Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

SvenKarlsruhe
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Was macht denn dann der kleine, günstige e-Up richtig?
Bei Regen bremst er wohl ab und zu selbständig vorne kurz an, merkt man nur am leichten Rütteln im Strompedal, Ruckeln tut der Kleine dabei nicht.
Hinten sind eh Trommelbremsen.
Anscheinend kann man das Problem auch sehr leicht lösen.

Gruß,
Sven
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Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Ektus hat geschrieben: Im Elektroauto könnte man aber durchaus höher legierte Scheiben (schlechterer Reibwert) mit weichen Belägen (besserer Reibwert, aber schlechtere Standzeit) kombinieren, um verbesserte Korrosionsbeständigkeit bei gleichbleibender Bremswirkung zu erzielen. Macht nur keiner :-(
Die schlechtere Standzeit würde man dabei ja gar nicht merken, weil die mechanischen Bremsen sowieso nur höchst selten was zu tun bekommen. Das sieht man auch gut an den Alufelgen, Bremsstaub gibt es fast gar nicht.
Die Nummer löst man mittels Software und bremst hier und da intelligent. Andere Hardware ist einfach nur unnötig sau teuer.
env20040 hat geschrieben: Weiters nutzen Hybride, aufgrund der kleinen Batterien, die Bremsen meist öfter wie BEV's.
Dies, da die Batterie schneller leer, bzw. voll ist und die Rekuperation nicht immer voll arbeiten kann.
Auch werden meist die Reservekapazitäten der Batterien knapper an das Limit gesetzt.
Das halte ich für ein Vorurteil. Bei Hybriden sind meist die Grenzen des Akkus viel stärker limitiert, wie bei BEVs (hier widerspreche ich dir explizit). Das bedeutet auch, dass nach oben und unten viel mehr Spielraum ist (der Spielraum ist eine prozentuale Nummer, keine absolute). Ich bin mit meinem PHEV noch nie an die Grenze gestoßen, dass er nicht mehr max. rekuperieren will und das macht der mit bis zu 70kW. Ja, irgendwo mag sich ein Berg finden, wo man es schafft eine kWh zu rekuperieren, aber den muss man erst mal finden (und da oben muss man auch noch aufladen können).
Wie gesagt, so viel mehr Bremsen liegt auch einfach nicht vor, ansonsten würde man das an den Bremsen und dem Verschleiß sehen.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Jupp78 hat geschrieben: Ja, irgendwo mag sich ein Berg finden, wo man es schafft eine kWh zu rekuperieren, aber den muss man erst mal finden (und da oben muss man auch noch aufladen können).
Oben am Feuerstein bei Ebermannstadt und dann runterfahren.
Was denkst du, woher ich weiß, daß der Ampera mit Reku bis auf 93% Brutto-SOC (= ca. 115% Netto-SOC) geht?
Ab etwa halbem Weg ist dann beim Ampera Schluß mit Reku und es geht ab. Der A-Motor (Generator) dreht noch hoch und verbrät etwas Energie im Quasi-Leerlauf (kann man hören und mit den richtigen Tools auch sehen).

Beim BEV reichen schon die paar Höhenmeter von unserem Haus aus dem Wohngebiet raus zur Hauptstraße runter. Da rekuperiert bei der 2. Querstraße bergab auch nix mehr.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

Ektus
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Jupp78 hat geschrieben:
Ektus hat geschrieben: Im Elektroauto könnte man aber durchaus höher legierte Scheiben (schlechterer Reibwert) mit weichen Belägen (besserer Reibwert, aber schlechtere Standzeit) kombinieren, um verbesserte Korrosionsbeständigkeit bei gleichbleibender Bremswirkung zu erzielen. Macht nur keiner :-(
Die Nummer löst man mittels Software und bremst hier und da intelligent. Andere Hardware ist einfach nur unnötig sau teuer.
Software kann aber genau gar nichts gegen den Rost außerhalb der Reibflächen ausrichten, genauso wenig gegen gerostete Grundplatten der Beläge und festgegammelte Sättel und Bremskolben. Da müssen bessere Materialien her, und sauteuer ist relativ. Ob das Kilogramm Material jetzt 2€ kostet oder 4€ macht bei einem Satz Bremsscheiben vielleicht 100€ Unterschied, aber danach wäre Ruhe.
e-Niro Spirit 64kWh seit 03.01.2020

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

Casamatteo
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Außer Motorrädern stehen auch andere Saisonkennzeichen-Spaßgeräte wie Cabrios, Sportwagen und Wohnmobile quasi serienmäßig monatelang herum. Die müssen doch irgendwie dafür geeignet ausgestattet sein.
Bei Oldtimern ist das immerhin etwas anders, die waren einst für normalen Betrieb gedacht. Bei meinem Smart wurden jüngst die Bremsen erneuert da hoffnungslos vergammelt.
Smart ED3 EZ2013 56000km 2. 22-kW-Lader
6 Liter Diesel brauchen ca. 12 kWh Energie als Brennstoffverbrauch in der Raffinerie, keine 42 kWh als Strom wie Andreas Burkert behauptet. Er hat vermutlich zudem US-Gallonen und Liter verwechselt.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Solarmobil Verein hat geschrieben: Oben am Feuerstein bei Ebermannstadt und dann runterfahren.
Was denkst du, woher ich weiß, daß der Ampera mit Reku bis auf 93% Brutto-SOC (= ca. 115% Netto-SOC) geht?
Kann ich dir nicht sagen. Die Örtlichkeit kenne ich persönlich nicht, kann aber recherchieren und komme da höchstens auf 300 Höhenmeter, die es runter geht (eigentlich eher gute 200 Höhenmeter). Korrigiere mich aber bitte gerne, wenn ich falsch liege.
300 Höhenmeter bei einem Fahrzeug welches 2000kg wiegt, ergibt eine potentielle Energie von gut 1,6kWh. Selbst wenn man mit günstigen 10kWh/100km Fahrverlusten rechnet, so sind das 0,1kWh/km. Wenn ich nicht falsch liege, so fährt man auch dort an die 7km weit (=verbrauchte 0,7kWh). Dazu kommen noch Wirkungsgradverluste um die Energie in den Akku zu bringen. Mit einer äußerst positiven Rechnung bleiben da eigentlich nur ca. 0,7kWh übrig, die dieser Berg her geben kann.

Ich habe auf meinem Arbeitsweg ein für die Rekuperation "ideales" Gefälle (keine signifikanten Kurven, recht gleichmäßig diese 7% Gefälle) von 70 Höhenmetern auf einem Kilometer Strecke. Rechnerisch werden da rund 0,4kWh an potentieller Energie frei. Im Akku kommt in der Praxis 0,22-0,24 kWh an. Der Rest geht für Fahrwiderstände und Wirkungsgradverluste drauf.
Ektus hat geschrieben: Software kann aber genau gar nichts gegen den Rost außerhalb der Reibflächen ausrichten, genauso wenig gegen gerostete Grundplatten der Beläge und festgegammelte Sättel und Bremskolben.
Rost außerhalb der Reibflächen kann Software natürlich nicht beheben. Braucht sie aber natürlich auch nicht, denn der ist für die Funktion nicht relevant (ist höchstens hässlich). Rost auf den Reibflächen, festgammelnde Sättel und Bremskolben hingegen, kann man durchaus vermeiden, einfach durch Nutzung, durch Bewegung. Und da kann Software durchaus eingreifen und mittels punktuell verhinderter Rekuperation die Bremse ins Spiel bringen.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Jupp78 hat geschrieben: Kann ich dir nicht sagen. Die Örtlichkeit kenne ich persönlich nicht, kann aber recherchieren und komme da höchstens auf 300 Höhenmeter, die es runter geht (eigentlich eher gute 200 Höhenmeter). Korrigiere mich aber bitte gerne, wenn ich falsch liege.
300 Höhenmeter bei einem Fahrzeug welches 2000kg wiegt, ergibt eine potentielle Energie von gut 1,6kWh. Selbst wenn man mit günstigen 10kWh/100km Fahrverlusten rechnet, so sind das 0,1kWh/km. Wenn ich nicht falsch liege, so fährt man auch dort an die 7km weit (=verbrauchte 0,7kWh). Dazu kommen noch Wirkungsgradverluste um die Energie in den Akku zu bringen. Mit einer äußerst positiven Rechnung bleiben da eigentlich nur ca. 0,7kWh übrig, die dieser Berg her geben kann.

Ich habe auf meinem Arbeitsweg ein für die Rekuperation "ideales" Gefälle (keine signifikanten Kurven, recht gleichmäßig diese 7% Gefälle) von 70 Höhenmetern auf einem Kilometer Strecke. Rechnerisch werden da rund 0,4kWh an potentieller Energie frei. Im Akku kommt in der Praxis 0,22-0,24 kWh an. Der Rest geht für Fahrwiderstände und Wirkungsgradverluste drauf.
Ganz ehrlich, da würde ich mich eher über die schlechte Reku von deinem Auto beschweren.
Ich lese das ja aus der Steuerung vom Auto aus, wie SOC & Co sind.

Wenn ich von Marloffstein nach Adlitz runterfahre, lasse ich oben aber der Kuppe erst in N rollen und lege ca. 200m vor dem Ortsschild von Adlitz Fahrstufe L ein, d.h ich rekuperiere mit rund 30kW, ohne die Bremse zu betätigen. Das geht dann von 85km/h auf +/-50km/h am Ortssschild runter, wenn ich den "Bremspunkt" genau genug erwische.
Bis ich durch Adlitz dann durch und unten auf der Ebene bin, sind das nach GoogleEarth knapp 40 Höhenmeter. Im Akku sind 0,8kWh mehr drin ...

Von der Ladestation am Feuerstein bis runter auf die Hauptstraße in Ebermannstadt geht es von 521m auf 291m runter, also 230 Höhenmeter.
Die Reku setzt bereits etwa 150m vor der ersten richtigen Kehrschleife (bei der Dreifach-Serpentine) aus, da muß ich dann schon echt voll mechanisch reinbremsen. Der Reku-Aussetz-Punkt liegt auf ca. 430m.
Zu dem Zeitpunkt hat der Akku die 93%, was ausgehend vom Ladezustand "voll" mit 83% (mehr bekommt man übers Ladekabel nicht rein) und der Brutto-Akkugröße von 16kWh 1,6kWh sind.
Ich habe es auch schon ausprobiert, wie sich SOC und Reichweitenanzeige verhalten, wenn ich unten losfahre, einmal rauf und wieder runter. Im Akku fehlt wirklich nur die Energie für die gefahrene Strecke. Die Höhenmeter sind wieder nahezu komplett im Akku drin.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Von der Ladestation am Feuerstein bis runter auf die Hauptstraße in Ebermannstadt geht es von 521m auf 291m runter, also 230 Höhenmeter.
Die Reku setzt bereits etwa 150m vor der ersten richtigen Kehrschleife (bei der Dreifach-Serpentine) aus, da muß ich dann schon echt voll mechanisch reinbremsen. Der Reku-Aussetz-Punkt liegt auf ca. 430m.
Zu dem Zeitpunkt hat der Akku die 93%, was ausgehend vom Ladezustand "voll" mit 83% (mehr bekommt man übers Ladekabel nicht rein) und der Brutto-Akkugröße von 16kWh 1,6kWh sind.
Also entweder ist irgendwo in der Betrachtung ein Fehler oder du besitzt ein Perpetuum Mobile.

Nochmal ganz klar: 100 Höhenmeter entspricht für 2000kg einer Energie von 0,545 kWh. Von diesen 0,545 kWh müssen als erstes noch die Fahrwiderstände (Luftwiderstand, Rollwiderstand) und die Versorgung der elektrischen Nebensysteme abgehen. Das was über bleibt, kann nach Abzug des Generator- und Akkuwirkungsgrades, dann im Akku landen.

Zu deinem Beispiel von Marloffstein nach Adlitz: Nehmen wir für die 200m eine durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit von 65km/h an, so dauert die Fahrt ca. 11 Sekunden. Um in 11s den Akku um 0,8kWh aufzuladen, bräuchte es eine Rekuperationsleistung von 260kW.
Oder anders gesagt, um 0,8kWh mit 30kW nachzuladen, braucht es 1,6 Minuten. Das wäre Ortsausgang Marloffstein bis Ortsausgang Adlitz mit durchschnittlich 45km/h gefahren und durchgängig mit 30kW rekuperiert bei Wirkungsgrad 100%.

Und nein, ich bin mit der Reku meines Autos nicht unzufrieden, denn diese stellt sich, unter Beachtung physikalischer Naturgesetze, als durchaus plausibel dar.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Jupp78 hat geschrieben: Nehmen wir für die 200m eine durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit von 65km/h an, so dauert die Fahrt ca. 11 Sekunden. Um in 11s den Akku um 0,8kWh aufzuladen, bräuchte es eine Rekuperationsleistung von 260kW.
Ich schrieb, daß ich 200m vor dem Ortsschild mit Reku beginne, nicht, daß ich (nur) 200m mit Reku fahre.
Die gesamte Reku-Strecke beträgt nach GoogleMaps knapp 600m, mit unterschiedlichen Reku-Leistungen.

Was den Feuerstein betrifft: bei den etwa 40km/h, die man da fährt, spielt der Luftwiderstand wohl keine große Rolle. Fährt man schneller, ist ein Wurfanker vielleicht ganz hilfreich, den braucht man, wenn es dann mal ganz plötzlich ganz steil bergab geht, im freien Fall oder so ... man wäre nicht der erste ...

Ansonsten: rechnerisch ist mir das mit der Hubenergie schon klar. Paßt auch.
Der Rest sind die Daten aus dem System.
Ich fahre unten mit meinetwegen 60km Reichweite los, fahre hoch und wieder runter zum Ausgangspunkt, und habe dann wieder 58km Reichweite, obwohl die gefahrene Gesamtstrecke 7km beträgt. Ist so, mehrfach ausprobiert.

Re: Wie bleiben Bremsen funktionsfähig

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Ist mir schon halbwegs klar wie du da fährst. Am höchsten Punkt lässt du erst mal rollen, dabei beschleunigt das Fahrzeug ohne Energie aus dem Akku zu nehmen, 200m vor dem Ortseingang rekuperierst du stark um auf die ca. 50km/h zu kommen, danach rekuperierst du in Adlitz auch weiterhin, wenn auch nicht mehr so stark, weil es in Adlitz weiter ganz gut Gefälle hat. Das machst du bis Ortsausgang, was in Summe dann 600m Strecke sind. Nach dem Ortsausgang darf man wieder schneller fahren, darum gibt es dann nichts mehr zu rekuperieren. Da können trotzdem bei den Höhenmetern keine 0,8 kWh heraus kommen.

P.S.: Aus Reichweitenanzeigen irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen, da wäre ich mehr als vorsichtig. Ich glaube dir, dass die das anzeigt, aber ich glaube nicht, dass die Anzeige einen guten Job macht ;).
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