Wasserstoff

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Re: Wasserstoff

Meinereiner
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Zudem kann nicht jeder Landwirt, Rapsöl selbst herstellen, bei H2 wäre die Sache anders, mit entsprechendem Gerät und Speicher - das ist zumindest hinsichtlich der Prozessketten, simpler, als aus Pflanzen Öl und am Ende tankfertigen Treibstoff zu gewinnen.
Ich weiß nicht...
Der Maschinenpark zur Herstellung von Rapsöl ist sicher viel einfacher und damit viel billiger als für Wasserstoff.
Die Infrastruktur für einen E-Traktor beschränkt sich sogar auf eine 2-3k€ (Wallbox+Installation) zum Laden an der PV.

Wenn es um eine Nieschenlösung für wenige Bauern geht:
Für eine kleine Niesche sehe ich kein Problem mit Biokraftstoffen. Heute mischt man ja beim Diesel 10% bei, wenn also der Anteil der Nieschen vom Gesamtverbrauch kleiner 10% ist, passt das doch.
Da treibt doch keiner den Aufwand mit Wasserstoff.
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Re: Wasserstoff

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Ich denke man sollte vielleicht beim Bauern seinen Horizont ein wenig erweitern. Weil es gibt in diesen Betrieben sehr oft ungenützte Energieformen. Die PV auf dem großen Heuschober (dt: Scheune) ist mal das eine (und gut gefördert). Dann wäre da noch das Methan aus der Gülle (dt: Jauche), das ja ungenützt zusätzliches Klimagas darstellt.
Ob Anbaufläche für Treibstoff genutzt werden soll, ist zu hinterfragen, aber es gibt heute schon Biosprit aus den Resten der Pflanzen, welche nicht gegessen werden können. Diese Anlagen sind natürlich teurer als einfache Ölpressen für Mais. Aber hier muss man vielleicht nicht ganz so autonom aber trotzdem Lokal denken. Eine Genossenschaft hat schon immer teure Maschinen angeschafft und die Nutzung der Mitglieder sicher gestellt.
Einige Geräte kann ich mir ganz einfach elektrisch vorstellen, es muss nicht immer alles mit Benzin und Diesel laufen. Angefangen vom PKW des Bauern, oft sogar zwei. Den Jeep für das Gelände oder die Kleintransporter. Ob der Traktor am Feld, der einen Tag lang hin und her fährt elektrifiziert werden soll wage ich mal fürs erste zu bezweifeln. Aber Wasserstoff wäre sicher die teuerste Art auf erneuerbare Energien um zu steigen.
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Re: Wasserstoff

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Du bekommst aber keine 1000kWh in unter 300kg Masse untergebracht, das ist der größte Nachteil bislang, für BEV-Traktoren. Die Geräte werden ohnehin schwerer und die Bodenverdichtung ist ein zunehmendes Problem.

Zudem trägt die Landwirtschaft als gesamtes, zu knapp 10% der Treibhausgasemissionen in DE bei.* Der PKW-Anteil am Verkehrssektor zu etwa 12%.

Bild

Quellen:
* https://www.umweltbundesamt.de/presse/p ... 87-prozent
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Re: Wasserstoff

Odanez
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Die 2-3k€ Wallbox für den Bauern mag für die reichen, die nur kleine elektrische Traktoren fahren. Ab einer gewissen Fahrzeuggröße wird 22kW AC nicht mehr reichen um den in einer vernünftigen Zeit zu laden, und es muss CCS her, was das ganze viel teurer macht - oder man standardisiert 43kW AC für die Landwirtschaft. Wird aber Situationen geben, wo der Traktor dann doch zu oft downtime erlebt weil der Akku leer ist, das kann für manche Betriebe problematisch sein. In vielen Fällen sollte es aber gehen, vor allem dort wo der Traktor nicht besonders groß und leistungsstark sein muss (also auf kleinen Höfen)

@adauris Sag das mit der Bodenverdichtung mal den Bauern - die packen ja so oft extra Betonklötze dran weil allzu oft ein sehr hohes Gewicht benötigt wird. Kommt halt drauf an was man machen will, aber oft tut es ein leichter Traktor nicht, von daher ist das Gewicht von den Akkus in den meisten Fällen garkein Problem - es ist eher von Vorteil.
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Re: Wasserstoff

Meinereiner
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Zudem trägt die Landwirtschaft als gesamtes, zu knapp 10% der Treibhausgasemissionen in DE bei.* Der PKW-Anteil am Verkehrssektor zu etwa 12%.
Und das grenzt an gezielte Irreführung!

Dabei handelt es sich nämlich zum größten Teil um N2O aus der Düngung und Methanemissionen z.B. im Reisanbau oder von Kühen. Der Spritverbrauch der Landwirtschaftilichen Fahrzeuge ist zwar nicht irrelevant, aber macht verglichen dazu wenig aus.

Beispiel:
https://www.landschafftleben.at/hinterg ... gKaXvD_BwE
Für Österreich sollen allein fast 59% des Treibhauspotentials auf N2O zurückzuführen sein, weitere 32% auf Metan.

Ich vermute sowieso stark, dass man fast alle Äcker in Deutschland mit BEV-Traktoren bewirtschaften kann. Die Sache ist eher, dass Traktoren und Landmaschienen ein sehr langes Leben haben, und das spricht für Biokraftstoffe.
Warum das dann nicht gleich beibehalten für die Niesche der Niesche (Bauern, die mit E-Traktoren nicht auskommen)?

Hier wird wieder Propaganda pro Wasserstoff betrieben.
Nichts gegen Wasserstoff, das wird kommen, aber nie in veraltetem Kolbenmotoren. Der wird in der Industrie gebraucht.

Re: Wasserstoff

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adauris hat geschrieben: Du bekommst aber keine 1000kWh in unter 300kg Masse untergebracht, das ist der größte Nachteil bislang, für BEV-Traktoren. Die Geräte werden ohnehin schwerer und die Bodenverdichtung ist ein zunehmendes Problem.

Zudem trägt die Landwirtschaft als gesamtes, zu knapp 10% der Treibhausgasemissionen in DE bei.* Der PKW-Anteil am Verkehrssektor zu etwa 12%.

Bild

Quellen:
* https://www.umweltbundesamt.de/presse/p ... 87-prozent
Wenn die Traktoren beim Ackern vorne 400-800kg Beton aufladen haben die dann keine Möglichkeit mehr 300kg Batterie zu transportieren? Vielleicht muss man nur etwas erfinden, dass es möglich macht, je nach Verwendung das Gewicht hinten oder vorne zu montieren.
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Re: Wasserstoff

panoptikum
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Außerdem ist in den Reifen ein Teil Wasser eingefüllt, damit ein niederer Schwerpunkt erreicht wird. Gewicht ist beim Traktor kein Problem.
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Re: Wasserstoff

dingsvomdach
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Moin! Das Thema Landwirtschaft ist ja mal etwas OT.... aber ich nehme es mal als Aufhänger was alles gehen kann, wenn man nur möchte und aufgeschlossen ist. Akku funktioniert sicher auch in der Landwirtschaft, Abringoi hat die Frontgewichte erwähnt (zusätzlich gibt es auch noch Felgengewichte).
Je nach Arbeit auf dem Acker, kann aber sogar das Kabel eine Möglichkeit zur Stromversorgung sein. Viele Ackerflächen sind heute schon auf den cm genau kartiert. Der Bauer fährt per Akku zum Feld, Kabel von der Trommel am Feldrand in eine feste Station einstöpseln, Autopilot an, Nickerchen machen. Klingt komisch, wird aber schon getestet. Auch selbst erzeugter (Bio-)Sprit wird seine Liebhaber als Öl oder Gas finden. Akkus können auch in der Zukunft bei kleinen Ackerdrohnen zum Einsatz kommen, die dann als Schwarm z.B. zur Beikräuter- oder Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Da braucht dann der Traktor mit seinen 5t + x nicht mehr über den Acker kneten.
Und um wieder zum Thema zu kommen, Westfalen Gas hat eine mobile Wasserstofftankstelle vorgestellt (hab leider nur einen Radiolink https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... r-100.html )
das vereinfacht die Wasserstofftechnik für größere Abnehmer doch erheblich.
Tesla? Garantiert nicht, Elon hat doch echt einen an der Waffel!
Twizy verkauft und Sion abgehakt.....
Aktuell eGolf, Born bestellt.

Re: Wasserstoff

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Ich denke, dass das Thema Landwirtschaft in Summe gar kein großes Problem darstellt. Ein großer Teil der kleineren Traktoren könnte rein Batterieelektrisch sein. Ggf mittlere sogar mit einem Wechselakkusystem ausgerüstet . Dann kann der Akku nämlich geladen werden wenn die Sonne auf die PV auf der Scheune scheint. Das hängt natürlich vom Nutzungsfall ab. Bei uns in der Gegend haben die Landwirte oft nur kleine Flächen und entsprechend kleinere Traktoren. Für manche Arbeiten wird sowieso ein Lohnunternehmer mit großen Maschinen herangezogen.
Und welches System nun für die großen Traktoren bzw. Mähdrescherder Lohnunternehmer und Großbauern verwendet wird. (Biofuel, Methanol, Wasserstoff, Stromkabel - wie der Vorposter schreibt) ist dann auch egal. Ich denke das wird einfach der Preis richten. Bei Großbauern kann man dann aber auch anders planen (Schnelladesäule, Welchselakkusystem oder H2 Tanke ist alles denkbar)
Teilweise ist es eher die Einstellung an der gearbeitet werden muss. Der Bauernstammtisch den ich öfters besuche ist sehr skeptisch gegenüber meinem Elektroauto - mit den ganzen üblichen Argumenten. Da braucht man mit einem Elektrotraktor gar nicht anfangen. Unser Nachbar hat sich erst einen neuen Vario gekauft (er hat jetzt 4 Traktoren unterschiedlichen Alters). Die stehen aber einen Großteil der Woche nur rum.

Und ich kann nur sagen, dass ich meinen Kleintraktor liebend gerne elektrisch hätte, da der Dieselantrieb für mich nur Nachteile bringt. Ich bin aber auch klein Landwirt, sondern benutze den Traktor als Multitool und Rückegerät für den Hobbywald... (also eher nicht representativ)
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: Wasserstoff

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Meinereiner, bitte nicht immer gleich Zeter und Mordio rufen, ich schrieb ja bereits "als gesamtes" und hab keine detaillierte Analyse gefahren, wie sich dies aufteilt. Aber manchmal ist es auch gut, wenn man sich die Größenrelationen zueinander begreiflich macht, um was man spricht.

Um es klar zu stellen, füg ich unten noch die Aufschlüsselung an, die es hierzu gibt und worin erkennbar wird, dass der Kraftstoffverbrauch ein kleiner Teil des Ganzen ist.

Seitens unserer Kunden, bekommen wir auf Fachmessen zurückgespiegelt, dass es nicht "so einfach" ist, auf Batterien umzusatteln, da die Masse wohl doch ein Negativpunkt sei.
Ich stecke nicht tief genug in der Landwirtschaftsmaschinenkonstruktion drin, aber wenn (ausgehend vom Model S), ein Akku mit 100kWh in etwa 600kg wiegt, wäre für einen mittleren bis großen Traktor 5-6t an Akku-Masse nötig - auf jeden Fall zu viel, lt. der Hersteller.

Das mit den Zusatzgewichten ist auch abhängig von der zu bewirtschaftenden Fläche, wie auch von der Tätigkeit selbst.

Bei einer Arbeit - sei es Pflügen - brauche ich sehr große Traktion, ergo Reibung zw. Reifen und Boden und hier kann man über die Masse abhelfen. Praktisch daran ist, ich kann ein und das selbe Fzg verwenden, aber "beliebig" auf- oder ablasten. Ich bin also flexibel.

Ich nehme nicht an, dass die jeweiligen Hersteller ein Interesse daran haben, dass deren Kunden es möglichst kompliziert und aufwändig haben, um die Fahrzeuge zu betreiben. Wären heute bereits Lösungen möglich, die mit Akkus funktionieren, würden sie umgesetzt werden.
Wie schon mehrmals beschrieben und vollkommen nachvollziehbar ist, die direkte Verwendung von Strom, im Akku, wäre der einfachste Weg. Dennoch gibt es auch, wie von dingsvomdach beschrieben, mobile, bzw. kleinbauende H2-Erzeuger/Tankstellen.

H2 hat berechtigte Anwendungen, wie in der Schwerindustrie, als Energiespeicher für Grundlastwerke (lt. KIT mit über 85-90% an Wirkungsgrad**) oder in Nischen. Wir müssen hier nicht immer neu anfangen, vom Gesichtspunkt "PKW" aus zu diskutieren.

Ziel muss sein, jedes Quätchen an EE speichern zu können und möglichst (im Rahmen der Anwendung) effizient zu nutzen, wenn uns hierbei ein Gas hilft, welches im schlimmsten Falle zu Wasser oxidiert, warum denn dann auch nicht!?

Davon ist weder die Energiewende, noch die eMobilität gefährdet.

Bild

Quellen:
* https://www.bmel.de/DE/themen/landwirts ... chutz.html
** https://youtu.be/8JTyWgQpWxI?t=2446
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