Meine Erfahrung nach 9 Monaten Elektro.

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Re: Meine Erfahrung nach 9 Monaten Elektro.

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Es wird hier ein Problem, bzw. eine Summe an Problemen geschildert, die in der Momentaufnahme ärgerlich und real sind (sofern man nicht zu Hause laden kann). Es wird auch noch weitere Herausforderungen geben (Ladestau in Ferienzeiten - da gibt es ja schon schöne Supercharger Bilder aus den USA). Das ist aber nichts systemimmanentes, sondern alles lösbar. Tankstellen werden ja auch nicht zugeparkt.

Es ist nun mal so eine menschliche Eigenschaft, dass sich die meisten nicht gut in unbekannte Probleme einfühlen können. Wenn erstmal mehr Politiker und Entscheider private EV Erfahrung haben, wird sich das ändern. Bevor wieder ein Schlaumeier sagt, dass die ganz wichtigen Entscheider ja gefahren werden - die wenigsten sind als Chef geboren...

Zudem sind wir immer noch am Anfang der technischen Entwicklung. Obwohl die EVs für Normalmenschen von 2020 mit denen von 2010 im Punkt Reichweite, Ladegeschwindigkeit und verfügbarer Infrastruktur bereits eine gewaltige Entwicklung erlebt haben, wird das in den nächsten Jahren so weiter gehen.

Die Energiedichte wird sich nochmal verdoppeln und die Ladegeschwindigkeit vervielfachen. Zudem wird es 2030 nicht nur TESLA Ladeparks mit 20+ Säulen geben... Irgendwann werden dort genauso wenig die Leute parken wie vor einer Zapfsäule...

Man kann ein Problem gerne benennen und Lösungsvorschläge anbringen. Aber aus den Status Quo eine Zukunftsprognose zu geben, ohne mögliche und wahrscheinliche Veränderungen zu berücksichtigen ist eher weniger sinnvoll.

Was für ein i3 ist das eigentlich, der im Winter keine 100km schafft? Ein 120Ah?
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Re: Meine Erfahrung nach 9 Monaten Elektro.

kirovchanin
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Meiner Meinung nach ist die entscheidene Frage: "Kann ich das Laden gut in meinen normalen Alltag integrieren?".

Das Laden zu Hause ist nur eine Möglichkeit, wenn auch sicherlich die bequemste.

Andere Möglichkeiten sind eben die Orte, wo man das Auto regelmäßig abstellt, z. B. auf Arbeit.

Bei uns ist es z. B. so:

Lademöglichkeit zu Hause geht leider nicht und zur Arbeit geht's mit dem Bus. Das Auto hat einen kleinen Akku und wird hauptsächlich für Besorgungen benutzt (manchmal auch für Langstrecke).

Öffentliche Lademöglichkeiten (AC) gibt es zum Glück genug, man muss einfach rechtzeitig daran decken, nachzuladen. In der Praxis war das bei uns noch nie ein Problem. Wenn wir zum Beispiel am Wochenende einkaufen gehen, wird der Akku locker wieder voll. Oder so wie gestern Abend während eines Theaterbesuchs. Trotz 40 km Entfernung und -2 Grad war der Akku bei Ankunft zu Hause noch zu 70 % voll, da ist also noch lange kein "Ladedruck".

Wie gesagt darf man einfach nicht abwarten, bis es dringend ist, sondern muss rechtzeitig dran denken.

Deshalb empfehle ich jedem E-Auto-Interessierten, der nicht zu Hause laden könnte:

- achte auf eine gute AC-Ladeleistung, damit du auch bei kürzeren Besorgungen eine brauchbare Menge nachladen kannst
- prüfe alle öffentlichen Lademöglichkeiten in deiner Nähe und wie brauchbar sie in deinem Alltag wären, vor allem auch die Zuverlässigkeit. Achte auch auf die Ausbaugeschwindigkeit (kommen regelmäßig neue Säulen hinzu oder wird die Infrastruktur vernachlässigt?)

Auf Langstrecke sehe ich mit einem aktuellen E-Auto mittlerweile kaum noch Probleme, da gerade entlang der Autobahnen DC massiv ausgebaut wird (Standorte à la Ionity mit 4 oder noch mehr Säulen).

Re: Meine Erfahrung nach 9 Monaten Elektro.

Michael_Ohl
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Vor viele Jahren hatte ich ein Auto, das im schlimmsten Fall alle 250km zur Tankstelle musste. Bei Fahrten am ersten Wochenende nach Ferienbeginn habe ich 45Minuten in Kassel an der Tankstelle gewartet mit einer Restreichweite unter 10km war meine Experimentierfreude stark eingeschränkt.

MfG
Michael
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