E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Elektrivirus hat geschrieben: Das Problem, das du nicht siehst: Wenn jeder, der EE erzeugt so handelt, dann kommt es zu Spitzen, die keiner möchte, und es gibt Bedarfe, die dann keiner decken kann. Wenn du nur den Einzelnen betrachtest, dann besteht kein Problem. der Einzelne schiebt seine Überschüsse ins anonyme Netz, und holt sich von dort seinen Bedarf. Interessant wird es, wenn man bedenkt, dass ja das Netz nur eine Bezeichnung für die Summe der Einzelnen ist.
Natürlich benötigt man Speicher. Ich glaube das sieht auch jeder ein (gut es gibt Ausnahmen). Die Frage ist eher wie viel Speicher man benötigt und für was. Es gibt ja auch schon einiges an Regelkapazitäten.

Ich habe nichts dagegen wenn Leute einen Hausakku haben. Allerdings sollte der zumindest teilweise netzdienlich geführt werden und nicht darauf optimiert sein nur den eigenen Haushalt zu betrachten. Dafür benötigt man aber einen regulatorischen Rahmen. Derzeit ist es vermutlich sinnvoller an manchen Tagen tagsüber alles einzuspeisen und den Akku eher nachts zu beladen, da ist immer noch zuviele unflexible Atomkraftwerke gibt, die Nachts Strom produzieren wenn ihn niemand benötigt (oder Windkraft).

Die tagesschwankungen auszugleichen sollte jedenfalls überhaupt kein Problem sein. schwieriger ist es wenn man Wochen oder Monatschwankungen ausgleichen möchte ohne auf klassische kraftwerke zurückzugreifen. Die sind nicht so dramatisch wie einige Kritiker ist gerne behaupten. Trotzdem sind sie vorhanden. Hier würde ich aber auf die Technik zurückgreifen die das auch heutzutage macht. Wir haben unglaublich viel Reserve-kraftwerksleistung.

wir sollten eher das Ziel ausrufen möglichst bald 95% und dann 99% EE zu erreichen. Das spart erstmal viel Geld und hilft der Umwelt fast genauso.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Super-E hat geschrieben:
Die tagesschwankungen auszugleichen sollte jedenfalls überhaupt kein Problem sein. schwieriger ist es wenn man Wochen oder Monatschwankungen ausgleichen möchte ohne auf klassische kraftwerke zurückzugreifen. Die sind nicht so dramatisch wie einige Kritiker ist gerne behaupten. Trotzdem sind sie vorhanden. Hier würde ich aber auf die Technik zurückgreifen die das auch heutzutage macht. Wir haben unglaublich viel Reserve-kraftwerksleistung.
Hier mal die entsprechenden Daten bei einem EE Mix von 80% Wind plus 20% PV:
Residual.JPG
Dargestellt ist die Residuallast, also die Summe aus Netzlast plus die Summe der Erzeugung der EE (Last ist negativ, Erzeugung positiv). Dieser hinterlegt ist der Wettereinfluß 2018 auf die EE, basierend auf deren Einzeldaten für jede Anlage (Jahresgang). Sowohl dieser Jahresgang, als auch der Bedarf Deutschland wurde mit einer Auflösung von 15 Minutenscheiben erfasst. Für die zukünftige Mittellast Deutschlands wurden 120 Gigawatt angenommen (wegen Umstellung Infrastruktur und Industrieller Prozesswärme auf Strom), der Jahresgang der Last Deutschland wurde ebenfalls aus 2018 mit einer 15 Minuten Auflösung genommen.

Die verbleibende Residuallast muß nun entweder erzeugt werden (Entspeicherung oder konventionelles Kraftwerk) wenn sie negativ ist, oder "entsorgt" werden (Einspeicherung oder Abregelung), wenn sie positiv ist (= Überproduktion). Man beachte, daß zu einem nicht unerheblichen Teil der Zeit die EE mehr als das Doppelte des mittleren Bedarfes erzeugen.

Welche Lösung würdest du vorschlagen ?


Gruß SRAM
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Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

hgerhauser
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SRAM hat geschrieben:
Hier mal die entsprechenden Daten bei einem EE Mix von 80% Wind plus 20% PV:

Residual.JPG

Dargestellt ist die Residuallast, also die Summe aus Netzlast plus die Summe der Erzeugung der EE (Last ist negativ, Erzeugung positiv). Dieser hinterlegt ist der Wettereinfluß 2018 auf die EE, basierend auf deren Einzeldaten für jede Anlage (Jahresgang). Sowohl dieser Jahresgang, als auch der Bedarf Deutschland wurde mit einer Auflösung von 15 Minutenscheiben erfasst. Für die zukünftige Mittellast Deutschlands wurden 120 Gigawatt angenommen (wegen Umstellung Infrastruktur und Industrieller Prozesswärme auf Strom), der Jahresgang der Last Deutschland wurde ebenfalls aus 2018 mit einer 15 Minuten Auflösung genommen.

Die verbleibende Residuallast muß nun entweder erzeugt werden (Entspeicherung oder konventionelles Kraftwerk) wenn sie negativ ist, oder "entsorgt" werden (Einspeicherung oder Abregelung), wenn sie positiv ist (= Überproduktion). Man beachte, daß zu einem nicht unerheblichen Teil der Zeit die EE mehr als das Doppelte des mittleren Bedarfes erzeugen.
Wofür steht die grau-schwarze Linie?

Ansonst hübsch, man sieht auch direkt, dass im Sommer die Defizite und Überschüsse durch PV verursacht werden (also jeweils nur ein paar Stunden), und im Rest des Jahres Wind dominiert mit einer typischen Zeit für Überschuss und Defizit eher im Bereich von ca. 10 Tagen, meist eher 5 Tage, aber ab und an mal auch 2 Wochen. Und über die rote Linie kommt man nur mit PV.

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Wasserstoff als Speicher. Wie ein Sparschwein, aus dem 25€ fallen nachdem du 100€ eingezahlt hast...

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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Elektrivirus hat geschrieben: Das Problem, das du nicht siehst: Wenn jeder, der EE erzeugt so handelt, dann kommt es zu Spitzen, die keiner möchte, und es gibt Bedarfe, die dann keiner decken kann.
Diese Behauptung ist ja nun schon in mehreren 100%-EE-Szenarien widerlegt wurden.
Zuerst sollten wir mal wieder den Ausbau der EE forcieren.
Dann sollten wir die Erzeuger besser aufeinander abstimmen (bspw. EE-BHKW /KWK nicht stumpf durchlaufen lassen)
Dann müssen sicher die Verteilnetze ertüchtigt und die Übertragungsnetze punktuell ausgebaut werden.
Wenn dann noch die sog. "Sektorkoppelung" greift, werden bspw. "Spitzen, die keiner möchte" in (Wärme-)Speicher versenkt und verringern so den "Bedarf, den keiner decken kann". Und schon klappt es.

Während E-Autos dabei über Lastmanagement, dynamische Preisgestaltung und Kurzzeitspeicherfähigkeit Probleme lösen helfen, stellen FCEV durch den 3-4fachen Energiebedarf vor allem selbst ein Problem dar.

Grundsätzlich: Die Verwendung von EE rechtfertigt keine Energieverschwendung.
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Mi 28. Aug 2019, 09:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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SRAM hat geschrieben: Hier mal die entsprechenden Daten bei einem EE Mix von 80% Wind plus 20% PV:
Dargestellt ist die Residuallast, also die Summe aus Netzlast plus die Summe der Erzeugung der EE (Last ist negativ, Erzeugung positiv). Dieser hinterlegt ist der Wettereinfluß 2018 auf die EE, ...

Welche Lösung würdest du vorschlagen ?
Tja, die o.g. Punkte umsetzen und dann in diesem Anpassungsprozess dort nachregulieren, wo sich Defizite aufzeigen.
Ist ja ein Transformationsprozess über Jahre /Jahrzehnte.
Das fängt schon bei Deinem angenommenen EE-Mix an und hört eben damit noch lang nicht auf, dass derzeit weder umfassend bedarfsgeregelte Biomasseverstromung existiert, noch dynamische Strompreise die "ganz automatisch" Überschuss-Spitzen abbauen und dabei Kurzzeitspeicher aktivieren, die widerum Bedarfsspitzen glätten.
"Power-to-heat" ist ja bspw. nur ein (recht simpler) Baustein der in Entwicklung befindlichen PtX-Technologien. Da diese i.d.R. nur auf der Anwendung bekannter und erprobter Technologien beruhen, ist eine breite Umsetzung sehr wahrscheinlich.

Deutlich wahrscheinlicher als die von Dir behauptete zukünftige Erzeugung von Wasserstoff in Japan mit "NPP - Nuclear Power Plant", englisch für Kernkraftwerk ... oder der Einsatz von Kernfusion zur wirtschaftlichen (!) Stromerzeugung ... :roll:

Wenn Du also statt Horrorszenarien (80%Wind+20%PV, sonst alles wie bisher) auch ein realistisches Szenario einbringst, diskutiere ich gern mit darüber. Allerdings sinnvollerweise nicht in einem Strang, der die Aussichtslosigkeit der breiten Anwendung von Wasserstoff im Straßenverkehr (besonders unrealistisch: FCEV als PKW) recht gut herausgearbeitet hat.
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

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Schlag eine Maßnahme vor und ich setze sie rechnerisch um.

Gruß SRAM
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Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

Odanez
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Eine Maßnahme wäre ja, komplett ohne Speicher, schon mal die mit schwankenden Strompreisen für Stromverbraucher, sodass 1. der Anreiz gegeben wird die starken Verbraucher dann zu verbrauchen, wenn mehr Überschüsse vorhanden sind, und 2. Die Industrie ihre stromintensiven Verfahren zeitlich so legen, dass es für die unterm Strich finanziell lohnt. Dazu muss aber eine starke Schwankung des Preises her, denn für 5c mehr oder weniger pro kWh wird sich fast keiner krumm machen. Für energieintensieve Industrien, oder für den Sparfuchs daheim, muss es sich finanziell lohnen clever Strom zu verbrauchen.
Verkauft: 2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 81%, 86.000km
Für den Übergang: 2004 Skoda Octavia Kombi 1.6
Bestellt: Kia e-Niro Spirit 64kWh

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

Elektrivirus
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Joe-Hotzi hat geschrieben:
Elektrivirus hat geschrieben: Das Problem, das du nicht siehst: Wenn jeder, der EE erzeugt so handelt, dann kommt es zu Spitzen, die keiner möchte, und es gibt Bedarfe, die dann keiner decken kann.
Diese Behauptung ist ja nun schon in mehreren 100%-EE-Szenarien widerlegt wurden.
Wenn man Ideen wie PtH mit einbezieht, dazu unten dann noch ein Gedanke.
Zuerst sollten wir mal wieder den Ausbau der EE forcieren.
So pauschal … nein; spezifizierter, und geplanter
Dann sollten wir die Erzeuger besser aufeinander abstimmen (bspw. EE-BHKW /KWK nicht stumpf durchlaufen lassen)
Dann müssen sicher die Verteilnetze ertüchtigt und die Übertragungsnetze punktuell ausgebaut werden.
also das inbegriffen, dann JA.
Wenn dann noch die sog. "Sektorkoppelung" greift, werden bspw. "Spitzen, die keiner möchte" in (Wärme-)Speicher versenkt und verringern so den "Bedarf, den keiner decken kann". Und schon klappt es.
Soso, wir geben Sommerliche Spitzen in PtH, keine weiteren Fragen Euer Ehren, das hat auf längere Zeit keine Verluste.
Während E-Autos dabei über Lastmanagement, dynamische Preisgestaltung und Kurzzeitspeicherfähigkeit Probleme lösen helfen, stellen FCEV durch den 3-4fachen Energiebedarf vor allem selbst ein Problem dar.
Damit nimmst du dem Argument: "Ich kann immer dann laden, wenn ich eh Zeit und Gelegenheit habe" jegliche Schlagkraft. Dann soll ja "gesteuert" geladen werden... Laden am Arbeitsplatz zur Hauptlastzeit ist dann eher unerwünscht … Laden unterwegs, am Besten am Schnellader, findet auch seltenst zu Schwachlastzeiten statt... Eine Steilvorlage für unverschämte Preisgestaltungen, und der verar...te Ladende "darf" sich dann noch anhören, dass er ja nicht hätte ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt laden müssen, sondern Nachts halb 4, da wäre es dann preiswert gewesen.
Grundsätzlich: Die Verwendung von EE rechtfertigt keine Energieverschwendung.
Völlige Zustimmung. Verschwendung, egal von was, ist generell abzulehnen.

Es bleibt immer eine Definitionsfrage, was Verschwendung ist. Gerade bei Energie. Letzlich setzt der Mensch oft Energie ein, um Prozesse zu beschleunigen, wie Fortbewegung (wir könnten auch wieder nur laufen). Das definiert dann jeder für sich anders.

Rum wie num, H², wie er sich heute darstellt, ist keine Option, soweit sind wir uns glaub einig.

Re: E-Autos haben gegen über Wasserstoff schlechte Karten

Michael_Ohl
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Energieverschwendung ist ein so weites Thema, darüber können sich schon Ehepaare bis zur Scheidung streiten. Mein Frau lässt in fast allen Räumen das Licht an, ich mache fast alles aus. Sie hat kein Problem drei Fernseher laufen zu haben ich bekomme Pickel wenn nur zwei mit dem selben Programm laufen. Der eine meint ein VW Bus sei zu klein, der nächste meint ein Twizy sei zu groß und verschwende zu viel Energie. Ich frage mich müssen wir immer schlechter leben und uns wie die Karnickel vermehren? Weniger als 500 Millionen Einwohner und der Planet könnte mit uns leben. Wer will dieses beschissene Bevölkerungswachstum auf kosten unsere Lebensqualität?

MfG
Michael
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