Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Hi!

Elektrisches Krankentransportfahrzeug - natürlich eine tolle Sache und man kann nur sagen, Zeit wird's dass sich auch hier endlich was tut, bis jetzt war ja ausser vereinzelten Fahrzeugen bei Polizei und Feuerwehr in Österreich ja leider noch nicht allzuviel los.

Im ORF gibt es einen kurzen Artikel dazu

https://tirol.orf.at/stories/3010703/

Andererseits macht es beim Lesen des kurzen Artikels wirklich sehr betroffen und läßt wiedermal unhübsche Rückschlüsse auf das Niveau von Entscheidungsträgern zu - und in dem Fall auch auf den Journalisten der so einen Schwachsinn dann auch unkommtiert schreibt.

Vielleicht wohnt irgendwer dort und kann diesem Pressesprecher in Tirol mal erklären wie groß ein E-Auto Akku ist, und wie lange man ein Blaulicht und einen Defi damit betreiben kann damit er diesen unglaublich peinlichen Unsinn nicht nochmal von sich gibt?

.... und ganz wichtig, bloß nicht den Radio aufdrehen, sonst ist der Akku gleich leer :twisted:

bluedrift
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Ich glaub’s ja nicht.

Wer denkt sich so einen Mist aus und hat vermeintlich den Test - wie auch immer - durchgeführt?
Wie soll ein Blaulicht in 2 Stunden eine komplette Akkuladung durchjagen?
Bei einem mittleren Akku von 40kWh wäre das ein Blaukicht mit 20kW. Respekt - solche Blaulichter haben wir in D nicht - die würden blenden... :roll:
26kWp PV im Eigenverbrauch
Outlander PHEV 06/17 - 11/18, e-load up! 02/18, Kona Acid yellow 64kWh 01/19; Sohn Ioniq

Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

Orion
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Bei einem Test hätte sich gezeigt, dass ein Einsatzfahrzeug bei einem Zwei-Stunden-Einsatz mit Blaulicht den gesamten Strom einer Ladung verbrauchen würde.
Kann es sein, dass er diese Erfahrung mit der 12V-Batterie eines Verbrenners hat
und nicht versteht, dass die Traktionsbatterie eines E-Autos ebendiese nachladen würde?
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Ich habe denen gerade eine Mail geschickt und ein paar Sachen vorgerechnet. Vielleicht ändern Sie den Artikel ja...
Nach meiner Berechnung könnten Sie beim aktuellen Soul das Blaulicht gut 26 Tage an lassen (bei LED 100W)
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Schwani hat geschrieben: Ich habe denen gerade eine Mail geschickt und ein paar Sachen vorgerechnet. Vielleicht ändern Sie den Artikel ja...
Nach meiner Berechnung könnten Sie beim aktuellen Soul das Blaulicht gut 26 Tage an lassen (bei LED 100W)
Hähä...sehr gut!!
Wußte ich kann mich auf Euch verlassen :mrgreen:

Orion hat geschrieben: Kann es sein, dass er diese Erfahrung mit der 12V-Batterie eines Verbrenners hat
und nicht versteht, dass die Traktionsbatterie eines E-Autos ebendiese nachladen würde?
Ja ich schätze du hast recht, genau das ist das Problem... es ist ja keine Schande sich nicht auszukennen, aber dann soll man auch nicht so einen Mist von sich geben, und solche Leute treffen Entscheidungen und tragen mit solchen Aussagen (der Typ ist Presseprecher!) ganz massiv zur Volksverblödung bei.

Da haben wir noch einen langen Weg vor uns.... es ist faszinierend mit welcher Selbstverständlichkeit viele junge Menschen der E-Mobilität gegenübertreten, und andererseits erschreckend wie ein bestimmter Teil der konservativen Bevölkerung alles mögliche tut, damit dieses Teufelszeug bloß nicht kommt und uns unsere geheiligten stinkenden Kisten bloß nicht wegnimmt.

Wie tief die absurde Irrationalität oft sitzt mußte ich auch vor ein paar Tagen nach einem Vortrag wiedermal erleben, da hatte mich einer der Zuhörer (ehemaliger TU Professor und ehemals in der KFZ Industrie tätig) sehr heftig der Lüge und Manipulation bezichtigt als ich (öffentlich zugängliche und gut dokumentierte) Klima, CO2 und THG Daten präsentiert habe, und hat versucht mit den üblichen Schwedenstudie-Unsinnsaussagen zu beweisen wie unglaublich schädlich doch E-Autos sind (kurioserweise hatte ich in dem Vortrag ziemlich genau gezeigt warum diese oft kolportierten Daten unsinnig sind!) und natürlich auch fest mit der südamerikanischen Lithium-Trinkwasserverschwendungskeule um sich geschlagen. Mit manchen macht Diskurs leider wirklich keinen Sinn, die muss man einfach ignorieren nachdem sie ganz offenbar konsequent lernresistent sind.
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Wie man sieht sind leider auch ehemalige TU-Professoren vom geistigen Verfall nicht ausgenommen....
;)
Seit 11.2015 Leaf Tekna 24kWh (EZ 03/2015), 126.000 gefahrene Kilometer,
seit 08.2018 Leaf Acenta 30kWh (EZ 07/2016), 31.000 gefahrene Kilometer,
seit 07.2020 Leaf Tekna 40kWh (EZ 10/2019), 3.700 gefahrene Kilometer
In der Pipeline: Sono Sion 8-)

Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Könnte es sein, dass die einen Blaulicht-EINSATZ meinen ?

Dann kann ich mir das vorstellen (Pedal to the metal, die ganzen medizinischen Notfall-Geräte an Bord, Signalanlage (zwei Martinshörner ziehen ordentlich Strom), Blaulicht, Funk ..).

Gruss SRAM
________________________________________________
Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

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Also 200W, für ein Martinshorn, finde ich nicht viel.
http://www.maxbmartin.de/downloads/2013 ... eutsch.pdf

Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

Orion
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SRAM hat geschrieben: Dann kann ich mir das vorstellen (Pedal to the metal, die ganzen medizinischen Notfall-Geräte an Bord, Signalanlage (zwei Martinshörner ziehen ordentlich Strom), Blaulicht, Funk ..)
Wir haben unsere Rettungskräfte ja vor Ort. Die kommen eher selten von >200km Entfernung hergefahren...
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Re: Elektrisches Einsatzfahrzeug - mit seltsamem Beigeschmack

Elektrivirus
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Erstaunlich, wie schnell ein Urteil gefällt wird, wirklich.

hier die gescholtene (und scheinbar überarbeitete) Textpassage:
… Die Einsatzfahrzeuge würden mit ihren Gerätschaften sehr viel Strom benötigen. Bei einem Test hätte sich gezeigt, dass ein Einsatzfahrzeug bei einem Zwei-Stunden-Einsatz den gesamten Strom einer Ladung verbrauchen würde. …
bluedrift hat geschrieben: ...Ja ich schätze du hast recht, genau das ist das Problem... es ist ja keine Schande sich nicht auszukennen, aber dann soll man auch nicht so einen Mist von sich geben, und solche Leute treffen Entscheidungen und tragen mit solchen Aussagen (der Typ ist Presseprecher!) ganz massiv zur Volksverblödung bei.
...
Ein weiser Rat deinerseits, vielleicht auch einmal selbst berücksichtigen.
Ein 2 Stunden Einsatz eines Rettungswagens hat eben mehr Verbrauch als 4 blaue Blinklichter:

die beste Auflistung, was da alles an Bord ist, und ggf. auch eingesetzt wird (RTW-C ist der Standardtyp des Rettungswagens):

- Standheizung (selbst die el. Heizung des I3 hat schon 5 kW, ein RTW bräuchte eher mehr)
- Funkgerät … mind. 100 W Dauerleistung
- Ladegerät des Absaugers: 45 W (Dauerleistung, muss immer laufen)
- Ladegerät Defi: 40 W (ebenfalls Dauerleistung)
- EKG: rund 200 W
- Pulsoxy: rund 80W
- Kapnograph: rund 80 W
- el. Wärmedecke: rund 90 W
- und dazu noch Minimum 500W Beleuchtung (innen wie außen)
- kommt noch Beatmung dazu, dann nochmal plus 500 W

Das sind alleine schon 6,1 kW … mit denen das Fahrzeug noch keinen Meter fährt. Die Leistungsdaten stammen von den Geräten, die ich selbst im ambulanten Bereich selbst einsetze, die Installationen in RTW werden nicht sehr weit davon abweichen.

Allein diese Gerätschaften ziehen also on 2 Stunden schon einmal 12,2 kWh weg.
Das Fahrzeug ist kein I3, oder Zoe, sondern ein Kleintransporter, aufgelastet auf 5 Tonnen.... was wird der wohl verbrauchen in der Einsatzfahrt, also wenn es nicht ums Spritsparen, sondern ums schnell Ankommen.
wenigstens ein Beispiel rund 17 Liter Diesel, oder rund 170 kWh auf 100 km, eine durchschnittliche Einsatzfahrt (also zum Patienten hin, und dann bis zum Krankenhaus) beläuft sich auf 15km (Großstadt) bis 55km (ländliche Region);
1,7 kWh pro km macht dann 25,5 bis 93,5 kWh … da Ganze noch durch 3 (bessere Effizienz des E Antriebs gegenüber dem Diesel):
8,5 bis 31,2 kWh nur fürs Fahren. Somit benötigt der 2h Einsatz gut 38 kWh … niedrig geschätzt (bedenke allein, die unterdimensioniert angenommene Heizung).

Also solch "Dummschwätzer" sind das scheinbar denn dann doch nicht, oder?
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