Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

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Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

E-Mobil-Foo
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So klar ist die Situation wohl nicht.
Man kauft einen Gegenstand und der Haken kommt anschließend:
1) Der Gegenstand darf ausschließlich nur zur Reparatur in bestimmten Werkstätten, sonst Stilllegung
2) nach Wohlgefallen macht der Hersteller die Nutzung des gekauften Gegenstandes unmöglich
3) der Hersteller sichert Haltbarkeit von Komponenten zu, ändert aber deren Eigenschaften im Lauf der Nutzung
4) Lasten (Zeit, Kosten, Wiederverkaufswert) aus 1 bis 4 trägt ausschließlich der Kunde
Der Klug-Mensch sagt, "klagen". Kenne leider keine Urteile.
Das U-Tube sagt wohl viel dazu, auch das, hab ich mir nen Trecker gekauft, geht ich zum Schmied oder zum Reifen-KoofMich ->
https://www.youtube.com/watch?v=7z08T7gwAH8&t=1s
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Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

Kabelbaum
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Für mich ist eindeutig klar das mir "mein" BMW i3s gehört! :roll: ich kann damit machen was ich will.
Das schlimmste, was passieren kann, wäre ein Garantieverlust. Das besteht jedoch bei allen Produkten.
"Freude am Fahren" | BMW i3s | 120Ah | go-eCharger(22kW)-Wallbox

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

Solarmobil Verein
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1 und 2 sind die Argumente, weshalb ich derzeit keinen Tesla und auch kein Fahrzeug mit Miet-Akku kaufe. D.h. ich denke da nichtmal drüber nach.
Das Model Y wäre ja ein geeigneter brauchbarer Nachfolger des aktuellen Fahrzeugs, aber im Moment finde ich das Gebaren der Updates etwas merkwürdig.

3 hatte ich (und viele andere mit dem gleichen Fahrzeug - mit Kauf-Akku) selbst schon. Angeblich können auf Steuergeräte immer nur neuere Software-Versionen aufgespielt werden, nicht einmal das Aufspielen der gleichen Version wäre möglich (ich halte das inzwischen für eine glatte Lüge).
Da gab es nach 5-6 Jahren die Häufung der "HV-System muß gewartet werden"-Fehlermeldung. Quatsch mit Soße natürlich. Aber der Fehlercode kann - angeblich - nur durch Aufspielen einer neuen Software auf ein Steuergerät gelöscht werden. Da frage ich mich, was sie machen, wenn das nochmal passiert.
Wie auch immer, das "Update" führte durch die Bank dazu, daß danach rund 10% weniger Energie aus dem Akku entnommen werden können - bei einer ohnehin vorhandenen, aber nicht nutzbaren Reserve von jeweils ca. 20% nach oben und unten schon eine Menge Holz.
Mit jedem Update, das seit meinem Kauf des Fahrzeugs aufgespielt wurde, wurde das Fahrzeug schlechter.

Und da glaubt irgendwer, ich würde mir ein Fahrzeug kaufen, daß über Nacht einfach so mit Zwangsupdates versorgt wird, die, wenn ich sie nicht installiere, dazu führen, daß das Fahrzeug auch einfach so stillgelegt werden kann?
Wir haben noch einen uralten Opel Meriva, der nur hin und wieder von den Kindern gefahren wird. Der wird jetzt gehegt und gepflegt ...

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

E-Mobil-Foo
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Fein, das Problem ist erkannt, es trifft natürlich auch die Software-Steuerungen von Verbrennern, wo heimlich still und leise an Parameter gedreht werden könnte, "um Teile zu schützen".
Der Spielraum, den sich die Hersteller gönnen, ist schon krass.
Bösartige Marketing-Strategen: "Wir werfen das Teil mit Super-Eigenschaften auf den Markt und drehen später dran, damit wir keine Garantiefälle haben".
Einziger Ausweg: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich ganz ungeniert"... und das braucht bekanntermaßen Zeit, bis ein Jünger einer Firma die Glocken hören will/kann.

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

SnowyZoe
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Es ist ja nicht neu, dass Hersteller versuchen den Käufer an die Vertragswerkstätten zu binden. Früher drohte man mit Garantieverlust (was rechtlich mehr als zweifelhaft war/ist) und erschwerte den freien Werkstätten das Leben indem man Dokumentation, Diagnosegeräte oder auch Teile schwer zu beschaffen machte.
Die vernetzten Fahrzeuge öffnen hier natürlich völlig neue Möglichkeiten. Aber gerade diese Vernetzung ist nicht nur von den Herstellern sondern auch vom Gesetzgeber gewünscht (und die Versicherer scharren auch schon mit den Hufen).

Ein Problem bekommen die Hersteller aber dann, wenn Design und Leistung in den Hintergrund treten und die Software der entscheidende Faktor für die Kaufentscheidung wird. Diese Tür wird von elektrischen Fahrzeugen weit aufgestoßen, Leistung ist relativ kostengünstig zu haben und beim Design wird man eh nie alle Geschmäcker treffen, aber die Tendenz zum SUV besteht weltweit.
Man könnte jetzt gespannt darauf sein anhand welcher Gesichtspunkte der Käufer sein Fahrzeug zukünftig auswählen wird. Aber in Deutschland beträgt der Anteil gewerblicher Zulassungen ca. 65%, dort entscheiden andere Argumente, daher ist der heimische Markt wenig representativ dafür wie sich ein Privatkäufer entschieden hätte.

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

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Welcher Autokäufer liest denn schon bei einem Neuwagen den Kaufvertrag Wort für Wort durch bzw. lässt den Vertrag von einem Anwalt auf ungültige Klauseln prüfen? Und wer zwingt einen so einen Vertrag zu unterschreiben?
IONIQ Premium bestellt: 28.04. >> uvb. Lieferung: August/September >> 20.12.2017 >> 03.02.2018 >> 22.01.2018 Abholung

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

E-Mobil-Foo
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SnowyZoe hat geschrieben: Man könnte jetzt gespannt darauf sein anhand welcher Gesichtspunkte der Käufer sein Fahrzeug zukünftig auswählen wird.
Dumm isser neet, der guckt sich in Presse und anderen Medien um .. UND was halten die als SelektionsKriterien plakativ hoch: Spitzenleistung (kW), Drehmoment (Nm), Reichweite, Ladeeffizienz, Ladeleistung, Assistenten, Komfort.
Alles steuert die Software.
Tür und Tor ist offen, weil an vielen Parametern kann der Hersteller nach Lust und Laune nach Markteinführung sofort oder später drehen. Man kann alles positiv oder negativ sehen, die Marketing-Abteilungen von Firmen haben natürlich auch Strategien.

Hier fehlt die EU-Regelung, daß vor jedem Hersteller-Eingriff die Nutzerzustimmung eingeholt werden muß.

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

SnowyZoe
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E-Mobil-Foo hat geschrieben: Hier fehlt die EU-Regelung, daß vor jedem Hersteller-Eingriff die Nutzerzustimmung eingeholt werden muß.
Das wäre meines Erachtens nach zu weich. Die Zustimmung einholen ist schnell gemacht ("es ist neue Software für Ihr Fahrzeug verfügbar, möchten Sie diese jetzt herunterladen und installieren?").
Was geregelt werden muss ist die Aufrechterhaltung versprochener Leistungswerte. Batteriekapazitäten mögen sich verringern (so wie auch Verbrennungsmotoren an Leistung verlieren oder echte Verbrauchsdaten nicht den realen Verbrauchsdaten entsprechen).
Aber wenn ein System einmal verkauft wurde, dann muss es zum Auto gehören, nicht zum Käufer der dann beim Weiterverkauf evtl. rechtliche Hürden zu überspringen hat um Fahrzeug und Software zu verkaufen. Sonst haben wir irgendwann das gleiche Chaos wie bei PCs, wo ein Hersteller die Hardware mit Lizenzen verkauft, und übriggebliebene Software-Lizenzen über einen Verwerter weiterverkauft die dieser dann an Endkunden verscherbelt, denen der Softwarehersteller dann wiederum den Betrieb verweigert.

All das betrifft aber meist die preissensitiveren Gebrauchtkäufer.
Ein Firmenwagenfahrer dem eine Funktion per Software abgeschaltet wird geht zu seinem Fuhrparkverwalter, und die Firma geht zum Hersteller und kann dort ganz ruhig erklären dass eine weitere Zusammenarbeit auf dieser Basis leider gefährdet ist, da zucken die meisten Hersteller zurück.
Ein Privatkunde der einen Leasingrückläufer über den Händler Hinz und Kunz GmbH gekauft hat, der wird vom Hersteller an seinen Händler verwiesen der zwar das Fahrzeug, nicht aber die notwendigen Softwarelizenzen erworben hat, und dementsprechend auch kein Recht hatte diese weiter zu verkaufen. Die Hinz und Kunz GmbH wiederum hat das Fahrzeug auch nicht vom Hersteller gekauft, sondern vom damaligen Leasinggeber usw.

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

E-Mobil-Foo
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SnowyZoe hat geschrieben: Was geregelt werden muss ist die Aufrechterhaltung versprochener Leistungswerte. Batteriekapazitäten mögen sich verringern (so wie auch Verbrennungsmotoren an Leistung verlieren oder echte Verbrauchsdaten nicht den realen Verbrauchsdaten entsprechen).
Aber wenn ein System einmal verkauft wurde,
...dann hat der Hersteller keinerlei Rechte, sich der Garantiezusagen durch Manipulationen entziehen zu wollen.
Allerdings treffen jene meist auf
- technisch "unbelastete" Besitzer
- eine Schar von leidensbereiten Marken-Jüngern.
Das Geschehen um die Weitergabe von gekauften Software-Optionen (sehe ich allerdings entspannter, weil, seit geraumer Zeit wird eine Software-Lizenz als gegenständlich behandelt, kann also an Interessenten übergeben werden, wie auch z.B. Windows oder Virenscanner, etc.

Re: Gehört mir das Auto oder nur "License to Use" ?

E-Mobil-Foo
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Ei-Di-Dei: "Benutzer, lade bis 20.5. das Update" "Benutzer, machst du das nicht, legen wir Funktionseinheiten still"
... der leidgeprüfte Benutzer hat seine Stirn dank Erfahrung in Voll-Falten gelegt - weil durch Updates Leistungszusagen reduziert werden ...
Einfach gucken und ab Minute 4 an sich halten:
https://www.youtube.com/watch?v=ybpaZhZqZlQ&t=1s
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