E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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  • JoDa
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@Meinereiner
Als Mathematiker habe ich natürlich auch zuerst viel Zeit zur Berechnung der "CO2-Gesamtemissionen von PkWs für verschiedene Treibstoffe" verwendet, und auch in meiner Signatur verlinkt. (Weil vor 2016 gabs sowohl vom österreichischen als auch vom deutschen Umweltbundesamt noch keine Studien. :evil: )
Als mir dann klar wurde, dass für die Kaufentscheidung der Umweltschutz irrelevant ist, sondern nur das Geld zählt, habe ich dann meine Signatur geändert.
Außerdem gilt natürlich immer: "Vertrau nur einer Statistik die du selbst gefälscht hast." (Churchill oder Goebbels im 2. Weltkrieg)

Ich glaube die "Normalbevölkerung" braucht Handlungsempfehlungen, und keine Statistiken.
Daher sage ich nur mehr: "Der Treibhausgas-Wert hängt davon ab von welchem Kraftwerk der Strom kommt. Daher wählt einen echten Ökostromanbieter, der auch neue regenerative Kraftwerke baut."

Und ja ich hab auch viel Zeit dafür aufgewendet den "CO2-Ausstoß bei der Akkuherstellung" zu berechnen.
(Da sind ja die Rechenwerte von 140 kgCO2äqu pro kWh Akkukapazität, welche das Ö und D Umweltbundesamt verwendet komplett veraltet, da sie sich auf die Akkuproduktion im Jahr 2011 beziehen. Und seit die Zahlen der 1. Schwedenstudie durch die 2. Schwedenstudie revidiert werden mussten ist auch der "Normalbevölkerung" klar geworden, dass auch diese Statistiken nicht vertrauenswürdig sind.)
Da habe ich mir dann sogar die Mühe gemacht, zu erklären wie jeder ganz einfach den CO2-Rucksack seines Akkus abschätzen kann.

Heute sage ich nur mehr: "Der Treibhausgas-Wert des Akkus ist annähernd Proportional zu den Produktionskosten. Da diese immer geringer werden, wird auch der Treibhausgas-Wert immer geringer. Aber man sollte sich Fragen ob man wirklich so viel Geld für einen großen Akku ausgeben möchte, wenn man doch mit einer kleineren Reichweite auch auskommt."
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

Jupp78
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MaXx.Grr hat geschrieben: heise.de hatten geschrieben, daß sie die CO²-Betrachtung in allen drei Fällen mit der Vorkette berechnet haben.
Der Artikel ist nicht frei lesbar, aber ich komme, wenn ich zurückrechne, nicht wirklich auf diese Werte. Weiß aber nicht, was die unterstellt haben. Ich habe mal deutscher Strommix unterstellt und mittlere Spritmonitorwerte (und das läuft sicher noch zu gunsten des BEV). Da bin ich bei 5-6 Jahren für den Break-Even. Ist allerdings auch ein Suff mit viel Energieumsatz, da geht traditionell die Rechnung schneller auf.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Oh - das tut mir leid wenn der Artikel hinter einer Bezahlschranke ist - das war mir nicht bewußt. heise nimmt eigentlich immer selbst erfahrene Werte bzw. die Werte von Spritmonitor. Hier in diesem Fall haben sie bei den Verbrennern die Durchschnittswerte von Spritmonitor genommen und beim Enyaq die selbst getesteten incl. Verluste:
heise.de hat geschrieben:Für den Verbrauch ziehen wir nicht die WLTP-Angaben der Hersteller heran, sondern nutzen Praxiswerte. Beim Enyaq iV 80 sollten Sie im Jahresmittel ausgehend von unserem Test des Elektro-SUVs mit 20 kWh pro 100 Kilometer inklusive der Ladeverluste rechnen. Für beide Kodiaq-Varianten nutzen wir die Daten von Spritmonitor. Beim Benziner sind das 9,2 Liter pro 100 Kilometer, beim Diesel 7,7 Liter. Nur zum Vergleich: Skodas WLTP-Angabe für unsere Konfiguration des Enyaq iV 80 beträgt glatt 16 kWh. Für den Kodiaq 2.0 TSI Style nennt der Hersteller 7,9 Liter, für den Kodiaq 2.0 TDI Style 6,3 Liter.
Und für die CO²-Werte haben sie den Strommix genommen mit 0,428 kg CO₂-Äquivalente (CO2e) an. Dieser Wert berücksichtigt die komplette Kette inklusive der Förderung fossiler Energieträger (Well-to-Wheel). Vielleicht klappt ja Deine Rechnung jetzt besser mit den Werten...

Grüazi, MaXx
#2307 - Mit koordiniertem, gemeinsamen Laden die Strompreise reduzieren und die Welt retten ;-)

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

Jupp78
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Beim Enyaq sehe ich einen Spritmonitorwert von 21,3kWh/100km und dabei ist das von sehr frischen Profilen geprägt. Hier sehen wir vermutlich noch einen klaren Sommereffekt aktuell. Da sind 20 kWh/100km echt optimistisch. Und beim Diesel sieht man klar 7,5l/100km über alle Dieselmotorisierungen.

Beim CO2 hätte ich mit dem Wert von 2021 mit Vorkette des UBA gerechnet (485g/kWh). Wie Heise.de auf den Wert kommt, ist unklar.
https://www.umweltbundesamt.de/sites/de ... 2021_0.jpg

Aber wenn ich mit den Heise-Werten rechne, dann lande ich auch da, nur ist das entweder nicht nachvollziehbar (wie beim Wert für den Strom) oder unplausibel, warum man einmal Spritmonitor nimmt und das andere mal nicht. Das wirkt schon nach einer gewissen Rosinenpickerei, die hier aber sicher nicht übertrieben ist, aber grade bei den Jahren zum Break-Even echte Unterschiede macht.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Und hier noch einmal ein Artikel zur Studie der Universität der Bundeswehr München
https://www.mdr.de/wissen/elektroautos- ... ei100.html

https://www.unibw.de/home/news/elektrof ... bilanz-aus

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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  • JoDa
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Ja, als Mathematiker macht es mir Freude Studien zur CO2-Bilanzen zu kommentieren bzw. sogar selbst CO2-Statistiken zu erstellen bzw. Näherungsformeln anzugeben mit der der "Otto Normalverbraucher" den CO2-Wert abschätzen kann.
Aber wie erklärt, ist das Zeitverschwendung.
Stattdessen ist es höchste Zeit zu handeln, und der Normalverbraucher braucht stattdessen Handlungsempfehlungen!

Weils aber grad so gut zum Thema passt, noch ein paar "dumme Fragen" bzw. etwas "Mäeutik":
*) In welcher Einheit wird die Treibhausgaswirkung gemessen, und was kann man sich unter 1 kgCO2äqu überhaupt vorstellen?
*) Warum wird der CO2-Ausstoß meines Autos beim Auspuff + CO2-Ausstoß der Vorkette, üblicherweise mit der Formel:
Kraftstoffverbrauch in Liter mal x mal 1,2 berechnet? (Mit x = 2,37 kg/l für Benzin bzw. x =2,65 kg/l bei Diesel)
*) Warum hat ein Elektroauto im Fahrbetrieb einen CO2-Ausstoß, wenn es doch gar keinen Auspuff hat? Warum wird üblicherweise die Formel: Geladene Energie in kWh mal x mit x der Emissionsfaktor des Strommixes meines Heimatlandes in kg/kWh verwendet? Macht es Sinn einen Ökostromanbieter zu wählen, und wenn ja welchen? Macht es Sinn die Ladezeiten zu planen, und wenn ja wie?
*) Warum gibt kein Autohersteller Zahlen für die Treibhausgaswirkung bei der Fahrzeugherstellung an? Bevor es keine CO2-Wertbestimmung bei der Rohstoffgewinnung und der Verarbeitung gibt, ist es da überhaupt Sinnvoll bei einem einzelnen Auto mit geschätzten Mittelwerten zu rechnen? Warum schätzt man diesen Wert nicht einfach anhand der Fahrzeugmasse oder des Fahrzeugpreises?

Die, ansonsten so regulierungswütige EU, macht ja nicht einmal eine Energieverbrauchskennzeichnung für Autos.
Mit den verpflichtenden Aufklebern für elektrische Geräte (die mit den Ampelfarben) hat man es zumindest geschafft, dass die Konsumenten energiesparende Produkte bevorzugen. Früher musste ein Haushaltsgerät möglichst Leistungsstark sein, heute möglichst Sparsam um vermeintlich Kosten zu sparen.
Wie man eine eigentlich gute Sache ins Gegenteil verkehren kann, hat das 2011 in D eingeführte "Ökolabel für PkW" gezeigt, wo der Aufkleber dem EU-Energielabel täuschend ähnlich nachempfunden wurde. (Na ja, zumindest war es wieder ein Beweis dafür, dass in D die Autolobby die Politik fest im Würgegriff hat.)
Die EU hat ja 95 gCO2/km Flottendurchschnitt ab 2021 festgelegt.
Tatsächlich hatten wir in Ö lt. Statitstik Austria 135 gCO2/km (mit der offiziellen geschönten Berechnungsmethode) bzw. >200 gCO2 (lt. Berechnungen des Ö Umweltbundesamtes).
Wo bleiben die hohen Strafen für die Autokonzerne?
Wo bleibt der Aufschrei der Medien, der Politik und der Bevölkerung? -> "Geld regiert die Welt." :( :evil:

Zusammenfassung:
CO2-Vergleichszahlen von einer vertrauenswürdigen Quelle sind sinnvoll!
Dem Konsumenten interessiert ja, wenn überhaupt, nur der Zahlenvergleich und nicht der Zahlenwert an sich.
Der Zahlenwert wäre nur interessant, wenn er auch Kostenrelevant ist, also wenn´s dazu auch eine CO2-Steuer gibt!
Zuletzt geändert von JoDa am Fr 15. Jul 2022, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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JoDa hat geschrieben: Warum gibt kein Autohersteller Zahlen für die Treibhausgaswirkung bei der Fahrzeugherstellung an?
Polestar tut das: https://www.polestar.com/dato-assets/11 ... finala.pdf

Ansonsten: Die Fragen sind rein rhetorisch, oder möchtest du Antworten darauf?
„Gasoline? It's a liquid fuel that was used centuries ago on Earth. They burned it to drive internal combustion engines.“ (Raumschiff Voyager, Staffel 2, Folge 1, 1995)

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

tommywp
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Macht nicht nur Polstar, Sollte man in jedem Substainability Report finden.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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... schön wärs.

@A.Q.
Danke für den Link. (Ich hab nur die Uraltzahlen von einem Ford und von einem Mercedes gefunden. Der Link von Polestar scheint vorbildlich zu sein. Zu Beginn eine einfache Darstellung mit Hilfe der üblichen Grafik CO2 versus gefahrene Kilometer, und dann eine ausführliche Beschreibung.)

Richtig, bitte auf die Fragen nicht antworten. Die sind als Denkanstoß gedacht.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

tommywp
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Okay was passt dir denn an dieser Zahl die im Sustainability Report z.b. von Volkswagen drinsteht nicht?
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