E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Ungard
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Gut, das ist wieder Auslegungssache. Wer von Berlin nach Portugal fahren will in einem rutsch: Ja klar.
Auf den beschriebenen 600km dürfte der zeitliche Unterschied relativ klein ausfallen, wenn man denn eben auch so ein Päuschen macht.
Wer natürlich keine Kinder hat und die 600km durchfährt: Ja dann hat der Diesel noch einen Vorteil.
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dann bis 06/20 BMW i3
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Kabelbaum hat geschrieben: Es ist doch ganz einfach.
Solange bezahlbare BEV nicht in Reichweite, (Reise-)Geschwindigkeit, Nutzbarkeit(Anhänger), "Betankung", Emotionen und Preis den Verbrennern ebenbürtig sind, wird sich die E-Mobilität in D nicht durchsetzen.

So sehr ich vom i3s im urbanen Umfeld auch begeistert bin, so wird er uns als alleiniges Fahrzeug nicht ausreichen. Noch haben wir als Zweitfahrzeug einen Diesel.

Sollten wir in 2-3 Jahren unseren Fuhrpark um ein Auto reduzieren, so muß sich noch einiges Verbessern, um unsere Bedürfnisse auch mit dem E-Auto komplett abdecken zu können. Ob dann ein E-Auto oder Benziner gekauft wird, wird sich zeigen.

Ich bin gespannt, wie dein Fazit nach einem halben Jahr i3(s) aussehen wird. Bei uns war die Frage, ob wir einen i3 kaufen und den Diesel in Zahlung geben oder einen i3s kaufen und den Polo TDI als Langstreckenauto erstmal behalten. Wir haben uns für letzteres entschieden, auch weil ich mich (noch) nicht trennen konnte.

Seit Jahresanfang steht die Kilometerleistung 4500km mit dem i3s zu 1500km im TDI. Auf der einen Seite natürlich super, weil der Verbrauch vom TDI durch den reinen Langstreckenbetrieb jetzt dauerhaft unter 5l/100km liegt, auf der anderen Seite natürlich blöd, weil das Auto meistens rumsteht und trotzdem noch ordentlich Kosten verursacht. Wenn ich mal deine Punkte durchgehe:
  • Preis - Den i3 werde ich beim besten Willen nicht schönrechnen können. Dafür ist das Auto schlicht zu teuer und zu exklusiv. Das ist schlicht die Produktpositionierung. Würde ich jetzt einen Ioniq, eGolf, ein Model 3 etc. fahren, sähe die Geschichte wahrscheinlich anders aus. Gerade das Model 3 SR+ ist im Vergleich mit einem 3er BMW oder AUDI A4/A5 schon sehr konkurrenzfähig im Preis. Klar, ich kann mir den Audi "nackt" mit Handschaltung, Plastiklenkrad und quasi ohne Radio bestellen, ist das aber ein Auto, was irgendjemand kaufen will?!
  • Emotionen: Kein TDI löst bei mir "Emotionen" aus. Die Teile klingen einfach alle nach Traktor und die erste Emotion die das bei mir auslöst ist "habe ich meine Himbeersträucher gegossen", "ich könnte bei Stardew Valley doch mal weiterspielen" oder Erinnerungen an den "Urlaub auf dem Bauernhof". Ja, es gibt Verbrennungsmotoren, die einfach geil klingen. Aber ich will keinen davon täglich fahren (müssen). Ja, es ist toll, zwei, drei mal im Jahr auf der freien Autobahn mit Tempo 200 mal 40-50km durchzufahren und dabei zu wissen, dass man immer noch weniger verbraucht als die ganzen Lifestyle-SUVs die mit einem auf der Autobahn unterwegs sind. Der Effekt kommt aber eher durch die Kombination "kleines/leichtes Auto" und "starke Motorisierung" zustande, wenn der TDI erstmal 20km warmgefahren wurde und danach erstmal abkühlen muss. Im i3s ist jedes Antippen des Fahrpedals schon Spaß pur - egal welcher Modus. Die einzige, die keinen Spaß hat war meine Schwiegermutter...die hat aber eh nie Spaß.
  • "Betankung": Sorry, aber hier sind Elektrofahrzeuge doch schon längst besser als Verbrenner. Jede Steckdose ist eine potenzielle Lademöglichkeit, im Ausland kann ich roamen ohne dass die Kosten wie beim Diesel in Italien explodieren (30% Aufschlag...). Klar, die Ladeinfrastruktur muss funktionieren. Das ist eben die Voraussetzung. Tanken ohne Tankstelle macht auch keinen Spaß ;)
  • Nutzbarkeit(Anhänger): Ehrlich gesagt ist Anhänger kein Nutzungsfall in meinem Bekanntenkreis. Ich kenne genau einen der jemanden kennt der einen Anhänger für Gerümpel aller Art hat. Tante und Onkel haben ihren Wohnwagen vor fast 20 Jahren wieder verkauft, meine Tante hätte ihren Mann fast erschlagen als er erzählt hat dass der Grund dafür die hohen Kosten und der dreifache Dieselverbrauch die Gründe für die Entscheidung waren. Von einem guten Kumpel haben die Autos der Eltern Anhängerkupplungen, falls denn mal ein Hänger zu ziehen ist - in den letzten 15 Jahren gab es trotz wiederholtem Umzug der Kinder keinen Bedarf dafür.
  • (Reise-)Geschwindigkeit: https://www.youtube.com/watch?v=fsbI4kIulIQ
  • Reichweite: Valider Punkt ... nur wie oft? Das Reichweitenthema wird so oft hochgekocht und interessanterweise ist es beim BEV immer zu wenig, beim Wasserstoff-Fahrzeug immer genug, egal wie man heizt. Wie viele Leute bewegen sich automobil nie aus ihrem 200km-Radius? Die einzigen regelmäßigen Langstreckenfahrer sind Kollegen, die tw. quer durch die Bundesrepublik hierher gezogen sind und regelmäßig Familie und Freunde besuchen. Die erzählen über ihre Familien und Freunde, dass diese ungern lange Strecken fahren und eine lange Planung für Fahrten und Zeiten bedeuten - und das trotz Verbrenner-Fahrzeugen. Ganz ehrlich: Wie viele Langstreckenfahrten sind tatsächlich spontan und ungeplant? Wie häufig ist die Kombination aus Zeitdruck, Spontanität und Langstrecke denn wirklich? Und ist es da überhaupt sinnvoll, das dann automobil zu erledigen? Sagen wir mal ... ich will von München nach Amsterdam. 800km, 8h. mit dem TDI könnte ich technisch gesehen durchfahren. Praktisch brauche ich alleine aus menschlicher Sicht alle 2 Stunden 15-20min Pause Minimum und einmal eine Esspause, die eine Pause verlängert. Das wären drei Pausen, gesamt ~1,5h Pause. Für dreimal i3-Laden braucht man dann 2,25h Pause. Irgendwie erscheint mir das nicht als gewaltiger Kompromiss...zumindest nicht, wenn man zum Vergleich die Bahn hernimmt, die die Strecke in 7,5h schafft oder das Flugzeug, was mit Einchecken usw. in 3 Stunden dort wäre erscheint doch die Autofahrt als schlechteste Wahl da anstrengend und langwierig. Da rechnet man doch lieber 8% mehr Reisezeit für maximal die hälfte der Kosten ... und sorry, die Möglichkeit mit Tempo 200, Fahrerwechsel und Nachtanken solche Langstrecken durchzuprügeln ist nicht "Alltagstauglichkeit" sondern "Canonball-Tauglichkeit". Das macht niemand, der seine Sinne noch beisammen hat. Das macht auch kein Unternehmen, dessen Verwaltung rechnen kann. Bevor ich einen Projekt- oder Abteilungsleiter auf eine 8-Stunden-Autofahrt schicke und damit einen 8-Stunden-Arbeitstag in Fahrzeit vernichte (Kosten: 800-1000€ Minimum + Hotel ... ) setze ich ihn in ein Flugzeug für einen Bruchteil des Preises oder in die Bahn wo tatsächlich noch produktiv was bei rumkommt.
Ungard hat geschrieben: Gut, das ist wieder Auslegungssache. Wer von Berlin nach Portugal fahren will in einem rutsch: Ja klar.
Auf den beschriebenen 600km dürfte der zeitliche Unterschied relativ klein ausfallen, wenn man denn eben auch so ein Päuschen macht.
Wer natürlich keine Kinder hat und die 600km durchfährt: Ja dann hat der Diesel noch einen Vorteil.
Ich habe keine Kinder und fahre dennoch keine 600km durch, ich hänge dann doch zu sehr an meinem Leben. 600km sind 5-6 Stunden Fahrtzeit. Keiner kann mir erzählen, dass er diese Zeit mit maximaler Konzentration, die das Führen eines Autos bei Autobahngeschwindigkeit erfordert, durchhält. Geschweige denn ohne Essen, Trinken, Toilette. Sogar mit Fahrerwechsel ist das eine enorme körperliche und psychische Anstrengung.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Vokoun
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Also ich fahre oft nach Kiel, also ein paar Dörfer weiter,das sind von Haustür bis Ziel 507 km.
Die fahre ich aber problemlos in einem Rutsch ohne Pausen usw.
Da habe ich Tempo 120 bis 140 die ganze Strecke.

Deswegen wundert mich die Aussage ein wenig.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

fly
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Reichweite: Valider Punkt ... nur wie oft? Das Reichweitenthema wird so oft hochgekocht und interessanterweise ist es beim BEV immer zu wenig, beim Wasserstoff-Fahrzeug immer genug, egal wie man heizt. Wie viele Leute bewegen sich automobil nie aus ihrem 200km-Radius? Die einzigen regelmäßigen Langstreckenfahrer sind Kollegen, die tw. quer durch die Bundesrepublik hierher gezogen sind und regelmäßig Familie und Freunde besuchen. Die erzählen über ihre Familien und Freunde, dass diese ungern lange Strecken fahren und eine lange Planung für Fahrten und Zeiten bedeuten - und das trotz Verbrenner-Fahrzeugen. Ganz ehrlich: Wie viele Langstreckenfahrten sind tatsächlich spontan und ungeplant? Wie häufig ist die Kombination aus Zeitdruck, Spontanität und Langstrecke denn wirklich?
Die Langstrecke ist und bleibt der einzig systematisch bedingte leichte "Nachteil". Mit Kapazitäten von 60-80kWh, die nun im Model 3 verbaut sind, ist das Thema aber so weit reduziert, dass es für die meisten akzeptabel ist. E-Autos sind doppelt so effizient wie Verbrenner und werden langfristig in den Gesamtkosten halb so teuer sein. Niemand wird freiwillig wegen 4 längeren Fahrten im Jahr, auf denen man 30 Minuten laden muss, darauf verzichten. Und wer wirklich dauernd Langstrecke fährt, darf auch gerne noch eine ganze Weile Diesel fahren oder in Zukunft eben doch lieber dauernd einen 100-120kWh-Akku mitschleppen.

Zu den Kapazitäten: Hoffentlich wird es jenseits der 60-80kWh mit den Kapazitäten nicht so ein Wettrüsten bei den Motoren der Verbrenner.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Mal eine Frage, geht es nur um den i3 das sich die E-Mobilität nicht durch setzt oder sollte es allgemein um E-Autos gehen?

Durchgesetzt hat sich die E-Mobilität bereits, die Modelle werden von Jahr zu Jahr mehr und in Ländern wo die Politiker etwas weiter denken als nur bis zur nächsten Landtagswahl, haben E-Autos Neuzulassungszahlen im Bereich von 20 bis 60%.

übrigens: Stuttgart - Hamburg sind wir in 7,5 Std. gefahren. + 1 Std. für das laden (das Auto war immer schneller fertig als wir)

Es macht halt einen Unterschied ob ich am Start, unterwegs und am Ziel sicher laden kann. Selbst unsere längste Strecke von 1.950 KM (die wir regelmäßig fahren) dauert lediglich 6 Std. länger als mit dem Diesel.

Fahrzeug: Technik anno 2012. Model S


Ich bleibe dabei, E-Autos von Misch-Herstellern (Petrol und E-Autos) werden nie so gut sein, wie sie könnten.
Die Sonne geht in 5 Mrd. Jahren endgültig aus. Auch wenn wir bis dahin 100% unserer Welt Energie damit verwenden.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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PeterMüller hat geschrieben: Mal eine Frage, geht es nur um den i3 das sich die E-Mobilität nicht durch setzt oder sollte es allgemein um E-Autos gehen?
Der i3 ist da der Bezugspunkt, weil sowohl Kabelbaum als auch ich einen fahren. Und wie gesagt: Der i3 ist hier nicht unbedingt die Referenz. Das wären eher Zoe für die kleineren Autos, Leaf und eGolf für die Kompaktklasse, Kona für SUVs und die Tesla MX und MS für Limousinen. Die 40kWh-Klasse ist halt: 200km fahren, 30-40min laden. Und wie gesagt: Das ist für uns ohnehin das Schema zum fahren auf Langstrecken, auch mit Diesel, nur dass die Pausen da etwas kürzer sind.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Schüddi
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Hier der zweite Teil des Videos...

https://youtu.be/IxbrFuL8qf8

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Porsches US-Kunden wollen Elektroautos: „Die Nachfrage ist enorm“

https://ecomento.de/2019/05/03/porsches ... age-enorm/

Porsche investiert Milliarden in seine Elektrifizierung, das erste von diversen geplanten reinen Elektroautos kommt vor allem bei den US-Kunden gut an: Das dortige Kontingent für die neue Sportlimousine Taycan mit Batterie-Antrieb ist für das erste Jahr bereits ausverkauft.


Das ist als ob man als Eisverkäufer die Leute geil auf Eis macht und dann zwei Jahre später liefern kann. Was würde man dem Verkäufer ins Gesicht sagen?


Die Nachfrage ist enorm oder ist eher die Stückzahl lächerlich? Wie ich dieses dummsprech hasse
Die Sonne geht in 5 Mrd. Jahren endgültig aus. Auch wenn wir bis dahin 100% unserer Welt Energie damit verwenden.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Ist zwar interessant wie manche Menschen mit dem Thema Anhänger umgehen, aber da gibt es doch extreme Unterschiede. Seit vielen Jahren haben meine Autos Anhängekupplungen. Früher genutzt um Mutterns Wohnwagen zu entführen oder mit geliehenen Autotransportern Autos und andere Fahrzeuge durch die Gegend zu fahren, dann einen Trailer für mein Beiboot genutzt und oft den Riesenanhänger vom Kumpel dran gehabt, inzwischen steht bei mir ein 1,3to Lasten hänger für den E-Schrott, ein Trailer und ein Wohnwagen. Die Flexibilität mit Gespann im Urlaub ist einfach um Klassen besser als ein Wohnmobil. Ein Auto ohne AHK ist für mich ein Kastrat. Derzeit haben 2 von drei meiner Autos eine dran.

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 124.500km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 95.500km, E-UP seit 2020, 14.000km, C180TD seit 2019 39.000km , max G30d seit 2020 700km, Sunlight Caravan, Humbauer 1300kg, E-Expert 75kWh 20.000km

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Naja - für mich ist so ein Anhänger ziemlich sinnlos. Aber ohnehin sind die Bedürfnisse individuell schon recht unterschiedlich.
Die Nachbarn von meinen Eltern haben eine Limousine, einen Sportwagen, einen Kleinwagen, ein Quad, zwei Motorräder, einen Wohn-LKW, einen Wohnwagen, einen 0815-Anhänger und einen Schiffstrailer samt Boot. Das Ganze für einen drei-Personen-Haushalt mit Erwachsenen Sohn, das Zeug steht alles im Wohngebiet rum und blockiert die ganze Straße. Wie oft das bewegt wird kann man beobachten... Teilweise nur Ein-Zweimal im Jahr wenns hochkommt.

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