EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
  • Releit
  • Beiträge: 189
  • Registriert: Do 25. Feb 2016, 11:52
  • Wohnort: Österreich, Steiermark, Bezirk Leoben
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 18 Mal
read
Hier die Rahmenbedingungen so wie ich sie im Kopf habe, bin nicht sicher ob das genau stimmt:

Ab heuer (2020) gilt der neue Grenzwert von 95g CO2 pro km und Neufahrzeuge in der EU je Herstellerpool.
Jeder Hersteller der diesen durchschnittlichen Grenzwert mit seine Fahrzeugflotte überschreitet muss Strafe an die EU zahlen.
Die Strafe beträgt 95 Euro pro Fahrzeug und g Überschreitung.
Nullemissionsfahrzeuge, also eAuto werden 2020 doppelt gerechnet.

Wie hoch ist also die Ersparnis eines Herstellers der die 95g überschreitet wenn er vor Jahresende noch 1 zusätzliches eAuto verkauft?

Ich hab eine Zahl bekommen: 18.050 Euro weniger Strafzahlung. Ist das korrekt?

Hier die Regelungen: https://www.vda.de/de/themen/umwelt-und ... eugen.html
Fahrspass statt Abgas!
Anzeige

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
read
Im Prinzip korrekt.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
read
Es gibt allerdings ein Limit, wieviel die höhere Gewichtung der Elektroautos (2020 doppelt, 2021 1,67-fach, 2022 1,33-fach) genutzt werden kann. Ab einem bestimmten Anteil von verkauften Elektroautos ist die Reduktion daher "nur" noch 9.025 Euro.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
  • Releit
  • Beiträge: 189
  • Registriert: Do 25. Feb 2016, 11:52
  • Wohnort: Österreich, Steiermark, Bezirk Leoben
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 18 Mal
read
Wenn meine Berechnung stimmt, stellen sich die nächsten spannenden Fragen:

1. Was bedeutet das für die zu erwartenden Elektroauto-Preisentwicklung im laufe von 2020?
2. Was werden die Hersteller unternehmen, wenn sie im zweiten Halbjahr feststellen, dass sie noch deutlich über dem 95g Ziel liegen?
Fahrspass statt Abgas!

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
read
3. Wieviel bekommt Tesla von FCA pro verkauftem Auto in Europa?
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

Paranormal
  • Beiträge: 324
  • Registriert: So 4. Aug 2019, 19:42
  • Hat sich bedankt: 42 Mal
  • Danke erhalten: 65 Mal
read
Releit hat geschrieben: Wenn meine Berechnung stimmt, stellen sich die nächsten spannenden Fragen:

1. Was bedeutet das für die zu erwartenden Elektroauto-Preisentwicklung im laufe von 2020?
2. Was werden die Hersteller unternehmen, wenn sie im zweiten Halbjahr feststellen, dass sie noch deutlich über dem 95g Ziel liegen?
Dass ordentlich PHEVs in den Markt gedrückt werden, zählen sie doch auch doppelt.

Die 95 Gramm CO2 pro Kilometer sind für 2020 noch nach NEFZ. Ab 2021 nach WLTP. Außerdem spielt das Fahrzeuggewicht auch noch mit rein, d. h. jeder Hersteller wird ein anderes Flottenziel haben. Ab 2030 müssen nochmal 37,5% runter, sind dann knapp 60 Gramm (2,2 Liter Diesel/2,5 Liter Benzin). Also eigentlich das, was die PHEVs heute schon erfüllen.

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

Michael_Ohl
  • Beiträge: 3359
  • Registriert: So 1. Mär 2015, 22:58
  • Wohnort: Hamburg
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 440 Mal
read
Nur das die die 95Gramm nicht der Durchschnitt für jeden einzelnen Hersteller sondern für alle zusammen ist. Fiat hat wegen leichter Kleinwagen deutlich weniger als individuellen Flottendurchschnitt, Mercedes aufgrund Schwerer Fahrzeuge deutlich mehr.
Würde ein Hersteller sein individuelle Ziel verfehlen drohen Strafzahlungen, unterschreitet er sein Ziel wird sein Grenzwert im höchsten Jahr stärker gesenkt. Die Richtung kann also nur sein eine Punktlandung auf dem individuellen Grenzwert abzuliefern.
Damit kann jeder einfach erklären wieso die Hersteller so agieren wie sie es im Moment machen, uns warum sich Lieferzeiten ständig verändern können.

MfG
Michael

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
read
Michael_Ohl hat geschrieben: Nur das die die 95Gramm nicht der Durchschnitt für jeden einzelnen Hersteller sondern für alle zusammen ist. Fiat hat wegen leichter Kleinwagen deutlich weniger als individuellen Flottendurchschnitt, Mercedes aufgrund Schwerer Fahrzeuge deutlich mehr.
Würde ein Hersteller sein individuelle Ziel verfehlen drohen Strafzahlungen, unterschreitet er sein Ziel wird sein Grenzwert im höchsten Jahr stärker gesenkt. Die Richtung kann also nur sein eine Punktlandung auf dem individuellen Grenzwert abzuliefern.
Damit kann jeder einfach erklären wieso die Hersteller so agieren wie sie es im Moment machen, uns warum sich Lieferzeiten ständig verändern können.

MfG
Michael
"Die CO2-Emission der Pkw lag 2019 im Durchschnitt bei 157,0 g/km" laut KBA, jetzt sollte man eigentlich grob ausrechnen können wie viele E-Autos man verkaufen müsste um im Schnitt auf 95 Gramm zu kommen. Wenn ich richtig gerechnet habe ( (157x3 + 2x0)/5 = 94,2) und die Verbrenner nicht sparsamer werden, hieße das, jedes 4. Fahrzeug müsste ein E-Auto sein - utopisch.

https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitt ... nn=2562684

Kein Wunder wenn Kleinstwagen aus dem Sortiment genommen werden, jeder Kleinstwagen der über 95 Gramm liegt, schadet dem Unternehmen. Gleichzeitig könnten PHEVs den Diesel ersetzen.
Zuletzt geändert von Skeptizist am Sa 18. Jan 2020, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
Hybride aller Art sind die Zukunft, reine Batterie-Autos für die Masse sind für mich eine ökonomische und ökologische Sackgasse.

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
read
2021 und auch in Zukunft wird auch weiterhin NEFZ genutzt, durch eine Umrechnung von WLTP.

2020 dürfen für die Berechnung des Durchschnitts aber die 5% der Autos, welche den höchsten Ausstoß haben, ausgenommen werden.
Ioniq 28 kWh Premium mit Sitzpaket, Intense Blue, Michelin CrossClimate+, Produktionsdatum 16.4.2019 - Abholung in Landsberg am 14.9.2019 (Sangl #588)

Re: EU Strafzahlungen 2020, wieviel spart ein OEM durch 1 verkauftes e-Auto?

USER_AVATAR
  • Releit
  • Beiträge: 189
  • Registriert: Do 25. Feb 2016, 11:52
  • Wohnort: Österreich, Steiermark, Bezirk Leoben
  • Hat sich bedankt: 4 Mal
  • Danke erhalten: 18 Mal
read
Die Gewichtsabhängige CO2 Grenzwert-Formel lautet laut VDA:

CO2 = 95 + a(M-M0)

a ist der Abflachungsfaktor von 0,0333
M ist das Gewicht des fahrbereiten Fahrzeugs
M0 ist das Durchschnittsgewicht von 1392 kg

Damit ergibt sich für einen eUp bei 1160 kg ein CO2 Grenzwert von 87,3 g
Damit sollte dann die Strafzahlungsminderung max. 15.233 € oder bei Überschreitung der 7,5g Minderung des Flottenschnitts durch die „Super Credits“ nur noch die Hälfte also 7.617 € betragen.

Ein Audi eTron mit 2.445 kg hätte somit einem Grenzwert von rund 130 g ergibt max. 33.800 € oder min. 16.900 € an Strafzahlungseinsparungen.

Lieg ich damit richtig?

Wenn ja, wird es auch logisch warum die Deutschen Hersteller mit den dicken Brummern angefangen haben.
Fahrspass statt Abgas!
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Allgemeine Themen“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag