One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

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Thomas Ernst hat geschrieben: Danke für eure Antworten. Ich denke der VW mit dem B Modus rückt damit wirklich in mein Blickfeld, werden uns den ID.3 dann genauer anschauen.

Ich verstehe das so, das dieses Verhalten vom eUp, eGolf bis Id.4 im Prinzip das selbe ist?

Also, One Pedal Drive bei VW: Optional über Gangwahl, persistent, bis Stillstand. Kann man das so sagen?
Da ich ein älteres und ein neueres Fahrzeug aus dem VW-Konzern fahre: Nein, da bleibt keiner stehen (leider). Alle haben die Reku nur bis 5km/h runter. Der e-Golf rollt dann bis zum Stillstand, die MEB-Fahrzeuge fahren konstant mit 5 km/h weiter (lästige Kriechfunktion). Beim e-Golf ist die situationsabhängig. Völlig gaga und ich habe mehrere Monate gebraucht um das zu kapieren. Keine Ahnung wer sich sowas einfallen lässt. Bei den MEB-Stromern ist sie wenigstens konsequent immer an. Ich würde sie aber lieber abschalten. Ansonsten kann man den B-Modus zumindest ansatzweise als OPD bezeichnen. Die Stärke der Reku ist dann aber immer noch geschwindigkeitsabhängig. Muss man ausprobieren.

Meiner Vorstellung von OPD kommt bisher nur der BMW i3 nach. Da es inzwischen so viele verschiedene Modelle gibt, kenne ich schon lange nicht mehr alle. Bis 2018 bin ich praktisch sofort wenn verfügbar jedes E-Auto probegefahren. Das ist jetzt ja gar nicht mehr möglich.

Wie hier bereits angemerkt, die Hersteller befinden sich da in einer Findungsphase. Leider machen es ihnen die sehr unterschiedlichen Wünsche der Kunden nicht gerade leicht.
seit 05/2018: VW e-Golf (MJ2015 / 24kWh)
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Tags: hersteller-philisophie iPedal one-pedal-drive
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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

panoptikum
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Thomas Ernst hat geschrieben: Und die Renault Palette gibt es den Sport Modus, der den B Gang imitiert, aber keinen Stillstand erreichen kann? Wie ist das bei stehemdem Fahrzeug dann, gibt es ein Standgas-Imitat?
Beim Renault Zoe Ph2 gibt es keinen "Sport-Modus". lediglich "D" oder "B". In "D" wird das Motorbremsverhalten eines Verbrenners nachempfunden. Im "B"-Modus wird stärker rekuperiert bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 6 km/h. Bis zum Stillstand muss manuell gebremst werden. Da das Auto aber Auto-Hold besitzt (einstellbar), kann man nach Stillstand den Fuß von der Bremse nehmen. Ist Auto-Hold nicht aktiviert und nimmt den Fuß von der Bremse, dann beginnt das Auto zu rollen. Wie auch bei einem Automatik-Verbrenner in "D".
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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

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Was ich persönlich am besten finde ist: Das No-Pedal-Driving. Soll heißen, wenn ich Fuß, Hand oder was auch immer weg lasse, dann rollt man antriebsfrei. Man glaubt gar nicht, wie viele Kilometer das tatsächlich der Fall ist, wenn man vorrausschauend fährt. Denn rekuperieren ohne Not ist nicht effizient. Es ist effizienter als Bremsscheiben zu wärmen, aber man vernichtet rund 1/3 der Energie, wenn man rekuperiert (und anschließend diese Energie wieder entsprechend einsetzt).
Und natürlich ist man dann selbst wieder gefordert und muss mit Gas und Bremse entsprechend umgehen können. Und als weiteres kommt hinzu, dass technisch ein Bremspedal verbaut sein muss, welches sensitiv den Druck entsprechend verarbeitet. Sprich die Verzögerungsanforderung des Fahrers erst bis zum Maximum via Rekuperation löst und dann erst die mechanische Bremse oben drauf gibt. Das ist bei weitem nicht bei jedem Modell der Fall. Da muss man hinsehen.

Letzteres ist viel wichtiger aus meiner Sicht, als die Frage, ob die letzten 5km/h via Rekuperation erledigt werden oder mittels der Bremsscheiben. Ich bin da sogar besser für letzteres, denn das hält die Scheiben sauber und die Energie, die da "vernichtet" wird, ist marginal (die Geschwindigkeit geht quadratisch in die kinetische Energie ein).

Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

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Das ist ja eigentlich nichts neues. Nennt sich Segeln und ist ja auch von vielen Herstellern bewusst so implementiert, auch bei Verbrennern schon. Man muss beim One-Pedal-Driving nur am Fahrpedal den richtigen Punkt zwischen Beschleunigen und Bremsen finden, ist also kein "No-Pedal-Driving". Das kann sogar mit Navi- und Sensordaten gekoppelt werden, die prognostizieren, wann man beim "Gas"wegnehmen besser segelt und wann besser rekuperiert.

Was ich nie verstanden habe: Man liest seit Jahrzehnten überall ständig Tipps, wie man Benzin sparen kann. Wie man beschleunigt, schaltet, kuppelt usw.
Aber ich habe den einfachsten und m. E. effektivsten aller Tipps nie gelesen: Möglichst wenig bremsen. Denn beim Bremsen (vor allem ohne Rekuperation) wird immer Energie vernichtet. Wenn ich bremse, habe ich aus energetischer Sicht vorher zu viel Gas gegeben, und wenn ich anschließend wieder beschleunige, stecke ich Energie hinein, die ich ohne Bremsen nicht gebraucht hätte.

Natürlich geht es in der Praxis nicht ohne Bremsen, man will meist nicht so langsam fahren, dass man aus gerader Strecke in eine enge Kurve nur hineinrollt, oder bis zur Kreuzung mit Stoppschild nur ausrollt, und nicht alle Aktionen anderer Verkehrsteilnehmer sind vorhersehbar. Aber man kann trotzdem durch vorausschauendes Fahren mit möglichst wenig Bremsungen einiges sparen.

Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

panoptikum
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Jupp78 hat geschrieben: Soll heißen, wenn ich Fuß, Hand oder was auch immer weg lasse, dann rollt man antriebsfrei.
Das mache ich bewusst, indem ich in "N" schalte.
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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

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Ich glaube ja dass diejenigen, die nicht mit B klarkommen, für die andere Variante werben. :roll:
Nach nun fast 4 Jahren B-Modus sind mein Fuß und das Fahrpedal eine Einheit geworden und ich kann trotz B-Modus mit dem Auto "segeln". Das geht einfach irgendwann in Fleisch und Blut über. Der D-Modus ist mir dagegen immer "zu viel Arbeit" (ständiger Pedalwechsel, gerade hier im Mittelgebirge).
Wer mit seinem Auto aber gerne schleicht und jede Wattstunde sparen möchte die man sparen kann, darf sich gerne über "komplizierte" Möglichkeiten des Autofahrens Gedanken machen. Für mich ist das E-Auto effizient genug - nur dass ich noch Spaß am Fahren dabei habe. Ich kann es auch so formulieren: D0/D1 passt nicht zu meinem Fahrstil. :D
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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

Silberreiher
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One Pedal oder nicht ist wohl eher eine Komfortfrage.

Beispiel: Eine Fahrt (25km) bin ich in unserem Seat MII electric gefahren. Reku-Stufe 0. Verbrauch 19 kWh auf 100 km
Rückfahrt fuhr meine Frau, Reku Stufe B, Verbrauch 18,7 kWh auf 100 km. Bei der Rückfahrt war es 2 Grad kälter. Fahrtzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten waren identisch.

Beri meinem Hyundai Ioniq habe ich festgestellt, dass das "segeln" bei vorausschauender Fahrweise durchaus Sparpotential hat. Zur Zeit brauch ich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 14 kWh auf 100 km (26,5 km einfache Fahrt zur Arbeit). Mit Rekustufe 3 (kein One Pedal möglich bei vFL-Modell) liegt der Verbrauch bis zu 1 kWh höher. Allerdings funktioniert dies nur auf meiner "Hausstrecke", da ich genau die Punkte kenne, ab wann ich ihn lange rollen lassen kann, bzw. welche Geschwindigkeiten ich fahren kann, um die Ampeln grün zu fahren. Mit weiterer Übung in Reku 3 kann ich den Verbrauch auch noch sicher drücken, aber immer den Punkt zu finden, optimal zu fahren erfordert bei Reku 3 eine höhere Konzentration.

In "fremden" Gebieten ist das Einsparpotential beim "segeln" nicht so groß. Die letzten Meter werden in allen Fällen gebremst, und man hört die mechanische Bremse greifen. Ab einer gewissen Geschwindigkeitsuntergrenze greift die Rekuperation ja sowoeso nicht.

Ich fahren im Ioniq grundsätzlich im ECO Modus mit Reku Stufe 0. Ggf. regel ich mit den Paddles die Reku nach, sodass ich immer nur die letzten 2 Meter bremse. Dies geht auch mit dem Bremspedal ganz gut, wenn man merkt, dass man am heransegeln an eine Ampel oder Kreuzung noch zu schnell ist. Erst sanft das Bremspedal um die Reku zu aktivieren drücken und ggf. den Druck erhöhen und erst die letzten Meter bremsen.

Letztlich muss jeder für sich herausfinden, welches das Best für einen ist. Alles hat sein Vor- und Nachteile.

Für mich ist es ebenfalls sehr irritierend, das es bei den Herstellern so unterschiedliche Regelungen gibt.
Hyundai Ioniq Classic Style
Seat MII electric
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Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

Xc40tux
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Bei meinem XC40 kann man das OnePedal ein und ausschalten. Beide Modi sind fein abgestimmt, so dass ich da noch nie weiter drüber nachgedacht habe. Und beim Bremsen wird immer erst rekupertiert. Das wird angezeigt, so dass man sieht, wann dann wirklich mal Bremsbelag warm wird...
Volvo XC40 P8 + AHK + OpenWB 11kW

Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

electic going
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Es gibt allerdings Hersteller bzw. Modelle, die nur über das One-Pedal rekuperieren und bei der Betriebsbremse immer auf Abwärmebremsung gehen. Das Prinzip gibt es allerdings auch ohne One-Pedal mit D&B Modi oder Lenkradflippern. Das ist technisch natürlich viel einfacher, da es für die Betriebsbremse keine komplexere Regelung braucht, die ja auch zuverlässig in Notfällen funktionieren muss.

Re: One Pedal Drive - Hersteller Philosophien?

sheridan
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Für mich ist das wichtigste Feature, dass man One Pedal Drive abschalten kann. Ich fahre lieber mit "Zero Pedal Drive", also mit ACC und Reku-Paddles.
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