Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

Flowerpower
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Natürlich ist es richtig, dass das eAuto weniger Energie braucht, ich finde es aber kontraproduktiv dann immer zu übertreiben. So überzeugt man niemanden.
Bis letzte Woche bin ich BMW 520d gefahren 66335km seit Januar 2019. Viel auf der Autobahn meist mit Richtgeschwindigkeit +-20km/h. Auf diesen 66335km habe ich im Schnitt laut Tankrechnungen 5,27l/100km verbraucht. Also etwa 53kwh Energie
Wenn ich mit einem Hyundai Kona die gleiche Fahrweise an den Tag lege komme ich mit 22kwh/100km raus. Das sind dann nur noch Faktor 2,4 und nicht mehr 5. Immer noch beeindruckend aber nicht mehr so, dass sich die Leute denken, "immer diese weltfremden eAutofahrer"
"Wenn man Feuer mit Feuer bekämpft, bleibt gewöhnlich nur Asche übrig" -Abigail van Buren
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Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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Wattamal hat geschrieben: @adauris Es geht doch um die Effiizienz, also den Wirkungsgrad. Der Dieselmotor "entsorgt" 70% und mehr (im Stadtverkehr) der im Kraftstoff enthaltenen Energie als Wärme. Nur 20-30% werden für den Vortrieb genutzt. Beim BEV sind es eben an die 90%, die für den Vortrieb genutzt werden.
Der Bedarf an Energie, um eine bestimmte Masse bei identischen Randbedingungen zu beschleunigen, ist immer gleich (das wären Deine 24kWh). Relevant ist aber doch, wieviel Energie bei der Umwandlung (i.d.F. von chemischer in mechanische Energie) verloren geht, denn ich muss ja diesen Verlust ZUSÄTZLICH zum Vortrieb aufwenden (=aus Primärenergie erzeugen, verteilen, kaufen).

Einen Oberklasse-Verbrenner mit REALEN (!) 6l/100km Durchschnittsverbrauch wirst Du schwer finden. Wenn Du bei Spritmonitor.de schaust, landen die aktuellen Fahrzeuge der Golfklasse bei 5,5-6l/100km. Ein äquivalentes BEV liegt bei real 15kWh/100km.
90% sind es auch beim BEV nicht, die auf der Straße ankommen. Je nach Ladeart und Fzg gibt es Ladeverluste zw. 10-25% 1*, ich nehme hier gern die bessern 15%, e-Motore haben lastabhängig eine Wirkungsgradkurve, ähnlich zu Verbrennungsmotoren, wenn auch die Unterschiede nicht ganz so ausgeprägt sind. Im idealen Bereich liegen diese im oberen 90%-Bereich. Die Leistungselektronik "frisst" auch nochmal runde 5-10%, wenn ich es noch richtig im Sinn habe.
Also wie hoch ist nun die Effizienz von BEV, überschlagsweise kann man sagen, und von der Steckdose gerechnet, dass man bei etwa 70-75% liegt. Je nach Modell und Fahrweise kann das natürlich variieren.

Dennoch kann man nicht einfach sagen "Mit 60kWh wär ein BEV 500km weit gekommen!", das ist so nicht stichhaltig und auch nicht wirklich realistisch abbildbar. Der Fall würde einem Verbrauch (abzgl. Ladeverlust) von etwa 10...11kWh/100km entsprechen.

Im Bezug zu den Oberklasse-Dieseln, schaute ich mich auf Spritmonitor um, ab Baujahr 2015 (das was grob in der Masse unterwegs ist), beim VW Passat, Mercedes E-Klasse und BMW 5er. Alle gemeldeten Wagen liegen zw. 6...7l/100km. 2*

@harlem24 Wenn deine Nichte den Fabia bei 7l/100km (vmtl. Benzin) fuhr, weiß sie annehmbarer Weise wohl nicht, was effizientes Fahren bedeutet. Ausschließlicher Stadtverkehr wäre eine andere, mögliche Erklärung. Meinen alten Benziner fuhr ich mit runden 5,6l, wenn es die Bedingungen zuliesen waren 5,2l nicht unrealistisch, bei 104PS.
Ich nehme an, wenn sie auf ein BEV umsteigen wird, bleibt die Relation des hohen Verbrauches bestehen, da der Antrieb freillich sparsamer ist, als ein Verbrenner, aber die Fahrweise mitentscheidet.

Quellen:
1* https://presse.adac.de/meldungen/adac-e ... rlust.html
2* https://www.spritmonitor.de/de/uebersic ... owerunit=2
https://www.spritmonitor.de/de/uebersic ... owerunit=2
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Der Widerwille jemanden zuzuhören, berut auf der Angst, die eigene Meinung zu ändern.
(c) Carl Rogers

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

LeakMunde
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Wattamal hat geschrieben: Es geht doch um die Effiizienz, also den Wirkungsgrad. Der Dieselmotor "entsorgt" 70% und mehr (im Stadtverkehr) der im Kraftstoff enthaltenen Energie als Wärme. Nur 20-30% werden für den Vortrieb genutzt. Beim BEV sind es eben an die 90%, die für den Vortrieb genutzt werden.
Dieser Vergleich verschiedener Energieformen ist einfach unsinnig. Energie = Exergie + Anergie. Auf der einen Seite haben wir die elektrische Energie. Diese besteht vollständig aus Exergie. Der Brennwert des Kraftstoffs, also die Wärmeenergie, die beim Verbrennen frei wird, enthält einen großen Teil Anergie. Diesen Teil kann man nicht für den Vortrieb nutzen. Auch nicht in einem Elektroauto.
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Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

Wattamal
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@adauris: Du kannst entweder von der Erzeugung bis zum Vortrieb ("Well to Wheel") oder vom Energiespeicher im Auto bis zum Vortrieb ("Tank to Wheel") die Energiebetrachtung machen. Alles dazwischen hat einfach zu viele Freiheitsgrade, um eine vergleichbare Linie zu ziehen und unterliegt damit der Gefahr des "Cherry-Picking":
- Beim BEV gibt es Ladeverluste, mit einer ICE muss ich zur Tankstelle fahren. -> Effizienz tanken vs. laden?
- Der Strom wird mit Verlusten bis zur Steckdose transportiert, der fossile Kraftstoff muss zur Tankstelle kommen -> Effizienz Verteilung?
- Der Strom muss erzeugt werden, fossiler Kraftstoff muss erzeugt werden. -> Effizienz Erzeugung?
- Die Rohstoffe für die Erzeugung müssen abgebaut werden. -> Effizienz Rohstoffgewinnung? (Solarenergie vs. Fracking? ;) ) usw.

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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R240Pe hat geschrieben: Beispiel für unwissenschaftliche Aussagen:
Wenn wir alle in gleichem Umfang statt Verbrenner Elektroautos fahren würden, wäre der gesamt-Energieverbrauch allein schon wegen der deutlich höheren Effizienz des Elektromotors und zusätzlich der Rückgewinnung durch Rekuperation wesentlich geringer.
Ich möchte Lesch möglichst keine Clicks spendieren: war das jetzt Leschs Position, oder deine Stellungnahme?
Seit 30 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

Helfried
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Flowerpower hat geschrieben: Wenn ich mit einem Hyundai Kona die gleiche Fahrweise an den Tag lege komme ich mit 22kwh (kWh) /100km raus.
Sorry, aber wenn du einen Kona mit 22 kWh/100 km fährst, passt die Fahrweise nicht mehr zum umweltfreundlichen Nickname, fürchte ich.
HmdS

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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mweisEl hat geschrieben: Ich möchte Lesch möglichst keine Clicks spendieren: war das jetzt Leschs Position, oder deine Stellungnahme?
Leschs Position ist: es ist egal ob wir die Energie als Strom oder Sprit verfahren, solange Strom mit CO2 Ausstoß produziert wird. Auf die Effizienz und notwendige Energiemenge ist er gar nicht eingegangen, sondern hat das implizit gleichgestellt.

Er hat es nicht gesagt, aber offensichtlich ist er der Meinung anhängig Autostrom würde als Mehrverbrauch nur aus fossilen Erzeugung stammen, oder umgekehrt erst müsse aller fossiler erzeugter Strom ersetzt werden bevor E-Auto-Strom "sauber" sein könne. Und auf Letzteres müsse man sich konzentrieren, vor allem durch Verzicht, weil so viel grünen Strom könne man in Deutschland/Europa so oder so nicht produzieren.

Es war etwa so, wie wenn man einem Kind noch die Mengenlehre anhand eines halben und ganzen Kuchens erklären müsse, wo das Kind aber nur kapiert "Kuchen schmeckt gut, was soll ich mit Mathematik anfangen, werde nie was mit Mathe machen..."

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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Nur das es kein festes Verhältnis zwischen Anergie und Exergie gibt. Das ist in Afrika viel schlechter als an den Polen.
Das der Sprit schon vor dem Tank die Energimenge verbraucht, mit der ein E-Auto fährt, sagt doch genug über die mögliche CO2 Einsparung.

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 124.500km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 95.500km, E-UP seit 2020, 14.000km, C180TD seit 2019 39.000km , max G30d seit 2020 700km, Sunlight Caravan, Humbauer 1300kg, E-Expert 75kWh 20.000km

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

Wattamal
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LeakMunde hat geschrieben: Dieser Vergleich verschiedener Energieformen ist einfach unsinnig. Energie = Exergie + Anergie. Auf der einen Seite haben wir die elektrische Energie. Diese besteht vollständig aus Exergie. Der Brennwert des Kraftstoffs, also die Wärmeenergie, die beim Verbrennen frei wird, enthält einen großen Teil Anergie. Diesen Teil kann man nicht für den Vortrieb nutzen. Auch nicht in einem Elektroauto.
Deine Aussage ist im Sinne der Diskussion hier ein Widerspruch in sich. Denn genau dann, wenn ich das Verhältnis von Exergie und Anergie einmal für den Fall BEV und einmal für den Fall ICE betrachte, dann wird doch sehr deutlich, dass die Fortbewegung mit einem BEV viel effizienter ist, weil der Anteil der Exergie (als der "nutzbaren" Energie) viel größer ist. Insofern ist der Energiegehalt und dessen Effizienz bei der Umwandlung genau DAS Vergleichskriterium.
Oder platt gesagt: warum soll ich bei der automobilen Fortbewegung so viel nutzlose Anergie "produzieren", wenn es eine Alternative gibt? Ich muss ja auch die Anenergie mitbezahlen (in Form von Geld als Verbraucher und als Ressourceneinsatz bei der Umwandlung aus Primärenergie als Erzeuger)!

Re: Harald Lesch kauft sich ein E-Auto

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mweisEl hat geschrieben:
R240Pe hat geschrieben: Beispiel für unwissenschaftliche Aussagen:
Wenn wir alle in gleichem Umfang statt Verbrenner Elektroautos fahren würden, wäre der gesamt-Energieverbrauch allein schon wegen der deutlich höheren Effizienz des Elektromotors und zusätzlich der Rückgewinnung durch Rekuperation wesentlich geringer.
Ich möchte Lesch möglichst keine Clicks spendieren: war das jetzt Leschs Position, oder deine Stellungnahme?
Das ist das - mein - rechnerisches Ergebnis beim Vergleich meiner Aufzeichnungen, die ich seit mehr als 20 Jahren über all meine Fahrzeuge und Fahrten geführt habe.
Ich fahre z.B. mehrmals im Jahr die gleiche Strecke von 650 km über die Alpen nach Süden:

Verbrauch aus der Summe der verfügbaren Accu-kWh = 103,7 kWh
+ Rekuperation 19,0 kWh
Gesamtverbrauch 122,7 kWh
Schnitt- tats. km/Gesamt-kWh ohne Reku 16,0 kWh/100
Schnitt- tats. km/Gesamt-kWh mit Reku 18,9 kWh/100

somit umsonst an Energie über Reku bezogen also 3,9 kWh oder 24 %.

Auf der Rückfahrt ist die Rekuperation etwas weniger - aber immer noch bei 20 %.

Ob mein Verbrauch wirklich stimmt?
Wenn ich nicht mehr nachladen kann, kann ich auch nicht mehr verbraucht haben - logisch ?

Benzin hat einen Heizwert von ungefähr 8,5 kWh pro Liter. Bei Diesel liegt der Heizwert etwa bei 9,8 kWh pro Liter.
Somit müsste ein Vergleichs-Verbrenner im Verbrauch jedenfalls sehr deutlich unter 3 l liegen.

Mein letzter Benzin-Twingo lag 2015 über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet bei 6,8 l auf 100 km.
Ein Golf braucht laut aktueller Internet-Aussage auf 100 Kilometer 7,3 Liter Benzin oder 5,6 Liter Diesel.
ZOE R240 10/2015-11/2017 - Q90 ZE40 (D) 11/2017-07/2020 - R135 ZE50 ab 07/2020 ...
Alle sagten, das geht nicht! - Da kam einer, der wusste das nicht und hat´s einfach gemacht ... :? RENAULT schafft das sogar bei Fehlern ...
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