Tanken ist billiger als Laden

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Re: Tanken ist billiger als Laden

Jupp78
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Ambi Valent hat geschrieben: Das spielt keine Rolle. Eine WP ist bei den Verbrauchskosten auch mit eingekauftem Strom konkurenzfähig im Vergleich zu einer Gasheizung.

Jedenfalls im gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung. Was seit 20 Jahren Standard sein sollte und nur Verwirrte anders machen.
Wie gut gedämmt, kann keine Rolle spielen. Die Heizungsart spielt natürlich eine Rolle, genauso wie die Art der WP. Wir haben Gaskosten von guten 250€/Jahr für Warmwasser und Heizung (2 Personen, knapp 100m²). Da mit ca. 1000kWh hinzukommen ... wird mehr als herausfordernd. Und nein, die Wohnung stammt aus 2006, aber ich bin erst später ins Spiel gekommen. Und es ist kein Passivhaus.

Aber am Ende ging mein Hinweis gar nicht dahin, sondern der Fragesteller war ja dabei seine PV-Anlage herzunehmen. Und da kommt einfach fast nichts bei rum, wenn man heizen muss, erst recht nicht bei modernen Häusern. Scheint die Sonne im Winter, dann brauch ich meine Heizung nicht wirklich viel. Die kühlen grauen Wochen brauchen richtig was, aber da bringt eben auch keine PV-Anlage wirklich was (und das bisschen, kann man auch für den Rest verwenden).
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Re: Tanken ist billiger als Laden

hgerhauser
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Ich habe mich jetzt bei Awattar angemeldet und hätte auch gerne eine Wärmepumpe und PV.

Die Gasheizung soll drin bleiben. Im Winter soll dann per Awattar gezielt Windstrom für Elektroauto und Wärmepumpe genutzt werden und im Sommer eigene PV.

Dabei orientiere ich mich nicht nur an dem, was sich heute lohnt.

Gas, ob Bioerdgas, synthetisches Erdgas oder normales Erdgas, das wird teurer werden, aber aufgrund der Speicherfähigkeit übers Jahr und über Wochen recht wenig schwankend im Preis.

Bei Strom müssen die Preise aber in Zukunft Netzengpässe und die Einspeisung der volatilen Erneuerbaren berücksichtigen und daher stark schwanken.

Die Wärmepumpe kann in der Dunkelflaute ganz abgeschaltet werden, das Elektroauto kann ein paar Tage auf Wind warten und wenn die Batterie zu klein, bzw. die Dunkelflaute zu lang ist, kann man nachts laden, so dass die Leitungen von Norwegen bzw. die KWK Reservekraftwerke mit möglichst hoher, gleichmäßiger Auslastung gefahren werden.

In Wärmenetzen kann man eher mit einem großen Wärmespeicher und/oder KWK Kraftwerk arbeiten, beim Einfamilienhaus als Passivhaus Neubau ist der Strombedarf eh sehr klein.

Wer flexibel Strom nutzen kann, also insbesondere für das Laden von Elektroautos sollte in Zukunft sehr günstige Preise kriegen können.

Re: Tanken ist billiger als Laden

hgerhauser
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Jupp78 hat geschrieben:
Wie gut gedämmt, kann keine Rolle spielen.
Wärmepumpen funktionieren in schlecht gedämmten Altbauten weniger gut, wenn der Wärmebedarf so hoch ist, dass die bestehenden Heizkörper eine hohe Temperatur brauchen.

Aber auch in Neubauten mit Fußbodenheizung gilt: die Wärmeübertragerfläche ist fix, um so höher der Wärmebedarf, um so höher muss die Temperatur des Heizungswassers sein und das bedeutet wieder, dass die Wärmepumpe pro kWh Strom weniger Wärme aus der Außenluft oder dem Erdreich ziehen kann.

Re: Tanken ist billiger als Laden

hgerhauser
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Es wird auch immer wieder Bioerdgas in Erdgasautos als Alternative zum billigen und ökologischen Tanken ins Spiel gebracht.

Aus einer individuellen Perspektive (Systemgrenze das eigene Auto und die Herstellung des Bioerdgases und kurzfristig gedacht) mag das sinnvoll klingen, aus einer Perspektive, in der das gesamte Energiesystem optimiert und auf 0 Emissionen umgestellt wird, passt es aber nicht.

In Zukunft wird die meiste Energie aus den volatilen Quellen Solar- und Windenergie kommen. Da ist ausreichend Potential da, und sie sind auch die günstigten Energiequellen.

Wir haben dann wenige Stunden mit extremen Überschüssen und auch wenige Stunden mit extremen Mangelsituationen.

Zudem haben wir einen saisonalen Mangel im Winter. Der ist nicht so extrem, wie in der von Jupp78 angesprochen Situation (PV zu Wärmepumpe zum Heizen im Winter, Systemgrenze das Eigenheim). Es ist in Europa im Winter deutlich windiger als im Sommer. Auch ist ein gewisser Ausgleich über Fernleitungen in die südliche Peripherie Europas möglich. In Ländern wie Saudi Arabien ist der Sommerkühlbedarf so hoch, dass da im Sommer der Stromverbrauch doppelt so hoch ist wie im Winter. In Europa ginge der Ausgleich über nationale Grenzen, was die Sache etwas erschwert. In den USA ist es tatsächlich so, dass innerhalb der Landesgrenzen gemäßigtes und heißes Klima kombiniert wird und da aufgrund des großen Kühlbedarfs ein Sommerpeak im Strombedarf zu verzeichnen ist.

https://cleantechnica.com/2020/09/22/20 ... ctrify-50/

"Notice that with the 90% clean grid, the greatest need for fossil fuels is in July and August when wind energy is lowest."

Beim Heizen kommt noch hinzu, dass auch der Heizbedarf sehr konzentriert ist und Wärmepumpen bei sehr kalten Temperaturen einen schlechteren Cop haben.

Von einer Gesamtsystemperspektive bietet es sich an, dass Bioerdgas konzentriert im Winter genutzt wird, zum einen in KWK Anlagen, die gezielt in windarmen Perioden laufen, und zum anderen in Hybridheizungen in Bestandseinfamilienhäusern abseits von Wärmenetzen. Da kann dann eine Außenluftwärmepumpe 90% des Wärmebedarfs erschlagen und klein und billig dimensioniert werden.

Bioerdgas ist eine sehr begrenzt einsetzbare Resource. Im Erdgasauto wird die gleichmäßig über das ganze Jahr eingesetzt und nicht konzentriert in die 10% des Jahres im Winter mit wenig Wind und hohem Wärmebedarf. Biogas ist heute 8% der Stromproduktion. Konzentriert man das auf 10% der Zeit, hat man damit die Dunkelflaute schön erschlagen. Nimmt man das weg für den Verkehr, kann nur ein kleiner Teil des Verkehrs umgestellt werden, und man hat immer noch das Dunkelflautenproblem beim Strom.

Damit individuell so optimiert wird, wie es für das Gesamtsystem passt, muss folgendes passieren:

Bioerdgas/Erdgas/Syntheseerdgas wird teurer werden müssen, kann aber weiterhin zu einem einheitlichen Preis abgegeben werden, statt bisher 7 Cent die kWh, dann eher 15 Cent die kWh

(Umrechnungen hier, es fällt auf, dass Erdgas an der Tankstelle kaum mehr kostet als Erdgas zum heizen, während Diesel deutlich teurer ist als Heizöl, hängt an den Steuern zur Zeit)
https://www.erdgas.info/erdgas-mobil/er ... npreise%20(Stand%3A%20Jahresdurchschnitt%202019,13%20Euro%20(H%2DGas)

Strom dagegen muss im Schnitt billiger werden, dafür muss der Preis schwanken, je nach Verfügbarkeit der Erneuerbaren und und Auslastung der Leitungen.

Also z.B. bei lokalem Überschuss 4 Cent für den PV Erzeuger, 0 Cent an Netzkosten und 0 Cent Steuern, Abgaben, Umlagen, bis auf 19% Mehrwertsteuer

Und in der Dunkelflaute um 18;00 80 Cent für den Erzeuger (Gasturbine oder Motor mit 40% Wirkungsgrad aus 15 Cent Bioerdgas gibt schonmal fast 40 Cent, dann noch die niedrigen Volllaststunden und 80 Cent passt), 40 Cent an Netzkosten (Auslastung unter 1% für diese Ausnahmesituation), macht 1,20 Euro pro kWh plus Mehrwertsteuer.

Der Elektroautofahrer mit großer Batterie lädt dann nicht gerade um 18;00 in der Dunkelflaute, außer es ist ein Notfall, dann kann er es. Er wird nicht zwangsabgestellt über eine smarte Ladestation (durch den Netzbetreiber).

Das Einfamilienhaus mit Hybridheizung und Cop 2 (kaltes Wetter), stellt ab etwa 30 Cent die kWh für Strom auf Bioerdgas in der Heizung um, wenn der lokale Wärmespeicher zu klein zur Überbrückung der Hochpreisphase ist.

Re: Tanken ist billiger als Laden

hgerhauser
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Zusammenfassung des posts vorab: Erläuterung der Istsituation, kurze Erinnerung an die Gründe für die Umstellung über die nächsten 10-30 Jahre, Widestände dagegen und Vermutungen wie man damit umgeht

In der Ist Situation haben wir Dieselpreise, die je nach Tankstelle und Uhrzeit schwanken. Beim Strom zu Hause ist man dagegen einen Festpreis gewöhnt, der höchstens einmal im Jahr angepasst wird.

Das hat gute Gründe. Bei 15000 km im Jahr und 50 Liter Tank und 10 Liter / 100 km, tankt man vielleicht 50 mal im Jahr für 3 Minuten und investiert dann nochmal 3 Minuten in den Bezahl- und Abrechnungsvorgang. Wenn da jemand mit Mindeslohn in der Tanke steht und in bar abrechnet, kostet ein Jahr tanken mit 15000 km also vielleicht 20 Euro an Lohn für das Abrechnen.

Bei Strom dagegen verbraucht ein Haushalt vielleicht 4000 kWh im Jahr, aber praktisch in jeder Stunde etwas. Da kann man keinen Menschen hinstellen, der jede Stunde abliest und dann bei 0,1 kWh Verbrauch um 3 Uhr nachts 3 Cent in bar nimmt. Elektronisch geht das schon (und sei es für Datenschutzfanatiker über ein Smartmeter, dass zwar den Preis jede Stunde angeliefert bekommt, aber selber nur einmal im Jahr eine Summe in kWh und einen Durchschnittspreis an den Netzbetreiber ausliest)

Das einzige, was da bisher umsetzbar war, war zwei Zähler, einer für Nachtstrom und einer für Normalstrom. Mehr war auch nicht wirklich nötig, denn der stark schwankende Verbrauch des einzelnen Haushalts kam ja bei Netz und Kraftwerk als Mittelwert von Tausenden (Trafo) bis Millionen Haushalten (Braunkohlekraftwerk) an. Bei Haushalten gab es dann einen maximalen Anschlusswert und das wars. Nur bei Großverbrauchern gibt es noch eine Leistungsmessung, um kurze Leistungsspitzen abzustrafen.

Wir haben jetzt eine neue Situation, bei der die bisherige Praxis beim Haushaltsstrom (also Preise wie EnBW, fix über alle Ladestationen gleich, nur zwei Preisstufen, DC und AC, Preiserhöhung/senkung vielleicht einmal im Jahr) durch die bisherige Praxis bei Tankstellen abgelöst werden sollte, mit einem Hauptunterschied. Treibstoffe sind gut lagerbar, daher muss der Preis im Stundentakt eigentlich gar nicht so variieren. Man macht es nachts oder an der Autobahn etwas teurer wegen etwa höher Kosten. Oder man nimmt etwas mehr, wenn der Wasserstand im Rhein gerade so niedrig ist, dass die Schiffe nur halbbeladen fahren können.

Aber man variiert jetzt auch nicht zwischen 10 Cent und 3 Euro den Liter.

Die Istsituation beim Strom tanken ist (Angebote wie EnBW außen vorgelassen) sogar noch extremer, zwischen 0 Cent pro Liter und größer 10 Euro der Liter (bei Zeit- oder Pauschaltarifen nach oben offen, 79 Cent pro kWh bei Ionity = 7,90 Euro der Liter Diesel).

Das hat auch wiederum gute Gründe. Beim Supermarkt, gerade wenn der Ladestrom begrenzt wird auf 11 kW und eine halbe Stunde, lohnt sich die Abrechnung nicht. Der Supermarkt zahlt keine Haushaltsstrompreise, zumindest nicht bei eigener PV auf dem Dach. Wenn der gemischt 15 Cent pro kWh an Kosten hat und auch nicht jedes Auto die 11 kW nimmt, sondern im Schnitt nur 6 kW für 20 Minuten, dann sind die 2 kWh mal 15 Cent die kWh = 30 Cent den Aufwand nicht wert (wenigstens wenn der Leistungspreis nicht hoch geht, also die Spitzenlast, die vielleicht 90 Euro pro kW kostet oder so nicht durch einige wenige Ladevorgänge um 11 kW hochgetrieben wird, umgerechnet auf die kWh wird das dann doch teuer).

Der Traum von einigen Laternenparkern von einmal die Woche bei Einkauf 50 kWh laden (2500 kWh im Jahr bei 20 kWh / 100 km = 12500 km) sieht für den Supermarkt etwas anders aus. Denn da wird der Leistungspreis garantiert hoch getrieben, insbesondere, wenn das auch zuverlässig zur Verfügung stehen soll, also da mehr als ein 50+ kW Lader rumsteht.

Die Ladesäulen von Ionity mit 350 kW sind eine Kleinserienproduktion (sprich deutlich teurer pro kW als sie es bei einer Million statt 1000 Säulen sein würden), sie werden noch nicht mit 350 kW genutzt, weil es dafür noch gar keine Autos gibt, sie haben eine niedrige Auslastung (teilweise sogar als destination charger über Nacht mißbraucht, wie ich dem Ionity Auslastungthread entnehme), und sie werden hohe Netzanschlusskosten haben.

Zu den Gründen für die Umstellung auf variable Preise und variable Netzkosten habe ich schon einiges geschrieben. Was im Vorposting noch nicht so erwähnt ist, dass ich davon ausgehe dass bei einem 90% wird AC geladen zu 10% (DC an der Autobahn) Schnitt die Ladeparks mit 100 Säulen zu 350 kW und 200 Säulen zu 100 kW (z.B.) dann auch in direkter Nähe 100 MW PV und Wind haben dürften und die Kosten der DC Ladesäulen nicht mehr sonderlich ins Gewicht fallen sollten, nicht ganz wie bei fossilen Tankstellen, wo die Tanksäulenamortisation in der Größenordnung 0,1 Cent pro kWh Treibstoff liegen dürfte, aber vielleicht nur noch bei 1 Cent pro kWh (bei sehr hoher Auslastung wäre noch weniger möglich meiner Einsicht / Glaskugel nach, aber die volatile Erzeugung + Netzauslastung spricht gegen eine Auslastung der Ladesäulen von über Größenordnung 20%).

Was für Widerstände sind zu erwarten?

1. Leute sind konstante Strompreise gewohnt und bezeichnen schon höhere Benzinpreise vor Feiertagen als Abzocke (wobei die dank begrenzter Tanklasterkapazitäten und Überstunden für Fahrer und so durchaus gerechtfertigt sein könnten). Man will nicht abgestraft werden, weil man aus Bequemlichkeit nach Hause kommt und dann mit 11 kW oder 22 kW um 18:00 lädt und weniger Ladeleistung will man auch nicht. Dann gibt es noch die Horrorvorstellung, dass einem der Netzbetreiber die 22 kW Wallbox einfach um 18:00 abstellt und man gar nicht laden kann, auch nicht im Notfall.

Ich denke, dass da Akzeptanz da sein wird, wenn man das wie bei Flugreisen angeht und größtenteils automatisiert. Also Leute bequem um 18:00 anstecken können, und nur in Sonderfällen aktiv etwas machen müssen. Die meiste Zeit lädt das Auto automatisch um 3 Uhr nachts oder 12 Uhr mittags den Verbrauchs des Vortags nach. Und meist ist es auch nicht viel teurer, wenn man auf den (muss jetzt sofort möglichst schnell laden) Knopf drückt. Man weiß halt, dass im Winter bei wenig Wind um 18 Uhr der Strom deutlich über einen Euro die kWh kosten wird, während man Überschussstrom zu 4 Cent die kWh fast geschenkt bekommt.

Wenn die Batteriekapazitäten in Zukunft bei Kleinwagen um die 60 kWh liegen und bei Langstreckenfahrzeugen um die 140 kWh, können Pendler im Allgemeinen die Dunkelflaute überbrücken, und die langen 1000 km+ Urlaubsfahren bevorzugt in Überschusszeiten legen, wo sie dann am Ladepark 5 Cent die kWh zahlen.

Wenn man aber dann doch mal eine 1000 km Geschäftsreise in der Dunkelflaute machen muss, kann man mit der 140 kWh Batterie zumindest einen Großteil nachts laden und die frühen Abendstunden vermeiden. Und wer wirklich Pech hat, weil er einen keine Minute Verzögerung zulassenden Notfall in 1000 km Entfernung hat und davon um 17:00 in der Dunkelflaute erfährt und seine Batterie schon ziemlich leer ist dank ein paar Tagen Dunkelflaute, der wird trotzdem nicht vom Netzbetreiber zwangsabgeschaltet, der zahlt halt sein 1,40 Euro pro kWh zu Hause und ein paar 100 km später um 20 Uhr einen ähnlichen Preis am Ladepark.

Solange der normale Verbraucher einen gemittelten Strompreis von 5 Cent hat bei einem Drittel des Verbrauchs gegenüber Diesel, Benzin oder Erdgas, dürfte die Akzeptanz hoch sein.

2. Die Preise für Erdgas, Heizöl, Diesel und Benzin müssen moderat rauf. Bei Erdgas Richtung 15 Cent pro kWh, bei Heizöl, Diesel und Benzin Richtung 25 Cent pro kWh (Erdgas ist günstiger aus Biomasse oder Strom herzustellen als Heizöl, Diesel und Benzin - Methanol liegt dazwischen).

Hier werden immer Leute, die mit Diesel weit pendeln, zur Miete in einem Haus mit Ölheizung wohnen und einen niedrigen Verdienst als Horrorbeispiele herangezogen werden, mit denen man versucht den gesamten Umstieg schlecht zu reden, indem man den pauschal als unsozial verunglimpft.

Ich denke, dass hier das probate Mietel gezielte Maßnahmen sind, also wer in dieser Situation ist darf z.B. die Miete um die gestiegenen Energiekosten mindern, so dass die CO2 Steuern auf Heizöl gezielt den Vermieter treffen, der aber andererseits bei solchen Mietern einen hohen Zuschuss für die Anschaffung einer Luftwärmepumpe bekommt oder für den Anschluss ans Fernwärmenetz. Bei großen Wohnblöcken könnte es auch einen Zuschuss für einen Wärmespeicher geben.

Re: Tanken ist billiger als Laden

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kub0815 hat geschrieben: Da must du aber eine super Anlage haben das das stimmt bei mir im Passivhaus wäre eine Gasheizung viel billiger gewesen. Bei einer Jaz von 4 ist grob die Preisparität erreicht.
Ich habe eine Luftwärmepumpe mit einer realen Durchschnitts JAZ von 3,35 in den letzten 10 Jahren. Also weit von 4 entfernt :-) Dafür arbeitet sie seit der Installation einfach so vor sich hin. Wie mein Kühlschrank. 0,0 € Wartungskosten und auch kein Schornsteinfeger der sich daran eine goldene Nase verdient.

Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre sind das bei meinem EFH mit 151m² beheizter Fläche 1585/a kWh Strom was bei einer JAZ von 3,35 dann 5300 kWh/a Wärme ergibt. Auf den Quadratmeter umgelegt ~ 35 kWh/a/m² Wärme bzw. ~ 10,5 kWh/a/m² Strom. Bei einer Durchschnittstemperatur von 22° in der Heizperiode.

Dazu kommt Warmwasser für 4 Personen mit ~682 kWh/a Strom bzw. ~2285/a kWh Wärme.

Strompreis ist die Jahre natürlich angestiegen liegt aber bei meinem Wärmepumpentarif aktuell bei 21,06 Cent/kWh (Brutto). + 9,9 €/Monat Grundgebühr.
Ergibt für Heizung und Warmwasser ~ 600 €/a = 50 €/Monat.

Wieviel billiger ist da eine Gasheizung mit Verbrauch, Wartung und Schornsteinfegerkontrolle?
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Re: Tanken ist billiger als Laden

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Beim ersten defekt lacht der gasheizungabesitzer schlapp wenn er sie Rechnung sieht. Bei Gas wirst du auf 40 Euro pro Monat kommen.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: Tanken ist billiger als Laden

hgerhauser
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Mein Vater hat schon 1979 eine Wärmepumpe gekauft. Das hat sich nie gerechnet und die Erdgasheizung wird zwar nicht jedes Jahr gebraucht, aber wenn es Anfang März richtig kalt wird, hat das Erdreich sich schon so stark abgekühlt, dass die Wärmepumpe es nicht mehr schafft.

Im Vergleich zu vor 40 Jahren lohnt sich die Wärmepumpe heute eher, aber Steuern und Abgaben spielen zur Zeit etwas gegen die Wärmepumpe und auch gegen Hybrid Lösungen. Mein Vater hat zwar eine Hybrid Heizung. Das liegt aber allein an Kapitalkosten und dem Back-up Vorteil, wenn die Wärmepumpe ausfällt kann er mit Erdgas heizen.

Wie seht ihr beide den Zusammenhang zum Thread Thema? Ich sehe den vor allem, weil Heizungen begrenzte Bioerdgas Mengen nutzen, um in der Dunkelflaute das Stromnetz und Ersatzkraftwerke zu schonen, und weil im Winter bei Flaute in Zukunft hohe Strompreise zu erwarten sind.

Von so Betrachtungen losgelöst und rein auf die Frage konzentriert, ob sich eine bestimmte Wärmepumpe rechnet im Vergleich zu einer Erdgasheizung, was ist dann der Zusammenhang?

Re: Tanken ist billiger als Laden

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Da wir uns ja aber über Tanken ist billiger als Laden unterhalten sollten wir wieder auf das Thema kommen :-)
Auch wenn das andere Thema sehr interessant ist.

...
Meine Meinung:

Eine vernünftige Bepreisung von Energie ist schwierig.

Wenn man politisch steuern möchte, und das geht leider bei den meisten nur über den Geldbeutel, dann müssen die Erdölbasierten/Erdölförderabhängigen Produkte VIEL stärker besteuert werden.
das betrifft auch auf aus Erdöl und Folgeprodukten erzeugten Strom zu.

Dazu dann noch eine auf Fahrzeuggewicht und umbauten Raum basierte KFZ Steuer/ Nützungsgebühr für Straßen damit die SUV-Manie endlich endet und nicht Leute die eigentlich auch gut mit einem Kleinwagen zurecht kämen mit einem riesen SUV rumfahren.

Für alles was etwas verbrennt könnte man dann noch eine CO2-Erzeugungssteuer verwenden on top je nach CO2 Ausstoß. Sowohl für Fahrzeuge als auch für Heizungen,Öfen, Kamine usw.


Und dann noch in den Städten eine Einfahrtbeschränkung ebenfalls auf Fahrzeuggröße basierend. Oder passende angepasste Parkgebühren.
Zoe Ph2 R135 ZE50
EZ 18.09.2020

Re: Tanken ist billiger als Laden

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Ich finde wir sollten von diesem ganzen Micromanagment wegkommen. Da ein Verbot, da eine Spezialregelung, da eine Subvention für XYZ.

Das ist doch alles Murks und vor allem völlig ineffizient!

Ich habe inzwischen meinen Frieden mit dem Kapitalismus gemacht und denke das es unrealistisch ist diesen durch ein komplett anderes System zu ersetzen.

Das wäre auch gar nicht nötig WENN man endlich die Spielregeln so ändert das die, zweifellos vorhandenen, Vorteile des Kapitalismuses in gesellschaftlich gewünschte Richtungen gelenkt werden.

Ich glaube daran das es viel effizienter und einfacher wäre wenn man sich auf global wirkende Vorgaben beschränkt. Beim Thema menschengemachter Klimawandel auf eine reine Abgabe auf Klimaschädliche Gase. Die aber so hoch und auf die nächsten Jahrzehnte weiter steigend geplant das sich der Wechsel weg von den fossilen Energiequellen fast von "alleine" ergibt. Da wäre dann auch die immer so gerne geforderte "Systemoffenheit" auch wenn ich nicht glaube das Wasserstoff im PKW bereich sinnvoll ist. Aber das würde sich dann eben einfach so oder so ergeben.

Dann würde man sehen wie effizienter und schneller der Kapitalismus Lösungen findet als wenn man mit X Verboten und Y Subventionen versucht das selbe zu erreichen.

Aber das ist halt schwer umzusetzen in einem politischen System das auf kurze Wahlperioden ausgelegt ist und bei dem die übernationale Zusammenarbeit kaum funktioniert. Und es ist auch schwer wenn man ein Wahlvolk hat das noch viel kurzfristiger und egoistischer denkt als Politiker.
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