E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

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E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

Fuzzy111
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[vimeo][/vimeo]Hallo zusammen,
Ich lese seit einiger Zeit interessiert in diesem Forum (und anderen) mit. Ich fahre als Dienstwagen einen Plugin-Hybrid und überlege, wie sich ein reines Elektrofahrzeug für mich darstellen ließe.
Dabei scheitere ich bisher an zwei Punkten:

1. Ich habe leider nur einen Laternenstellplatz - naja, eigentlich sehr viele davon, je nachdem, wo ich halt in unserer Siedlung einen bekomme. Ein Laden zuhause ist damit nicht machbar. Die Ladesäulen direkt in der Nähe sind rar und meistens schon belegt, wenn ich hinkomme (ich beobachte das relativ genau) oder hinter Schranken. Einzig bei Aldi gäbe es immer mal wieder eine Möglichkeit, ich weiß aber nicht, ob man dort jeden Tag gerne gesehen wäre, um das Fahrzeug für den nächsten Tag einsatzfähig zu laden. Und ich wüsste auch nicht, wie ich dann die Ladezeit auf dem Parkplatz sinnvoll verbringen sollte.

2. Für mich ist mein Fahrzeug ein Nutzgegenstand, der mich sicher, bequem und einigermaßen schnell von A nach B und C bringen soll. Mit einem Batteriefahrzeug bin ich ja auf eine vorab-Routenplanung angewiesen, die bei Stau, kurzfristigen Terminänderungen usw. immer wieder Neuplanung erfordert. Mit Verbrenner und Hybrid kann ich einfach reagieren, es taucht schon rechtzeitig eine Tankstelle auf. Mit einem reinen Elektroauto habe ich eine zusätzliche Aufgabe mehr, die Zeit, Aufmerksamkeit und funktionierende Internetverbindung benötigt.

Ein weiterer, sicher irgendwie zu lösender Punkt ist die Reichweiteneinschränkung im Winter. Wie ernst sind die Berechnungen mit bis zu 50% verkürzter Reichweite zu nehmen? Wie geschrieben bin ich leider kein glücklicher Besitzer einer Garage...

Ich würde mich freuen, hierauf Erfahrungen von Forumsmitgliedern zu lesen, die ähnliche Anforderungen haben.
Eine Diskussion über Sinn oder Unsinn von Dienstahrten, Bahnfahrt als Alternative oder so, möchte ich hier nicht führen. Das sind Dinge, die bei uns Firmenintern besprochen werden.

Also, wenn es hier im Forum E-Fahrer gibt, die ihr Auto wie ich mehrere 10.000 km im Jahr nutzen müssen und nicht nur hauptsächlich zwischen zwei fixen Punkten hin und her fahren, freue ich mich über einen Austausch.
Vielen Dank.

Gruß, Fuzzy
Tags: Laternenparker Reichweite Winterbetrieb
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Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

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  • env20040
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Willkommen Fuzzy111

>40.000 km sind genug? Noch mal etliche 1.000 km mit anderen BEV dazu zum drauflegen?

Es geht.
Gerade von einer 850 km Tour zurückgekommen.
Solange man in D, A, CH.. SLO, CRO....CZ, H bleibt alles kein Problem.
In Polen wird es dann etwas spannender.

Die 50% Reichweitenverlust hat sich in erster Linie ein Hersteller wie ich das übersehe, mittels etwas unglücklicher Accutechnikwahl und Temperrierungstraum das Ideale zu erreichen eingetreten.

Sommerreichweite knapp über 400, Winterreichweite 360, bis, auf die paar echt kalten Tage, 320, oder wenn morgens nicht gut vortemperiert, 280 km runter.

So man die Batterie vorkonditioniert, ist der Winter kein Reichweitenproblem. WEr weit fährt, wärmt die Batterie durch den Betriebsstrom.

Es taucht auch meim BEV eine Ladestation auf.
einmal nimmt man halt 20 kW zur Sicherheit mit, ein andernmal lädt man wo geplant... es kommt, wie´s kommt.
Ladepunkt verstellt? Dann fährt man halt weiter.
Meine Routen sind mind. 100 km /Tag, da wird auch 1-2,5 Tage gar nicht geladen. Was ist Deine Standard-Strecke?
IstTäglich laden überhapt notwendig ?
Bei den meisten nicht.
Es reicht oft 1 x in der Woche.

Zum Laternenparken kann ich nicht´s sagen.....
Nur, wenn ich ausser Haus schlafe, noch kein Quartier nein zum ladewunsch sagte.....
Diverse E Fahrzeuge von 18 bis 90 Kwh.

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

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  • eve
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Fuzzy111 hat geschrieben: 1. Ich habe leider nur einen Laternenstellplatz - naja, eigentlich sehr viele davon, je nachdem, wo ich halt in unserer Siedlung einen bekomme. Ein Laden zuhause ist damit nicht machbar. Die Ladesäulen direkt in der Nähe sind rar und meistens schon belegt, wenn ich hinkomme (ich beobachte das relativ genau) oder hinter Schranken. Einzig bei Aldi gäbe es immer mal wieder eine Möglichkeit, ich weiß aber nicht, ob man dort jeden Tag gerne gesehen wäre, um das Fahrzeug für den nächsten Tag einsatzfähig zu laden. Und ich wüsste auch nicht, wie ich dann die Ladezeit auf dem Parkplatz sinnvoll verbringen sollte.
Ich finde Deinen Ansatz sinnvoll. Entscheidend ist die Verfügbarkeit von Ladepunkten in der Nähe/Alltag und die Fahrleistung. Durch die hohen Zulassungszahlen kommen in Deutschland auf einen Ladepunkt derzeit ca. 14 Elektroautos (zum Vergleich: Niederlande 3:1, Ukraine 4:1). Dazu kommt noch die jahrelange PHEV Förderung, die ähnlich hoch ausfiel wie die von BEV.

Wir laden ebenfalls ausschließlich öffentlich und die Ladepunkte im Umkreis sind überproportional von PHEV belegt. Diese müssen halt laufen anstecken, wenn sie elektrisch gefahren werden sollen und stehen aber dann eben auch über Stunden oder die Nacht ohne effektiv mehr Autarkie zu gewinnen. Diese kommen im Übrigen noch zu den 14 BEVs pro Ladepunkt dazu. Ist natürlich dennoch nur ein Gesamtschnitt. Viele Laden ihr BEV daheim und/oder in der Firma.

Es bietet sich insbesondere bei so einem Szenario an mal ein oder mehrere Fahrzeuge über eine typische Woche hin zu testen - am besten im Winter. Das Worst Case Szenario ist eben Ankunft mit niedrigem SoC, kein Ladepunkt verfügbar und am nächsten Tag eine weitere Strecke fahren müssen. Wenn der Wagen draußen steht kühl der Akku dann schön ab und die Ladeleistung am nächsten Morgen ist Grütze. Und ja, generell ist Verbrauch im Winter deutlich höher(/Reichweite geringer), insbesondere, wenn der Wagen zwischendurch immer wieder auskühlt und vorklimatisiert wird.
Twizy, Zoe, Leaf 1/2, eUp/Golf/Trans, Ampera-e, i3, ID3/4, Ioniq1/5, Model S/3/X/Y, eNV200

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

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  • AbRiNgOi
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Das Problem, der durch Testen und Beobachten als frei erkannten Ladestellen in der Umgebung, ist, dass das nur eine Momentaufnahme ist, man aber sein Fahrzeug mehrere Jahre nutzen möchte. Die Situation in der Umgebung kann sich sehr schnell ändern wenn die Nachbarn auf die gleiche Idee kommen wie du.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 135.000 km

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Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

panoptikum
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Oder ein Betreiber einer privaten, aber öffentlich zugänglichen Ladesäule diese plötzlich hinter einen Schranken versetzt. Wie in der Nähe meines AG geschehen.
Diese Säule war mit ein Entscheidungsgrund für meinen Umstieg in die Emobilität. Zum Glück gibt es aber inzwischen genügend Alternativen.
Renault Zoe Intens (Q210, BJ 03/2013 F-Import)
Renault Zoe Intens Complete R135 ZE50 + CCS + NBA + Einparkassistent
NRGkick 22kW BT 7,5 m

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

Tom7
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Fuzzy111 hat geschrieben: [vimeo][/vimeo]
Ich fahre als Dienstwagen einen Plugin-Hybrid und überlege, wie sich ein reines Elektrofahrzeug für mich darstellen ließe.
Was ich nicht so ganz verstehe ist, warum sich einem diese Fragen stellen, wenn man denn die E-Mobilität an sich bereits im Kleinen jeden Tag durchtesten kann. Die Transferleistung in Bezug auf Akkugröße und Ladeleistung sollte doch jetzt nicht so schwierig sein. Gleiches gilt für die Fragestellung der geringeren Reichweite im Winter. Das was beim PHEV passiert ist grundlegend beim BEV auch nicht anders.
Auf Wunsch des Users "e3ver": Leider muss ich wohl zurück zum Verbrenner, weil ich schlicht nicht das Geld habe mrt E-Mobilität zu leisten. Ich bitte meine Armut zu entschuldigen, dass ich da nicht mehr in Richtung Klimaschutz machen kann.

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

Silberreiher
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@Fuzy111
Ich nehme mal an, dass Deine Langstreckenkilometer über die Autobahn gehen werden. Wir hatten in der Woche nach Ostern einen Kurzurlaub gemacht und sind insgesamt 1.700 km mit meinem Ioniq Classic mit 28 kWh Akku gefahren. Die Hinfahrt waren 650 km über Nebenstrecken ohne Vorplanung der Ladepausen. Da war die App EVMap sehr hilfreich (lief auf einem alten fest installiertem Smartphone im Auto mit). Wenn der Akkustand sich senkte, auf der App die in der Nähe auftauchende Station angetippt und sich dann hin navigieren lassen. Ging bei uns problemlos.

Auf der Rückfahrt (Schwarzwald - Nordseeküste) sind wir nur Autobahn gefahren. Dabei haben wir z. B. an den Autobahnen 5, 3, 46 und 31 festgestellt, dass nahezu an jeder Raststätte Lademöglichkeiten vorhanden waren und diese sehr oft mittlerweile auch ausgeschildert sind. Eine deutliche Verbesserung als 2020.

Fazit für uns ist. Eine Ladeplanung im Vorfeld einer geplanten Tour ist nur in Gegenden mit dünner Abdeckung von Ladestationen erforderlich.
Hyundai Ioniq Classic Style
Seat MII electric

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

rotwildc1fs
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Ladepausenplanung mache ich nur noch, wenn ich in vollkommen unbekannte Gegenden oder Städte fahre oder aber wenn ich einen längeren Aufenthalt an einem Ort habe ( z.B. Ganztagestermin oder Übernachtung). Ansonsten ist für Laden auf der Langstrecke in einem Großteil der Fälle gleich Laden an der Autobahn. Und da kenne ich mittlerweile zwischen Freiburg und Freilassing sowie zwischen Würzburg und Rovereto genug Lademöglichkeiten, ohne mir einen Kopf machen zu müssen. Und wenn wirklich plötzlich eine ganz unerwartete Routen- oder Planänderung kommt wird halt schnell in moovility.me oder in die EnBW App geschaut. Alles keine Zauberei

p.s.: Es gibt mittlerweile auch nicht mehr so viele klassische Tankstellen in manchen Regionen, so dass ich da mit 5 Liter im Tank auch ganz schön ins schwitzen kommen kann.
Seit 2/2019 glücklicher Kona EV Besitzer.
(Kona Elektro 64 kWh / Style / Schiebedach / Galaxy Grey)
THG referral code: https://geld-fuer-eauto.de/ref/TAWCNY98

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

Fuzzy111
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Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten.
Auf einige enthaltene Fragen möchte ich hier mal eingehen:

@Tom7 : Heute fahre ich innerorts mit der Energie, die ich außerorts in den Akku lade. Daher kann das kein Muster für das Ausprobieren der Bewegung mit einem BEV sein.

@Silberreiher : Meine Strecken sind vielfach Autobahn, das ist richtig, oft aber auch längere Strecken auf Land- und Ortsstraßen.
Die Navigation erfolgt heute mit der App, die zu unserem CRM gehört und in der alle Kunden/Interessenten usw. abrufbar sind. Sie zeigt mir meine Anlaufadressen im Umkreis an und ermöglicht mir damit, sehr schnell und flexibel überraschend freie Zeiten eben für den nächsten Termin zu nutzen. Zusätzlich müsste ich dann parallel eine App für Ladepunkte haben und das immer irgendwie abgleichen - zumindest so lange, bis der CRM-Hersteller diese Funktion mit in seine App einbaut. Das ist einer der Gründe, warum ich mich (heute) mehr auf das Auftauchen einer Tankstelle verlasse.

@AbRiNgOi : Vollkommen richtig. Meine Beobachtungen zur Ladesäulenbelegung sind eine Momentaufnahme von heute. Aber, wenn ich eine Entscheidung für ein BEV treffen würde (mein Arbeitgeber gäbe mir wahrscheinlich die Möglichkeit), dann hätte ich das Fahrzeug eben auch heute - oder morgen - und nicht erst, “wenn die Nachbarn auf die gleiche Idee” gekommen sind. Leider.

@env20040 : Ich habe keine Standardstrecken, jedenfalls, wenn sich diese Frage auf wiederkehrende Strecken bezieht. Im Schnitt fahre ich an 4 Tagen der Woche ca. 300-350 km mit 2–5 Stationen bei unterschiedlichen Firmen. Immer wieder mit Auswärtsübernachtungen, insbesondere, wenn es ins Ausland geht. Dann sind es aber auch mehr als 400 km. Eine “Standardstrecke” ist zu unserem Mutterhaus in Holland. Das sind von mir aus gut 600 km.

Eines würde mich noch interessieren: wenn ich unterwegs meinen Hybrid tanke, dauert das im Schnitt 6-7 Minuten und ich stehe davon 3 Minuten in der Kälte, der Rest geht drauf für den Bezahlvorgang. Oder auch noch schneller, wenn ich direkt an der Zapfsäule bezahlen kann. Wenn ich eine “Biopause” machen will, mache ich diese auch gerne mal auf einem PWC an der Autobahn. Wenn ich unterwegs etwas essen will, tue ich das abseits der Autobahn, weil ich nicht gewillt bin, die überhöhten Preise auf den Raststellen zu bezahlen, nicht einmal für einen Kaffee, selbst wenn man ab und zu einen Guten erwischen kann. Damit wären - und hier bitte ich um persönliche Erfahrungen, vielleicht ist meine Vorstellung ja falsch - Ladepausen immer zusätzliche Stopps, die dazu nicht immer annehmbare (oder bezahlbare) Infrastruktur bieten. Wie geht man damit um? Für meine Vorstellung ist es ein Zeitverlust.

Danke.

PS: Diese Woche war ich in der Schweiz und habe mal aus Neugierde im Hotel nach einer Lademöglichkeit gefragt. Mir wurde stolz erklärt, dass sie eine Wallbox hinten am Haus hätten und ich dort mein Fahrzeug laden könne. Der Preis für die KWh läge bei “nur 95 Räppli”…

Re: E-Auto nutzen ohne langwierige Routenplanung?

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Kenne welche, die auch solche Profile haben und es einfach mal mit nen Tesla probiert haben und es gefiel.
Ich war gestern mit dem Model 3 im Ladepark Hilden...sehr geil, so stelle ich mir das als Standard der Zukunft vor.
Die langstreckentauglichen BEV gibt es nur leider nicht für kleine Geldbeutel.

So ein PHEV reizt mich nicht so, sind halt die Schmuddelkinder der Elektromobilität.
Mit dem Elektroauto unterwegs seit 2015
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