Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Kellergeist2
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Unser e-Soul (EZ 2020) hat ein einphasiges Ladegerät und kann mit vollen 32 A auf einer Phase laden, sofern der Ladepunkt dies (wg. der Schieflastverordnung) nicht begrenzt.

DC-Ladung ist für den Akku nicht schädlicher als AC-Ladung, da letztendlich immer DC im Akku ankommt.
Entweder wurde der Wechselstrom durch die Ladesäule in Gleichstrom gewandelt, oder es passiert erst in dem fahrzeugeigenen Ladegerät.

Wie bereits erwähnt wurde, ist die Ladeleistung [kW] im Verhältnis zur Akkukapazität [kWh] entscheidend.
Wenn man also bei Aldi, Lidl, IKEA & Co. mit 20 kW über CCS lädt, ist das für den Akku dasselbe, als wenn man mit 22 kW AC Typ2 laden würde.
Leider gibt es aber Fahrzeuge (wie z. B. Tesla), die diese Tatsache nicht berücksichtigen und nur protokollieren, wieviel kWh AC bzw. DC geladen wurden, aber nicht mit welcher DC-Leistung.

In der Anfangszeit hatte ich bei meinem Model S einen DC-Anteil, der schon fast an die 100% ging, da ich nicht zuhause oder am Arbeitsplatz laden konnte und somit immer am Supercharger (der glücklicherweise direkt auf meinem Arbeitsweg lag) laden musste.
Glücklicherweise änderte sich die Situation recht schnell und ich brauchte die SuC nur noch für die Urlaubsfahrten.
Noch bevor Tesla anfing, die Ladeleistungen bei den DC-Junkies zu beschränken, hatte ich meinen DC-Anteil auf unter 10% drücken können und war somit nicht von der Beschränkung betroffen. (Das Verhältnis AC zu DC wurde mir bei einem Termin vom Ranger des mobilen Service ausgelesen und mitgeteilt.)
Gruß, Kellergeist2
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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Der dicke Baer
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So, war eben nochmal im schwedischem Kaufhaus und siehe da, der chanedo Anschluss gibt nur 20 kW max ab. Der C-Wert somit unter 1 und alles ist gut, da es nicht wirklich eine Ultraschnellladung ist. Somit werd ich hin und wieder den Vorteil gegenüber der AC Ladung mit max 6,6 A nutzen.
Danke allen für die tollen Tips, Erfahrungen und Meinungen.
Schönes Wochenende
wusstest du, dass die Weißwurst auch nicht mehr weiß, als die Bratwurst.

Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Kellergeist2
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@Der dicke Baer Aufpassen! Aus Sicht des Akkus hast du vollkommen recht, da es unter 1 C ist. Jedoch unterscheidet so manches BMS nur zwischen AC und DC, wobei DC als "schädlich" betrachtet wird.
Wenn dein DC-Anteil sehr stark überwiegt, könnte das BMS die max. Ladeleistung reduzieren bzw. die max. Ladeleistung nur noch für eine sehr kurze Zeit nutzen, um dann relativ schnell stark abzufallen, wie es z. B. bei den alten Tesla Model S der Fall ist.

Anfangs hatte Tesla die alten Model S in ihrer max. Ladeleistung reduziert. Dies hat natürlich zu Ärger geführt, da eine "zugesicherte Eigenschaft" (Ladung mit bis zu 120 kW) nicht mehr gegeben ist.
Irgendwann hat Tesla die Ladeleistung für die alten Modelle wieder erhöht, jedoch laden sie nur noch 1-2 Minuten mit 120 kW und reduzieren dann sehr schnell auf <100 kW.
Somit erfüllt Tesla die zugesicherte Eigenschaft, da das Fahrzeug ja mit bis zu 120 kW laden kann, nur halt nicht mehr so lange wie zu Beginn.

Ich weiß, als Tesla-Fahrer jammere ich bei einer Ladeleistung von 90-100 kW auf sehr hohem Niveau, da es viele andere Fahrzeuge gibt, die nur mit 50-70 kW CCS laden können, aber hier geht es ja darum, dass ein Hersteller bei zu hohem Anteil die Ladeleistung zum Schutz des Akkus reduzieren kann, ohne dabei rechtlich angreifbar zu sein, solange die zugesicherten Eigenschaften erhalten bleiben.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Helfried
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Ich lade auch häufiger mit DC 20 kW, akkuschonend und auch aus tariflichen Gründen. Ich fürchte nur, dass ein interner Zähler im Wagen da mitzählt und auch bei nur kurzen DC-Schüben jedes Mal eins hoch zählt. Der Käufer eines Gebrauchtwagens könnte dann fälschlich glauben, man habe überwiegend DC geladen.

Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Der dicke Baer
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kann man die Anzahl der DC Ladungen auslesen? dann wüsstest du, ob der Zähler jedesmal "eins hoch" geht, oder ober er wirklich nur bei der vollen Ladeleistung von 40 KW zählt....
Wie gesagt, ich bin noch Neu in dem Thema und hoffe auf Welpenschutz bei solchen Fragen.
wusstest du, dass die Weißwurst auch nicht mehr weiß, als die Bratwurst.

Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

MartinG
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Für den Zähler ist DC immer DC, egal ob mit 20 kW oder 200 kW...

Zur Frage der Akkuschonung gibt es aber noch mehr zu sagen. Unbestritten ist die Schnellladung für den Akku belastender als die Langsamladung - je mehr "C", desto größer ist die Belastung. Das gilt übrigens auch für die Entladung. Wer das Auto beim Fahren ständig ausquetscht, bekommt auch mehr Akkuverschleiß.

Ebenfalls sollte man vermeiden, einen sehr kalten (unter null Grad) Akku zu laden, egal ob AC oder DC. Das klappt zwar alles, aber der Verschleiß ist trotzdem höher.

Der dritte wesentliche Faktor ist aber das "Betriebsfenster". Wenn der Ladestand immer zwischen 40 % und 70 % gehalten wird, hält der Akku nahezu ewig. So macht es Toyota beim Prius, da sind die Akkus auch nach 10 Jahren kaum verschlissen. Schonendes Laden hilft also nur teilweise, wenn man ständig den Akku auf 100 % (oder 80 %, wie der OP geschrieben hat) bringt und dann auf 0 % leer fährt.

Unter 15 % und über 85 % Ladestand nimmt der Verschleiß jedenfalls deutlich zu, da sollte man wegbleiben. Also besser etwas häufiger, dafür weniger und langsamer Laden...
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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Kellergeist2
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Der dicke Baer hat geschrieben: kann man die Anzahl der DC Ladungen auslesen? dann wüsstest du, ob der Zähler jedesmal "eins hoch" geht, oder ober er wirklich nur bei der vollen Ladeleistung von 40 KW zählt....
Zumindest bei den Tesla-Modellen kann man das AC/DC-Verhältnis auslesen. Es wird in kWh angegeben. Einmal kurz die Schnellladesäule auf Funktionsfähigkeit testen schlägt also nicht so stark zu Buche, wie eine DC-Vollladung.

Wie das bei anderen Herstellern/Modellen ist, kann ich dir leider nicht sagen.
Gruß, Kellergeist2
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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Der dicke Baer
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MartinG hat geschrieben: Für den Zähler ist DC immer DC, egal ob mit 20 kW oder 200 kW...

Zur Frage der Akkuschonung gibt es aber noch mehr zu sagen. Unbestritten ist die Schnellladung für den Akku belastender als die Langsamladung - je mehr "C", desto größer ist die Belastung. Das gilt übrigens auch für die Entladung. Wer das Auto beim Fahren ständig ausquetscht, bekommt auch mehr Akkuverschleiß.

Ebenfalls sollte man vermeiden, einen sehr kalten (unter null Grad) Akku zu laden, egal ob AC oder DC. Das klappt zwar alles, aber der Verschleiß ist trotzdem höher.

Der dritte wesentliche Faktor ist aber das "Betriebsfenster". Wenn der Ladestand immer zwischen 40 % und 70 % gehalten wird, hält der Akku nahezu ewig. So macht es Toyota beim Prius, da sind die Akkus auch nach 10 Jahren kaum verschlissen. Schonendes Laden hilft also nur teilweise, wenn man ständig den Akku auf 100 % (oder 80 %, wie der OP geschrieben hat) bringt und dann auf 0 % leer fährt.

Unter 15 % und über 85 % Ladestand nimmt der Verschleiß jedenfalls deutlich zu, da sollte man wegbleiben. Also besser etwas häufiger, dafür weniger und langsamer Laden...
Da liegt ja auch der Grund meiner Frage. Das kleine Zwischenladen auf dem Heimweg. Ich achte schon auf die 20/80 Regel und bin auch eher ein defensiver Fahrer. (kein Huttragender Schleicher ). Für mich wäre nun noch interessant zu erfahren, ob der DC Anteil in kW, oder in "Stecker drin" gezählt wird. Grundsätzlich lade ich meist Freitags an der 11 kW AC Leitung für ne Stunde beim Kaffe in unserem REWE und würde dann so alle 2bis 3 Wochen mal stattdessen bei Ikea auf 80% mit 20kW laden. Das war so mein Plan....
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Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

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Von irgendwelchen Log´s mal abgesehen:
Wenn du 20/80 nicht nervenaufreibend beachtest, klappt halt nicht immer, und eher nur die 50 kW Dc Ladepunkte verwendest, dann beobachte einmal, wannd er SChnellader die Leistung zurücknimmt.
Bei einem Fahrzeug ist´s bei 60, bei anderen bei 80%.
Dies ist ein Indiz, dass die Batterie entweder voll wird, das BMS dies fordert, oder "nur" warm wird".
50 kW ist eine vertretbare Belastung.
Nur, wenn Du schonen willst, gewöhne Dir vielleicht an, dann abzustecken und, so nebenbei Kostengünstiger, an 11/22 kW fertigzuladen.
22kW wären Deine 32A, 11 kW Nur" 16 Ampere)und, vermutlich würden auch die 16A irgendwo bei 90-spätestens 95% vom BMS reduziert.

Alle Monate mal 100% "durchziehen".
Passiert sowieso immer wieder "aus versehen".
Nicht verrückt machen lassen, Du schonst alleine schon deshalb mehr, wie vermutlich 70% der Nutzer die Batterie, da Du nur 1-2 x wöchentlich lädst.
Am Ende zählt, was die Batterie "noch kann", und, das Ladelog ist ein weiteres Indiz.
Erklärst Du dem Nachnutzer dieses Ladeverhalten wird er entspannter sein wie bei einer Firmenkalesche, die 5 Tage die Woche in der Firma angesteckt war.

Nicht verrückt machen.
Du hast ne lange, lange Garantie :-)
Diverse E Fahrzeuge von 27 bis 90 Kwh.

Re: Richtig Laden, oder ist Schnellladen wirklich schädlich

Der dicke Baer
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meine Garantie läuft in "ZWEI JAHREN" ab (das ist noch lange hin) die echte Schnelladung ( bei mir mit 40kW abgeregelt) wird nur der Einzelfall auf evtl. längeren Reisen sein. Im Alltag wie du schon geschrieben hast 1-2 mal die Woche (derzeit max einmal die Woche, da sehr kurzer Arbeitsweg) und eben dann alle zwei, oder drei Wochen mal an Chanedo mit 20kW 80% Ende September werde ich dann das zweite mal auf100% laden (Normalladung). Ich habe das Auto gebraucht gekauft mit 14.000km auf der Uhr. Vorbesitrzerin hat nur über "Haussteckdose"230 Volt geladen. War für mich eine Bauch/ Spontanentscheidung und da der Chevy Diesel ein Alter erreicht hatte und der Händler einen ehr guten Preis gegeben hat. Hab ich mir "mal eben" den Kia gegönnt. Ich bin super zufrieden und wie bei meinen vorherigen Autos informiere ich mich gern über Foren wie dieses, was man gleich Richtig machen kann und wo sich Fehler verstecken.
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