wird aus Rohöl viel mehr als nur Treibstoff gewonnen, daher vermute ich , dass die Energieangabe nicht falsch ist, nur der Zusammenhang ist hanebüchen........
Diverse E Fahrzeuge von 27 bis 90 Kwh.

Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

relook
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So sieht es aus.
Nach einer Anfrage an den Deutschen Bundestag vor ca. 20 Jahren, welchen Wirkungsgrad Raffinerien haben, kam nach mehreren Wochen ein Einzeiler, das ist nicht von öffentlichem Interesse.
Lobby sein Dank. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

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Re: Frage zur Öl-Raffination vs. Stromverbrauch

Duke711
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@relook

Und ich glaube Du bist ein Troll, einfache Rechnung mit Quellenangabe:

viewtopic.php?p=1048574#p1048574


Wirkungsgrad bei dieser Raffinerie übrigens ~ 97%


Stromverbrauch einer Raffinerie ist nahe zu null und eine Raffinerie kann auch noch den Wirkungsgrad steigern wenn diese Fernwärme bereit stellen kann.

Energiebedarf einer deutschen Raffinerie liegt übrigens zwischen 0,5 - 1 kWh für einen Liter Diesel. Da dies aber Wärmeenergie aus der Verbrennung der Schwerölrückstände sind, kann somit ein E-Auto keinen einzigen Meter damit fahren. Selbst der Öl-Tanker wird mit Schwerölrückständen betrieben.

Imm daran denken, wo wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, ist der Wirkungsgrad maximiert.
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