E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Celestar
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Ungard hat geschrieben:
Die Ansprüche müssen einfach runter.
Ich glaube, dass das a) nicht zielführend und b) nicht notwendig ist. In 10 Jahren werden 80-90% des CO2 in Ländern ausgestoßen, die wesentlich weniger Lebensstandard haben als die Ärmsten in Europa. Willst du halb Afrika erzählen, dass die Ansprüche runter müssen? Der Lebensstandard muss entkoppelt werden vom CO2-Ausstoß und danach von anderen Umweltbeeinträchtigungen.

"Die Ansprüche müssen runter" führt, glaube ich, auf Dauer eher zu einer Verschlimmerung der Situtation, und zu einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft. Selbst in Deutschland will ich Leuten, die von 1000-1200 Euro netto leben (müssen), und vielleicht noch 600 Euro Miete bezahlen, nicht erzählen, dass die Ansprüche runter müssen. Und auch nicht deren Lebenserhaltungskosten weiter steigen lassen. Das ist für mich maximal unsoziale Politik.

Celestar
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Celestar hat geschrieben:
Der Lebensstandard muss entkoppelt werden vom CO2-Ausstoß und danach von anderen Umweltbeeinträchtigungen.
Wäre schön wenn das ginge. Bei Fleisch, Flugreisen oder Kreuzfahrten geht das aber nicht.
Und auch beim E-Auto muss man Abstriche gegenüber Verbrennern machen, laden wird niemals so schnell funktionieren wie tanken und ein Akku Pendant zu einem normalen Tank ist im Pkw vorerst technisch nicht in Sicht.
Wir können aber auch nicht noch 50 Jahre so weiter machen und hoffen, dass das dann technisch gelöst wäre, es ist jetzt 5 vor 12. Vielleicht auch 5 nach 12 und es geht eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung.

Von daher müssen einige Ansprüche schon runter und das wird auch unangenehm sein.
Sorry, aber das ist nun mal die Sachlage.

Aber die gute Nachricht ist, dass man technisch halt schon einiges tun kann und das Leben kann auch weiter schön sein.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Nichtraucher
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Celestar hat geschrieben:
Ungard hat geschrieben:
Die Ansprüche müssen einfach runter.
Ich glaube, dass das a) nicht zielführend und b) nicht notwendig ist. In 10 Jahren werden 80-90% des CO2 in Ländern ausgestoßen, die wesentlich weniger Lebensstandard haben als die Ärmsten in Europa.
Warum soll das passieren?
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Nichtraucher hat geschrieben:
Celestar hat geschrieben: Ich glaube, dass das a) nicht zielführend und b) nicht notwendig ist. In 10 Jahren werden 80-90% des CO2 in Ländern ausgestoßen, die wesentlich weniger Lebensstandard haben als die Ärmsten in Europa.
Warum soll das passieren?
.
Weil wir die technischen Möglichkeiten haben, unseren CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Wenn wir das effektiv tun, wird halt von den "westlichen" Ländern kaum noch was ausgestoßen. Vom verbleibenden Rest wird das meiste von den "armen" Ländern kommen.

So jedenfalls, denke ich, hat Celestar das gemeint.

An uns wäre es aber auch, Technologie weiterzugeben. Zum Beispiel so. Oder auch so.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Celestar
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Karlsson hat geschrieben:
Celestar hat geschrieben:
...
Wäre schön wenn das ginge. Bei Fleisch, Flugreisen oder Kreuzfahrten geht das aber nicht.
Sorry, aber das ist Unsinn.
1. Fleisch kann man mehr oder weniger nachhaltig produzieren. Die Art des Fleisches kann sich ändern. Auch die Tierhaltung kann sich ändern. Das macht unterschiede
2. Flugreisen können mittels eFuels schon heute quasi CO2-neutral gemacht werden. Nur sind eFuels heute etwa zwei- bis dreimal so teuer wie Kerosin, werden aber billiger. Bei der LH kannst du seit letzten Monat das Zeugs sogar quasi für deinen Flug kaufen.
3. Kreuzfahrtschiffe können auch anderweitig angetrieben werden. Gasturbinen, Brennstoffzellen, etc. Das muss nicht Schweröl sein.
Karlsson hat geschrieben: Und auch beim E-Auto muss man Abstriche gegenüber Verbrennern machen, laden wird niemals so schnell funktionieren wie tanken und ein Akku Pendant zu einem normalen Tank ist im Pkw vorerst technisch nicht in Sicht.
Sorry aber auch falsch. Es gibt Prototypen von Akkus, die sich in weniger als 2 Minuten voll laden lassen. Entladen geht schon recht locker mit 80C. Da wird sich in 5-10 Jahren wahnsinnig viel tun. Ich denke Ladezeiten von 5-10 Minuten werden Mitte/Ende des nächsten Jahrzehnts eher die Regel sein.
Karlsson hat geschrieben: Wir können aber auch nicht noch 50 Jahre so weiter machen und hoffen, dass das dann technisch gelöst wäre, es ist jetzt 5 vor 12. Vielleicht auch 5 nach 12 und es geht eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung.
Nö, sollten und können wir nicht. Aber Panikreaktionen sind meistens nicht besonders hilfreich. Wir können innerhalb von 36 Monaten unseren CO-Ausstoß um 25% senken, ohne Abstriche für irgendwen, aber wollen es nicht.
Und man sollte Maß halten:
Wenn wir heute in Deutschland alle Flugzeuge (also nicht nur Kurzstrecken) am Boden ließen, würde sich der CO2 Ausstoß weltweit nicht meßbar ändern. Wenn wir heute den CO2-Ausstoß stoppen würden, erkaufen wir der Welt etwa 1 Jahr.
Nichtraucher hat geschrieben:
Celestar hat geschrieben:
Ungard hat geschrieben:
Die Ansprüche müssen einfach runter.
Ich glaube, dass das a) nicht zielführend und b) nicht notwendig ist. In 10 Jahren werden 80-90% des CO2 in Ländern ausgestoßen, die wesentlich weniger Lebensstandard haben als die Ärmsten in Europa.
Warum soll das passieren?
Weil der CO2-Ausstoß den Schwellen- und Entwicklungsländern massiv ansteigt, während er im Westen sinkt. Deutschland war im Jahre 1990 für etwa 5% des CO2s verantwortlich, heute sind es 2.5%. Und das obwohl wir dermaßen dreckigen Strom produzieren (CO2 Ausstoß pro kWh etwa Faktor 7 schlechter als Frankreich. Die werden ihren Ausstoß wesentlich schneller senken können als wir)

Celestar

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Celestar hat geschrieben:

Weil der CO2-Ausstoß den Schwellen- und Entwicklungsländern massiv ansteigt, während er im Westen sinkt. Deutschland war im Jahre 1990 für etwa 5% des CO2s verantwortlich, heute sind es 2.5%.

Celestar
Celestar, ich bin durchaus bei Dir mit Deiner Meinung. Ich sehe aber ein großes Problem darin den CO2-Ausstoß in den Focus zu stellen. Ich bin der Überzeugung, dass wir es nicht schaffen werden die Klimaveränderungen aufzuhalten. Ja, wir reichen Industriestaten können unseren CO2-Ausstoß verringern, aber Andere werden es nicht tun. Entwicklungsländer werden ihn erhöhen.
Die Klimakatastrophe wird kommen, und es werden Zeiten kommen, in denen Kriege um Öl, Wasser und fruchtbaren Boden ausbrechen.
Wer in diesen Zeiten noch von Kohle und Öl zur Energiegewinnung oder zur Fortbewegung abhängig ist, hat auf jeden Fall verloren. Was heute in Saudi Arabien passiert ist, zeigt wieder einmal wie abhängig die Welt vom Öl ist. Würden wir unsere Energie zu 100% aus Sonne und Wind gewinnen, wäre eine weltweite Ölkrise für uns nebensächlich.
Der Fokus auf den CO2-Ausstoß gibt den Menschen das falsche Signal. Viele glauben nicht daran, dass der CO2-Ausstoß tatsächlich ein Problem ist, und das Argument, dass wir wenigen Deutschen kaum einen Einfluss haben ist ja nicht falsch. Es wäre wesentlich sinnvoller den Bürgern klar zu machen, dass eine Abkehr von fossilen Brennstoffen der eigenen Wirtschaft nützt und die Luft verbessert. 100% EE würde abertausende Arbeitsplätze entstehen lassen, und Milliarden Euro die jetzt für den Kauf von Öl und Gas ausgegeben werden würden im eigenen Land bleiben. Europa als Gesamtes wäre problemlos dazu in der Lage all seine Energie aus EE zu erzeugen, und die Kohle im Boden zu lassen, aus der eine zukünftige Generation vielleicht etwas Vernüftiges herstellen kann.

Ich bin der Meinung, dass es falsch ist den Leuten zu erzählen, dass ein geringerer CO2-Ausstoß die Welt rettet. Man sollte den Leuten klar machen, dass eine andere Energiepolitik ihre eigene kleine Welt rettet und wir nicht weiterhin den Ölscheichs unsere Milliarden schenken sollten.
Umweltrelevantes: ab 2007 5,76 kWp PV, ab 2008 Naturstromkunde, ab 2009 20m² Thermie, ab 3. Dez. 19 Ioniq FL Style in blau
Eine Frau, 2 Kinder, 3 Enkel, eine Katze :old:

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Nichtraucher
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iOnier hat geschrieben:
Nichtraucher hat geschrieben:
Celestar hat geschrieben: Ich glaube, dass das a) nicht zielführend und b) nicht notwendig ist. In 10 Jahren werden 80-90% des CO2 in Ländern ausgestoßen, die wesentlich weniger Lebensstandard haben als die Ärmsten in Europa.
Warum soll das passieren?
.
Weil wir die technischen Möglichkeiten haben, unseren CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Wenn wir das effektiv tun, wird halt von den "westlichen" Ländern kaum noch was ausgestoßen. Vom verbleibenden Rest wird das meiste von den "armen" Ländern kommen.

So jedenfalls, denke ich, hat Celestar das gemeint.

An uns wäre es aber auch, Technologie weiterzugeben. Zum Beispiel so. Oder auch so.
Es sind die Industrienationen, welche die meisten Emissionen ausstoßen. Ärmere Länder können zwar Plastik ins Meer werfen, aber ansatzweise auch nur so viel CO2 zu emittieren wie wir, werden die so schnell nicht schaffen. Auch in 10 Jahren nicht.
Wenn wir die technischen Möglichkeiten zur Reduktion haben und es offenbar nur am guten Willen liegt. Dann mal los.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Ja. Dann mal los!
Gruß
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Celestar
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Wiese hat geschrieben: ...
Ich bin der Meinung, dass es falsch ist den Leuten zu erzählen, dass ein geringerer CO2-Ausstoß die Welt rettet. Man sollte den Leuten klar machen, dass eine andere Energiepolitik ihre eigene kleine Welt rettet und wir nicht weiterhin den Ölscheichs unsere Milliarden schenken sollten.
Größtenteils muss ich dir da zustimmen. 100% Sonne und Wind halte ich aber für nicht machbar, wenn wir nicht einen wahnsinnigen Durchbruch bei der Batterietechnik haben. Daher würde ich lieber die AKWs länger betreiben und die Kohle abschalten.
Nichtraucher hat geschrieben: Es sind die Industrienationen, welche die meisten Emissionen ausstoßen. Ärmere Länder können zwar Plastik ins Meer werfen, aber ansatzweise auch nur so viel CO2 zu emittieren wie wir, werden die so schnell nicht schaffen. Auch in 10 Jahren nicht.
Wenn wir die technischen Möglichkeiten zur Reduktion haben und es offenbar nur am guten Willen liegt. Dann mal los.
1990-2017:
China: +350%
USA: 0%
EU: -20%
Indien: +300%
Iran: +220%
Indonesien: +200%

Bei den momentanen Raten werden überholt Indien die EU in den nächsten paar Jahren, China schafft in 5 Jahren ca. 40% "Weltmarktanteil", usw.
2030 wird die USA vielleicht bei 10-11% CO2, die EU bei 6% und Nummer 2 wird wahrscheinlich Indien sein. Wenn du China zu den "Industrienationen" zählst, hast du sicher recht, sonst aber nicht. Weltweit sind über 1000 Kohlekraftwerke im Bau oder geplant. Ein Kohlekraftwerk wie Neurath macht 5% unseres CO2-Ausstoßes aus (10 mal mehr als der innerdeutsche Luftverkehr). Wenn die alle so groß sind wie Neurath, ist alleine das eine Verdopplung der CO2 Produktion. Wir brauchen DRINGEND einen besseren Plan.

Celestar

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Kabelbaum
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Was machen wir eigentlich, wenn uns mal wieder eine "kleine Eiszeit" für einige 100 Jahre bevorsteht wie Mitte des 15. Jahrhunderts?
Dann müsse doch im Umkehrschluss zur Vermeidung/Abschwächung des Temperaturabfalles ein anthropogener CO2-Ausstoß eher Hilfreich sein, oder? :roll:
Zuletzt geändert von Kabelbaum am Di 17. Sep 2019, 08:52, insgesamt 2-mal geändert.
"Freude am Fahren" | BMW i3s | 120Ah | go-eCharger(22kW)-Wallbox
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