E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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A.Q. hat geschrieben: "eigens dafür Speicher errichten" kostet aber viel Geld, und die Renditeerwartungen solcher Investoren dürften erheblich höher sein als die von Privatpersonen, die praktisch keine Investitionen und kaum Risiken haben.
Ein Investment in einem Bereich in dem der Bedarf nicht versiegt klingt für meine Ohren durchaus attraktiv. Bezogen auf den Speicher scheinen eigens dafür geplante Projekte auch finanziell nicht unrentabel zu sein. Man hat hier zb. die Möglichkeit auf günstigere Speichertechnologien auszuweichen, die dafür eine geringere vol./grav. Energiedichte haben, was hier wenig störend ist. Zum Investment fehlt mir aber Wissen und Erfahrung das entsprechend zu beurteilen.

Es werden sich durchaus Menschen finden lassen, für die V2G attraktiv ist. Ich halte es nur für unwahrscheinlich, dass dies in so großer Zahl passiert, dass die Hoffnung die in V2L gesetzt wird/wurde sich auch erfüllt. Bitte nicht falsch verstehen, Privat für den eigenen Bedarf ist V2G super, hätte ich auch gerne.

Meine Hypothese zu V2G sieht folgendermaßen aus:
- Die beschleunigte zyklische Alterung sowie die Angst vor einem zu stark entleerten Akku sind Argument, weshalb sich Fahrzeughalter tendenziell eher gegen V2G entscheiden werden.
- bei ausreichend großer Akkukapazität wird zumeist nur geladen, wenn die Notwendigkeit da ist. Das zusätzliche Prozedere wird mMn die Mehrheit nur dann in Kauf nehmen, wenn die Vergütung ausreichend attraktiv ist, und Wallbox-gebundene Kabel die Regel sind, nicht die Ausnahme.
- bei kleineren Akkus wird vermehrt geladen, hier wird aber gleichzeitig auf einen möglichst hohen Ladestand wert gelegt, womit das Abstecken des Fahrzeugs (nach der Ladung) oder die fehlende Einverständniserklärung für V2G wahrscheinlich erscheint, es sei denn, auch hier ist die Vergütung ausreichend attraktiv.
BMW I3(s) 120ah REX, BJ2014, 174300km, REX Anteil 9,9% - Akkutausch 1.2022 von 15,5kWh auf 39,2kWh. Ab 2022 Michelin ePrimacy
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

hgerhauser
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Die Emissionen 2035 sind bei der Industrie, bei noch nicht auf Wärmepumpe umgestellten Heizungen, bei Hybridautos, die heute angeschafft werden, nicht im Stromsektor. Bei der unteren roten Linie (-88% im Jahr 2040) muss der Strommix 2035 bei Null liegen, bei der oberen roten Linie (-55% 2030) darf er nicht weit weg von 0 sein, da können nur noch minimale Mengen Erdgas im Strommix sein.

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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adauris hat geschrieben: @MaXx.Grr Nur weil du es nicht als Voll-Hybrid sehen möchtest, bedeutet das nicht, dass man "einfach so" daraus einen Mild-Hybriden macht. Zumal das Argument "nur ein PHEV ist ein richtiger Hybrid" unsinnig ist. Eine Birne wird (so sehr ich es auch will) nicht zum Apfel, obwohl beides Kernobst ist. Zudem hat die Zoe 55kWh brutto-Kapazität - in einer früheren Prognose wurde deutlich, dass Kleinwagen-HEV einen leicht geringeren CO2-Fußabdruck hinterlassen, wie BEV mit 75kWh brutto-Kapazität (26t CO2 zu 28t CO2 Life-time).
Ich halte es für absolut widersinnig ein Fahrzeug, das mit Strom fahren kann, diesen Strom mit Verlusten von über 60 % aus Benzin selbst herstellen zu lassen. Da macht es ja noch zehnmal mehr Sinn dieses Benzin in ein stationäres KWK-Kraftwerk zu kippen und dort mit etwas besserem Wirkungsgrad den Strom herstellen zu lassen. Über die Verluste beim Transport zum Fahrzeug sind wir dann wieder ungefähr beim gleichen Wirkungsgrad. Allerdings kann ich dort wenigstens die Abwärme noch als sinnvolle Energie verwenden...

Wenn man dann noch die Chance nutzt, EE zu günstigen Zeiten in Hinsicht auf den CO²-Ausstoß zu laden, potenziert sich der positive Effekt dieses kleinen zusätzlichen Steckers, der nicht nennenswert in den CO²-Abdruck bei der Fahrzeugherstellung einfließt.

Aus diesem Grund ist ein Hybridfahrzeug für mich einfach nur ein Verbrenner, der die Abbremsenergie einer erneuten Verwendung zuführen kann. Ganz ähnlich wie diese Spielzeugautos mit Feder im Kindergarten... Also ein Hybrid ohne Stecker wird niemals vom mehligen Apfel zur wohlschmeckenden und saftigen Birne, nur weil beide das gleiche wiegen und zur gleichen Zeit geerntet werden. (Einfach nur um den sinnlosen Apfel-Birnen-Spruch noch irgendeinem Recycling zuzuführen.)
adauris hat geschrieben: Erreichen wir die Pariser Ziele?
Eins zumindest steht fest: die Pariser Ziele erreichen wir nicht mit Hybriden ohne Stecker... Aber noch besser mit Hybriden mit Stecker aber ohne Verbrennungsmotor... Ach ja - nicht zu vergessen: von allem etwas weniger würde es auch vereinfachen...

Grüazi, MaXx
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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P.S. Wenn man Deine Rechnung nachvollzieht hast Du Dich beim Akku des Clio übrigens um den Faktor 10 verrechnet:
adauris hat geschrieben: Akku: 15 Jahre, 13,500km/Jahr, 80kg CO2/kWh Akku; +0,4g CO2/km.
Ich komme da bei 9,8 kWh Akkugröße auf ein Ergebnis ganz knapp unter 4 g CO²/km: 80000 x 9,8 / 15 / 13500

Also sind beide doch wieder gleich - aber das ist ja der statistische CO²-Wert - individuell kann man beim eAuto drunter bleiben. Das funktioniert nicht bei einem Auto das seinen Strom selbst aus Benzin herstellt.
#2307 - Mit koordiniertem, gemeinsamen Laden die Strompreise reduzieren und die Welt retten ;-)

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Ganz so einfach ist die Betrachtung nicht, da waren wir schon weiter. Wenn man denn so einfach denken würde, dann wäre es ein leichtes den CO2 Abdruck beim Fahren eines HEV zu definieren, eben irgendwo zwischen reinem ICE und reinem BEV.
Trotzdem gibt es Hybride die sich da nicht dazwischen einordnen, warum ist das so?
Weil die Antriebe die durch einen Hybriden benützt werden Spezialisten sind. Also der Verbrenner entfaltet all sein Potential gerade im schweren Lastbetrieb. Also den Berg hinauf oder das ziehen eines Anhängers mit hoher Geschwindigkeit. Der Elektroantrieb nun ist beim Anfahren extrem gut und beim Stopp&go im Stadtgebiet sowie bei allen unteren Lastbereichen wie Bergabfahrten oder den fast Segelstrecken.
Wenn nun in der CO2 Betrachtung durch den hohen CO2 Anteil in der Stromerzeugung der reine BEV Antrieb gegenüber dem reinem ICE Antrieb bei der hohen Lastanforderung schlechter da steht, gewinnt der BEV normalerweise durch seine Vorteile im niedrigen Lastbereich.
Genau das was dem Hybriden vorgeworfen wird, dass diese E-Betriebsbereiche keine Herausforderung darstellen und daher die reinen Kilometer im E-Betrieb nicht für den Split der Antriebssystem herangezogen werden kann, ist aber genau der große Vorteil des Hybridsystems, und das eben Unabhängig von den durch das Plugin System an der Ladesäule geladenen Kilometer.

Wenn ich es also schaffe, in diesen hohen Lastbereichen in einem normalen HEV den Akku zu laden, dann kann ich den guten Wirkungsgrad in diesen Lastpunkten nutzen um die Batterie zu laden. Rein mit Verbrennungsenergie, aber eben mit diesem hohen Wirkungsgrad (angeblich bis zu 40%).
Und dort wo der Verbrenner zwischen 10 und 15% Wirkungsgrad im Stop&Go oder bei der fast- Segelfahrt dahin gurgeln würde, dort verwende ich dann die Energie aus dem Stromspeicher, die mit reiner Verbrennerenergie geladen wurde aber mit 3 Fachem Wirkungsgrad als wie wenn ich direkt mit Verbrenner fahren würde.

Den "selbstaufladenden" Elektrowagen wie er in der Werbung genannt ist würde ich hier an der Stelle mal nicht unterschätzen, wenn, und nur dann, die Energie im Speicher nicht im Leerlauf oder in sonstigen Energetisch schlechten Betriebspunkten des Verbrenners erzeugt wird.

Und so schafft Toyota mit seinen HEV so extrem gute Verbrauchswerte, die kaum ein deutscher PHEV im reinem Verbrennerbetrieb erreichen kann.

Wenn man dann einen PHEV auf der Langstrecke optimieren sollte, ist der Ansatz die über Nacht geladenen Energie gleich mal in den ersten 60km zu verbrauchen um so lange wie möglich rein elektrisch zu fahren extrem falsch. Die elektrische Energie sollte immer dann genutzt werden, wenn diese den höchst möglichen Wirkungsgrad hat und nicht in den ersten 60km mit hohen Geschwindigkeit verschwendet werden.

Und dort wo jeder BEV zum Stromfresser wird, und mit einem 480g/kWh Strom aus deutschem Strommix auf sehr schlechte CO2 Werte kommt, dort sollte KEIN PHEV die elektrische Energie verschwenden und sich dadurch selber den CO2 Impact zerstören. Egal ob PHEV oder HEV.

Selbst wenn die Strecke rein elektrisch gefahren werden könnte kann die 160km/h Stelle mit dem Verbrenner CO2 mäßig besser sein als mit dem Elektroantrieb. Und die dann in diesem extrem Energetisch hohen Betriebspunkt zusätzlich generierte Energie aus dem Verbrennungsmotor kann dann die 480g/kWh sogar unterschreiten. Das kann jeder HEV auch ohne PlugIn, daher auch der HEV.

Achtung: diese Betrachtung stimmt nur bei diesen extrem hohen 480g/kWh aus dem deutschen Strommix. Und sie stimmt nur als zusätzliche Last bei extremen hohen Lastanforderungen an den Verbrennungsmotor. Da wo all die Verluste aus Kühlsystem/Abgassystem und Reibungsverlusten schon getätigt wurden und eben nur noch der Verbrennungswirkungsgrad der paar mehr mg Sprit für die paar kW elektrischer Leistung gezogen werden. Leider haben hier deutsche HEV eine falsche Betriebsstrategie weil diese optimale Betriebsstrategie das spontane Spitzendrehmoment schwächt und hier eher dann noch geboostet wird, also elektrische Energie dazu verschwendet wird um noch mehr Drehmoment zur Verfügung zu stellen, völlig falscher Ansatz der deutschen Fahrzeughersteller.

Im Umkehrschluss aber bedeutet das, wenn man die Nachhaltigkeit des Elektroantriebs in einen BEV wegen der 480g/kWh in Frage stellt, man auch den elektrischen Betrieb des PHEV durch nachgeladener Energie in Frage stellt und vor allem dann wenn im PHEV der deutsche Strommix für extreme E-Fahrten verwendet wird. Also genau dann, wenn man denn wie es heißt den PHEV Artgerecht fährt. Genau dann hat dieser das Gleiche Problem wie der BEV. Kurzum: unterschätze den HEV nicht, wenn dieser im richtigen Moment aus Sprit Strom erzeugt dieser dann die 480g/kWh unterschreiten kann.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 135.000 km

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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Warum tut Ihr Euch das an? Warum um Himmels willen wird der Mix betrachtet, wenn ich Solarpurist bin/probiere? Und auf Föhr mit 100% Seewind.

Von 5000 km sind nur 150 km öffentlich geladen worden. Ihr könnt nicht einfach den PVeigenstrom ignorieren, der auch nicht zwingend zu 100% aus Wegwerfüberschussstrom bestehen muss.

Was ich derzeit am Schlimmsten finde….ich finde gerade kein Neukundenangebot mit 100% EE. Und das jetzt schon Monate. Weder Strom von Föhr…Mannstrom…Greenpeace usw. Es gibt halt 3 Monate wo die Sonne nicht reicht. Da würde ich den Strommix akzeptieren, da fahre ich allerdings auch viel weniger.

Selbst der Spiegel war ganz durcheinander… zur Taxonomie. Ironie…in F ist das BEV jetzt fast clean nach Eurer Betrachtungsweise. Es fehlt noch das grüne Label lokale Energie …für braune Kohle.
Dateianhänge
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Zuletzt geändert von Blue shadow am Mi 6. Jul 2022, 16:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Die individuellen Szenarien sind für die Gesamtbetrachtung nicht repräsentativ. Der von dir erzeugte PV Strom hätte auch in den Strommix fließen können, um so den CO2 Footprint zu reduzieren. Das ist für einzelne Szenarien wie dein gelebter Alltag natürlich unzureichend, bildet aber die Situation im gesamten besser ab.
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Blue shadow hat geschrieben: Warum tut Ihr Euch das an?
Natürlich ist deine Sichtweise bequemer und angenehmer fürs Gewissen. Aber nicht richtiger.
„Gasoline? It's a liquid fuel that was used centuries ago on Earth. They burned it to drive internal combustion engines.“ (Raumschiff Voyager, Staffel 2, Folge 1, 1995)

Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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Das sehe ich anders. Ich bin ein Teil des Strommixes, aber auf der positiven Seite. Mit fossil bin ich immer in der Waagschale des Absturzes/Verderbens.
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Re: E-Mobilität - Wie nachhaltig ist sie wirklich?

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"Ich bin ein Teil des Strommixes, aber auf der positiven Seite"

Da die hier genutzte EE nicht von anderen genutzt werden kann, die auf fossile Energieträger angewiesen sind, wäre die Schlussfolgerung dass man auf der positiven Seite steht, wenn man den Verbrauch klein hält, was global betrachtet besonders den Konsum aller Güter betrifft.

Das soll kein wertender Kommentar sein. Ich möchte damit nur den Blick darauf lenken, dass die Situation komplexer ist als einen Stromliefervertrag zu unterschreiben, bei dem 100% EE garantiert sind und eine PV am Dach des EFH.
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