Warum eigentlich Prozent?

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Re: Warum eigentlich Prozent?

sheridan
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Die Prozentanzeige ist im Prinzip nur eine exaktere Tankuhr. Die höhere Genauigkeit auf 1% braucht man, weil man den Akku weiter runterfährt als einen Verbrenner. Kopfrechnen müsstest du ja auch, wenn du z.B. 38kWh durch einen Verbrauch von 22kWh/100kmm dividierst. Das ist immer noch zu kompliziert während der Fahrt, ein einfacher Blick auf die Restreichweite gibt dir eine ähnlich gute Prognose.
Model 3 SR 60, A250e
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Re: Warum eigentlich Prozent?

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electic going hat geschrieben: Wurde wohl unbedacht von Handies und anderen Elektrogeräten übernommen oder vielleicht auch von der alten Tankanzeige, die ja auch eher Prozente als Liter anzeigt.
Ein Stück weit ja, aber ich würde mal die steile These wagen, würde man heute Autos neu einführen, dann würde es nur die Restreichweitenanzeige geben. Eine Anzeige in Prozent oder kWh würde bestenfalls noch in einem Untermenü zu finden sein. Das steht eigentlich nur da, weil man es gewohnt ist.
A.Q. hat geschrieben:
electic going hat geschrieben: Wenn man dann sieht, z.B. 20 kWh/100km für die letzte Autobahnstrecke, und Anzeige 22kWh lässt sich damit ja gut planen.
Noch einfacher wäre es, wenn man Wh/km angibt, wie es Tesla und einige andere Hersteller zum Glück tun. Ich finde (wo wir schon beim Thema Einheiten sind) diese Angabe viel praktischer als kWh/100 km.
Was ist daran praktischer? Qualitativ ist es erst einmal vollkommen gleichwertig. Allerdings würde ich aus einem Grund am Ende doch eine Angabe in kWh gegenüber einer in Wh bevorzugen. Einfach weil man Strom normalerweise in kWh lädt bzw. bezahlt.
Die Prozentanzeige ist im Prinzip nur eine exaktere Tankuhr.
Naja, mein Auto zeigt mir sowohl den Akkuladezustand, wie auch den Tankfüllstand prozentgenau an. Allerdings muss man auch sagen, das ist alles nur suggerierte Genauigkeit.

Re: Warum eigentlich Prozent?

electic going
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sheridan hat geschrieben: Das ist immer noch zu kompliziert während der Fahrt, ein einfacher Blick auf die Restreichweite gibt dir eine ähnlich gute Prognose.
Die Restreichweite ist doch keine Prognose. Es ist ein Blick in die Vergangenheit unter den Annahme, dass du genauso weiter fahren wirst.

Das geht sofort schief, wenn du nach Wochen täglichem Arbeitsweg in der Stadt dann mal auf die Autobahn fährst. "Prognose" 400km. Und nach 200km kommst du dann in den Bereich unter 20% und die "Prognose" erzählt dir weiterhin freudig, dass ja noch 100km drin sind. Selbst wenn das stimmen würde, wären es keine 400km. Was man im Kopf dann leicht überschlagen könnte: 10kWh Rest im Akku, Verbrauch lag bei 20kWh/100km. Woher die "Prognose" da 100km nimmt, weiß man dann auch nie (vielleicht dank Glättung, da man zuvor vielleicht 500km mit unter 15 gefahren ist und jetzt eben nur 200km mal mehr hatte). Mit "20%" könnte man ja das vielleicht sogar glauben und fährt dann 40km später auf der Autobahn mit wild blinkenden Anzeigen, dass man doch sofort laden müsse. Bei reiner Reststreckenanzeige wäre man sowieso völlig überrascht.

(btw: die angenommene Akkugröße lässt sich auf den Zahlen ja ableiten)

Das nimmt jetzt dynamische "Prognose" an. Bei einer festen "Prognose" ist das aber auch nicht unbedingt besser.

Re: Warum eigentlich Prozent?

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Jupp78 hat geschrieben: Was ist daran praktischer? Qualitativ ist es erst einmal vollkommen gleichwertig. Allerdings würde ich aus einem Grund am Ende doch eine Angabe in kWh gegenüber einer in Wh bevorzugen. Einfach weil man Strom normalerweise in kWh lädt bzw. bezahlt.
Praktischer ist daran, dass man nur multiplizieren muss. Wenn ich weiß, das ich 35 km fahren muss, rechne ich einfach den Wert mal 35. Und Wh/km ist kürzer und zudem mathematisch richtig zu schreiben.
electic going hat geschrieben: Die Restreichweite ist doch keine Prognose. Es ist ein Blick in die Vergangenheit unter den Annahme, dass du genauso weiter fahren wirst.
Und warum soll das keine Prognose sein? Das ist auch ein Blick in die Zukunft - natürlich unter Annahmen, so wie jede Prognose.

Und die Prognose kann viel viel schlauer sein als einfach den Durchschnittsverbrauch der letzten x km anzunehmen. Wenn du dein Ziel ins Navi eingegeben hast, kann es die genaue Fahrtroute mit Höchstgeschwindigkeiten, Höhenprofilen, die aktuellen Verkehrsbedingungen, die Wetterprognose usw. einbeziehen und kann anhand dieser Daten viel genauer als du selbst prognostizieren, wie weit du mit dem Akku noch kommst.

Re: Warum eigentlich Prozent?

electic going
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Ja, das kann es. Und wie viele Hersteller können das? Und wie viele Fahrer nutzen nicht das Fahrzeugnavi sondern nichts oder Android Auto (und beklagen sich hier weil ihr Fahrzeug das nicht gut kann) oder direkt Handy und damit wäre das sinnlos? Und was soll das Navi dann alles anzeigen? Ziel seit 500km entfernt, soll es die Ladestopps vorgeben? Vielleicht will man eigene festlegen, vielleicht im Sommer ein anderer Stopp weil mehr Reichweite ging.

Oder fährst du die Strecke gedankenlos nach Navi? So dann zum doofen Autobahnlader statt vielleicht dem 5km abseits aber mit angenehmer Ladeweile.

So konnte ich letzte Woche statt Ladung in Kirchberg bis hinter Stuttgart weiter - OK, LeafSpy gesagte kWh Anzeige. Besseres Ziel für Mittagessen. Und Ladung danach dadurch auch kürzer nötig.

Re: Warum eigentlich Prozent?

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Reichweitenprognosen sind sicher nicht perfekt. Die kann man immer mit eigenen Erfahrungswerten verfeinern, sofern man denn selbst welche vorweisen kann. Ein reiner kWh oder Prozentstand aber fordert das ja noch viel stärker von einem selbst ab, denn die Zahl für sich sagt ja nichts Direktes über die Reichweite aus.

Re: Warum eigentlich Prozent?

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Im Endeffekt ist es am einfachsten wenn du dir ungefähr merkst wie viel km dir noch mit 50% bleiben und wie weit du noch kommst wenn die Akkuanzeige in den roten Bereich fällt - Dann weißt du, innerhalb der nächsten ~70km muss ich Laden.
Und ich denke der Otto-Normal-Verbraucher kann mit 0-100% SoC einfach mehr anfangen als mit mit 0-47kWh SoC.
- Fadder - #ë-C4
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Re: Warum eigentlich Prozent?

electic going
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Jetzt ist 50% kein Thema um über irgendwas nachzudenken. Erst bei unter 30% auf der Autobahn. Aber dann wird es immer unhandlich, zumal mit Heizung im Winter oder eben Sommer ohne, usw. Klar, kann man 1/4 von 56 rechnen oder 1/5. Selbst, immer wieder. Aber Spracheingabe muss es geben. Automatisches Licht und Wischer. Und am besten Türen die sich selbst schließen. Damit kommt Otto-Normalo ja auch klar. Und n kWh/100km traut man ihm ja auch zu.

Re: Warum eigentlich Prozent?

k_b
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A.Q. hat geschrieben:
Aber alles immer noch besser als PS ... Warum diese Krankheit nicht auszurotten ist, werde ich nie verstehen.
Es gibt ja noch Pferde - zumindest bei uns auf dem Land - so kann man sich etwas unter PS vorstellen.

Warum eigentlich Prozent?

k_b
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Noch ein Nachtrag zur Reichweitenprognose:
Die Prognose bezieht sich natürlich auf die vorhergegangenen Fahrten, wird aber während der neuen Fahrt - gerade bei anderen Verkehrs- Wetter und anderen Verhältnissen - immer genauer, und zwar in Echtzeit, während der Fahrt. Denn du schaust die Prognose ja nicht nur einmal bei Abfahrt an, sondern praktisch bei jedem erneuten Blick auf „den Tacho“.
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