E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

Vokoun
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Super-E hat geschrieben: Ich finde das ideologische 100% grundfalsch. Die letzten % kosten unglaublich viel. Das geld sollte man dann lieber verwenden um ärmere Länder zu unterstützen. So lange die Amis bigblocks V8 lieben und in den meisten Ländern die Motoren durchlaufen um die Klimaanlage zu betreiben brauchen wir nicht den letzten % zu eliminieren.

Alle Öl und Gasheizungen zu ersetzen wird eine Mautaufgabe die genug geld kosten wird. Auch Sektorengekoppelte gerade neu errichtete kwk Anlagen wieder abzureißen macht doch keinen Sinn.

Grobe Schätzung meinerseits: von heute auf 95% kostet so viel wie von 95 auf 99. Und von 99 auf 100% noch mal so viel.

Oft glaube ich aber, dass die 100% genauso gemeint sind, wie manche Aussagen von Elektromobilisten die denken sie fahren CO2 neutral nur weil sie Ökostrom beziehen.

Das mit den Heizungsanlagen ist unmöglich. Es gibt Häuser die sind einfach nicht Wärmepumpen fähig.
Vieles ist einfach Träumerei.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Super-E hat geschrieben: Ich finde das ideologische 100% grundfalsch. Die letzten % kosten unglaublich viel. Das geld sollte man dann lieber verwenden um ärmere Länder zu unterstützen. So lange die Amis bigblocks V8 lieben und in den meisten Ländern die Motoren durchlaufen um die Klimaanlage zu betreiben brauchen wir nicht den letzten % zu eliminieren.
Ja und nein.

Ja, die letzten 100% sind die teuersten. Ja, wir können nicht auf gleich und sofort alles umstellen. Wir haben aber nicht all zu viele Optionen.
1: es gibt den Klimawandel nicht, wir haben kein Problem. Wer sich an diesen Strohhalm hängt braucht nicht weiter lesen.
2: wir machen so lange nix bis wir 2050 von gestern auf heute alles Verbrennen abschalten müssen. Da wird richtig teuer, vielleicht verhungern dabei sogar Menschen.

daher 3:

Wir haben noch ein gewisses CO2 Potential das wir in die Luft abgeben können. Viele Dinge werden noch 100 Jahre dauern, bis wir die auf vollständig Klima neutral umstellen können. Die Flugzeuge, die Containerschiffe, Manche Industrieanlagen, Betonproduktion...
Um nun diesen Sparten eine Chance zu geben, ohne in die 95% Falle zu tappen, in der für diese Umstellung notwendige Zeit eine Umstellung zu schaffen (sicher unsere Kinder, wir sollten besser schauen das nicht mehr zu erleben) müssen wir heute und jetzt mit dem Umstellen beginnen.
Jedes gesparte Kilogramm CO2 gibt den Bösen anderen die Chance es in aus finanzieller Sicht notwendiger Zeit zu schaffen.
Daher macht es keinen Sinn über andere den Finger zu bemühen um auf diese zu Zeigen.
All diese Sprüche,"solange die Flugzeuge.. Solange die Containerschiff... solange das Haus nicht... " bringen nichts. Es sind Wahrheiten dass es nicht zu 100% und sofort geht. Es ist auch eine Wahrheit das heute die schwereren Probleme viel zu viel Geld in der Umstellung benötigen.

Umso-mehr sollten wir aber daher dort wo es leichter möglich ist schon jetzt jedes Kilogramm CO2 sparen.

Vielleicht ist Wasserstoff die Einzige Lösung für Containerschiffe, Flugzeuge oder Langstrecken LKWs. Ja, möglich. Vielleicht kann der Probebetrieb des Wasserstoff im PKW diesen Prozess beschleunigen, oder aber zeigen das es eben nicht geht, beides möglich.

Auf jeden Fall, sollten sich die alternativen Antriebe nicht gegenseitig zerfleischen. Wer es ausprobieren möchte mit Wasserstoff zu fahren, soll das tun. Wenn es Energetisch nicht möglich ist, wird sich das in der breite von alleine nicht durchsetzen. Jeder soll seinen Weg finden um in Richtung alternative Antriebe den richtigen Einstieg zu finden.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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AbRiNgOi hat geschrieben: Vielleicht ist Wasserstoff die Einzige Lösung für Containerschiffe, Flugzeuge oder Langstrecken LKWs.
Vieleicht auch nicht.
Vieleicht ist auch unser heutiges Reise- und Transportverhalten nicht die Lösung für die Zukunft?

AbRiNgOi hat geschrieben: Vielleicht kann der Probebetrieb des Wasserstoff im PKW diesen Prozess beschleunigen, oder aber zeigen das es eben nicht geht, beides möglich.
Das es nicht geht? Wieso sollte H2 im PKW technisch nicht gehen?!?
Technisch ist sehr viel möglich, was wirtschaftlich und ökologisch / volkswirtschaftlich keinen Sinn ergibt.
Dieser Nachweis ist beim H2-BSZ-Kfz mittlerweile erbracht, da es bessere Alternativen gibt, die:
- preiswerter in Herstellung, Betrieb und Unterhalt sind
- ökologisch heute schon besser sind und nachweislich bleiben werden

Wenn 100% EE-Energie als Ausgangspunkt dient (was von allen Seiten gefordert und bekräftigt wird), dann kann aus EE-Strom hergestellter Wasserstoff niemals den Wettbewerb gegen direkt geladenen EE-Strom (also die Ursprungsenergie) gewinnen. Das ist recht simpel zu begreifen meine ich.

Die (H2-)Brennstoffzelle sollte dort zum Einsatz kommen, wo andere Lösungen nicht möglich oder nicht sinnvoll sind und die Technologie ihre Vorteile ausspielen kann. So nutzt eine stationäre BSZ-Heizung auch die Abwärme, während sie Strom erzeugt ...
Im mobilen Bereich ist H2 mit einer volumetrischen Energiedichte von ca. 3kWh je KUBUKMETER im Normzustand sicher nicht zukunftsfähig. Alle Klimmzüge, dies zu kaschieren, kosten Effizenz und Geld /Wirtschaftlichkeit.

AbRiNgOi hat geschrieben: Auf jeden Fall, sollten sich die alternativen Antriebe nicht gegenseitig zerfleischen. Wer es ausprobieren möchte mit Wasserstoff zu fahren, soll das tun.
Für mich steht der Elektroantrieb außer Frage. Der Wasserstoff treibt seit dem BMW Hydrogen 7 m.W.n. keinen PKW mehr an. Der alternative "Wasserstoffantrieb" wurde aus gutem Grund ausgemustert ...
Der Antrieb der FCEV erfolgt elektrisch. Es sind Elektroautos mit H2-Zusatztechnik - technisch serielle Hybride.

Heute macht es bei >90% fossilem Wasserstoff keinen Sinn, H2 im FCEV einzusetzen
und morgen ist das
BEV technisch und wirtschaftlich noch weiter enteilt und evtl. sogar ein Umdenken bei der individuellen Mobilität und dem Transportverhalten erfolgt.
Selbst Befürworter geben für einen breiten Markteintritt des FCEV mittlerweile eher 2030 an ... :roll:
Toyota plant (!) eine Jahresproduktion von 30.000 FCEV - etwa die heutige Monatsproduktion an BEV bei Tesla ...
Wer erinnert sich noch, dass man 2000 für 2020 10% FCEV-Anteil prognostiziert hatte? :shock:
Dabei fehlt mir eigentlich immer der drängende Hinweis auf den notwendigen deutlichen Ausbau der EE aus der Richtung der H2-Befürworter!.

AbRiNgOi hat geschrieben: Wenn es Energetisch nicht möglich ist, wird sich das in der breite von alleine nicht durchsetzen.
Das Dumme dabei ist, dass weder die H2-BSZ-Autos, noch die notwendige Betankungs-Infrastruktur ohne Steuergeld bei Errichtung und Betrieb auskommt. Steuer-Milliarden sollen also verpulvert werden, damit sich einzelne Nutznießer die Taschen füllen können? Obwohl die Sinnlosigkeit des Weges seit Jahren bekannt ist?!?

Diese Milliarden würde ich lieber in BSZ-Heizungen, H2-Saisonspeicher oder PtX an den Stellen einsetzen, wo eine maximale Wirkung der fossilen Reduktion zu erwarten ist. Mit Steuergeld sollte der Staat steuern, was volkswirtschaftlich sinnvoll ist - nicht einzelnen Lobbygruppen, bspw. der CEP, die Taschen füllen.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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iOnier hat geschrieben: Das trifft so nicht zu - zumindest auf etwas "intelligenter" programmierte Hausspeicher.
Stimmt, grundsätzlich geht das. Damit es was bringt, wäre da halt auch eine Schnittstelle zum Netzbetreiber nötig.
iOnier hat geschrieben: ... und diese Kommunikation ist eine Voraussetzung für "intelligente" Stromnutzung. Wenn meine Waschmaschine oder die "Home Automation" nicht "weiß", wann Energie "billig" zu haben ist und wie lang das voraussichtlich der Fall sein wird, kann sie auch nicht "entscheiden", wann sie den Waschgang starten soll.
Abgesehen davon sucht die "Home Automation" nicht die 60° Wäsche zusammen und füllt das Waschmittel ein.
iOnier hat geschrieben: Da stimme ich Dir zu. Allerdings, wenn man stattdessen das Sparschwein nähme, aus dem immerhin 45 € für eingezahlte 100 rausfallen, wäre das nicht die bessere Idee?
Klingt gut. Aber wird der Wirkungsgrad auch noch erreicht wenn man erst nach 3 Monaten wieder Energie abruft?
Kann ich mir bei thermische Speichern nicht vorstellen, würde mich aber natürlich gerne irren.
hgerhauser hat geschrieben: Kleine Speicher haben sehr hohe Verluste bei 10 Tagen und müssten auch irgendwie untergebracht werden. Das funktioniert besser bei Fernwärme oder Nahwärme.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man damit die Massen versorgen kann, einfach auch weil die Leitungen dafür fehlen.
Mir geht es daher um Speicher für Strom für längere Zeit. Da sehe ich eigentlich nur Lageenergie oder den Umweg über chemisch gespeicherte Energie (Biomasse, Power to x) mit Kraft-Wärme-Kopplung.
hgerhauser hat geschrieben: Wobei Haushalte sehr heterogen sind und auch nur 20% oder so vom Stromverbrauch Deutschlands sind.
Mir ging es darum, dass das mit der Wärmewende zukünftig deutlich zunehmen wird.
hgerhauser hat geschrieben: Andere Infrastruktur kann die Leitung nach Norwegen sein, aber auch eine 300 Watt Brennstoffzelle im Einfamilienhaus, die dann mit Biomethan in der Dunkelflaute durchlaufen kann, auch wenn das Haus gerade mal gar keinen Strom verbraucht.
Ja, das sind Ansätze. Wobei ich die weniger im Privathaushalt sehe als viel mehr in großen Gebäuden, wo sich BHKWs mit Kraft-Wärme-Kopplung anbieten.
Der dort eingespeiste Strom versorgt dann die Wärmepumpen der privaten Haushalte.
Super-E hat geschrieben: Hier wäre es dann bei uns sinnvoller auf konventionelle Reserven zurück zu greifen. Ggf auch Biogas mit Fallback auf Erdgas, falls die bio-Reserven ausgehen. Klar könnte man da auch Wasserstoff hernehmen.
Ja, so stelle ich mir das vor, Langfristig dann mit Power to x statt Erdgas.
Super-E hat geschrieben: Grobe Schätzung meinerseits: von heute auf 95% kostet so viel wie von 95 auf 99. Und von 99 auf 100% noch mal so viel.
Das vermute ich auch. Und das scheint einigen hier gar nicht bewusst zu sein.

Joe-Hotzi hat geschrieben: Wenn Du mir jetzt noch aufzeigst, wo ich "Anschuldigungen erfunden" habe - können wir gern darüber diskutieren.
Hast Du doch selbst verlinkt. Das angebliche Inselnetz, das ich planen soll.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Nein, der Fakt ist die Auswertestatistik von Fastnet zum Verbrauchsverhalten an den DC-Schnellladern, die Deiner Behauptung entgegensteht:
Fakt ist, dass das mal so hingekommen ist.
Fakt ist außerdem, dass das in der Zukunft ganz anders aussehen kann und vor allem, dass da in der Zukunft ganz andere Fahrzeuge laden. Darüber sagt das bunte Bildchen aber überhaupt nichts.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Derzeit liegst Du mit Deiner Behauptung also nachweislich falsch.
Gar nichts hast Du nachgewiesen. Den Bedarf in der Zukunft nicht und erst recht nicht, dass in der Zukunft nicht der wesentliche Teil des Stromes nicht DC geladen wird. Und wenn Arbeitnehmer ohne eigene Steckdose anfangen, in der Breite E-Auto zu fahren, werden sie sicherlich nicht in der Breite zur Mittagszeit DC Druckbetankung laden, weil sie dann bei der Arbeit sind.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Wenn Du nun meinst, dass zukünftig E-LKW in den gesetzlich vorgeschriebenen Lenkpausen tagsüber nicht an DC nachladen
Die werden immer DC laden wenn sie es brauchen. Viele werden es im regionalen Verteilerverkehr tagsüber gar nicht brauchen. Sie werden sich aber auf jeden Fall nicht nach dem Sonnenstand richten.
Joe-Hotzi hat geschrieben: wie bisher wird es sich ergänzende Energieerzeuger und Speicher geben. Da die Transformation der Mobilität und des Transportverhaltens sicher keine kurzfristige Aktion ist, wird es auch immer wieder zu Neuausrichtungen und Veränderungen kommen.
Schön, dass Du endlich mal zum Kern kommst.
Mir geht es um alle diese Erzeuger und Verbraucher und vor allem den saisonalen Ausgleich.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Dein "typischer Sommertag" ist erklärungsbedürftig. Denn die ideale Glockenkurve ist keineswegs typisch, sondern eher die Ausnahme und Akkukapazitäten und Verbrauchsverhalten sind sehr unterschiedlich.
Du hast Recht, ist mir nach 2,5 Monaten mit PV auch verstärkt aufgefallen.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Auch das würde ich gern hinterfragen. Denn die "kalten Wintertage" (bzw. Winternächte) sind oftmals mit klarem, tagsüber sonnigen Wetter verbunden, die bei einer PVA oft erstaunliche Erträge liefern. Kritisch sind für die PV eher die nasskalten und trüben Tage - die oftmals eher milde Temperaturen aufweisen. Ende Januar 2019 hatten wir eine Kältephase mit mehrmals der Ausnahme ;) der idealen Glockenkurve:
Ich meinte diesen trüben Tage, die gibt es auch in kalt. Ende Januar hatten wir wirklich viel Sonne, das hat durch unsere großen Südfenster enorm den Heizbedarf reduziert. Wir kamen da durch Sonne teils aus 25°C Raumtemperatur. Wochenlanges nasskaltes Wetter ist aber auch nicht ungewöhnlich.
Wird bei uns ja der erste Winter mit PV, ich bin gespannt.
Die sonnig kalten Tage sind natürlich ein Segen. Leider nicht der Normalfall.
Joe-Hotzi hat geschrieben: Das wird hier auch nur selten behauptet, dass ein häuslicher Akkupuffer ein Saisonspeicher wäre.
Fein, dass wir das mal festgestellt haben, klingt bei manchen allerdings anders.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

Michael_Ohl
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Tatsache ist aber, das neben Toyota und Hyundai auch Mercedes zumindest noch einen Fuß in der Hydrogen Tür stehen hat. Da man bei Daimler nicht glaubt, so massiv E-Autos absetzten zu können wie VW es vorhat - woher auch immer VW den Optimismus dafür nimmt, hat man das Werk im Bremen so angepasst, das alle 11 Fahrzeugtypen die dort gebaut werden vom selben Band fallen. Dort ist man so Flexibel, alle derzeit 17.000.000.000 theoretischen Kombinationsmöglichkeiten auf einem Band bauen zu können. Und das ganze 1600mal am Tag im 3 Schicht Betrieb 5 Tage die Woche. Ob EQC, C-Klasse oder GLC AMD, ob Diesel oder Hybrid, ob Linkslenker oder E-Auto scheint egal zu sein. Auf dem Gelände stehen schon viele EQC, Einige H2 Autos und Mengenweise Hybride. In der Fertigung standen 50 EQC Akkus und hunderte Akkupacks für Hybride. Wenn Nachfrage und Zellen da sind können die auch 1600 EQC am Tag bauen.

MfG
Michael

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Michael_Ohl hat geschrieben: ... hat man das Werk im Bremen so angepasst, das alle 11 Fahrzeugtypen die dort gebaut werden vom selben Band fallen. Dort ist man so Flexibel, ... Ob EQC, C-Klasse oder GLC AMD, ob Diesel oder Hybrid, ob Linkslenker oder E-Auto scheint egal zu sein. ... Wenn Nachfrage und Zellen da sind können die auch 1600 EQC am Tag bauen.
Ohne, dass ich die technische /technologische Höchstleistung dieser Produktionsflexibilisierung schmälern will, hat diese halt den Nachteil, dass sie bei den Produkten verschiedene Kompromisse notwendig macht.
Die Frage ist doch vor allem: Wollen die bei MB derzeit 1.600 EQC am Tag bauen?
Dann müssten sie ja die Produktion margenträchtiger konventioneller Modelle drosseln ...
Da MB recht klar die Kompromisse vor allem beim MB EQC akzeptiert, ist ein eventuelles Nachfrageproblem ebenso wie fehlende Zellkapazitäten doch wohl vor allem firmenintern selbstverschuldet! Derzeit kommuniziert MB allerdings ausverkaufte Chargen des EQC (und des vollelektrischen Smart) - ohne Produktionserhöhungen anzukündigen.
"Ausverkauft verwundert beim EQC nicht wirklich, wenn es "das einzige Elektroauto mit Stern" im riesigen Konzern ist.
"Die Tatsache, dass das Elektrofahrzeug so schnell ausverkauft ist, offenbart einen gewissen Mangel an Weitsicht von Mercedes, denn die Produktion im Jahr 2019 sieht nur 15.000 Einheiten vor. Eine sehr niedrige Zahl, wenn wir über das erste Elektroauto des Herstellers sprechen."

Vom Werbe-Anspruch: "Das Beste oder nichts" hat man sich in Stuttgart bei MB zugunsten kurzfristiger betriebswirtschaftlicher Erfolge /EInsparungen offenbar verabschiedet.
Ob dies eine zu riskannte Strategie ist angesichts der weltweiten Entwicklungen, wird sich herausstellen. VW investiert in die E-Mobilität kaum mehr, als was sie der Diesel-Abgas-Skandal gekostet hat. Das könnte MB - die von schmerzhaften Strafzahlungen nicht betroffen waren - ganz sicher auch.
Wenn man wollte und nicht nur das nächste Börsenquartal anvisieren würde.
Ich glaube kaum, dass die entsprechenden Prognosen den Verantwortlichen nicht bekannt sind.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Heute hab ich wieder unsere ÖAMTC Zeitung bekommen. Alos der kleine österreichische Bruder vom ADAC. Da war wiedereinmal eine CO2 ganzheitliche Betrachtung drinnen.. Aber diesmal haben die Verbrennner so was von schlecht abgeschnitten, erstaunlich. Der Diesel nur knapp vor dem Benziner, keinen Groschen mehr wert.
Der Elektrowagen wurde dreimal angeführt: Erstens österreichischer Strommix, Zweitens EU Strommix und drittens polnischer (!) Strommix. Na, ja, zumindest war der Elektrowagen auch mit polnischem Kohlestrom weit besser als Benzin und Diesel. Gut, soll so sein, wer lesen kann, wird es verstehen.

Aber der Wasserstoff war besser als der EV. Der H2 Antrieb war mit zwei Kraftstoffquellen vertreten: H2 aus Erdgas, sehr schlecht, aber besser als Verbrenner. Und dann: WINDSTROM. Und schon ist der H2 besser als der EV. Wieso steht der EV nicht mit Windstrom daneben? Man sieht zwar viel weniger Erzeugungs- CO2 und Recycling, aber mit dem Österreichischen Strommix, nicht einmal ECO Strom, kann der den geringen Vorteil in Erzeugung und Recycling gegen den H2 nicht aufnehmen.

Vielleicht meinen die, dass man Wasserstoff nur dann erzeugt wenn Wind geht, den EV aber immer rigendwann lädt. Man könnte natürlich auch die EVs zu 95% der Fälle Netzdienlich laden, siehe OSLO, aber so weit denkt der ÖAMTC nicht.

Trotzdem ganz nett, die Zahlen sind echt, die Vergleiche gut gesetzt für H2.
2019-09-04_08h43_15.png
Quelle: http://ereader.autotouring.at/publisher ... 71#page/18


Ach ja: hier steht, dass der synthetische Diesel aus Strom gegenüber H2 besser ist... das überrascht jetzt, obwohl der 10 mal so viel Strom bracht wie H2, aber die Erzeugung des H2 Fahrzeuges dürfte mit 10t wohl noch sehr schlimm in der Herstellung sein
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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@Karlsson:
Ich habe überlegt, ob ich überhaupt auf Deinen letzten Post eingehe. Aber damit es nicht heißt, ich gänge einer Diskussion aus dem Wege:
Karlsson hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben: Wenn Du mir jetzt noch aufzeigst, wo ich "Anschuldigungen erfunden" habe - können wir gern darüber diskutieren.
Hast Du doch selbst verlinkt. Das angebliche Inselnetz, das ich planen soll.
Ich wüsste nicht, wo ich solches behauptet hätte - ein Link von Dir fehlt leider. Ein Grund für Deine verbale Entgleisung wäre aber selbst eine solche Behauptung nicht.

Karlsson hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben: Nein, der Fakt ist die Auswertestatistik von Fastnet zum Verbrauchsverhalten an den DC-Schnellladern, die Deiner Behauptung entgegensteht:
Fakt ist, dass das mal so hingekommen ist. Fakt ist außerdem, dass das in der Zukunft ganz anders aussehen kann und vor allem, dass da in der Zukunft ganz andere Fahrzeuge laden. Darüber sagt das bunte Bildchen aber überhaupt nichts.
Abgesehen davon, dass auch Du weder den zukünftigen Fahrzeugbedarf noch das zukünftige Ladeverhalten genau kennst (aber munter zukünftige Dinge behauptest), ist das "bunte Bildchen" etwa so aussagekräftig wie eine gaußsche Glockenkurve - die auch nur aus einzelnen Zufällen gebildet wird und unter gewissen Voraussetzungen auftritt. Der Autor des "bunten Bildchens" arbeitet ja bei Fastnet - einem großen Schnellladenetzbetreiber in den Niederlanden und Deutschland. Wenn dieser schreibt:
"Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass die DC-Schnellladung von Elektrofahrzeugen in naher Zukunft tatsächlich zum Netzausgleich beitragen wird. Siehe unten den Zusammenhang zwischen Fastned-Ladesitzungen und Solarstromerzeugung / Tagesstunde. ... In den Niederlanden haben über 70% der Haushalte tatsächlich keinen privaten Parkplatz." - dann erscheint mir seine Ist-Darstellung und Zukunftprojektion jedenfalls realistischer als Deine privaten Behauptungen.

Karlsson hat geschrieben: Und wenn Arbeitnehmer ohne eigene Steckdose anfangen, in der Breite E-Auto zu fahren, werden sie sicherlich nicht in der Breite zur Mittagszeit DC Druckbetankung laden, weil sie dann bei der Arbeit sind.
Was bitte hat dies mit der Lastverteilung an den DC-Schnellladern zu tun?!?
Bedarfsgerechtes, netzstabilisierendes Lastmanagement bei AC-Ladung ist ja nun wirklich trivial.

Karlsson hat geschrieben: Schön, dass Du endlich mal zum Kern kommst.
Mir geht es um alle diese Erzeuger und Verbraucher und vor allem den saisonalen Ausgleich.
Mir scheint es eher, Du möchtest gern Trivialitäten bestätigt bekommen, um Dich dann in der Zustimmung zu sonnen. Dabei ignorierst Du geflissentlich die realen Entwicklungen, bspw. bei der PV, wie sie hier für NL dargestellt ist:
"... allein im astronomischen WINTER, wurden in den Niederlanden mehr als 16.000 MWh Solarstrom produziert. Das ist mehr als der SOMMER-Rekord (!) von 2017. "
Der Schlüssel heißt: Breiter Ausbau der EE-Erzeugung notwendig! ...
Dann haben wir irgendwann einmal auch Kapazitäten zur EE-H2-Erzeugung - also "grünen" Wasserstoff. Aktuell stammen >90% des H2 aus fossilen Quellen und schon dadurch disqualifizieren sich heutige FCEV und haben "schlechte Karten".
000000_H2-Erzeugung_Deutschland+Welt.jpg
Karlsson hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben: Das wird hier auch nur selten behauptet, dass ein häuslicher Akkupuffer ein Saisonspeicher wäre.
Fein, dass wir das mal festgestellt haben, klingt bei manchen allerdings anders.
Leider habe ich niemanden (außer Dir) gefunden, der unterstellt, dass allein mit Akkuspeicherung die Energiewende möglich wäre. Aber wenn es Dir hilft, Dich besser zu fühlen: Du hast absolut Recht! Nur mit Einsatz verschiedener EE-Erzeuger und EE-Speichertechnologien kann die Transformation /Energiewende gelingen.
Die Akkuspeicherung von el. Energie ist dabei nur ein Baustein und (zumindest derzeit) eher für kurzfristige Pufferung geeignet /sinnvoll.

Wenn Du Dich jetzt besser fühlst, würde ich dasThema in diesem Strang:
"E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten" gern abhaken.
Wie eigentlich auch die offensichtliche Widerlegung der Strangthese.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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AbRiNgOi hat geschrieben: Heute hab ich wieder unsere ÖAMTC Zeitung bekommen. Also der kleine österreichische Bruder vom ADAC ...

Aber der Wasserstoff war besser als der EV. Der H2 Antrieb war mit zwei Kraftstoffquellen vertreten: H2 aus Erdgas, sehr schlecht, aber besser als Verbrenner. Und dann: WINDSTROM. Und schon ist der H2 besser als der EV. Wieso steht der EV nicht mit Windstrom daneben? ...
Na so ein Zufall!
In der ADAC-Motorwelt 09/2019 widmet man sich auch dem Thema und fühlt sich tatsächlich mittlerweile der Lebenszyklus-Analyse verpflichtet.
190900_E-Autos brauchen die Energiewende_ADAC-Motorwelt_09-2019_S15_klein.jpg
Allerdings hat man in Deutschland gleich nicht nur versäumt, das FCEV mit "Wasserstoff D" (heutiger Ist-Zustand, also "H2 >90% fossil") mit aufzunehmen, sondern bleibt in der Quellenangabe mit "Joanneum Research" sehr allgemein und nicht nachrecherchierbar.

Ob wohl die Daten für die BEV-Herstellung einige Jahre alt sind? ;)
Von ca. 2012 bis 2017 hat sich die Akkukapazität vieler BEV bei gleicher Baugröße etwa verdoppelt (Renault Zoe, BMW i3, VW eGolf, Nissan Leaf, ...) und ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Sowohl Rohstoffeinsatz als auch Produktionsaufwand haben sich in wenigen Jahren also mehr als halbiert.
Für diese Entwicklung gibt es ausreichend Nachweise, die sich auch in der Kostendegression widerspiegeln:
000000_Akku-Preis Entwicklung_2012-2010_Statistika.jpg
Ich glaube nicht, dass dies bei den Veröffentlichungen umfassend berücksichtigt wurde.
Ebensowenig gehe ich davon aus, dass der steigende Herstellungsaufwand für konventionelle Antriebe berücksichtigt wurde. Oder haben Spritspartechniken und (funktionierende :roll: ) Abgasreinigungen etwa keinen Herstellungsaufwand?

Ein ähnlicher Trend wie beim BEV ist dagegen bei den FCEV nicht annähern absehbar, die Rohstoffprobleme werden kaum thematisiert. Dabei gibt es diese Probleme auch bei den Hydrolyseuren - unabdingbar für "grünen Wasserstoff" in einer Lebenszyklusanalyse ...
Wenn die Entwicklung zum PlugIn-FCEV verläuft (MB GLC F-Cell), dann ist es wegen dem größeren Akku ganz aus mit dem angeblichen Vorteil ...

Was meine Meinung bestärkt, dass wenn der Begriff (Medien-)"Hype" für eine Entwicklung zutrifft - dann für das FCEV.
.
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Mi 4. Sep 2019, 10:40, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Karlsson hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben: Das trifft so nicht zu - zumindest auf etwas "intelligenter" programmierte Hausspeicher.
Stimmt, grundsätzlich geht das. Damit es was bringt, wäre da halt auch eine Schnittstelle zum Netzbetreiber nötig.
Nein, im Prinzip genügen die Kenntnis von Ort, Ortszeit und Ausrichtung, optimiert werden kann das dann noch durch eine Wettervorhersage. Die Kommunikation mit den Netzbetreiber wäre ein "Tüpfelchen auf dem i", das kann aber im Prinzip auch durch eine über die Netzfrequenz geregelte Steuerung der Anlage realisiert werden.
Karlsson hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben: ... kann sie auch nicht "entscheiden", wann sie den Waschgang starten soll.
Abgesehen davon sucht die "Home Automation" nicht die 60° Wäsche zusammen und füllt das Waschmittel ein.
Es geht doch nur um den ökonomisch / ökologisch / netzdienlich sinnvollsten Zeitpunkt für den Start des vorbereiteten Waschvorgangs (über den aktuellen Börsenstrompreis ermittelt) ...
Karlsson hat geschrieben:Klingt gut. Aber wird der Wirkungsgrad auch noch erreicht wenn man erst nach 3 Monaten wieder Energie abruft?
Kann ich mir bei thermische Speichern nicht vorstellen, würde mich aber natürlich gerne irren.
Sicher nicht. Was ich mir aber durchaus vorstellen kann: dass auch dann der Wirkungsgrad bei 25% oder darüber liegt. Was dann einen mittleren Wirkungsgrad irgendwo zwischen 25 und 45% bedeuten würde, in jedem Fall >25%.
Mir geht es daher um Speicher für Strom für längere Zeit. Da sehe ich eigentlich nur Lageenergie oder den Umweg über chemisch gespeicherte Energie (Biomasse, Power to x) mit Kraft-Wärme-Kopplung.
Für den Anfang wäre schon viel damit gewonnen, fossil gespeicherte Energie in jedem Zeitraum nicht zu verbrennen, in dem genug "EE" Leistung zur Verfügung steht ...

Ah, siehst Du ja auch:
Ja, so stelle ich mir das vor, Langfristig dann mit Power to x statt Erdgas.
... wobei ich da das "langfristig" unterstreichen möchte. Erst mal müssen die "EE" hinreichend ausgebaut sein, dann kann man damit anfangen und fossilen Ausgleich entsprechend runterfahren.
Karlsson hat geschrieben:
Super-E hat geschrieben: Grobe Schätzung meinerseits: von heute auf 95% kostet so viel wie von 95 auf 99. Und von 99 auf 100% noch mal so viel.
Das vermute ich auch. Und das scheint einigen hier gar nicht bewusst zu sein.
Mag sein, ist aber nichtsdestotrotz (von der Größenordnung her) unvermeidlicher Fakt.
Gruß
Werner
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