Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

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Re: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

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Brüssel macht das, was Berlin nicht hinbekommt oder hinbekommen will. Es war höchste Zeit. Diese Grenzwerte sind kein Stück zu streng, sondern das gerade noch vertretbare Maß, wenn wir unter 2 Grad bleiben wollen. Bitte im Wärme- und Strombereich ebenso konsequent nachlegen.
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Re: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

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  • Wiese
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@creative-tec

Zu Deinem post zu Toyota möchte ich etwas sagen.
Auch ich bin der Meinung, dass Toyota vor 20 Jahren eine richtige und wegweisende Entscheidung getroffen hat. Vor 12 Jahren habe ich ein ähnliches Fzg gekauft, das zwar nicht diese ausgefeilte Technik hat, aber mit sehr viel weniger Aufwand ein fast identisches Ergebnis zu geringeren Kosten lieferte. Ich kenne auch den Toyota-Hybrid aus der Praxis und kann die Fahreigenschaften ganz gut beurteilen und vergleichen.
Man muss sich jetzt fragen, was in den letzten 20 jahren passiert ist. Toyota hat den Hybriden noch etwas verbessert, Honda hat mit der damals vorgestellten Technik gar nichts mehr gemacht, und der Rest der Welt hat sich auf den Diesel gestürzt. Der CO2-Ausstoß ist beim Hybrid und Diesel fast identisch, vor allem, wenn man den CO2-Ausstoß inclusive Vorkette betrachtet. Inclusive Förderung, Transport und Raffinierieeinsatz erzeugen beide Kraftstoffe 2,8 kg CO2 pro Liter. Fährt man dann mit einem Diesel genau so zurückhaltend wie es im Prius und seinen Verwandten üblich ist, verbrauchen sie gleich viel Kraftstoff und erzeugen gleich viel CO2. Den wirklichen Unterschied macht die Atkinsonsteuerung des Toyota, der die anderen Schadstoffe deutlich reduziert. Den Dieselmotor auf ähnliche Werte zu bringen wäre möglich, aber sehr teuer und aufwändig. Das hat wahrscheinlich Toyota schon vor 20 jahren erkannt, und den Dieselmotor nur gebaut, weil er von vielen Kunden gefordert wurde. Dass die Dieselhersteller betrogen haben ist nun der größte Glücksfall, den sich Toyota vorstellen konnte. Dass die Toyota-Hybride bisher bei uns so wenig Anklang gefunden haben, liegt in erster Linie an der ungewöhlichen Geräuschkulisse bei zügiger Fahrweise und dem "Gummimotorgefühl" das auch mein Honda verbreitet. Dagegen wirkt der durchzugsstarke Diesel kraftvoll und potent. Das Abgasproblem ist für die meisten Kunden unerheblich. Wie sich dieses Fahrverhalten in den letzten Jahren geändert hat kann ich derzeit nicht beurteilen, aber viele haben wohl verstanden, dass es wichtigeses gibt als das Drehmoment eines Dieselmotors, wenn sie derzeit einen Toyota kaufen.
Ja, es ist richtig, Toyota muss sich derzeit keine Sorgen machen, dass sie Probleme mit dem Flottenziel bekommen. Wenn die Kunden weiterhin viele kleine Hybride kaufen, können sie die relativ wenigen SUVs verkraften. Das könnte aber auch VW, BMW oder Daimler mit den Dieseln schaffen, wenn sie die Fahreigenschaften eines Prius-Hybrids einprogrammieren würden. Ich habe in meiner Firma schon bewiesen, dass man den fetten Daimler SUV des Chefs auch mit 6 Litern fahren kann, und mit den anderen Firmenfahrzeugen waren 4 bis 5 Liter möglich ohne zu schleichen. Der Toyota ist ja nicht nur ein sparsames Fahrzeug, er ist auch auf Sparsamkeit getrimmt, und lässt sich nur mit "Gewalt" zum Saufen bewegen. Mit wirklich sparsamen Fahrzeugen hätte die Autoindustrie noch mehr Zeit gehabt, und müsste sich jetzt nicht mit strengeren EU-Vorgaben auseinandersetzen. Aber der Kunde ist König, und wenn der fette Autos mit fetten Motoren will, wird er bedient.
Die Manager bei Toyota, die sich jetzt noch zurücklehnen können, haben aber nur etwas mehr Zeit herausgeschlagen. Der bessere Weg über die Hybridtechnik ohne Betrügereien die Abgaswerte erfüllen zu können bringt ihnen jetzt einen Zeitvorteil, mehr aber nicht. Ab 2025 wird auch Toyota auf E-Fzge setzen müssen, denn die deutlich weiter sinkenden CO2-Vorgaben sind nur noch elektrisch oder mit Plug-in zu schaffen. Nun kann man natürlich die Meinung vertreten, dass Toyota bereits Plug-ins hat. Ich frage mich aber, wer diese lahmarschigen Plug-ins kaufen soll, wenn es deutlich spritzigere, und auch bei voller Leistung leise E-Fzge gibt. Den Gummimotor wird keiner mehr kaufen, wenn er mal eine Elektroauto gefahren hat. Ob es in 5 Jahren überhaupt noch sinnvoll ist einen Verbrennungsmotor mit einem E-Motor zu kombinieren wird der Akkupreis und die steigende Akkukapazität entscheiden. Toyota kann also sehr schnell aus dem Rennen sein, wenn die Hybride gegenüber dem BEV keine Reichweitenvorteile oder Preisvorteile mehr haben.
Toyota hat meiner Meinung nach vor 20 Jahren alles richtig gemacht und 15 Jahre lang gute Entwicklungsarbeit geleistet. Heute ist aber auch der Hybrid ein alter Hut, und wird vom BEV schneller verdrängt als es der Autoindustrie lieb sein kann.
Das Elektroauto als überteuertes Alibiauto zu bezeichnen ist meiner Meinung nach albern. Die Hersteller können jetzt nicht mehr auf den Hybrid aufspringen, weil auch der in 10 Jahren die notwendigen Werte nicht mehr erfüllen kann. Die Hersteller können jetzt noch ein paar Jahre lang ihre Motorenwerke auslasten indem sie E-Motoren ans Getriebe basteln, aber bei fallenden Akkupreisen rechnet sich das bald nicht mehr. Der Abgasskandal hat die Politik endlich sensibilisiert, und was nach 2030 kommt kann niemend sagen. Mit dem E-Motor, bzw. dem BEV sind die Hersteller auf der sicheren Seite, denn für die Abgase sind dann die Stromerzeuger verantwortlich, denen es spätestens ab 2030 an den Kragen geht. Eventuell hat VW erkannt, dass das BEV alle Probleme mit einem Schlag lösen kann, und sie durch die Umstellung schlagartig aus dem Schneider sind. Den Dreck machen dann die Anderen, und die Fahrzeughersteller sind fein raus.
Umweltrelevantes: ab 2007 5,76 kWp PV, ab 2008 Naturstromkunde, ab 2009 20m² Thermie, ab 3. Dez. 19 Ioniq FL Style in blau
Eine Frau, 2 Kinder, 3 Enkel, eine Katze :old:

Re: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

lecsy
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Hört euch mal die ersten 10 Minuten von Der Tag vom 24.01. an

https://itunes.apple.com/no/podcast/deu ... 0428391491

Re: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

Horse
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lecsy hat geschrieben:Hört euch mal die ersten 10 Minuten von Der Tag vom 24.01. an

https://itunes.apple.com/no/podcast/deu ... 0428391491
Danke für den Hinweis!
(Das Abspielen klappte hier nicht, aber auf dann über diese Seite: https://www.deutschlandradio.de/audio-a ... _id%5D=788)

Der Vergleich mit der Tabakindustrie, die schaffte, der Bevölkerung jahrzehntelang vorzugaukeln, Rauchen sei nicht krebserregend, indem sie immer wieder Zweifel streute, ist auch bezeichnend.

Sowie: "Dies ist Stand der Wissenschaft von vor 50 Jahren." Anstatt mit solch halbgaren Argumenten sich auseinanderzusetzen: Statt dessen "Weiterbringen würde die Debatte, ob man nich die Feinstaubgrenzwerte weiter verschärfen müßte..."


Und dann aber das hier!
https://www.focus.de/auto/news/erklaeru ... 26663.html

Re: Strengere CO2-Grenzwerte für Autos - endlich!

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Bitte nicht auf Sickoxide und Feinstaub umschwenken, auch wenn es sehr interessant ist. Da gibt's schon ein paar Threads hier...

Grüazi MaXx
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