Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Fr 28. Dez 2018, 12:49
Ach was waren das noch für Zeiten. :!:

Damals mit dem Think, wo es der Ansporn war mit 9 kWh Nettokapazität eine 100 km Etappe am Stück zu absolvieren und sich darüber gefreut hat, dass man es geschafft hat. Oder als ich drei Jahre lang sehr glücklich mit dem e-up! unterwegs war und mich über Verbräuche von 9-13 kWh/100 km gefreut habe. Und jedes Mal wenn ein Verbrauch über 15 kWh/100 km auf der Anzeige stand ich das einfach nicht glauben konnte und wollte.

Doch in den letzten drei Monaten ist etwas mit mir passiert. Ich fahre nun mit dem Ampera-e ein anderes Kaliber. Und ja ich gebe zu, ich finde es sehr entspannend, eine 600 km Etappe mit 1-2 Ladestopps absolvieren zu können, die dafür zwar länger ausfallen als 20 Minuten, ich dafür beim Mittagessen aber nicht so hetzen muss. Alles toll. Aber seitdem ich den großen Akku habe, ist es vorbei mit der sparsamen Fahrerei. Ich erwische mich mittlerweile regelmäßig mit 130-140 km/h auf der Autobahn. Verbräuche um die 25 kWh/100 km sind normal geworden und das ganze wird durch Ladetarife von 50 Cent/100 km durch Telekom, Maingau und Co. auch noch unterstützt. Nur zu Hause mag ich nicht mehr laden, denn einmal Akku füllen kostet fast 15 Euro und mit meiner rowdiehaften Fahrweise komme ich gerade mal noch 220 km damit. Dazu kommt eine Akkuheizung mit 2 kW, die sogar dann anspringt, wenn man nur mit 3,7 kW lädt. Hallelujah. Es kommt nichts mehr im Akku an und der Stromzähler rennt wie Sau.

Man hat auch kaum noch Elan den Verbrauch zu drücken, weil man merkt, dass einfach immer ausreichend Reserve vorhanden ist. Und weil es vielleicht gerade mal wieder die 220 km Fahrt zur Arbeit ist und man einfach ankommen möchte. Und weil das Auto nicht wirklich auf Sparsamkeit ausgelegt ist. Dafür sorgt zum Beispiel eine Innenraumheizung, die während der Fahrt mit 3 kW mitläuft. Dafür sorgt eine sehr schöne und ansehnliche Minivan-Karosserie, die aber auch gut im Wind steht. Ok, als ich zu meinem Bruder gefahren bin mit Tempomat 108 km/h, hatte ich einen sehr ansehnlichen Verbrauch von unter 16 kWh/100 km. Da habe ich mich natürlich gefreut, aber das war eben eine Freizeitfahrt bei schönstem Wetter. ;)

Ach was waren das noch für Zeiten. :!:

Als das Auto einen gefordert hat, mit der Energie sparsam und sinnvoll umzugehen. Ihr mögt mich für verrückt halten, aber diese Herausforderung fehlt mir ein wenig. Es ist nur ein Mietwagen und er wird auf absehbare Zeit getauscht. Ich wünsche mir ein wenig die alten Zeiten zurück - es sollte nicht größer als der Ampera-e sein, es sollte die Sparsamkeit eines Hyundai Ioniq besitzen und wenn es um die 40 kWh hat wie der Nissan Leaf, wäre ich damit wohl einverstanden. Vielleicht also der I.D. neo mit dem kleinsten Akku? Oder doch wieder der kleine e-up! mit dem großen Akku?

---
Eine Geschichte aus dem Leben eines E-Auto Fahrers, der 2012 mal mit 11 kWh Brutto begonnen hat und mit den heute vorhandenen technischen Möglichkeiten nicht mehr richtig umgehen kann. :roll:
Zuletzt geändert von PowerTower am Fr 28. Dez 2018, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
Think PIV4 von 2012 bis 2015 || VW e-up! von 2016 bis 2018
Opel Ampera-e von nextmove ab 09/2018

Batterie Upgrade - ein Praxisbericht || Ladestation am Mehrfamilienhaus
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Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Fr 28. Dez 2018, 13:11
Mal sehen ob es mir mit dem eNiro64 ähnlich ergeht.
Aber es hat ja auch seine guten Seiten, und nennt sich eben Fortschritt.
Vielleicht erzählt man sich ja bald die Geschichte, wo man noch selbst
Auto gefahren ist.
Aber etwas Nostalgie behalte ich mir ja mit dem Ion noch, wo 100Km Strecken
echte Herrausforderungen im Winter waren/sind.

Gruss
Wolpertinger, der Hybrid unter den Tieren.
90% Ioniq + 10% Polo = Hybrid
Nächster Schritt: 2019 - 100% Elektrisch
e Niro64 Spirit - P4 , ABT, WK (Laut Vertrag Mrz19, Nicht Lieferbar)

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Fr 28. Dez 2018, 21:07
Mit dem Twizy bin ich mal auf 56 Wh/km gekommen über Land als es nötig war.

Mit größeren Akkukapazitäten und engmaschigerer Infrastruktur schwindet diese Not.

Grundsätzlich fand ich es aber schon immer schöner einfach an der Ampel wegzusurren während neben einem die Start Stop Automatik den Anlasser anschmeißt der die Bordspannung einbrechen lässt um den Hauptantrieb wieder zu starten...

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Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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PhoenixIQ
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folder Do 14. Feb 2019, 09:32
Schön geschrieben @PowerTower
So ändern sich die Ansprüche. Und eines ist klar, damit das E-Auto massentauglich wird muss es auch auf der Autobahn in Deutschland flott bewegt werden können ohne dabei alle 60 Minuten nachladen zu müssen.
Hier ist das Model 3 die neue Messlatte ;)
Ioniq Electric seit 12.02.2018 :D - 39.000km - 100% SOH - ~15kWh/100km
9,99kWp mit 13,5kWh Tesla PowerWall 2 :D

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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Helfried
folder Do 14. Feb 2019, 09:50

PhoenixIQ hat geschrieben:Und eines ist klar, damit das E-Auto massentauglich wird muss es auch auf der Autobahn in Deutschland flott bewegt werden können
Diese Generation reduziert sich aber derzeit zahlenmäßig zusehends durch biologische Gegebenheiten.

In den Metropolen (in denen Trends entstehen) zählen schnelles Fahren und der Führerschein generell von Jahr zu Jahr weniger. In Wien sinkt sogar das Geschäft mit den Parkhäusern bereits trotz dramatischen Zuwachs an Einwohnern.

Das Auto wird langsam zum Auslaufmodell in der Jugend. Neue Denkmodelle sind gefragt.

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Do 14. Feb 2019, 09:58
Ich kann das gerade voll und ganz nachvollziehen und muss etwas schmunzeln, da es in mir aktuell die selben Gedanken gibt die mich treiben.

Ich fahre einen 190er e-Golf, mit Wärmepumpe. Hab dank Akku-Degradation noch so 88% Kapazität, also gut 18,6 kWh. Damit komme ich im Winter auf 110-120 km, zur Sicherheit ist es aber eher 1%=1km.

Man achtet also auf seinen Energieverbrauch, haushaltet damit, Verbrauch so um die 16-17 kWh/100 km, bei >18 weiß man dann schon, oh, das war flott.
Man macht sich Gedanken um die Kosten, zu Hause sind es 4,30 Euro/100 km, mit Maingau glatte 4 Euro, natürlich im Jahresmittel inkl. Ladeverluste.
Durch Telekom oder EnBW rückt das gerade alles in den Hintergrund, die Zeit vor dem Jahreswechsel war es finanziell sowieso egal, da Entega-Flat.
Aber nein, ich verschwende das nicht, gehe trotzdem bewusst damit um (die ein oder andere Spaß-Fahrt bleibt natürlich nicht aus, liegt aber in der Natur)

So und nun bin ich vor gut 2 Wochen mal Kona gefahren, Premium, der mit dem großen Akku.
Am Ende standen nach 95 km 19,9 kWh/100 km auf dem Display, Reichweite noch 310 km (ja, das passt nicht, aber ist halt ein GOM)
Trotzdem: Gut 300 km Autobahn im Winter bei 120 km/h sind also möglich. Wow.
Wer fährt da noch 110, die magische Grenze bevor der Verbrauch ins unermessliche steigt, oder mal 90 hinterm LKW?

Aber dann auch gleich:
64 kWh also, ok. Macht bei 5% Rest im Akku und 13% Ladeverlusten mal eben 18,45 Euro. Mit Maingau 17,18 Euro (nur mit kWh gerechnet, die Ladezeit ist für den Tarif viel zu lang)
Ladezeit an Schuko? Gut 30h.
Ladezeit an Typ2? Gut 9 1/2 Stunden
Ladezeit an CCS? 75 min bei 50kW
Wie ist wohl der Sommerverbrauch? Von guten 10er oder 11er Werten wie im e-Golf kann man sich wohl verabschieden?
Gekauft! Ab 08/2017 unterwegs mit einem e-Golf (190)

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Do 14. Feb 2019, 10:16
Mensch jungs...der sommer kommt...die PV glüht....und der große Akku kann auch eine WOCHE Schietwetter überbrücken. Der größte Vorteil der Stromer entsteht beim Kurzstreckenbetrieb.

Ja derAmperaE hatte gerade beim Überholen richtig laune gemacht...bin gerade mit dem env200 unterwegs. Selbst damit ist bei Kickdown an der Ampel bei mir ein 🤪 im Gesicht.
ExKonsul leaf blau winterpack ca 50000 km Spannung und Spass mit Akku und....brusa booster in arbeit...in warteschleife auf upgrade 62 kwh in der Unendlichkeit....akkurex in Plannung muxsan.com...ewölfchen arrived...Konzertsaal auf Rädern

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Mo 18. Feb 2019, 08:45
ein hübscher thread! günstige co2-preise führen zum anstieg der ladepreise? oder war es umgekehrt? einfach zuhause weniger kochen und mehr bei mcdonalds essen und aufladen dann brauchen wir auch keine neue atomkraftwerke. :mrgreen:
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Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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Jake1865
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folder Mo 18. Feb 2019, 09:24
Helfried hat geschrieben:
Do 14. Feb 2019, 09:50
PhoenixIQ hat geschrieben:Und eines ist klar, damit das E-Auto massentauglich wird muss es auch auf der Autobahn in Deutschland flott bewegt werden können
Diese Generation reduziert sich aber derzeit zahlenmäßig zusehends durch biologische Gegebenheiten.

In den Metropolen (in denen Trends entstehen) zählen schnelles Fahren und der Führerschein generell von Jahr zu Jahr weniger. In Wien sinkt sogar das Geschäft mit den Parkhäusern bereits trotz dramatischen Zuwachs an Einwohnern.

Das Auto wird langsam zum Auslaufmodell in der Jugend. Neue Denkmodelle sind gefragt.
Das begrüße ich. Dann werden die Strassen endlich wieder freier und ich habe mehr Platz um Fahrspaß auszuleben.
Das ganze auch noch Umweltfreundlich mit BEV.
Ich freue mich über jeden Rad- und Öffifahrer mehr. Das bedeutet immer einen Autofahrer weniger.
Noch mehr freue ich mich über Menschen die erst gar keinen Führerschein mehr machen....
Soll die Jugend doch am Handy rumspielend zu Hause oder sonstwo rumhängen. Um so besser für mich.

Gruß Jake
Die Amis haben die bessere Show. Die Deutschen bauen die besseren Autos.

Re: Großer Akku und günstige Ladepreise haben mich versaut.

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folder Mo 18. Feb 2019, 12:29
Das ist dann wohl ein Beispiel für den sogenannten Rebound Effekt. Das Nutzungsverhalten wird in diesem Falle über verbesserte Produkteigenschaften so beeinflusst, dass diese Eigenschaften wieder kompensiert werden.
Beispiele:
"wozu Licht ausschalten, die LED Beleuchtung spart doch auch so schon"
"mit meinem EAuto spare ich mit jedem km 100g CO2, daher hat sich meine jährliche Fahrleistung verdoppelt" (sowas soll es geben... )

Ging mir letztes Jahr im Urlaub ähnlich. Hatte mir auch nen AmperaE gemietet und bin zum Schluß doch wieder Smart gefahren. Der AmperaE erweckte durch die nicht leer zu bekommende Batterie gar nicht mehr dieses lieb gewonnene, puristische E-Auto Feeling (das ist durchaus ernst gemeint.)
Irgendwie war das vom Fahrerlebnis fast schon gar kein Unterschied großer mehr zum Verbrenner. Nur halt ohne Rappelei ;)
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