E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Und um mal klar zu machen wie dramatisch die Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen sind:

Ich arbeite gegenwärtig an einem Projekt, das 360 MW an elektrischer Energie benötigt.

Der Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich als Standort in den Ausgaben für elektrische Energie wären 260 Mio.Euro jährlich !

..........gebaut wird das Projekt in China (nochmals 120 Mio.Euro jährlich weniger).


Ihr habt den Ast, auf dem ihr sitzt längst abgesägt. Ihr merkt es nur noch nicht, weil abgeschriebene Industrieanlagen noch solange weiterbetrieben werden, bis sie auseinanderfallen. Die für eine gesunde Volkswirtschaft notwendige Re-Investitionsfähigkeit ist in Deutschland nicht mehr gegeben.


Gruß SRAM
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E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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  • Eberhard
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dann sollte man auf die aus china eingeführten Produkte C02 Steuern/vermiedene Stromsteuer draufhauen bis sich die Produktion dort nicht mehr lohnt.
Hat man bei Solarmodulen auch (vergeblich) versucht


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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Eberhard hat geschrieben: dann sollte man auf die aus china eingeführten Produkte C02 Steuern/vermiedene Stromsteuer draufhauen bis sich die Produktion dort nicht mehr lohnt.


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Du meinst die dumme Politik von Trump kopieren, die nur den eigenen Bürgern schadet, weil diese dann nicht nur die Arbeitsplätze verloren haben, sondern dann auch noch für die entsprechenden Güter sehr viel mehr wie auf dem Weltmarkt zahlen dürfen ?

Tolle Politik !

Im übrigen ist der Markt China selbst groß genug.....


Gruß SRAM
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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SRAM hat geschrieben: Elektrizitätspreis Deutschland ist trauriges Schlusslicht:
https://www.globalpetrolprices.com/electricity_prices/

Im Übrigen auch Kaufwertbereinigt: https://www.iea.org/publications/freepu ... erview.pdf
Genau!

Weil man bspw. in Rumänien zwar nur den halben Strompreis zahlt, aber eben auch nur halb so viel :roll: verdient ...
Oder in CZ 22Ct/kWh zahlt ...
140000_Bruttoeinkommen_EU-Länder_statistika.jpg

Und weil die Haushaltstrompreise so wichtig für das Abwandern der energieintensiven Betriebe sind
Und weil das alles mit Wasserstoff aus >90% fossilen Quellen viel besser wäre
Und weil der "grüne Wasserstoff" mit EE vor allem aus Windkraft erzeugt werden soll, den "SRAM" lt. Signatur "toll" findet
Und letztlich, weil wir für FCEV natürlich ca. 3fach so viel EE (bzw. WKA) brauchen, wie für BEV - für die gleiche Strecke
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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....du lebst 5 Jahre in der Vergangenheit. Noch dazu Bruttogehälter: also ohne den ganzen Umverteilungsschnickschnack in D...

Die kaufwertbereinigte Tabelle findest du beim oben angegebenen IEA link.

Die Rechnung oben ist mit dem Industriestrompreis durchgeführt.


Gruß SRAM
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Weder sind Deine 0,34Cent (kWh, U.S. Dollar) der Industriestrompreis, noch bei Deinen "kaufwertbereinigten" Angaben im Link die einkommensschwachen Staaten Europas enthalten. Aber Deine Quellen sind schon interessant.
Du hast Recht - meine Quellen sind oft etwas älter.
140000_Strompreise Deutschland_Haushalt_Gewerbe_Großindustrie.jpg
Ich muss halt nehmen, was ich finde.

Gefunden habe ich nun die Zahlen vom BDEW von Juli 2019, wo die Haushaltstrompreise mit gut 30Ct/kWh und durchschnittliche Gewerbepreise (Mittelspannung) mit 16-18,44Ct/kWh angegeben sind. Durchschnittlicher
Strompreis für privilegierte Großabnehmer 2018: 8,96Ct/kWh - die Spanne (je nach Privilegierung) ist mit 5,8Ct/kWh - 17Ct/kWh angegeben. Ich würde sagen offizieller geht es nicht.
190700_Strompreis_Großabnehmer_5,1Ct-17,0Ct.jpg
Es hat sich wohl weder das Verhältnis "nichtprivilegierter" Endkunde zu Gewerbe bzw. privilegiertem Großverbraucher, noch die Einkommensverhältnisse in Europa dramatisch geändert. Noch lässt sich das Märchen von der schlimm gebeutelten Großindustrie aufrecht erhalten.
Dass es irgendwo immer etwas billiger geht - das ist sicher nicht die Basis, an der ich unsere Industrie (und Löhne) ausrichten möchte. Welche Energieversorgung zukunftsfähiger ist - wir werden sehen. Auf Frankreich würde ich da eher nicht setzen.

Nicht zuletzt hat sich am Fazit zum FCEV dadurch nichts geändert.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

hgerhauser
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Es ist falsch, wegen der hohen Strompreise, die Kohle zu verteidigen oder PV/Wind zu verteufeln.

Ändern sollte sich da aber einiges. Die hohen Strompreise verhindern die Energiewende bei Wärme und Verkehr.

Teilweise sind sie durch historische Kosten (EEG) und Steuern verursacht. Dieser Teil sollte aus dem Strompreis raus und stattdessen durch erhöhte Steuern auf fossile Brennstoffe aufgebracht werden.

Ein inzwischen ebenso wichtiger Teil sind die intransparenten und überhöhten Netzkosten.

Hier brauchen wir variable, kostenreflektierende Preise und ein Ende des EEG. Die Erneuerbaren und (Batterie)speicher sollten sich über Marktpreise finanzieren und das in einem kostenreflektierendem Wettbewerb mit Netzausbau.

Heute werden die Kosten von Netzausbaumaßnahmen nicht den Verursachern aufgebürdet, sondern der Allgemeinheit, und das verursacht extreme Ineffizienz.

Wenn sowohl Erzeuger als auch Verbraucher die wahren Kosten spüren, wird es auch finanziell attraktiv Netzausbau zu vermeiden.

Auf Erzeugerseite:

Die Preise für Windstrom in Schleswig-Holstein gehen in die Knie, in Bayern und NRW hoch => Erzeugung wandert Richtung Verbraucher

Die Preise für PVstrom zur Mittagszeit und im Sommer gehen runter => Ost/west Anlagen oder alpine Anlagen mit 60-90 Grad Ausrichtung werden attraktiver
https://www.pnas.org/content/116/4/1162
(Januar PV Produktion ist höher als Juli PV Produktion, das ist kein Flüchtigkeitsfehler, über den Wolken, Reflektion von Sonnenlicht durch den Schnee und die Ausrichtung, das macht in Summe tatsächlich soviel aus)

Auf Verbraucherseite:

Wärme und Verkehr kriegen den Strom zu sehr niedrigen Preisen, wenn sie ihn da und dann abnehmen können, wo er erzeugt wird. Dabei sollte es egal sein, ob die Anlage beim Nachbarn oder in der Nähe des Arbeitsplatzes steht. Wichtig ist, dass nur die wirklichen Netzkosten bezahlt werden.

Auch Großverbraucher wie Rechenzentren oder neue Aluminiumhütten können dahin wandern, wo der Strom am günstigsten ist.

Und zu letzt, auch Träume von Wasserstoff aus Überschüssen oder Importen für den Verkehrsbereich haben einiges mit den heutigen, eindeutig zu hohen Strompreisen zu tun.

Insofern Elektroautos gezielt Erzeugungsspitzen abgreifen können, die sonst nur mit Batteriespeichern oder durch teuren Netzausbau (wenige hundert Stunden pro Jahr pro kW bedeutet fast automatisch = sehr teuer) genutzt werden könnten, sollten die Preise auch niedrig sein, damit ein fairer Wettbewerb gegenüber Elektrolyseuren gewährleistet ist

und damit niedrige Kosten

und damit wieder ein möglichst schnelle Energiewende.

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Man könnte sogar überlegen, in wie weit es sinnvoll wäre, bestehende Anlagen aus dem EEG rauszukaufen:

Ein Eigenheimbesitzer mit 10 Jahren Rest zu 30 Cent die kWh als Einspeisung darf umschwenken auf z.B. 20 Cent pro kWh + Marktpreis bzw. 20 Cent pro kWh + eingesparter Eigenverbrauch.

Ziel der Sache ist es eine Flexibilisierung (des eigenen Verbrauchs, durch Anschaffung eines Batteriespeichers) schon vor Ablauf der 20 Jahresfrist attraktiv zu machen.

Bedingung wäre natürlich Freiwilligkeit und aufgrund des höheren Preisrisikos / Aufwands müssten die angebotenen alternativen "Subventionen" entsprechend attraktiv sein.

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

hgerhauser
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SRAM hat geschrieben:
Du meinst die dumme Politik von Trump kopieren,
Zölle sind nicht immer "dumm".

Natürlich muss ein CO2 Preis hier entsprechend kompensiert werden, um CO2 leakage zu vermeiden. Niemandem ist geholfen, wenn die einzige Folge einer Steuer die Abwanderung in ein Land mit niedrigeren Umweltstandards ist.

Die Zölle von Trump sind dumm, weil sie nicht legitimen Zwecken dienen (wie den Schutz einer Industrie im Aufbau, Beispiele: Korea vor 50 Jahren, USA im späten 19. Jahrhundert), sondern bully tactic sind, und eher in Richtung Raubrittertum und Recht des Stärkeren zur Ausnutzung anderer gehen und in ihrer Logik Krieg begünstigen und außerdem die Weltwirtschaft ineffizienter machen.

Um bei FCEV zu bleiben, man kann durchaus Zölle auf Importwasserstoff aus chinesischer Kohle erheben. FCEV sind noch kein Markt, für den sich das lohnen würde. Der meiste Wasserstoff wird natürlich anderweitig verwendet, z.B. in Raffinerien. Hier wird er aus Erdgas oder teils auch aus Petroleum coke erzeugt.

Wasserstoff wird zur Zeit also indirekt importiert, also z.B. in der Form von Benzin (Wasserstoff für hydrocracking) oder Dünger (Stickstoffdünger sind auf der Basis von Ammoniak NH3), und hier wird gegen Carbon leakge durch z.B. freie emission allowances vorgegangen, und damit Wasserstoff aus chinesischer Kohle mit einer Zollersatzmaßnahme belegt.

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Vielleicht sollte man nicht auf jeden Beitrag von SRAM reagieren und bitte nicht mehr zitieren.
Das unterläuft meine Ignore-Liste mit einem Eintrag.
Mit freundlichem Gruß Fiedje
ZOE Limited R110 41kWh

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Wie ihr entsprechende Zölle oder ersatzweise Abgaben benennt oder begründet ist völlig irrelevant : in meiner Wirtschaftlichkeitsrechnung steht da ne Zahl mit einem Minus davor. Und dieses Minus schlägt beim Standortvergleich voll durch. Ende Gelände.......

Gruss SRAM
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