Toyotas weg in die Zukunft

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Toyotas weg in die Zukunft

Michael_Ohl
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Was nehmen die Verantwortlichen bei Toyota eigentlich ein, sich jetzt für 222 verkaufte Mirais zu fairen und Fernseh-Werbung für den Kasten zu machen? Da sie immer noch das Dornröschen spielen, verunglimpfen sie BEVs mit ihreren pseudo Hybride als selbstaufladend, was für ein Kinder-Geburtstag.
Inzwischen würde ich von denen kein Auto mehr geschenkt wollen. Das andere Ablenkungsmanöver mit den Feststoffbatterien war ja wohl auch nur heiße Luft.


MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 120500km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 92500km, E-UP seit 2020, 7500km, C180TD seit 2019 30000km , max G30d seit 2020 500km, Sunlight Caravan, Humbauer 1300kg, E-Expert 75kWh 6500km
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Re: Toyotas weg in die Zukunft

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Feststoffbatterien sind keine "Ablenksungsmanöver" und Toyota kooperiert hier mit Panasonic zusammen. VW, wie auch Renault haben sehr deckungsgleiche Entwicklungsziele für diesen Zelltyp, ab 2030 angekündigt.

Toyota spricht im Grunde aus, was hier oftmals auf einer Art "Heliozentrismus" nicht wahrgenommen werden will: Wir machen alles von unserem Standort aus abhängig, wie eMobility zu funktionieren hat und wie nicht. Das ist vermessen.

Es spielen mehrere Faktoren herein, ob ein BEV wirklich CO2-ärmer betrieben wird oder eben nicht und ob ein solches Fahrzeug überhaupt nutzbar ist, oder eben nicht. Stromnetz/Infrastruktur, Versorgungssicherheit, Energie-Mix, Kosten usw. sind alles Aspekte die nicht global gleich verteilt sind. Was hier im sehr industrialisierten Zentraleuropa funktioniert, muss nicht überall so sein.

In Polen, bzw. im Baltikum, wo ein sehr hoher CO2-Anteil an der produzierten kWh Strom besteht, ist die CO2-Bilanz eines BEV nicht berauschend, hier kann zumindest im Klein- und Kompaktwagensegment (meistverkaufte PKW in der EU) auf einem gleichen oder sehr vergleichbaren Niveau liegen.
Aktuell liegt DE bei 400g CO2/kWh, aufgrund fehlender PV und Windkraft.

Jedes BEV das just nun geladen wird und am Netz hängt, nutz diese Energie. In dieser KW37 haben wir einen Anteil an der Energieversorgung von Kohle und Gaskraft von knapp über 50%, im Jahresschnitt 2021 von ca. 38%.

Das nächste Thema ist, wo die Batteriezellen hergestellt werden und mit welchem CO2-Faktor. Die Spanne reicht weit, von über 60kg CO2 am unteren Ende, bis über 146kg CO2/kWh Akku-Energieinhalt. Es gibt von keinem Hersteller belegbare Zahlen und die Gewinnung der Rohstoffe, noch die Weiterverarbeitung finden in Nationen statt, die für einen sehr hohen Anteil an EE bekannt wären.

Gehen wir von durchschnittlichen 100kg CO2/kWh aus. von einer Nutzdauer von 20 Jahren, sprich also von etwa 260 tkm (ø13 tkm/Jahr) und von 65kWh Brutto-Kapazität. So liegen wir hier pro km, bei 25g CO2 und in der Spanne ergeben sich Werte von 15g bis 36g CO2/km. Ob ein Second-Life-Use nach 20 Jahren Nutzdauer umgesetzt wird, weiß ich nicht, halte dies aber für nicht sehr wahrscheinlich - zumindest mit den bisherigen Zellen nicht.
Fahre ich mit einem Strom-Mix von 500g/kWh und bei einem Verbrauch von 17kWh/100km (inkl. Ladeverluste), ergeben sich auch hier wiederum weitere 85g CO2/km oder in der Summe entsprechende und durchschnittliche 110g CO2/km. Würde man den Wert in auf Benzin umrechnen, hätte man einen Verbrauch von 4,7l/100km.

Die gesamte eMobility - und ich sage das nicht, weil ich dagegen bin, im Gegenteil - ist unglaublich abhängig, von dem Energie-Mix aus dem sie schöpfen muss. Ist dieser dreckig, wie bspw. in China, bringt es ehrlich das globale Klima keinen Deut weiter. Haben wir Verhältnisse, wie in Norwegen oder Frankreich, ist es ein Traum, wo die kWh Strom unter 50g CO2 liegt oder sogar auf der Häflte davon.

Haben wir ein Polen, wo sehr oft über 650...700g CO2/kWh anliegen, macht ein BEV genauso wenig Sinn, es sei denn ich hätte direkten Bezug von PV oder Windkraft. Auch Wasserstoff macht dort keinen größeren Sinn aber man könnte ihn zumindest aus Regionen beziehen, wo er sauber hergestellt würde, wäre man darauf angewiesen.

Das Thema H2 im PKW ist eh durch, da spielt eben das Marketing noch mit, Hyundai wird übrigens kaum bis garnicht dafür kritisiert, dass sie ebenfalls fleißig ihre FCEV-PKW vertreiben wollen, machen eben nur nicht so aufmerksam darauf, wie eben Toyota. Deren Hybrid-Werbung war sicherlich ein gewisser Griff ins Klo aber auch ich hab Probleme ein potentielles BEV bei mir daheim zu laden - es gibt aktuell keine Möglichkeit und ich bin kein Eigenheim-Besitzer, trotz guten Einkommens.

Die genannten "Pseudo-Hybride" sind bei Toyota hauptsächlich HEV und sparen um die 33% Kraftstoff ein oder sogar mehr, was in Anbetracht der Verkaufszahlen ein erheblicher Wert ist. In DE werden über 60% der verkauften Toyotas mit diesem Antrieb ausgestattet. Beim Kleinwagen sind Verbräuche von etwa 4l/100kmrealistisch, was 87g CO2/km bedeutet, mit Vorkette wären es etwa 104g/km und bei E10 wären es noch 97g CO2/km. All das, ohne große Akku-Pakete zu benötigen (max. 1kWh brutto).

Eine Dauerlösung ist das freillich auch nicht aber es bietet eine sehr deutliche Verbrauchsreduzierung für all diejenigen, die weder das passende Stromnetz, den Strommix, Kosten- oder Reichweitenprobleme haben.

Also halten wir fest, nicht für alle Märkte ist ein BEV aktuell die beste Entscheidung, nicht für alle Anwender ist ein BEV aktuell das beste Mittel und in Relation zum CO2, gibt es regionsbedingt sehr starke Schwankungen, in wie weit ein BEV überhaupt zur CO2-Reduktion beiträgt.


Quellen:
https://www.electricitymap.org/zone/DE
https://energy-charts.info/charts/energ ... ?l=de&c=DE
https://www.heise.de/autos/artikel/E-Au ... 00575.html
https://innovationorigins.com/de/die-he ... r-dachten/
[EU: Produktion 10,2g CO2/MJ + Transport 1g CO2/MJ: 1l Benzin = 42MJ Heizwert; 1l Benzin = 2,33kg CO2, Super E5: 2,25kg CO2/l, E10: 2,17kg CO2/l; Vorkette EU 20%]

Re: Toyotas weg in die Zukunft

EVHonni
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Hallo adaurius: H2O kann wie Benzin, einfach an der Zapfsäule getankt werden, keine Emissionen im Vorfeld ?

Bitte hört auf mit Gebetsmühlen artigem Predigen, H2O sei besser. H2O braucht 3-4 mal mehr Strom und der ist so sauber oder dreckig wie beim Battfahrzeug auch. Erst wenn wir alle AKWs, Kohle- und Gaskraftwerke abgestellt und auf Alternativenergie umgestellt haben und noch zusätzlich mit Ueberschussstrom H2O herstellen können, dann ist es vieleicht sauberer.

Re: Toyotas weg in die Zukunft

electic going
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Es wird immer die fehlende elektrische Infrastruktur in anderen Ländern als Grund für andere Treibstoffe als Strom aufgeführt. Dabei schaffen es wohl alle Länder irgendwie Sprit für ihre Fahrzeuge an passende Orte zu transportieren. Und sowohl Transport, wie auch Lagerung vor Ort und damit auch Strom für Pumpen scheinen dort also zu klappen. Aber das alles natürlich nur durch Abhängigkeit vom Ausland.

Wasserstoff als Treibstoff würde das ja nicht ändern, im Gegenteil, dessen Lagerung ist schwieriger.

Reine BEV hingegen könnten vor Ort durch Solarstrom aufgeladen werden. Klar fehlt auch dafür noch die Infrastruktur (Tankstellen sind aber auch nicht von alleine gewachsen). Aber warum wohl? Weil das eine einmalige Investition ist und nicht dauerhaft (finanzielle) Abhängigkeit erzeugt. Diese Abhängigkeit wird durch jede Zwischenlösung weiter verlängert oder durch Umstellung auf andere Abhängigkeiten verfestigt. Wer will schon nach kurzer Zeit wieder eine aufgebaute Infrastruktur einreißen.

Re: Toyotas weg in die Zukunft

Meinereiner
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Hallo adaurius: H2O kann wie Benzin, einfach an der Zapfsäule getankt werden, keine Emissionen im Vorfeld ?
Ich bekomme H2O gratis vom Dach, speichere es und verwende es im Garten. Wer will, kann sich bei mir Mengen bis 100l gratis abholen, wenn genug da ist.

@Topic:
Toyota ist halt einer der Konzerne, die den Wandel komplett verpennt haben. Ein weiteres Beispiel wäre Honda, bis auf ein müdes Feigeblättchen haben die nichts.
Mich überrascht schon, dass es ausgerechnet die japanischen Konzerne sind, die den Wandel derartig verschlafen.

Der Zug Wasserstoff ist abgefahren. Erstens haben sich quasi ALLE anderen Autofirmen auf BEV und PHEV eingeschossen, zweitens gibt es kein Tankstellennetz. Drittens werden BEV immer besser, so dass selbst das Argument "Langstrecke" bald wegfällt - spätestens mit BEVs der aktuellsten Generation mit 800V-Technik wie einem Hyundai Ioniq 5 ist der Nachteil akademisch.
Beim Wasserstoff muss ein komplett neues System für Erzeugung und Verteilung aufgebaut werden. Das Stromnetz ist daggen größtenteils vorhanden, und für viele Fahrer reicht bereits eine einfache Steckdose - womit die Infrastruktur für BEV schon per Default viel besser ist, egal wie schlecht das Ladenetz sein mag.

Re: Toyotas weg in die Zukunft

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  • AbRiNgOi
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Da war doch Nikola, der mit seinem Nikola One einen Wasserstoff Truck bauen will. Was aber hört man heute von ihm?
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/te ... a-101.html
Der Nikola Tre will vor allem mit seiner Reichweite überzeugen: Mit bis zu 560 Kilometern pro Batterieladung übertrifft der Neuling damit aus dem Stand etwa den kürzlich vorgestellten eActros von Mercedes (bis zu 400 Kilometer), den vollelektrischen Scania (bis zu 250 Kilometer) oder Volvos auf dem Markt erhältliche E-Trucks (bis zu 300 Kilometer). Innerhalb von zwei Stunden soll der Akku des Nikola Tre wieder auf 80 Prozent geladen sein
Der kleine "dreier" aus Amerika überholt den "einser" und das mit einer Batterie statt Wasserstoff.

Und von dem Projekt habe ich abhängig gemacht wie es weiter geht. Wenn der Nikola da mal kosten-deckend in die Gänge kommt, ja dann können wir weiterreden. Tut er aber nicht. Und wenn nicht der, wer dann?
Ach ja, die Zillertalbahn wird auch noch beobachtet. Wasserkraft direkt bei der Tankstelle in der Nacht wegen fehlender Stauseen im Zillertal nicht abschaltbar.... Aber ob nicht auch hier die Batterie die bessere Alternative wäre? Auch das werden wir sehen.

Und erst wenn diese großen Verbraucher erfolgreich Wasserstoff im Einsatz haben, können wir über den PKW nachdenken.
Zuletzt geändert von AbRiNgOi am Do 16. Sep 2021, 09:46, insgesamt 1-mal geändert.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 115.000 km

Niemand ist bei mir auf der Ignor-Liste!

Re: Toyotas weg in die Zukunft

Odanez
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Die Autofirmen haben sich davon verabschiedet, ja, aber CDU und FDP nicht. Obwohl die FDP ja eher auf den E-Fuel aufgesprungen ist.
2017-2020: 2013 Nissan Leaf Acenta 24kWh
Ab 2021: Kia e-Niro Spirit 64kWh

Re: Toyotas weg in die Zukunft

catoderjuengere
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EVHonni hat geschrieben: Hallo adaurius: H2O kann wie Benzin, einfach an der Zapfsäule getankt werden, keine Emissionen im Vorfeld ?

Bitte hört auf mit Gebetsmühlen artigem Predigen, H2O sei besser. H2O braucht 3-4 mal mehr Strom und der ist so sauber oder dreckig wie beim Battfahrzeug auch. Erst wenn wir alle AKWs, Kohle- und Gaskraftwerke abgestellt und auf Alternativenergie umgestellt haben und noch zusätzlich mit Ueberschussstrom H2O herstellen können, dann ist es vieleicht sauberer.
H2O kommt bei mir frei Haus...... Von den Wasserwerken 😁
yo no naka wa
jigoku no ue no
hanami kana

Rettet Ersatzteil 199 398 500 A !

Re: Toyotas weg in die Zukunft

Meinereiner
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Die Autofirmen haben sich davon verabschiedet, ja, aber CDU und FDP nicht. Obwohl die FDP ja eher auf den E-Fuel aufgesprungen ist.
Da gibts nichts mehr zu entscheiden oder aufzuspringen, der Zug in Richtung BEV ist irgendwann 2019 bis 2020 abgefahren.

Das hat schon lange nichts mehr mit Öko oder CO2 zu tun, es ist einfach ein technischer Wandel - die Zeit des Verbrenners ist vorbei.

Unsere Autokonzerne haben Zigmilliarden BEV investiert, es wurden Fertigungsstraßen gebaut, Batteriewerke, Milliarden in F&E investiert, eine unüberschaubare Menge an Modellen auf den Markt gedrückt.
Inzwischen liegen die Marktanteile von reinen E-Autos irgenwo zwischen 10 und 20%, und angekündigt werden inzwischen soviele E-Auto-Modelle wie Verbrenner. Wenn man politisch jetzt noch eine Vollbremsung hinlegt, dann richtet man gewaltigen Schaden an.

Das ist den Betonschädeln in diesen Parteien sicher auch klar. Die wollen nur die Stimmen der E-Auto-Gegner aufsaugen (von denen es immer noch viele gibt).

Re: Toyotas weg in die Zukunft

Ioniq1234
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Toyota hat sich auf seine Hybride fixiert und kann deswegen auch die CO² Vorgaben in vielen Ländern einhalten. Allerdings nehme ich Wahr, dass die sich auf diesen Lorbeeren ausruhen. Und das wird sich perspektivisch rächen.

Das ist auch der Grund warum ich mich von Toyota verabschiedet habe.

Rein aus praktischen Gründen kommt für mich ein H² Fahrzeug nicht in Frage.

Ich habe zum Beispiel vor nächste Woche Richtung Harz aufzubrechen. Dort gibt es im 100km Umkreis keine H² Tanke. Hin- und Rückweg wären um die 500km + das was vor Ort noch gefahren wird. Wird also knapp mit der Reichweite. Müsste also einen Umweg über Braunschweig oder Magdeburg hinnehmen.

Bei dann 700km statt 500km ist das nicht nur ein Zeithema sondern die Kraftstoffkosten wären um den Faktor 3-4 höher.
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