Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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  • Alex1
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

motion
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Wenn ich von E-Bikes und Pedelecs schreibe, sind es laut dir Binnensweisheiten. Nun schreibst du von E-Rollern.

#OT-Inhalt entfernt#

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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  • Wiese
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Um eine "Mobilitätswende" einzuleiten braucht man mehr als ein paar (Millionen) E-Autos.
In "meiner" Stadt, in dessen Speckgürtel ich lebe, gibt es eines der besten Nahverkehrssysteme. Trotzdem "muss" ich zu den Untersuchungen im Städt. Klinikum mit dem Auto fahren. Mit dem Auto brauche ich keine 20 Minuten, mit der Straßenbahn, die nur 100 m von meinem Haus entfernt hält, brauche ich mindestens 1 Stunde. Einkaufen in der Stadt ist mit der Straßenbahn ok.

Es gibt durchaus schöne verkehrsberuhigte Straßen, aber mit dem Fahrrad wollte ich außerhalb dieser Zonen nicht unterwegs sein. Während die Autos auf vorfahrtsberechtigten Straßen fahren, muss der Radfahrer an jeder Einmündung um sein Leben bangen. Während hier auf dem "Land" (ist auch ne Kleinstadt) die alten Herrschaften mit dem Fahrrad relativ sicher sind, sehe ich in unserer Großstadt keine älteren Leute auf dem Rad. Da sind es hauptsächlich fitte junge Leute die sich den Stress zutrauen. Alle Nebenstraßen sind gnadenlos zugeparkt, und als Radfahrer besteht immer die Gefahr, dass man einerseits von hinten bedrängt wird, andererseits damit rechnen muss, dass jemand aus einem gerade abgestellten Auto aussteigt und man über die geöffnete Tür stürzt. Da wo es Radwege gibt, und das sind wirklich viele, ist man zwar meistens vom fließenden Verkehr durch eine Baumreihe oder geparkte Fahrzeuge abgeschirmt, andererseits muss man aber an jeder Einmündung aufpassen, weil die Autofahrer oft bis zur Straßeneinmündung vorfahren und dort warten während sie den Radweg blockieren, oder Radfahrer einfach missachten. Dann kommen noch die Fußgänger, die der Radweg mitbenutzen.

Die Mobilität muss in der Stadt völlig überarbeitet werden. Manche Städte (hab nen Bericht über Berlin gesehen, die Millionen investieren) leisten da gute Arbeit, aber einen roten Radweg auf die Straße zu malen, oder den Gehweg zu halbieren und ein Rad-Schild aufzuhängen ist keine Lösung. Es ist auch keine Lösung den Verbrenner durch einen Elektromotor zu ersetzen. das verbessert zwar die Luft, bringt aber sonst nur wenig.

Nachtrag: Ich schwing mich jetzt auf meinen Drahtesel und ertüchtige meinen Körper. Als Landei kann ich das an der frischen Luft tun. Ich bin echt dankbar nicht in der Stadt wohnen zu müssen.
Zuletzt geändert von Wiese am Fr 13. Jul 2018, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Eine Frau, 2 Kinder, 3 Enkel, eine Katze :old:

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

glasi70
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Das mit den Fahrradwegen etc. begreife ich nicht. Wir machen uns da immer Sorgen, wieviel da passiert etc. Ich war vor ein paar Wochen mit dem Omnibus in Amsterdam. Dort ist im Zentrum an jeder Stelle ein Fahrradweg und dort fahren die dann ohne Rücksicht auf Verluste 2-Spurig oder im Gegenverkehr recht zügig direkt neben der Straße. Ich habe Gäste auf ein Schiff gebracht. Die mussten direkt nach dem Aussteigen am Bus warten, da erst der Fahrradverkehr durch extra vom Hafen angestelltes Sicherheitspersonal gestoppt wurde, damit die Rentner sicher zum Schiff kamen. Zusätzlich benutzen dort noch die Fahrradwege Mofas. Und alle tragen KEINE Helme. Die Stadtführerin meinte am nächsten Tag, Touristen erkenne man am Helm bei Fahrradfahren.....keine Ahnung wie es dort geschafft wurde, aber dort funktioniert es wohl

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

mobafan
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In einigen Städten werden zur Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs Straßen aus dem Tempo-30-Zonen-Bereich ausgenommen und in Fahrradstraßen gewandelt (mit Kfz + Motorräder frei, an einigen Orten auch nur Anlieger frei). Damit gilt für motorisierte Fahrzeuge noch immer Tempo 30 als Maximum, allerdings sind die Fahrradfahrenden dort die Herrscher. D. h. sie dürfen die Straße in voller Breite auch nebeneinander nutzen und kein motorisiertes Fahrzeug hat einen Anspruch darauf, die Radfahrenden überholen zu dürfen (es ist nicht verboten, aber es gibt eben keine Pflicht, Platz zu machen). Hier in Hameln sind sogar die in die Radfahrstraßen einmündenden Straßen mit einem Stopp-Schild ausgestattet (wobei sich gefühlte 80% der Verkehrsteilnehmer nicht daran halten).

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

Nordstromer
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Und noch eins zu den steigenden Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die kann man auch als Indiz dafür nehmen, dass Löhne seit Jahren oder Jahrzehnten stagnieren bzw. sogar zurückgehen. Für eine steigende Anzahl wird das eigene Auto nicht, oder nur noch unter Anstrengungen finanzierbar. Das Auweichen auf den ÖPNV geschieht sehr oft nur aus Not und nicht aus Überzeugung.

Und wenn ich die höre, die deshalb den ÖPNV nutzen bzw. dazu gezwungen sind bin ich überzeugt wenn ein Auto leistbar wäre würden sie sofort wieder eines anschaffen.

Außerdem nimmt die Zahl der Rentner stetig zu und damit auch die der potenziellen Umsteiger. Den allermeisten Flüchtlingen bleibt auch nur der ÖPNV und die Zahlen der Übernachtungen steigen auch jedes Jahr und somit auch die Beförderungen im ÖPNV.

Für viele AN ist der ÖPNV eine fette Kröte. Müsste meine Frau mit Bus und Bahn zur Arbeit wäre sie für eine Strecke 60-80 Minuten unterwegs. Mit dem Auto sind es aktuell 20 Minuten und wenn die Umgehungsstraße fertig ist gut 15 Minuten!

Beim umsteigen kommt es oft zu Verzögerungen und Verspätungen und das hört sie von den wenigen Kollegen, die den ÖPNV nehmen müssen immer wieder. Gerade Busse, die Strecken von 45-60 Minuten fahren sind oft zu spät v.a. dann wenn die meisten auch zur Arbeit wollen bzw. müssen.
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Grüße aus dem DC-Paradies HH&Umland :D P.S. 3 Phasen werden überbewertet und verschwinden konsequenterweise bereits aus dem BEV :D

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Hierzu http://www.spiegel.de/auto/aktuell/berl ... 15257.html

SPIEGEL ONLINE: Gab es Situationen, wo Sie sich Ihr eigenes Auto zurückgewünscht hätten?

Brüggemann: Na ja, auf dem Weg nach Brandenburg ins Grüne zum Wandern hätte ich schon lieber das Auto statt den Regionalexpress genommen. Mit Gepäck und auf längeren Strecken ist das einfach bequemer.

Auch ein sich multimodal fortbewegender, aber zum Verzicht auf das eigene Auto mangelt es eben noch an der geeigneten Sharingtechnologie:
mweisEl hat geschrieben:Wobei Carsharing erst etwas bringt (gemessen am Verzicht aufs eigene Auto), wenn es regionenübergreifend auch für multimodale Fahrten z.B. in einer Richtung angeboten wird - die engen Carsharingangebote innerhalb einzelner Stadtgebiete wie heute verlagern nur Verkehr weg von ÖPNV und Radverkehr zum Auto.
(Link)
Schon 12 Jahre lang Kfz-Steuer für meine E-Autos gezahlt - seit 28 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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  • Alex1
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Eine Tatsache, die so gar nicht zu den ÖPNV-Hassern passt: In den Speckgürteln der Großstädte steigen die Mieten/Kaufpreise fast proportional zur Nähe der nächsten ÖPNV-Station, speziell natürlich S- oder U-Bahn.

Offensichtlich brauchen die keine 10 Pferde, um in den Bus zu kommen... :lol: :mrgreen:
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Nordstromer hat geschrieben:Für eine steigende Anzahl wird das eigene Auto nicht, oder nur noch unter Anstrengungen finanzierbar. Das Auweichen auf den ÖPNV geschieht sehr oft nur aus Not und nicht aus Überzeugung.
"Not", so ein Schmarrn. Für eine weniger betuchte Familie in der Stadt ist Erwerb und Betrieb einer gebrauchten Autoschüssel deutlich billiger als den ÖPNV zu nutzen.
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Aus meinen Erfahrungen im Rhein/Main-Gebiet und auch in Berlin , Köln braucht man in großen Städten und zumindest auch in dicht besiedelten Gebieten kein Auto,das ist lediglich Luxus der einem oft auch noch Stunden bei der Parkplatzsuche, im stehenden Verkehr, beim tanken etc. raubt. Weder um einigermaßen zügig zur Arbeit zu kommen noch um seine privaten Einkäufe und Besuche zu erledigen. Ich hatte einen Chef, der kannte keinen ÖPNV, der hat grundsätzlich all seine Dienstwege mit dem Auto erledigt. Das Dumme daran war nur, ich war meist schon da während er mit seinem Auto noch im Verkehrsstress und vor allem in Staus und auf Parkplatzsuche war und auch teilweise deswegen zu spät zu Besprechungen kam. Außerdem konnte ich die Fahrzeit noch nutzen und mit dem Notebook arbeiten und mich beispielsweise vorbereiten für ein Meeting.
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