In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

USER_AVATAR
read
durchsetzen.


hatte wieder ein interessantes Gespräch mit einem Vertriebler, nach der Schulung und Produktvorstellung.
Und es wurde mir wieder mal klar... Es geht in Deutschland nicht. Ohne mindestes 500 kWh, besser 700 kWh im Akku zu haben.
(Nur so kann der Akku 10h lang 70kW liefern)

Es ist (nicht nur hier) Unternehmenskultur, es ist ÜBERLEBENSWICHTIG für die gesamte deutsche Wirtschaft, entsprechend zu fahren.
In dieser Firma fahren alle dauerhaft 200 - 250 km/h.

1. Enger Terminplan, den man nur bei Vmax, einhalten kann.
2. Nach 1 Woche Termin so schnell wie nur möglich nach Hause.
Bsp. strecken wie Stuttgart -> Berlin oder München -> Hamburg werden bei DAUERVOLLGAS absolviert.

ALLE fahren auf die Autobahn und dann wird das Gaspedal am Bodenblech fixiert. Adaptiver Radar + Notbrems auf 200+ eingestellt.
Und der Radarwarner eingeschaltet.

Als Firmenwagen nehmen die Mitarbeiter sehr gerne Plug-in weil diese viel PS haben. Es wird wohl ein bisschen in der Firma geladen,immerhin, dann geht es auf die Autobahn BALLERN.
Selbst Taycan und Tesla können keine 600-700km Dauervollgas leisten. Und Ladepausen von 20-30 min sind viel zu Lang.
Und Jedes Jahr werden auch 1-2 Autos zu klumpp gefahren. oder der Mitarbeiter darf ein-zwei Monate zu Fuß gehen.

Aber nicht nur in dieser Branche...
Im vergangenen Job LKW-Ersatzteile bestellt. Hamburg -> Stuttgart mit over night EXPRESS ~ in 7 Stunden...
Was meint ihr warum die Sprinter, Crafter alle mit 180 FAHREN MÜSSEN!!! Es geht nicht mehr anders. DAS SYSTEM VERLANGT ES.

Der Kunde auch. Wenn das Teil nicht am SELBEN oder Folgetag eingebaut ist, dann BRENNT ES!!! Aber ganz gewaltig.
Die Folgen sind verheerend. Ohne dieses Tempo bricht die Wirtschaft zusammen.

Wie kann ein bis an die Grenze beladener elektro-Sprinter das schaffen? Gar nicht.

Und auch im Pendelverkehr - Tempolimit 80 -> aber 95% Fahren 100-120. Innerorts 70+ ganz normal.
Die Nation ist Gaskrank. So ein digitaler Fahrstil mit Vollgas, Vollbremsung, Vordermann kaum Abstand, gas, bremse, gas, bremse, gas, bremse, gas, bremse, gas...


Vielleicht in komischen Ländern, wie Niederlande, Norwegen, USA. usw.
Aber in PS-Teutonia...

:-D
Anzeige

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

Ungard
  • Beiträge: 1950
  • Registriert: Sa 20. Apr 2019, 11:26
  • Hat sich bedankt: 55 Mal
  • Danke erhalten: 449 Mal
read
Leider viel wahres dran...
4 Jahre Erdgas, B200c
dann bis 06/20 BMW i3
Seit 06/20 Audi e-Tron55

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

utakurt
  • Beiträge: 266
  • Registriert: Fr 6. Mär 2015, 09:06
  • Hat sich bedankt: 321 Mal
  • Danke erhalten: 72 Mal
read
Wiesio hörst Du solchen leuten überhaupt zu? ja -

zwei Sachen sind Faktum:
1) man muß speziell weitere Reisen oder Fahrrten ins Unbekannte besser planen (was aber sogar Spass macht) & Ladestopps berücksichtigen.
2) Winter muß berücksichtigtw erden....und das war es es.

Das ist jetzt für Vertreter sicher nicht die optimale ASituation, aber viele Menschen können sich damit arrangieren....

Und solche Typen, wie jene, die Du da zitierst (auch mein Schwager ist soweiner), höre ich gar nicht... das prallt an mir ab! E-Mobility & PV sind mein persönliches Ding - da brauche ich nicht reformiert werden - egeal welche "Glaubensrichtung"mein gegenüber vertritt!

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

LeakMunde
  • Beiträge: 368
  • Registriert: Do 6. Feb 2020, 19:02
  • Hat sich bedankt: 28 Mal
  • Danke erhalten: 114 Mal
read
Ja und? Es ist ziemlich vermessen, zu glauben, die e-Mobilität würde sich nicht durchsetzen, weil sie (aktuell) nicht alle Anforderungen an Mobilität erfüllen kann.
Manchmal muss es sogar noch schneller gehen und dann nimmt man eben den Flieger. Haben sich Autos deswegen nicht durchgesetzt?
Persönlicher Bereich → Einstellungen → Anzeigeoptionen ändern → Signaturen anzeigen → Nein
Bitteschön ;)

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

Ecano
  • Beiträge: 860
  • Registriert: Mo 23. Okt 2017, 20:10
  • Wohnort: Reiskirchen
  • Hat sich bedankt: 119 Mal
  • Danke erhalten: 106 Mal
read
Das sind aber schon ziemlich deutsche Stammtischparolen: Es geht nicht, weil ich täglich die 1000km mit Vollgas fahren muss.
Andere Länder sind da wohl ein wenig praxisnäher und nicht so verbissen in ihrer Meinung.

Ich möchte da die Außendienstler Stand heute doch etwas in Schutz nehmen: Momentan sind die Strecken (außer vielleicht mit einem Tesla und dessen SC Netz) noch nicht so ohne weiteres ohne den Diesel zu bewältigen.

Ob die täglich zu bewältigenden Strecke eine sinnvolle Arbeitszeit oder eher Verschwendung derer ist, möchte ich hier jetzt nicht beurteilen, aber momentan ist das wohl so gegeben.
Smart ED 44, bestellt am 18.1.2018, erhalten 19.10.2018
e-up! "UNITED", bestellt am 27.8.2020, erhalten am ??

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

hugodernager
  • Beiträge: 7
  • Registriert: Mi 3. Sep 2014, 20:51
read
Ich bin sicher, dass wir auch im Vollgasland Deutschland in spätestens 5 Jahren ein allgemeines Tempolimit auf den Autobahnen haben werden. Die von Dir beschriebene Klientel wird einige Monate darüber jammern, sich daran gewöhnen und sich anschließend darüber freuen, wieviel stressfreier sich Autobahnfahrten absolvieren lassen.
Alle anderen werden sich sofort freuen...

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

USER_AVATAR
  • Roland M.
  • Beiträge: 312
  • Registriert: Mi 12. Feb 2020, 13:03
  • Wohnort: Graz, Österreich
  • Hat sich bedankt: 92 Mal
  • Danke erhalten: 104 Mal
read
Hallo!
Ecano hat geschrieben: Ich möchte da die Außendienstler Stand heute doch etwas in Schutz nehmen: Momentan sind die Strecken (außer vielleicht mit einem Tesla und dessen SC Netz) noch nicht so ohne weiteres ohne den Diesel zu bewältigen.
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen!
Ich war lange Zeit als IT-Servicetechniker im Außendienst tätig.
Sicher waren Tage dabei, in denen man nur 10 oder 20 km in der Stadt unterwegs war, aber es gab auch Tage mit wirklich großen Strecken zu fahren. Meine Spitzenleistung waren (bei 4 Kunden) etwas mehr als 900 km: Graz - Vorort von Zagreb (HR) - Koper (SLO) - Spittal/Drau (Kärnten) - Graz.
Nicht selten habe ich - anfangs zur Verwunderung des Tankstellenpächters! ;) - in der Früh und am Abend 60 l getankt.
Das wäre auch mit einem heutigen BEV zeitlich kaum möglich gewesen, zumal mein Auto ja gleichzeitig Ersatzteillager war und ich damit nicht sinnvoll Ladesäulen in der Umgebung des Kunden nutzen hätte können.
Auch hatten wir Wartungsverträge mit 2 Stunden Responsetime. Da wäre es bei einem 200 km entfernten Kunden sicher nicht gut angekommen, wenn ich gesagt hätte "Ich fahr' dann in einer Stunde weg, ich muss das Auto noch laden."

Aber selbstverständlich ist auch Außendienst und Außendienst unterschiedlich, möglicherweise funktioniert das bei anderen Tätigkeiten doch.


Roland


PS: An die Geschwindigkeitsbeschränkungen habe ich mich immer gehalten! Die Firma zahlt die Arbeitszeit, aber nicht die Strafmandate... ;)
Volvo XC40 T5 Recharge (seit 07.2020)

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

USER_AVATAR
  • mlie
  • Beiträge: 3845
  • Registriert: Mo 5. Aug 2013, 10:43
  • Wohnort: sehr weit weg vom Meer - aber mit "Deich" neben dem Haus
  • Hat sich bedankt: 773 Mal
  • Danke erhalten: 174 Mal
read
Dann muss man eben Fehlplanungen vermeiden, auch wenn das heute unpopulär ist.
Wozu muss ein Aussendienstler aus Hamburg nach München fahren oder andersrum? Sauber geplant geht das ganze auch im normalen Umkreis und Abends geht ins Hotel als Startpunkt für die nächste Regionaltour. So ungefähr Montag Kiel/Hamburg, Dienstag Berlin/Dresden, Mittwoch Gera/München, Donnerstag Essen/Dortmund usw, Freitag Osnabrück, Hannover, Bremen/Oldenburg.
So hat man auch ganz Deutschland in der Woche abgedeckt, aber ohne die Hälfte der Arbeitszeit die Autobahn mit dem Nürburgring zu verwechseln.

Und wer überregionalen Service anbieten möchte, muss eben einen Stützpunkt in der Nähe eines jeden größeren Ort bzw die Hauptstädte der Bundesländer errichten, bei bundesweiten Service hat man eh mindestens 40 Mitarbeiter, da kann man doch in der Nähe der Hauptstädte ein kleines Büro/Lager anmieten.
Aktuell ist das ganze eh im Umbruch. Corona hat bewiesen, dass 90% der Vertriebler bzw ihre nutzlosen Rumgurktouren überflüssig sind, Videokonferenzen funktionieren und sparen ne Menge Geld und Zeit. Natürlich braucht man mal normalen Kontakt, aber das kann man ohne Stress sauber planen.
Ein gutes Produkt wirbt mehr als ein noch so guter Vertriebler. Das wird noch hart für einige provisionsbasierten Mitarbeiter...
Aber sicherlich sind manche Wirtschaftzweige ziemlich kaputt mit dem Anforderungsdenken.
Merkt man ja, dass die Produktion steht, wenn man zwei drei LKW ausfallen, weil man keine Lagerhallen mehr baut. Das wird sich wohl wieder normalisieren, noch so ne Runde Corona oder deren Nachfolger und die Firmen kapieren, dass zur Produktion auch Material vor Ort und nicht auf dem Dampfer oder der Autobahn gehört. Das wird noch ne steile Lernkurve in wirklich vielen Bereichen...
290 Mm elektrisch ab 2012.
Wenn's stinkt, war wohl die Verdrahtung falsch.
Zu manchen Problemen kommt man wie die Jungfrau zum Kinde, das in den Brunnen gefallen ist.

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

harlem24
  • Beiträge: 7674
  • Registriert: Di 22. Sep 2015, 13:41
  • Hat sich bedankt: 234 Mal
  • Danke erhalten: 525 Mal
read
Ecano hat geschrieben: Das sind aber schon ziemlich deutsche Stammtischparolen: Es geht nicht, weil ich täglich die 1000km mit Vollgas fahren muss.
Andere Länder sind da wohl ein wenig praxisnäher und nicht so verbissen in ihrer Meinung.

Ich möchte da die Außendienstler Stand heute doch etwas in Schutz nehmen: Momentan sind die Strecken (außer vielleicht mit einem Tesla und dessen SC Netz) noch nicht so ohne weiteres ohne den Diesel zu bewältigen.

Ob die täglich zu bewältigenden Strecke eine sinnvolle Arbeitszeit oder eher Verschwendung derer ist, möchte ich hier jetzt nicht beurteilen, aber momentan ist das wohl so gegeben.
Naja, das was in erlaubter Arbeitszeit zu schaffen ist an Strecke, ist auch mit einem eTron oder einem ID.3 mit dem großen Akku zu schaffen.
Denn mehr als 300km hin, vor Ort was machen und wieder zurück schaffe ich nicht.
Bei allem was weiter weg ist, muss man übernachten.
Gruß

CHris, ab sofort mit i3

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut Digitalfotonetz vorbei.
Mein kleines E-Auto Blog
Wechsel zu Tibber, dem innovativen Stromanbieter

Re: In Deutschland wird sich die e-mobilität nie...

electic going
  • Beiträge: 1459
  • Registriert: Fr 9. Mär 2018, 16:26
  • Hat sich bedankt: 20 Mal
  • Danke erhalten: 197 Mal
read
Es ist jetzt aber schon seltsam, dass hier diese großen Strecken als Heldenhaft und Normalität dargestellt werden. Es ist nüchtern betrachtet aber totaler Irrsinn unserer Gesellschaft. Jetzt soll die E-Mobilität diesen Irrsinn lösen, am besten genauso nur besser (also auch große Strecken aber autonom). Tausch also ein Übel gegen ein anderes. Was aber bei E-Mobilität nicht so gut geht. Erst wenn das in den Köpfen (und dem Alltag) ankommt, hat die E-Mobilität eine Chance und kann etwas verbessern.
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Allgemeine Themen“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag