Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

mobafan
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Was für ein unsinniger Test.

Beispiel 1:
"Ich esse jeden Tag Wurst und Fleisch". Nämlich eine Scheibe Salami. --> "Ganz böser Fußabdruck"
"Ich esse nur ein mal pro Woche Wurst und Fleisch". Nämlich 10 Scheiben Salami, fetten Rollbraten und ein Mettbrötchen am Sonntag. --> "Super Wert, nur Vegetarisch wäre noch besser"

Beispiel 2:
Wie viel Wohnfläche hast du pro Person im Haushalt?
"80qm" (Nicht gefragt: da für 4köpfige gedacht, aber noch keine Kinder da/aus dem Haus. Natürlich ein Holzhaus nach Passivhausstandard als Plusenergiehaus) --> "Ganz böser Fußabdruck"
"25qm" (Nicht gefragt: Uraltes Haus, keine Isolierung, mit alter Ölheizung und einem Energieverbrauch jenseits von gut und böse). --> "Toll, Sie tragen zu einer besseren Umwelt bei!"

Was ich sagen will: Macht den Müll nicht mit. Die Fragen sind viel zu wenig differenziert.
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Ne, sowieso nicht.
Ich schaue halt, was ich sinnvoll machen kann. Dabei bin ich weder zu totalem Verzicht bereit noch ist der Preis egal.
Zoe Q210, keine fossilen Energieträger mehr im Haus

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

mobafan
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Karlsson hat geschrieben:Ich schaue halt, was ich sinnvoll machen kann. Dabei bin ich weder zu totalem Verzicht bereit noch ist der Preis egal.
Eben. Ich bin auch bereit, etwas mehr zu zahlen, wenn ich Vorteile für die Umwelt sehe. Aber auch nur bis zu einem bestimmten Punkt, den ich mir leisten kann und will.

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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So sieht es aus. Viele halten Umweltschutz/Nachhaltigkeit/Ökologie für wichtig, aber es darf keinen Verzicht bedeuten, den Wohlfühlfaktor nicht nach unten verändern und auch nicht viel kosten.

Durch diesen Mann bin ich darauf gekommen, mir vor zwei Jahren die Zoe zu holen ...

http://www.gesichter-der-nachhaltigkeit ... rg-heynkes

Seiner Meinung nach brauchen wir in einigen Jahren kein eigenes Auto mehr ....
Ab 04.08.2016 Zoe R 240 Life. Ab 28.07.2020 E-Golf. Kfz-Versicherungen für Elektroautos: https://versicherungen-emobil.de/kfz-ve ... lektroauto, Direkt zum Vergleich: https://versicherungen-emobil.de/kfz-ve ... svergleich

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Pitterausdemtal hat geschrieben:Als ich grad den Test für den ökologischen Fussabdruck gemacht habe, stellte sich heraus, dass ich dort absolut durchschnittlich unterwegs bin. Mit Nachhaltigkeit hat das allerdings nichts zu tun, denn wenn alle Erdenbewohner so leben würden wie ich, dann bräuchte man 3,1 Welten. Mein Ergebnis ist im Anhang.

https://www.fussabdruck.de/oekologische ... ssabdruck/
Na dann hast Du ja noch viel Potenzial nach oben :mrgreen:
Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich müsste meinen Ressourcenverbrauch um ca. 70% reduzieren, damit es nachhaltig ist, dann sehe ich das als unmöglich an. Das würde bedeuten:

kein Auto mehr, keine Urlaubsreisen, kein Fleisch und keine tierischen Produkte wie Käse, Joghurt, etc. Kein Ikea mehr, denn das sind alles Wegwerf-Produkte, nur noch mit eigenen Behältern dort einkaufen, wo man Dinge ohne Plastik drum herum kaufen kann, das bedeutet wesentlich mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Weniger essen zu gehen, und, und, und ...
Ganz so schlimm ist es auch nicht:
- Schon allein der Ersatz von Rind- durch Schweinefleisch bringt beim Fleisch mindestens den Faktor 3.
- Ein Verpesterauto emittiert etwa 4-mal so viel CO2-Äquivalente wie Dein gesamter Lebensmittelkonsum. Deshalb hast Du mit dem eAuto auch da einen Faktor 4 drin.
- Möbel und andere Produkte machen einen ganz kleinen Teil an Deinem CO2-Fußabdruck aus. Heißt nicht, dass man sie unberücksichtigt lassen sollte.
- Plastik macht beim CO2, unserem bei weitem größten Problem weltweit, praktisch überhaupt nichts aus. Ca. 3% der weltweiten Ölförderung gehen in Plastik (und werden dann meinstens anschließend verbrannt), 97% werden sofort verbrannt. Das Plastik-Problem liegt nicht in der Produktion, sondern im Abfall. Würden Alle ihr Plastik zu 100% in die Tonne kloppen (egal, ob grün, schwarz, gelber Sack, Restmüll oder was auch immer), gäbe es kein Plastikproblem.
- Flugreisen kannst Du effektiv über http://www.atmosfair.de kompensieren. Und das völlig reell.
Auf der anderen Seite muss die Entwicklung in diese Richtung gehen, da wir mit diesem Planeten auskommen müssen ....

Ich finde das Thema sehr schwierig. Jemand, der kein Fleisch ist, umweltbewusst lebt etc. aber zwei Mal im Jahr nach Thailand in den Urlaub fliegt, macht mit dem Flugurlaub alles wieder kaputt, was er sich das Jahr über aufgebaut hat.
Bzw versaut den Teich, den er vorher so schön geschont hatte. Aber dazu gibt es ja atmosfair.de :mrgreen:
Mobilitätswende muss eigentlich heißen: viel weniger Mobilität als bisher! Nachhaltige Lebensweise bedeutet Verzicht auf Konsum und viel mehr selber machen. Wer ist dazu bereit und in der Lage?
Ich bin bereit. In der Lage sind wir ALLE. Bloß wollen die Meisten nicht.
Not-wendig: www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

Freitag treffen wir uns: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

Herzliche Grüße
Alex

Rest-CO2 kompensieren: atmosfair.de Goldstandard

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Wieviel kwp pv muss ich den aufbauen in deutschland wenn ich 13t co2 kompensieren will Alex?
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Keine Ahnung was Alex da schon wieder geschrieben hatte, aber die Antwort auf Deine Frage ist nicht einfach zu geben. Die PV muss sich ja selbst erst mal auf "0" bringen, d.h. ihren eigenen ökologischen Rucksack "abarbeiten". Das dauert eh schon mal paar Jahre. Danach wird sie "ökologisch rentabel". Wieviele t CO2 sie dann kompensiert hängt aber nicht allein von ihrer Größe ab, sondern auch von der Betriebszeit, die sie dann noch vor sich hat.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/2015

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Pitterausdemtal hat geschrieben:So sieht es aus. Viele halten Umweltschutz/Nachhaltigkeit/Ökologie für wichtig, aber es darf keinen Verzicht bedeuten, den Wohlfühlfaktor nicht nach unten verändern und auch nicht viel kosten.
Doch, es darf auch einen gewissen Verzicht bedeuten, zB 130 statt 180 auf der Autobahn.
Aber alles hat Grenzen.
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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kub0815 hat geschrieben:Wieviel kwp pv muss ich den aufbauen in deutschland wenn ich 13t co2 kompensieren will Alex?
Evtl. hilft das etwas: https://de.wikipedia.org/wiki/Photovolt ... ortisation

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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ich halte von der Kompensation schlicht gesagt gar nix. Nehmen wir das Beispiel Windkraft:
https://www.atmosfair.de/de/klimaschutz ... windkraft/

Da wird also mit Geld derer die sich freikaufen wollen Windenergie aufgebaut. Gut. Wenn aber dann der Strom verbraucht wird, ist dem Nutzer klar das dieser die hohe CO2 Last des Freikäufers trägt oder sagt der in seiner persönlichen Rechnung dann auch, super 0gCO2/kWh...
Wie ist das mit der deutschen EEG Umlage? da wird doch Geld für jede kWh aus Kohle ein gehoben um die erneuerbaren Energien zu fördern. Ist das nicht das gleiche Modell wie atmosfair? Also die Kohle wird dadurch rein gewaschen und der Elektromobilist aus reiner Windkraft hat auch 0gCO2/kWh....

Ich denke das atmosfair hier die umweltfreundlichen Produkte doppelt verkauft. Sicher ein gutes Geschäftsmodell, aber wie die selber schreiben nur als aller letzte Möglichkeit und nicht der Flieger an erster Stelle mit super sauberen Gewissen:
Aus Klimaschutzgründen sollte CO₂-Vermeidung wo immer möglich Priorität vor anderen Maßnahmen haben. Können CO₂-Emissionen nicht vermieden werden, sollten zumindest Maßnahmen ergriffen werden, um Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren. Unvermeidbare Emissionen kompensiert atmosfair für Sie in hochwertigen CDM Gold Standard Klimaschutzprojekten.
Auch dort auf der Seite steht die Priorität: 1. Vermeiden, 2. Reduzieren und 3. kompensieren.
Vermeiden
Aus Klimaschutzgründen sollte CO2-Vermeidung wo immer möglich Priorität vor anderen Maßnahmen haben. atmosfair hat sich diesem Grundsatz verschrieben und bietet für Einzelreisende, Geschäftsreisende und Event-Veranstalter Tipps und Tools zur Vermeidung von klimaschädlichen Emissionen.
Quelle: https://www.atmosfair.de/de/vermeiden/

So, aber um nun ein ganz klein wenig seine eigenen Problemfelder zu erkennen hier eine sehr vereinfachte Seite für jedermann:
https://www.eingutertag.org/de/
Ich finde halt, wenn sich mit diesem einfachen Rechner die eine oder andere Flugreise ausgeht, oder das eine oder andere Steak, dann passt das schon. Jeder selber hat es in der Hand das Klimaziel von 2 Grad Klimaerwärmung zu schaffen. Ob dies mit einem EV oder vegetarisch, mit dem Fahrrad oder dem 0 Energie Haus gemacht wird ist egal.
Zuletzt geändert von AbRiNgOi am Mi 25. Jul 2018, 14:42, insgesamt 2-mal geändert.
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