Wo bleibt der Fortschritt?

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Wo bleibt der Fortschritt?

0cool1
  • Beiträge: 978
  • Registriert: So 31. Jul 2016, 09:04
  • Hat sich bedankt: 5 Mal
  • Danke erhalten: 40 Mal
read
Hallo zusammen,

aktuell werden immer mehr Elektroautos zugelassen, die Auswahl der Modelle wird immer größer, die Angebote attraktiver, auch die Infrastruktur wächst mit.
Ich beobachte das ganze mit Freude und habe Spaß daran, dass es nun endlich vorran geht.
Was ich aber vermisse ist der Fortschritt.

Aktuell kommen viele Modelle auf den Markt, die in Sachen Reichweite keinen Vorteil gegenüber den Autos bringen, die schon seit Jahren auf dem Markt sind.
Auch wird der Verbrauch immer höher.

Als Beispiel nenne ich hier mal den 208/e-Corsa. Ja, er kann für 5 min mit 95 kW laden und ist am Ende wahrscheinlich genauso schnell auf Langstrecke wie ein Ioniq VFL, der Verbrauch ist aber um 30% höher. Damit ist das mehr an Akku auch fast aufgebraucht, realistisch kommt man mit dem 50er(46 kWh) Akku nicht viel weiter als mit dem 28er im Ioinq.
Auch lese ich hier im Forum über den hohen Verbrauch des Honda E oder gar dem Polestar 2.
Als Björn Nyland vor ein paar Tagen den MX30 in den Händen hatte konnte ich meinen Augen kaum glauben. 27,4 kWh/100 km bei 120 km/h. Ja auch wenn es in dem Test 3 Grad draußen war und geregnet hat, aber das geht doch nicht. Bei 90 km/h waren es dann nur noch 19 kWh/100 km. Zudem bei einem 30 kWh Akku, der dann nur mit 35 kW in der Spitze laden kann.
Da nehme ich doch lieber einen e-Golf.
Apropos VW, der ID.3.
Auch hier lese ich von hohen Verbräuchen, im direkten Vergleich 20-40% mehr als beim e-Golf.
Beim 58er Akku bedeutet das in Reichweite: 270/280 km zu 220 km beim e-Golf. Wo ist der riesige Vorteil? Zumal es dann ja auch noch einen 45er Akku geben wird.

Es kann mir doch keiner erklären, dass es aktuell normal ist, dass ein Elektroauto 20 kWh/100 km verbraucht. Auch angesichts der steigeneden Ladepreise sollte doch genauso wie beim Verbrenner ein Augenmerk darauf geworfen werden. Am Ende bedeutet das nähmlich auch: mehr Reichweite

Das vermeintliche mehr an Reichweite wird aktuell durch große Akkus realisiert, die aber alle das Problem des langsamen Ladens im Winter auf sich nehmen müssen (Coldgate). Das geht ja aktuell reihum. Angefangen von den e-up Drillingen, Zoe, Leaf, MX30, Kona/e-Soul/e-Niro, 208/Corsa, Polestar 2, EQC, Ioniq FL und bei Tesla ist es eh ein Problem. Da wird aber, wie beim e-tron/Taycan und ID3 stark aktiv während des Ladevorgangs aufgeheizt, damit die Zeit mit niedriger Ladeleistung möglichst kurz ist.

Ich möchte hier auch jetzt ungern die Effizenz vom IONIQ oder Kona als Referenz nehmen. Da hat Hyundai einfach versehentlich zwei super effiziente Autos auf den Markt geworfen, die es so wahrscheinlich so in Zukunft nicht mehr geben wird.
Aber müssen wir uns komplett davon verabschieden?
Gekauft! Ab 08/2017 unterwegs mit einem e-Golf (190)
Anzeige

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

eDriver99
  • Beiträge: 108
  • Registriert: Mi 11. Nov 2020, 09:10
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 19 Mal
read
Es gibt keinen Fortschritt, der eMotor war vermutlich vor 100 Jahren schon fertig.
Ansonsten kommt es halt vor allem auf eins an, Gewicht und Aufbau. Autos mit weniger Akku wiegen weniger und müssen nicht so hoch bauen. Autos mit mehr Platz für die Fahrgäste brauchen mehr Strom. Alles sehr logisch.
Für ein familientaugliches BEV wird man im Schnitt mit um die 20 kWh rechnen müssen.
Nur 1x 2019er eTron55 - Familienauto
Kein SUV Fan aber auch nicht Hasser - Realist

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

disorganizer
  • Beiträge: 1154
  • Registriert: Mi 19. Aug 2020, 15:54
  • Hat sich bedankt: 60 Mal
  • Danke erhalten: 237 Mal
read
Naja während die verbenner die letzten 100jahre immer effizienter entwickelt wurden wurde da beim e motor wenig getan.
Das kommt jetzt.
Ebenso bei der Batterietechnik wird wich was tun.

Der verbrenner ist soweit fertig entwickelt das alles weitere dann hochkomplex wird.
Zoe Ph2 R135 ZE50
EZ 18.09.2020

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

eDriver99
  • Beiträge: 108
  • Registriert: Mi 11. Nov 2020, 09:10
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 19 Mal
read
Bei der Batterie wird sich was tun, aber hauptsächlich am Preis und kg pro kWh.
Der eMotor ist fertig. Da kann man nicht mehr viel machen.
Nur 1x 2019er eTron55 - Familienauto
Kein SUV Fan aber auch nicht Hasser - Realist

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

disorganizer
  • Beiträge: 1154
  • Registriert: Mi 19. Aug 2020, 15:54
  • Hat sich bedankt: 60 Mal
  • Danke erhalten: 237 Mal
read
Am Motor selbst ja. Wobei man das für die Verbrenner vor Jahrzehnten auch schon mal gesagt hat.

Aber ggf an der Effizienz des Gesamtsystems wie Energierückgewinnung, weniger Ladeverluste, geringere Transportverluste,...
Wobei ich hier ausdrücklich das Gesamtsystem von der Wiege in die Bahre meine.

Aber die Batterietechnik steht imho noch am Anfang da man jahrelang geschlafen hat.
Wir werden sehen.
Zoe Ph2 R135 ZE50
EZ 18.09.2020

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Helfried
read
eDriver99 hat geschrieben: Es gibt keinen Fortschritt, der eMotor war vermutlich vor 100 Jahren schon fertig.
Sehe ich auch so, da kann man nicht mehr viel an Effizienz herausholen. Auch bei der Rekuperation nicht.
Immerhin brauchen heutige E-Autos schon jetzt auf dem Berg weniger Strom als auf der Autobahn. Weil man langsamer fährt und die Aerodynamik relevanter ist, und nicht der Motor.

Den größten Stillstand bei heutigen Autos sehe ich im Design bzw. in der Raumausnutzung. Wir stehen immer noch auf der Kutschenstufe (die ersten Autos vor hundert oder 200 Jahren sahen aus wie Kutschen ohne Pferd), die heutigen E-Autos nutzen den Raum kaum besser als ein alter Diesel und sehen obendrein auch noch so aus.

Beim Akku steht die Forschung auch still. Kleine Fortschritte finden nur im Preis und (hoffentlich) in der Umwelttauglichkeit bei der Herstellung statt. Dabei sind die meisten neuen Akkus eine ziemliche Mogelpackung (unnötiges Coldgate, unmenschlich teure Kühlstrategien, Cobaltgeiz etc.).

Trotzdem sind die Autos voll praxistauglich. Es geht aber in der Entwicklung alles nur recht langsam voran. Man hat den Eindruck, am meisten wird daran gearbeitet, wie man sich um das Beste der Kunden kümmern kann (ihr Geld). Türen zum Einsteigen muss man teils schon einzeln(!) buchen statt wie bisher paarweise. So gibt es Autos mit drei Türen, zwei rechts, eine links! Manche Sachen bekommt man bald nur mehr monatsweise zur Verfügung und bald wird jeder Klick am Navi extra Geld kotzen.

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

0cool1
  • Beiträge: 978
  • Registriert: So 31. Jul 2016, 09:04
  • Hat sich bedankt: 5 Mal
  • Danke erhalten: 40 Mal
read
Beim Motor sehe ich auch wenig Handlungsbedarf. Der ist schon wirklich effizient und wandelt die elektrische Energie fast vollständig in mechanische Energie um.

Helfried fasst es auch nochmal gut zusammen, die Aerodynamik ist relevanter als der Motor. Dazu muss man sich natürlich mal überlegen, wie man den Raum im Auto besser nutzen kann oder ob das Design ein ganz anderes sein kann. Motorraum vorne muss ja nun nicht mehr unbedingt sein, auch im Innenraum gibt es bei einigen Modellen durch eine eigene Elektroautoplattform viel mehr Platz für die Passagiere.

Beim Akku kann ich mich auch nur dem anschließen was Helfried schreibt.

Am Ende hat er aber recht, trotz der vielleicht etwas negativen Stimmung in meinem Ursprungsbeitrag sind diese Autos voll alltags- und praxistauglich. Die Reichweite reicht aus, der Verbrauch ist noch bezahlbar und mit den oft negativen Eigenschaften des Akkus können die meisten gut leben.

Ich komme mit meinem Kona ja auch bestens zu Recht, was interessiert mich Coldgate, lade ich doch zu 90% der Ladevorgänge an Typ2 (und 97% der Menge). Ich habe erstmal viel Reichweite und bis ich dann mal laden muss ist der Akku auch warm. Oder ich warte 5 min bis er es ist. Montagsmorgens noch kurz vor der Arbeit nach einem Winterwochenende mal eben schnell an CCS aufladen war schon immer keine gute Idee
Gekauft! Ab 08/2017 unterwegs mit einem e-Golf (190)

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

USER_AVATAR
read
Man kann schon noch einiges an der Effizienz verbessern. (SiC-technik, etc.) Die Hauptverbesserungen wird man bei der Akkutechnologie finden. Da ist noch verdammt viel Luft. Die Hersteller suchen derzeit nach dem optimalen Spagat zwischen Verbesserung und Kostensenkungen. Man darf nicht vergessen, dass die ersten Generationen an Elektroautos alle teuer und trotzdem hoch defizitär waren. Wenn die neuesten Generationen wirtschaftlich sind, ist das auch schon eine riesige Verbesserung...
Zum Thema Verbrauch ID.3/eGolf. Da sollte man Mal bei gleichen Bedingungen und gleicher Fahrweise den vollen Akku leer fahren und nicht Bordcomputerwerte vergleichen.
08/2019 Outlander PHEV PLUS: (ca >95% der km und 99,5% der Fahrten elektrisch, überwiegend PV geladen - für Kurzstrecken, Berg- und Anhängerfahrten)
0?/2021 VW ID.3 Pro Business: als Firmenwagen bestellt - für Kurz und Mittelstrecken

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

murghchanay
  • Beiträge: 497
  • Registriert: So 14. Jun 2020, 19:52
  • Hat sich bedankt: 16 Mal
  • Danke erhalten: 170 Mal
read
Na, der Fortschritt kommt mit besseren Batterien. Jetzt wo der Markt boomt, Fließen auch mehr Forschungsgelder dahin. Das wird man dann in 3-5 Jahren sehen. Aber, dein Eindruck ist auch nur von dem Moment geprägt. Überlege doch mal welche E Autos vor dem Kona, Model 3 etc auf dem Markt waren. Tesla und die Koreaner haben dann etwas hingelegt, was den anderen weit voraus war.

Ein weiterer Bereich in dem es Fortschritte gibt, ist die 800V Architektur bdie sehr schnelles Schnellladen ermöglicht. Porsche ist glaube ich der erste mit der 800V Architektur. Nun kann sich nicht jeder einen Taycan leisten, aber Hyundai kommt im nächsten Jahr mit einem Massenproduktions E Auto raus, das auf 800V basiert und dann in 15 Minuten von 0-80% geladen werden kann.

Re: Wo bleibt der Fortschritt?

Ektus
  • Beiträge: 433
  • Registriert: Sa 12. Jan 2019, 14:39
  • Wohnort: Oberfranken
  • Hat sich bedankt: 145 Mal
  • Danke erhalten: 150 Mal
read
Wobei die 800V erstmal nichts darüber aussagen, wie schnell der Akku geladen werden kann. Die sorgen nur dafür, daß der Strom im Ladekabel und damit dessen Querschnitt gegenüber 400V halbiert wird. Die einzelne Zelle im Akku sieht weiterhin nur maximal 4,2V oder so (bei LiIon), und die zulässige Ladegeschwindigkeit in Vielfachen oder Bruchteilen von C hängt nur von der Akkuchemie und dem Thermalmanagement ab, nicht von der Systemspannung.

Viel wichtiger wären Fortschritte bei der Aerodynamik, denn die ist für den Verbrauch bei höheren Geschwindigkeiten maßgeblich. Der Luftwiderstandsbeiwert stagniert, am besten bei den Produktionsfahrzeugen ist wohl im Moment das Model 3 mit ca. 0,21, aber die Stirnfläche wächst, zum einen wegen dem Trend zum SUV und zum anderen wegen dem immer besseren Kollisionsschutz (Dicke der Türen).
e-Niro Spirit 64kWh seit 03.01.2020
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Allgemeine Themen“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag