Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Anstatt der Unterdruckdose könnte man aber an die Bremskolbenstange auch einen Elektromagneten ankoppeln. Die nötige Energiereserve für den Fall eines Defekts der Bordelektrik könnte ein kleiner Akku oder ein großer Kondensator (Supercap?) bereitstellen. Möglicherweise arbeitet das System von Conti ja so oder ähnlich?
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Elmi79
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electic going hat geschrieben: Du brauchst einen mechanischen Bremskreis, der auch ohne laufenden Motor, Elektrosysteme, Strom, usw. funktioniert. Gesetz.
Den will ich ja auch gar nicht abschaffen. Wie schon der Threadtitel sagt, geht es mir nur um den Bremskraftverstärker. Und da erscheint mir die Variante mit direkten elektrischen Servos doch irgendwie effizienter zu sein als der Umweg über eine (Unter)Druckpumpe...

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Moderne Fahrzeuge (also BEV, HV und PHEV) benutzen elektrohydraulische Bremssysteme.

Hierbei wird der Pedaldruck durch einen Sensor erfasst und das Bremssteuergerät entnimmt den nötigen Bremsdruck dem Federspeicher, der wiederum über eine elektrische Pumpe gefüllt wird. Als Backup bei Stromausfall hat bei einigen die Pumpe noch eine zusätzliche Kondesatorbatterie.

Man tritt also nicht auf den Bremszylinder sondern nur auf einen Sensor. Um trotzdem das gewohnte Bremsgefühl zu haben, gibt es einen Hubsimulator. Genaugenommen ein normaler Bremszylinder, der ebenfalls mit dem Bremsdruck gefüllt wird. So spürt man die entsprechende Gegenkraft am Pedal. Nachteil: Das typische ABS Rattern fällt weg.

Im Notfall (wenn sowohl die Kondensatorbatterie als auch der Federspeicher leer ist) dient der Hubsimulator als Notbremszylinder. Durch das Öffnen von Notventilen wird dieser direkt mit den Radbremszylindern verbunden und man hat eine konventionelle hydraulische Bremse ohne Unterstützung. Also ordentlich drauflatschen ist da angesagt.

Eine reine Servobremse ohne Hydraulik wäre auch denkbar. Da hat man inzwischen schon gute Erfahrungen mit elektrischen Handbremsen gemacht. Nur in wie weit die so schnell regeln können um auch ESP und ABS zu unterstützen, kann ich nicht sagen.
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Joyride hat geschrieben:
Rämmelken hat geschrieben: Inzwischen gibt es elektrisch betriebene Bremskraftverstärker wie beispielsweise den iBooster von Bosch. Damit ist die Vakuumpumpe nicht mehr notwendig.
Der iBooster ist z.B. im Tesla verbaut und brauch konstruktiv leider immer noch einen Hauptbremszylinder mit Unterdruck.
Allein Conti hat aktuell ein System Serienreif, bei dem komplett auf die Unterdruck verzichtet werden kann.
Der iBooster ist Unterdruck Unabhängig..
Quelle:https://www.bosch-mobility-solutions.co ... /ibooster/

Im einigen älteren Tesla ist noch das ESP Hev verbaut.
https://www.bosch-mobility-solutions.de ... e/esp-hev/


Und das nächste Projekt wird sein, auch noch die Hydraulikleitungen ein zu sparen und die Bremsen direkt mit Schrittmotoren anzusteuern...
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Michael_Ohl
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Ein Auto wie oben von PRIUSFAHRER beschrieben hätte in Deutschland noch kein Zulassung. Der Druck aufs Pedal muss immer noch eine Betätigung des Hauptbremszylinders bewegen. Break by wire ist nicht redundant genug. Einen elektrischen Speicher für den Unterdruck bereitzustellen ist überflüssig, da die Unterdruckdose einen Speicher darstellt und mehrere Bremsvorgänge ermöglicht.
Bei einem Komplettausfall der Pumpe wie ich ihn zwei male hatte, bleibt die Bremsanlage so benutzbar aber die Wirkung ist mehr als bescheiden bei vollem Einsatz des Körpergewichtes.
Aufgrund der vom Menschen gewohnten Rückwirkung des Bremspedals wird eine Break By Wire auch noch lange brauchen bis sowohl der Gesetzgeber mitspielt als auch der Preis in erträgliche Bereiche kommt.

mfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 118000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 90000km, E-UP seit 2020, 4500km, C180TD seit 2019 26000km , max G30d seit 2020 300km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013, E-Expert 75kWh bestellt.

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Priusfahrer hat geschrieben: Man tritt also nicht auf den Bremszylinder sondern nur auf einen Sensor.
Welcher Bremssystem-Hersteller soll das sein und in welchem Fahrzeug verbaut? ich kenne nur einen Hersteller und ein paar Fahrzeuge.
Bosch schonmal nicht:
The force supplied by the booster and the driver is converted into hydraulic
pressure in a standard master brake cylinder.
Da steht ziemlich deutlich, dass der der Fahrer in den Hauptzylinder reindrückt.
Ein Auto wie oben von PRIUSFAHRER beschrieben hätte in Deutschland noch kein Zulassung. Der Druck aufs Pedal muss immer noch eine Betätigung des Hauptbremszylinders bewegen.
Das ist falsch, schau dir mal die Conti MK-C1 an. Schema habe ich als Bild eingefügt. Da gibt es keinen Hauptbremszylinder mehr.
Das ist ein Break-by-wire System mit hydraulischer Rückfallebene.

Wird Serienmäßig im BMW X5 und weiteren Herstellern verbaut.
Dateianhänge
35148_2012_395_Fig4_HTML.jpg

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

blueberlin
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Um genau zu sein MUSS jedes Fahrzeug über drei Bremsen verfügen !

Eine Betriebsbremse
eine Feststellbremse
Und eine Hilfsbremse

Das ist Gesetz und LKW über 9Tonnen bzw. Busse ab 5,5 Tonnen sogar noch eine 4 Bremse eine Verschleissfreie Dauerbremse

Und wenn wir es noch genauer nehmen gibt es bei Busse sogar noch eine fünfte Bremse die Haltestellenbremse
Hundai Kona Elektro Style: Bild 64kWh Akku, In Ceramic Blue bestellt am 03.01.2019 Unterwegs seit 19.07.2019

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Michael_Ohl hat geschrieben: Ein Auto wie oben von PRIUSFAHRER beschrieben hätte in Deutschland noch kein Zulassung. Der Druck aufs Pedal muss immer noch eine Betätigung des Hauptbremszylinders bewegen. Break by wire ist nicht redundant genug.
Das hat scheinbar Toyota nicht gewusst und in alle Hybride so eingebaut :roll: Und meines Wissens nach ist so ein ähnliches System auch in vielen BEV drin. Nur damit gelingt der nahtlose Übergang von der rekuperativen Bremsung zur mechanischen Bremsung.

Denn wenn ich aufs Pedal trete, wär das blöd, wenn auch gleichzeitig der Hauptbremszylinder betätigt würde, wenn die erforderliche Bremsleistung durch den Motor ausreicht.
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Dafür reicht ein Stück "mechanisch toter Weg" des Bremspedals, auf dem aber die Rekuperation greift, bevor dann bei tieferem Tritt die mechanische Bremse wirkt. Ist AFAIK z.B. bei den Drillingen technisch so umgesetzt und der Übergang ist durchaus sanft, kaum spürbar. Bei diesem System merkt man aber bei vollem Akku deutlich die schwächere Rekuperation, in oberen Wegbereich des Bremspedals könnt dann ungewohnt wenig Bremswirkung, das war anfangs etwas überraschend.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Oder dann wie es BMW macht mit One Pedal.Damit lässt sich die hydraulische Bremse ganz von der Kombination mit der Reku trennen. Man kann nochmal bei leichter Betätigung des hydraulischen Bremspedals (Leerweg) die Rekuperation weiter erhöhen.
Ist das nicht gut ?
Ja ! Das ist nicht gut !
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