Wo bleibt der Fortschritt?

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Re: Wo bleibt der Fortschritt?

electic going
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Der Fortschritt bei den Akkus wird durch höhere Verbräuche weil klobigere Kisten wieder aufgelöst. Dazu dann noch die Kundenwünsche nach diesen Kisten und damit entsteht eben dieser Eindruck.

Außerdem lassen sich doch so tolle Werbungen schalten: 100kWh Akku, 250kW Ladeleistung , WLTP 400km - und die 200km reale Reichweite schweigt man weg. Diese Reichweiten hatte man schon mit 40kWh Akkus, die waren vielleicht nicht ganz so schnell auf 80% (ca. 15 Minuten länger), aber das schafften die auch ohne HPC.

Wären diese Akkus in Autos wie Ioniq, Leaf, i3, ZOE, M3, die könnten Quer durch Deutschland mit einer Ladung.
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Re: Wo bleibt der Fortschritt?

TWIKER
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Ich finde den Beitrag sehr interessant und möchte ihn durch ein Beispiel zur Diskussion stellen.

Mein Twike Baujahr 2007 hat einen 8,5 kWh LiON Akku. Mt dem Durchschnittsverbrauch von 6 kWh.auf 100 km komme ich damit gut 100 km im Winter und gut 150 km im Sommer. In 13,5 Jahren bin ich damit rund 160.000 km gefahren.

Entscheidend für den Verbrauch ist jedoch beim Elektrofahrzeug weniger die spartanische Technik des Twike, sondern die Geschwindigkeit beim Fahren.

Beim Twike3 ist das auf rund 85 km/h begrenzt. Der eSmart meiner Frau benötigt bei 60 km/h mit 9 kWh / 100 km zwar schon 50% mehr, aber richtig gravierend wird der Unterschied erst mit zunehmender Geschwindigkeit.

Bei 90 km/h sind es beim eSmart schon 12 kWh / 100 km. Bei 100 km/h bereits 13,5 kWh. Und bei 120 km/h dann rund 18 kWh, so dass man bei "flotter" Autobahnfahrt kaum mehr 100 km weit kommt.

Bei aktuellen e-Fahrzeugen gerät dies immer weiter in den Hintergrund. Durch die quadratische Zunahme des Luftwiderstand braucht jedes e-Fahrzeug bei 150 km/h mindest 25 - 30 kWh / 100 km.

Daran ändert auch moderne Technik nichts. Der Luftwiderstand ist ausschlaggebend. Daran müssen die Hersteller arbeiten.

Am Sinneswandel müssen die Fahrer arbeiten.

Das Twike5 ist zwar hier optimiert, wird aber bei 150 km/h auch mindestens 17 kWh benötigen.

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Jupp78
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electic going hat geschrieben: Der Fortschritt bei den Akkus wird durch höhere Verbräuche weil klobigere Kisten wieder aufgelöst. Dazu dann noch die Kundenwünsche nach diesen Kisten und damit entsteht eben dieser Eindruck.
Das Schicksal des Verbrenners wird auch die E-Mobilität ereilen.
Mit einer weiteren Verbreitung bekommt man nicht mehr nur die sparsamsten Konzepte.

Und Fortschritt wird es auf der Verbrauchsseite kaum mehr geben. Hier kann man fahrzeugseitig wohl nur in erster Linie an Kosten, Gewicht und Volumen noch arbeiten. Die Potentiale der E-Mobilität liegen eher auf der Erzeugerseite der Energie.

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Michael_Ohl
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Nun ja unser E-UP ist hier im Kurzstreckenbetrieb in der Stadt kaum unter 19 kWh auf 100 km zu bekommen, liegt nahezu auf Augenhöhe mit unseren Kangoo ZE, die aber keine Klimaanlagen dafür aber gern beschlagene Scheiben haben, der Innenraum ist entweder nicht über 18 Grad zu bekommen beim kleinen, der den Transportraum kalt lässt, oder es ist von der Dieselheizung warm beim großen. Der E-UP hat zwei Popoheizungen und 22 Grad im Innenraum, dazu Spielereien wie Spurhalteassistent und anderes. Natürlich braucht das mehr Strom als die Spartanische Kiste, ist ja zum Glück auch mehr Strom da.

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 118000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 90000km, E-UP seit 2020, 4500km, C180TD seit 2019 26000km , max G30d seit 2020 300km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013, E-Expert 75kWh bestellt.

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

sheridan
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Ich bin auch von vielen neuen Modellen nicht so wirklich überzeugt. Mit dem Ioniq kann ich etwas mehr als 1kWh/min nachladen. Bei vielen als 100kW angepriesenen Autos kann man bis 80% auch nicht viel schneller laden. Ein signifikanter Fortschritt wäre für mich mindestens 2kWh/min, d.h. 120kW durchschnittliche Ladeleistung. Tesla schafft das knapp, nur der Taycan kommt deutlich drüber. Wir müssen vermutlich auf weitere 800V-Autos warten, um hier einen deutlichen Sprung nach vorn zu sehen.

Bei der Aerodynamik kann man nicht viel machen, jede 0,01-Reduktion vom cw-Wert kostet exponentiell mehr. 0.21 ist hier die Schallmauer.
Ioniq Electric 28, A250e mit 24 kW DC

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Ektus
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https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%B6rwagen
Das war vor über 80 Jahren, 7-Sitzer mit cw-Wert 0,186 und am Modell sogar 0,15. Okay, sehr seitenwindempfindlich und ungünstige Gewichtsverteilung, aber letztere würde sich durch einen Akku im Unterboden ja deutlich verbessern.
e-Niro Spirit 64kWh seit 03.01.2020

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

sheridan
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Am Ende zählt cw x Stirnfläche und letztere wird ja auch immer grösser, da die Autos breiter und höher werden. Niemand kauft heute ein Auto im Format des originalen Fiat 500, es wäre wahrscheinlich auch gar nicht mehr möglich ,ein solches Auto unter heutigen Sicherheitsanforderungen zu konstruieren.

Autos, die speziell als EVs konstruiert wurden, haben fast alle auch eine höhere Stirnfläche. Grund dafür ist die Sandwich-Architektur, mit der man grössere Akkus einbauen kann, was aber auch zu einem höheren Auto führt. Am ID.3 kann man das gut sehen, der ist fast 10cm höher als ein Golf 8.
Ioniq Electric 28, A250e mit 24 kW DC

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

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In den letzten 100 Jahren gab es schon Fortschritte bei den E-Mototern.
https://www.vde.com/de/etg/arbeitsgebie ... n-antriebe
https://www.eti.kit.edu/1376.php

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

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Der Fortschritt bei den eMotoren erkennt man anhand der Eisenbahn (welche besagte Motoren seit Anbeginn nutzen und weiterentwickelten) sehr gut. Zu Beginn füllte der eMotor den Lokkasten/Vorbau aus. Plötzlich konnte man die Motoren mit mehr Leistung auf den Drehgestellen montieren. Inzwischen liegt der typische eMotor zwischen den Radscheiben und direkt neben der Achse im Drehgestell. Da ist schon was gegangen. Heute sind die zu erzielenden Fortschritte aber massiv kleiner, vorallem bei den kleinen Leistungen welche bei eAutos abgerufen werden (im Vergleich zur Bahn oder Industriemotoren).
2000 - 2003 Opel Corsa B 1.6 Gsi
2003 - 2010 Opel Meriva A 1.8
2010 - 2012 Honda Jazz 1.4
2012 - 2020 Toyota Prius+
2015 - 2019 Smart ForTwo mhd
2019 - 20xx Mitsubishi iMiev Style
2020 - 20xx Audi eTron 55 Attraction

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Jake1865
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Ektus hat geschrieben: https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%B6rwagen
Das war vor über 80 Jahren, 7-Sitzer mit cw-Wert 0,186 und am Modell sogar 0,15. Okay, sehr seitenwindempfindlich und ungünstige Gewichtsverteilung, aber letztere würde sich durch einen Akku im Unterboden ja deutlich verbessern.
So ein hässliches Auto fährt aber der Mainstream nicht.
Warum wohl hat sich der Audi A2 oder die alte A-Klasse nicht durchgesetzt?
Weil das häßliche Autos sind, die sich schlecht verkauften.
Die Leute wollen SUV, SUV und nochmal SUV. Ein weltweites Phänomen.
Ich bin gezwungen einen SUV zu fahren, weil es kein anderes sinnvolles E-Automobil gab.
Ein Kombi wäre mir lieber gewesen, als so ein sinnlos breiter Panzer, der sich zudem schlecht manövrieren läßt.
Es wird wohl lange dauern, bis der SUV-Trend wieder abflacht.

Immerhin versucht man trotz SUV-Gesicht den CW Wert zu senken. Das nützt allerdings wenig, wenn die Stirnfläche so groß bleibt und immer womöglich größer wird.

Allerdings wird das nachlassen, sobald die nächste und übernächste Batteriegenerationen auf dem Markt sind.
Batterien sind das Forschungsziel der Zukunft. Würde man nicht Billionen in die sinnlose Fusionsforschung verschwenden, wären die Batterien schon längst fertig entwickelt und damit ein guter Teil der Umweltprobleme gelöst.
Die Amis haben die bessere Show. Die Deutschen bauen die besseren Autos.
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