Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

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Re: Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

Vokoun
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Ich bezweifle das die Menschen Autos blind bestellen.
Bei solchen Summen will ich einen Ansprechpartner, das Auto Probefahren und drin sitzen und es anfassen.

Den auch Elektro Auto fahren ist emotional
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Re: Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

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150kW hat geschrieben:
zitic hat geschrieben: Der Autohandel ist einfach ein Auslaufmodell. Das zeigt ja Tesla sehr gut. Die stationären Händler werden mehr und mehr zur Last für etablierte Marken. Und auch für die Händler selbst bleibt immer weniger hängen.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wie ein Vertragshändler zur Last werden kann. Das sind doch eben nur Vertragshändler und gehören gar nicht zu VW. Wenn die alle zu machen und VW nur noch Online verkauft kann es VW doch egal sein. Müsste man nur eigene Werkstaätten aufmachen oder andere freie unter Vertrag nehmen.
Ich verstehe es auch nicht, ich denke das gute Händler- und Servicenetz ist mit ein Grund, dass so viel VW gefahren wird. Die 70% Firmenkunden in Deutschland sind vll. auch ein Problem für die Händler, da bleibt sicher weniger hängen als bei Privatkunden.

In Deutschland jedenfalls scheint das Modell Tesla nicht zu funktionieren.
Hybride aller Art sind die Zukunft, reine Batterie-Autos für die Masse sind für mich eine ökonomische und ökologische Sackgasse.

Re: Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

zitic
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Ja, die Firmenkunden spielen eine wichtige Rolle. Und man muss den Händlern halt auch Marge zugestehen. Die schicken Glaspaläste und Verkäufer tragen sich halt nicht von allein. Bei Online-Verkauf hatte man auch kleine Vorteile, da der lokale Händler da immer mit drin hängt. Da hat man jetzt ja versucht etwas Bewegung hineinzubekommen.

Und ja es es gibt natürlich auch noch genug Leute, die das alte System goutieren. Darum steckt man ja in einer Zwickmühle. Das wird sich aber halt auch immer mehr verschieben. Die älteren Generationen sind's halt gewohnt, wie Fernsehen 20:15. Aber nüchtern betrachtet, hat das System halt auch etwas Altbackenes selbst wenn es der neuste Glasbau ist. Der Mehrwert ist oftmals doch begrenzt. Da sitzt der Verkäufer halt oft nur und hackt die Bestellung in die Maske und schwatzt noch dies und das auf. Servicenetz ist wichtig und relativ rentabel. Der Verkauf hat die zentralen Probleme. Man bleibt ja vor allem wegen der Garantien etc. bei der Vertragswerkstatt und nicht weil Verkäufer x so nett war. Das entkoppelt sich halt auch immer mehr. Sieht man ja an der Vereinbarung. Man wird jetzt nur noch zum Vermittler, bekommt für Onlineabschlüsse eine Stillhalteprämie. Da wird er Händler dann auch Verkaufspersonal einsparen, das die meiste Zeit herumsitzt.

Und ja, natürlich gibt es auch viele gute Beispiele für Verkaufsservice. Es geht hier nur um die Tendenz. Und das ist ja nun auch nichts, was luftleer im Raum steht. Darum ging es ja im großen Verhandlungsmarathon von Händlern und VW. Darum gingen ja Händler in den USA gegen Tesla vor um sie in das alte System zu zwingen.

Re: Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

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Ich hätte den Skoda CITIGOe iV auch gerne online beim Hersteller direkt erworben wenn er damit um die Händlermarge preiswerter gewesen wäre.

Probefahrt war eh mangels Auto beim Händler nicht möglich. Das Verkäufergesabbel und das schicke Gebäude mag ich auch nicht mitfinanzieren.
Musste ich aber zwangsweise.

Auf eine Probefahrt möchte ich in der Regel aber nicht verzichten. Dafür ist mir dieser ganze Verkäuferoverhead aber zu teuer. Eine Probeautoflotte vom Hersteller selber ohne Beratung etc. in jeder größeren Stadt würde locker reichen. Wenns sein muss auch für ein paar € Miete.

Meine ganze EDV und Unterhaltungselektronik kaufe ich seit Jahrzehnten Online zum günstigsten Preis. Wieso sollte ich da ahnungslose Verkäufer bei Saturn oder Mediamarkt mit durchfüttern? Das selbe gilt für Autoverkäufer. Überflüssig. Arbeitskräfte werden z. B. in der Altenpflege gesucht. Da werden die Ressourcen besser genutzt.

Was bleibt sind natürlich unabhängige Werkstätten für Inspektionen und Reparaturen. Die müssen (und sollten) aber nichts mit dem Verkaufen zu haben.
SKODA CITOGOe iV "Style" bestellt 7.10.2019 -> Bauwoche KW 8 -> 6.3.2020 KW 10 beim Händler -> Fr. 13.03.2020 abgeholt! :-)

Re: Erster großer VW Händler in Hamburg Insolvent

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Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Die EDV und Unterhaltungselektronik bestellst du nicht online beim Hersteller, sondern einem Zwischenhändler. Wenn es keinerlei Zwischenhändler mehr gibt, sondern nur noch Direktvertrieb durch den Hersteller, gibt es auch keinerlei Konkurrenz und Differenzierung mehr. Du bist dann auf Gedeih und Verderb an den Hersteller gekoppelt, wie scheisse der dich auch behandelt. Mit Zwischenhandel kannst du wählen zwischen beschissenem Service, gutem Service, schneller Lieferung, günstiger Lieferung, Beratung, keiner Beratung oder teuer, langsam und schlecht zusammen. Das Beispiel Tesla ist also aus Kundensicht ein Negativ- und kein Positivbeispiel. Ich finde nach mehr als zwei Dutzend Käufen das Tesla-System des schnellen Kaufs auf der Website auch phantastisch. Umso mehr widert mich das Aftersales-Verhalten an, das sich Tesla nur leisten kann, weil es keinerlei Konkurrenz zum Direktvertrieb und eigenem Servicenetz gibt. Jede Übergabe bei einem x-beliebigen Renaulthändler in der Provinz ist besser als die Übergabe eines 125.000 Euro Autos bei Tesla, vom Service ganz zu schweigen. Könnte ich wählen, würde ich mich lieber pro Auto ne Stunde bei einem Händler hinsetzen und vor Ort kaufen, als das Ding in 2min online bei Tesla zusammenzuklicken. Denn was ich beim Kauf an Zeit mehr investieren muss, spare ich mir bei Übergabe und im anschließenden Service zigfach ein.

Auch aus Herstellersicht haben Händler einen entscheidenden Vorteil. Auch das sieht man wunderbar an Tesla. Der Handel expandiert eigenständig da, wo er Chancen sieht. Er investiert eigenes Geld auf eigenes Risiko. Das sichert eine Präsenz in der Fläche zu einmalig günstigen Preisen für den Hersteller, risikofrei ohne eigene Investitionen. Wenn Händler XYZ auf dem Dorf nichts verkauft, ist das nicht das Problem des Herstellers. Bei einem herstellereigenen Vertriebsmodell wie bei Tesla ist die Präsenz in der Fläche vom eigenen Investitionsvermögen abhängig. Vermag der Hersteller wenig zu investieren, gibts auch wenig Präsenz. Und wenn an Standort XYZ wenig verkauft wird, fallen die Kosten dafür trotzdem an. Das Risiko für den Hersteller ist minimal und die Kosten des Vertriebs sind variabel statt fix. Werden weniger Autos verkauft, sinken auch die Vertriebskosten im gleichen Maße, während sie bei Tesla gleich bleiben. U.a. deshalb macht Tesla Verlust und die anderen Hersteller nicht.

In Zeiten unbegrenzt verfügbaren, billigen Geldes und mangelnder Investitionsphantasie der Vorstände sind die klassischen Hersteller dazu übergegangen, mehr eigene Filialen zu betreiben. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend umkehrt, sobald Geld nicht mehr billig unbegrenzt verfügbar ist. Denn dann wird deutlich, welche Nachteile dieses Modell für den Hersteller hat.
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