Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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  • Wiese
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Ein ähnliches Problem hatte ich vor 10 Jahren mit meinem Honda Hybrid. Das Auto konnte zwischen 20 und gut 40 km/h rein elektrisch fahren. In 30er Zonen war das ganz nett. Nach 3 Jahren wurde ein Update aufgespielt, und danach war das rein elektrische Fahren nicht mehr möglich. Der Kraftstoffverbrauch stieg um etwa 0,2 Liter/100km, was Honda auch bestätigte. Grund für das Update war die Überlastung des Akkus. Offenbar haben die kleinen NIMH-Akkus diese Belastung nicht ausgehalten und die Garantiefälle wurden Honda zu teuer.
Ich hab mir damals auch überlegt was ich tun könnte, denn der Verbrauch entsprach nicht mehr den Angaben im Prospekt. Elektrisches fahren wurde von Honda nie beworben, also hatte darauf keinen Anspruch. Immerhin hat das Update wenig gebracht, denn nach 6 Jahren war der Akku trotzdem platt, und ich habe dann im 7. Jahr einen neuen bekommen.
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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Man stelle sich vor, Porsche würde per Netz Update die Leistung eines 911 um 20% reduzieren und als Begründung verkünden, dass man einen beginnenden Riss an der Kurbelwelle entdeckt habe und mit dieser Massnahme das Risswachstum soweit verlangsamen könne, dass der Gewaltbruch erst nach der Garantiezeit stattfindet....

Aber Tesla Fans sind ja sowas von duldsam.....

Gruss. SRAM
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

Badman
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SRAM hat geschrieben:Man stelle sich vor, Porsche würde per Netz Update die Leistung eines 911 um 20% reduzieren und als Begründung verkünden, dass man einen beginnenden Riss an der Kurbelwelle entdeckt habe und mit dieser Massnahme das Risswachstum soweit verlangsamen könne, dass der Gewaltbruch erst nach der Garantiezeit stattfindet....

Aber Tesla Fans sind ja sowas von duldsam.....

Gruss. SRAM
Äpfel mit Birnen verglichen. Im Verbrenner stecken 100 Jahre Entwicklung. Da war vor 95 Jahren auch nicht alles Gold was glänzt. Ich gehe schwer davon aus, dass wir einen guten Teil unserer heute so selbstverständlich wahrgenommenen Verbraucherrechte auch dieser Entwicklung zu verdanken haben.
Was zu gerne vergessen wird, weil es sich alles sehr rund anfühlt, vieles ist noch nicht auf Herz und Nieren und Laufzeit getestet, weil noch nicht genug Langzeiterfahrungen vorliegen.

Und es gibt genug Prozesse wo die Leistung eines Verbrenners unter den angegebenen PS lag.
Schönfärberei als SRAM. Wie immer. Macht sich die Welt wie sie ihm gefällt.

Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

INRAOS
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Ich hab seit gut einem Jahr zwei Varta-Heimspeicher-Akkus (2 x 12 kWh). Seit ein paar wochen hat Varta die Kapazität auf 75 % reduziert - anfänglich ohne eine Info warum. Später kam Info - eine Akku-Charge sei schlecht - meine zwei gehören dazu - sie wollen noch Tests machen 7nd größere Schäden vermeiden - zum Jahreswechsel soll ich neue Akkus bekommen.

Ist also nicht nur bei den fahrakkus so 🙁
BMW i3 BEV 94 Ah vom Dez 2016 bis Dez 2019. Über 40.000 km gefahren
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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Opel hat an meinem Ampera per Update in der Werkstatt insgesamt 4 Funktionen totgelegt.

Speziell eine davon vermisse ich sehr, nämlich das Vorheizen im Winter bei knackigen Minusgraden.
Ok, es geht prinzipiell immer noch, nur springt jetzt immer auch der Rex für 5 Minuten an. Vorher konnte ich den Rex-Einsatz fürs Vorheizen aber per Konfigurationsmenü dauerhaft deaktivieren, was nach dem Update nicht mehr möglich ist.
Also doch den Eiskratzer rausholen ...

Tesla hat vor einigen Wochen auf die Powerwalls ein Update aufgespielt, das dafür gesorgt hat, daß meine PW gar nicht mehr geladen wurde, weil bei diesem Update aus irgendeinem Grund auch die Konfiguration der Strommeßzangen zurückgesetzt wurde.
Mit viel Hin und Her ist das System wieder einigermaßen funktionsfähig. Es besteht derzeit noch eine leicht reduzierte maximale Ladeleistung (4.3 anstatt 4.6kW, an eine solche Entladleistung bin ich seitdem noch nicht herangekommen, weiß daher nicht, was da passiert) und es wird mitunter knackig eingespeist, obwohl der SOC nur bei 50-70% ist und die PW nur mit ein paar Hundert Watt lädt. Das darf nicht passieren, die Energie soll in den Akku.
Und warum? Laut Änderungslog wurden bei dem Update nur Funktionen verbessert, die nur in den USA und Australien genutzt werden können. Warum kommt dieses Update dann auf PWs in Deutschland? Und wie ist es eigentlich um die Software-Validierung bei Tesla bestellt? War ja nicht das erste Mal, daß ein Update Probleme gemacht hat.

Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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Das mit der PW deutet tatsächlich auf ein Akkuproblem hin.

Gruss SRAM
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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SRAMs Vergleich mit der Kurbelwelle muss ich zustimmen. Wenn ein Hersteller zugesagte Eigenschaften verändert um seine Ware über die Gatantiezeit zu bringen betrügt er. Bei meinem Honda war das damals schon frech, aber wie sollte ich den kleinen Mehrverbrauch beweisen. Sollte Hyundai auf die Idee kommen meinen Ioniq-Akku zu begrenzen werde ich sie definitiv verklagen. Denn die Kapazität ist zugesagt. Eine schleichende Verringerung muss man hinnehmen, aber keine Kappung um Garantieansprüche zu verhindern.
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

Badman
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Ich sehe das anders. Wenn ich ein Auto kaufe, welches 90 PS laut Vertrag hat und es mit 113 PS ausgeliefert wird, freu ich mich.
Merkt der Hersteller, dass er es mit der Leistung übertrieben hat und drosselt mich auf maximal 90 PS habe ich immer noch, was mir vertraglich zusteht.
Verliert das Fahrzeug dann über Laufleistung und alter Kompression und damit Leistung, ist das ebenfalls normal und kein Grund auf die Bäume zu steigen. Dort merkt ihr es nur eben nicht. Weil ihr nicht so sensibel danach schauen könnt.
Was läuft nur mit den Elektromobilisten falsch? Wollt ihr eine ganze Branche kaputt machen? Was ist das für ein Anspruchsdenken? So abwegig wie es eben ist.

Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

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Ich glaube man redet hier aneinander vorbei. Im Eingangsthread ging es darum, dass der Hersteller Eigenschaften wie Akkukapazität oder Schnellladefähigkeiten einschränkt. E-Mobil-Foo schreibt, dass es einerseits Updates gibt, die das Fzg verbessern, dass es aber auch Rückschritte geben kann, die die beworbenen Eigenschaften verschlechtern.

In den meisten Fällen ist aber die Lage doch klar: Der Akku hat xx kWh, und er kann in xx Minuten auf 80% geladen werden. Der Motor leistet xx kW usw. usw.
Wenn wir uns auf die vertraglich festgelegten Eigenschaften nicht verlassen können, dann hat man ein Recht auf Wandlung, Schadenersatz oder Ähnliches. Nur weil ich ein E-Auto kaufe muss ich doch nicht auf meine Rechte verzichten. Soweit kommts noch! Ich werd doch nicht sentimental und hab Mitleid mit Herstellern, die mich über den Tisch ziehen wollen, indem sie falsche Versprechungen machen. Dann muss ich auch mit VW Mitleid haben, weil es für sie nicht zumutbar war ordentliche Abgasreinigungen einzubauen.
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Re: Dürfen Fahrzeughersteller am gekauften Fahrzeug Eigenschaften reduzieren?

Solarmobil Verein
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SRAM hat geschrieben: Das mit der PW deutet tatsächlich auf ein Akkuproblem hin.

Gruss SRAM
Ne, Software und/oder Konfiguration.
Weil die Merkwürdigkeiten fingen eindeutig mit einem ganz bestimmten Software-Update an (und ich war da nicht der einzige).
Davor hat es bestens funktioniert.
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