Online-Tendenz bei Fahrzeugen

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Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Maetu
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Ich frage ich mich bei der neuen Generation Autos immer mehr, insbesondere natürlich bei den BEVs, ob man diese fahrenden Datenschleudern auch offline schalten kann. Ich freue mich schon auf die Gespräche mit den Autohäusern :twisted:

Ich bin der Meinung, dass ein Gegenstand wie ein Auto vollständig unter meiner Kontrolle sein muss. So halte ich es bei allen potentiellen Datenschleudern, ob im heimischen Netzwerk oder auch beim Handy. Ich beschäftige mich damit gezwungenermassen und setze dazu Hardware- und Softwarelösungen ein.

Die Tendenz auf der Herstellerseite geht ja klar dahin, dass dem Besitzer diese Kontrolle immer mehr entzogen wird. Der Polestar 2 treibt es jetzt auf die Spitze, indem er Google fix ins Auto integriert. Damit fällt dieses ansonsten vielversprechende Auto für mich komplett raus, da ich davon ausgehe, dass ich es nicht offline nehmen kann, ohne dass das Auto dadurch unbrauchbar wird.

Auf der anderen Seite ist eine ständige Updatebarkeit eine Entschuldigung für die Hersteller, verbuggte Produkte auf den Markt zu werfen. Ich sehe das bei einem mobilen 2 Tonnen Geschoss als äusserst kritisch an

Wie sieht das die technikaffine BEV Gemeinde?
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Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Michael_Ohl
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Ich finde das hat jetzt mit BEV überhaupt nichts zu tun. Meine beiden Kangoo ZE haben nicht einmal ein SIM Karte oder etwa Rechenleistung die über einen Staubsauger hinausgeht.
Dagegen ist mein Verbrenner echt HighTec und dank neuester Vorschrift auch mit einem natürlich nicht abschaltbaren Notrufsystem ausgestattet. Dadurch ist er per Mobilfunk über die Handy APP zu finden, die Standheizung geht zu Steuern, die Türen kann ich über das Handy öffnen, den Reifendruck sehen, den Tankinhalt abfragen, sehen ob die Fenster geschlossen sind, die Bremsbelege OK sind, der Bremsflüssigkeitsstand OK ist, der Kofferraum zu ist, das Kühlmittel und Wischwasser aufgefüllt sind und ob die Feststellbremse funktioniert.
Dazu kann das Fahrzeug den Motor Starten, Lenken, die "Handbremse" lösen und Feststellen, das Automatikgetriebe sowohl vorwärts als auch Rückwärts schalten und Gas geben.
Wenn Dir das alles zu moderner Kram ist, kannst Du bei Mercedes einen Nachbau des ersten Autos bestellen. Kostet zwar mit 170000€ etwas mehr, hat aber Garantiert keine Elektrik oder Elektronik und ist somit wirklich sicher. Das er angekurbelt werden muss und kein Dach hat nimmt man bei so viel Vorteilen ja sicher gern in Kauf.

mfG
Michael

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

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Michael_Ohl hat geschrieben: Dadurch ist er per Mobilfunk über die Handy APP zu finden, die Standheizung geht zu Steuern, die Türen kann ich über das Handy öffnen, den Reifendruck sehen, den Tankinhalt abfragen, sehen ob die Fenster geschlossen sind, die Bremsbelege OK sind, der Bremsflüssigkeitsstand OK ist, der Kofferraum zu ist, das Kühlmittel und Wischwasser aufgefüllt sind und ob die Feststellbremse funktioniert.
Ist das eine direkte Kommunikation mit dem Auto oder erfolgt das über ein Portal?

Ich sehe dieses Online-sein gemischt.
Was ich nicht haben möchte, daß mir der Hersteller ungefragt über Nacht ein Update aufspielt, das dazu führt, daß das fahrzeug am nächsten Morgen nicht mehr richtig funktioniert. Hat's ja schon gegeben.
Denn manche Hersteller schaffen es ja nicht einmal, eine Update in der Werkstatt richtig aufzuspielen ... und dann erst online ohne direkte mögliche Kontrolle des Fahrzeugs danach? Guter Witz ...

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

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Moin!
Neue Autos sind schon alleine durch die Notruf-Funktion regelmäßig Online. Da die Software in den Autos immer wichtiger wird (Navi...) braucht man immer öfter mal ein Update, und wenn es nur für die Logos der Radiosender ist.
Als User eines Internetforum sollte man sich nicht zu sehr über die Online-Funktionen seines Autos aufregen. ;)
Gruß Ingo

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Maetu
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Michael_Ohl hat geschrieben: Ich finde das hat jetzt mit BEV überhaupt nichts zu tun. Meine beiden Kangoo ZE haben nicht einmal ein SIM Karte oder etwa Rechenleistung die über einen Staubsauger hinausgeht.
Dagegen ist mein Verbrenner echt HighTec und dank neuester Vorschrift auch mit einem natürlich nicht abschaltbaren Notrufsystem ausgestattet. Dadurch ist er per Mobilfunk über die Handy APP zu finden, die Standheizung geht zu Steuern, die Türen kann ich über das Handy öffnen, den Reifendruck sehen, den Tankinhalt abfragen, sehen ob die Fenster geschlossen sind, die Bremsbelege OK sind, der Bremsflüssigkeitsstand OK ist, der Kofferraum zu ist, das Kühlmittel und Wischwasser aufgefüllt sind und ob die Feststellbremse funktioniert.
Dazu kann das Fahrzeug den Motor Starten, Lenken, die "Handbremse" lösen und Feststellen, das Automatikgetriebe sowohl vorwärts als auch Rückwärts schalten und Gas geben.
Wenn Dir das alles zu moderner Kram ist, kannst Du bei Mercedes einen Nachbau des ersten Autos bestellen. Kostet zwar mit 170000€ etwas mehr, hat aber Garantiert keine Elektrik oder Elektronik und ist somit wirklich sicher. Das er angekurbelt werden muss und kein Dach hat nimmt man bei so viel Vorteilen ja sicher gern in Kauf.

mfG
Michael
Unterschätze die Gesprächigkeit deines Staubsaugerroboters nicht (sofern unbewacht am WLAN hängend).

Meine Intention ist die Kontrollierbarkeit der Online-Funktionen. Ich unterscheide hierbei Direktkommunikation Handy<->Auto von Handy <-> schwindliger Clouddienst <-> Auto

Mir ist auch klar, dass einem signifikanten Teil der Menschen das im Sinne der Bequemlichkeit völlig wurscht ist. Aber bei den BEVs sind doch noch viele Pioniere dabei, die wissen wollen, wie etwas funktioniert und hier allfällig vielleicht schon Erfahrungen gemacht haben.

Eine Kurbel an einem BEV hätte aber was :mrgreen:

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

SnowyZoe
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Maetu hat geschrieben: Die Tendenz auf der Herstellerseite geht ja klar dahin, dass dem Besitzer diese Kontrolle immer mehr entzogen wird. Der Polestar 2 treibt es jetzt auf die Spitze, indem er Google fix ins Auto integriert. Damit fällt dieses ansonsten vielversprechende Auto für mich komplett raus, da ich davon ausgehe, dass ich es nicht offline nehmen kann, ohne dass das Auto dadurch unbrauchbar wird.
Bedeutet das im Umkehrschluss, dass das Fahrzeug für Sie immer noch interessant wäre wenn es die Daten nicht (auch) an Google sondern nur an den Hersteller schicken würde?
Oder stören Sie sich generell an der Vernetzung moderner Fahrzeuge, egal wo die Daten hingehen?

So wie ich es sehe gibt es immer zwei Sichtweisen.
1. Für erhöhte Sicherheit und Komfort ist die Datenübertragung notwendig, also nimmt man sie in Kauf.
2. Die Hersteller nutzen ihre Fahrzeuge als Datensammler und damit wir das zulassen versprechen sie uns etwas mehr Komfort und Sicherheit.

Beide Argumente haben durchaus ihre Berechtigung. Nur bei modernen Fahrzeugen, egal welcher Antriebsart, werden Sie um die Datenübertragung nicht mehr herum kommen. Natürlich kann man die Kaufentscheidung teilweise davon abhängig machen wer die Daten verwaltet die dort gesammelt werden, aber bei einem Auto gibt es noch viele andere Aspekte die über den Kauf entscheiden (Größe, Motorisierung, Form etc.).
Wichtiger wäre mir ein starker Schutz der so erlangten (übergebenen) Daten. Erst wenn der Datenhandel nicht mehr lukrativ ist wird es für die Hersteller uninteressant die Daten überhaupt erst zu sammeln.

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

semper
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Maetu hat geschrieben: Ich frage ich mich bei der neuen Generation Autos immer mehr, insbesondere natürlich bei den BEVs, ob man diese fahrenden Datenschleudern auch offline schalten kann. Ich freue mich schon auf die Gespräche mit den Autohäusern :twisted:
Ich bin bei einem großen Automobilhersteller im Bereich Mobile Online-Dienste tätig. Zumindest bei allen Modellen, die seit DSGVO auf den Markt kommen, kann der Nutzer das Fahrzeug komplett offline nehmen. Je nach Modell und Ausstattung ist auch das selektive Ausschalten einzelner Funktionen möglich.

Das Thema ist unter großem Druck, und unter Aufsicht der Rechtsabteilung umgesetzt worden.

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Kabelbaum
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Gerade wer automatisiertes Fahren fordert wird künftig nicht ohne Online-Vernetzung auskommen.

Ich sehe grundsätzlich für mich in Online-Diensten mehr Vor- als Nachteile, und schon garnicht Gefahren im Sinne von "feindlicher Übernahme des Fahrzeuges".
Allerdings kann ich gerne auf (teil-)automatisiertes Fahren verzichten.
"Freude am Fahren" | BMW i3s | 120Ah | go-eCharger(22kW)-Wallbox

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Solarmobil Verein
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SnowyZoe hat geschrieben: 1. Für erhöhte Sicherheit und Komfort ist die Datenübertragung notwendig, also nimmt man sie in Kauf.
Das ist das, was man uns einreden will.
Es genügt dafür eine Direktverbindung zum Fahrzeug. Für mehr Komfort braucht es keine Cloud-Dienste. Für mehr Sicherheit erst recht nicht, im Gegenteil, ich denke es ist sogar unsicherer mit diesem Cloud-Gedöns.

Einzig die Notruffunktion sendet nach draußen ins "irgendwo". Und was da notwendig ist, kann man auch sehr eng eingrenzen.

Jedenfalls hatte ich früher mit den "analogen Fahrzeugen" erheblich weniger Probleme mit Infotainment und Fahrzeugfunktionen als heute mit den fahrenden Computern. Das wirkt auf mich alles noch sehr unausgereift.

Solange es die Hersteller noch nicht einmal schaffen, den Zugang zum Fahrzeug sicher zu gestalten, was ich eigentlich für eine Trivialität halte, sollen sie mir nicht erzählen, daß diese ganzen OTA-Verbindungen über Cloud-Dienste sicher sind.

Re: Online-Tendenz bei Fahrzeugen

Blueskin
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Michael_Ohl hat geschrieben:
Wenn Dir das alles zu moderner Kram ist, kannst Du bei Mercedes einen Nachbau des ersten Autos bestellen. Kostet zwar mit 170000€ etwas mehr, hat aber Garantiert keine Elektrik oder Elektronik und ist somit wirklich sicher. Das er angekurbelt werden muss und kein Dach hat nimmt man bei so viel Vorteilen ja sicher gern in Kauf.

mfG
Michael
Ich denke, das ist - wenn auch humorvoll - eine Schwarz-weiß-Denke.
Es ist ja schon ein Unterschied, ob so ein Auto ständig online mit einer Cloud/Server verbunden ist (und ich keinen Einfluss darauf habe, was, wann und wo übertragen wird) oder ob ich das selektiv je nach Notwendigkeit, Ort und Zeit selbst entscheiden kann.
Vorzugsweise nach einer Information des Herstellers (per reitendem Kurier ;)), dass und warum ein Update notwendig ist.

Oder um an Dein Beispiel anzulehnen:
Nur weil ich die automatischen(!) App-Updates meines Smartphones, Tablets und PCs deaktiviert habe, will ich nicht gleich die gute alte Telefonzelle vor der Tür wiederhaben.
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